13 Feb

Kermit und kanadische Pommes an Guacadingsda

Tijuana-Fritten.-Dreierlei sieht gut aus und ist es

Der Namen klingt wie von der schon lange bestehenden „Fritten-Schmiede“ in Heidhausen geklaut. Ein paarmal schon vorbeigegangen hier am „Frittenwerk“, Ecke Porschekanzel (für Jüngere: Zwischen Rathauspassage und Kettwiger). Die Tafeln versprechen „Kanadische Pommes-Spezialitäten“ und die Bilder unterstreichen unbekannte Genüsse. Offenbar gibt es drei Sorten Pommes: Normal, mit Knoblauch und Süße Pommes. Nicht schlecht.

Und die Auflagen sind noch abwechslungsreicher: Ich wähle mutig “Tijuana Street Fries, also Tomaten, und zwei Dips auf Knoblauch-Pommes, weil es das schönste Bild ist.

Innen muss ich erst zur Kasse, 6,90 Euro scheint o.k. Weniger annehmbar ist mein Codewort: Kermit, immerhin kein Miss Piggy, meine Freunde vor 35 Jahren teilten mir Fozzybär zu.

Wie auch immer: Kermit muss warten. Werden wohl noch handgeschnitzt. Viele junge Männer machen wenig Essen. Aber das ist ja deren Problem.

Es sieht gut hier aus, ist ja auch das Grüne Haus mit grüner atmender Außenwand und innen nun auch viel echtes Grün und ganz grüne Bilder zwischen dunklem Holz. Ein wenig düster in Kanadas Frittenfabriken.

Aber die Schale sieht so aus wie auf dem Bild —  appetitlich: Ich beginne bei den zerschnibbelten frischen Tomaten auf Pommes, wobei mir nicht klar wird, was das soll. Aber schlecht ist es auch nicht.

Dann der weiße Dip, Sour Cream, der sehr lecker ist mit den Pommes. Das mundet mir deutlich besser als Mayo.

Respekt habe ich noch vor der Grünen Soße: hausgemachte Guacamole aus reifen Avocados. Bei „Tijuana“ muss das scharf sein. Irrtum, würzig, aber nicht unangenehm.

Alles in allem eine gute Schale Pommes mit einem frischen Gefühl, satt satt und insgesamt nicht so teuer, das nächste Mal die süßen Pommes. Ich liebe Süßkartoffeln.

22 Jan

Fünf Sterne

Nicht in Werden, aber dieser Hamburger verdient einfach eine Erwähnung. Einkaufszentrum Limbecker Platz, Five Guys weckt meine Aufmerksamkeit, viele Sitzplätze , aber sie sind fast alle leer. In der Küche des Hamburger Restaurants stehen zehn Frauen und Männer, sie wirken alle beschäftigt, aber womit? Kunden scheinen Mangelware.

Die Speisekarte macht skeptisch: Vier verschiedene Hamburger, dann alles nochmal in klein. Das soll es sein? Ist das ohne Pommes? Dann ist der Hamburger richtig teuer. Aber irgendwie kann man dazu verschiedene Toppings umsonst bekommen.

Nachfragen: Der junge Mann hinter der Theke ist freundlich. Ja, ich habe die Wahl. Alles inclusive: Verschieden zubereitete Zwiebeln bringen die Entscheidung. Ich versuche es, schließlich war der erste Hamburger meines Lebens 1975 in Brighton mit frischen in Wasser gebratenen Zwiebeln. Ich nehme frische Zwiebeln, Käse, Tomaten, BBQ Soße, Relish und und muss 9,95 € für den Hamburger zahlen, 3,25 € für Cola, so viel ich will.

Das nutzt man sowieso nie aus. Egal. Ich bekomme die Nummer 3 zum Abholen. Da immerhin vier Gäste sitzen, scheint das nicht die Zahl der bisherigen Kunden um 13.15 Uhr zu sein. Die Zehn in der Küche wirken weiterhin beschäftigt, aber fröhlich und international. Ich habe den Becher und will schon einmal abfüllen. Der Automat sieht stark aus und eine Frau, die elfte des Teams, hilft: Ich kann meine Cola Zero mit allen möglichen Geschmäckern anreichern: Vom bekannten Vanille und Kirsch über Himbeer und Waldbeer bis Lemon. Wie abartig ist das denn? Nein, pur!

Der Hamburger dauert sieben Minuten, wie ein gutes Pils. Alles in der Tüte. Aber auch dieser junge Mann ist richtig freundlich, lacht sogar über einen müden Gag meinerseits.

Am Tisch fische ich den Hamburger in Alufolie verpackt heraus. Hilfsmittel habe ich nicht gesehen: Gabeln oder so. Also wieder: Zarte Feinmotorik, und den stattlichen Hamburger ohne Druck zum Mund balancieren. Es klappt. Zur Belohnung gibt es sofort einen Geschmack, wie ich ihn lange nicht mehr hatte, weder bei Hans im Glück, noch bei Road Stop. Ehrlich. Natürlich schaffe ich es nicht ganz unfallfrei, aber der Genuss lässt nicht nach. Alle Achtung. Das war was!

08 Sep

Ein Abend auf der Geisterkirmes

Eine ganze Kirmes als Geisterbahn

Eine ganze Kirmes als Geisterbahn

Marina Weidenhaupt

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Erlebnisbericht über die Werdener Appeltaten-Kirmes stehen – dem Leser sollte in Gedanken schwindelig vor Achterbahnen werden, Kinderaugen sollten bei Erzählungen von Dosenwerfen und Entchenangeln glänzen, und das Wasser sollte jedem bei dem Gedanken an frischen Backfisch und gebrannte Mandeln im Mund zusammenlaufen, während man Menschenmengen vor Augen und Kirmesmusik in den Ohren hat.

Dass es keine Appeltaate gibt, hatte Gereon mich schon vorgewarnt. Doch als ich am Montag gegen sieben Uhr die Kirmes betrete, bin ich verwirrt und erschüttert zugleich, überlege kurz, ob ich irgendwas verpasst habe: Der Platz ist so gut wie leer. Vereinzelt laufen Großeltern mit Kindern an der Hand herum, manche trinken ein Bier oder fahren ihren Kindern zur Liebe eine Runde mit der Hauptattraktion, der wilden Maus.

In der Tat ist dies das einzige Fahrgeschäft , das auf mich den Anschein macht, als würde es bewegt. Deshalb drehe ich auch eine Runde damit. Ein kurzer Spaß, aber für kleinere Kinder genau die richtige Dosis Nervenkitzel.

Doch ansonsten? Gähnende Leere. Niemand auf dem Autoscooter. Niemand fährt Karrussel oder benutzt eines der anderen Fahrgeschäfte, die alle beleuchtet Gäste anlocken sollen. Niemand wirft auf Dosen, angelt Entchen oder schießt für Preise. Es ist fast schon unheimlich.

An drei Buden wird Essen verkauft, es riecht wie es auf einer Kirmes riechen sollte. Doch die Churros, die ich mir kaufe, sind leider schon kalt, denn der Andrang ist minimal. Außer mir treffe ich nur auf ein Mädchen, das sich ein Softeis kauft — das wars.

Feiner Nieselregen durchnässt mein Haar, und ich nehme zuerst an, dass das Wetter zusammen mit der Tatsache, dass heute Fußball läuft der Grund für die leere Kirmes ist, die am Wochenende wohl stärker gefüllt gewesen sein muss. Also frage ich bei der Süßwaren-Verkäuferin nach, doch die entgegnet, dass die Situation schon am ganzen Wochenende die gleiche war. „Am Sonntag waren ein paar Leute da, aber am Samstag und heute war nichts los. Man steht den ganzen Tag nur hier, backt, wirft weg und backt neu“, erzählt sie niedergeschlagen. Mein Mitleid hat sie gewonnen.

Warum die Kirmes so schlecht besucht ist, kann ich mir nicht erklären. Es gibt keine großen Tower oder Riesenräder, aber doch einige Fahrgeschäfte, die zumindest Kinder unterhalten sollten. Ich habe allerdings eine Geisterbahn vermisst. Doch wenn man sich auf der leeren Kirmes so umsah, hätte man glatt denken können, dass sie selbst zur Geisterkirmes geworden ist.

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03 Feb

Durchfall — Dialog mit meinem Ethik-Prof

Imaginäres Telefonat mit meinem Ethik-Prof aus dem Studium in Berlin (den gab es wiklich):

„Hallo Hansgert.“
„Carlo (mein alter Spitzname), du alte Socke, was ist, Schere im Kopf im beschaulichen Werden? Wieder mal ne Predigt von Meisner? Der ist doch weg.“
„Ja, mal eine rein hypothetische Frage. Nehmen wir mal an, ich hätte mit meinem Sohn in einem neuen Lokal in Werden gegessen, endlich mal kein Italiener. Es schmeckte sehr gut, aber nun bekamen wir beiden für zehn Tage schweren Durchfall;und es war das einzige Essen, das wir in denen letzten 72 Stunden vor den zeitgleich aufgetretenen ersten Beschwerden eingenommen haben.?“
„Klar verstehe, ja vielleicht solltest Du die Restaurant-Kritik einfach durchrutschen lassen (lacht sich kaputt).“
„Und sonst?“
„Was sonst! Nein, den Versuch würde ich ohne ärztliche Begleitung nicht noch mal machen. Wir sind ja nicht bei Jackass oder so; oder gar beim Dschungelcamp.“
„Aber muss ich nicht die Leser warnen? Habe aber keine Beweise, will keinem mit Keimen schaden. Allgemein geht nicht, weil es allen neuen Lokalen schaden würde.“
„Ja, klar. Du bist aber nicht dem Lokal, sondern nur den Lesern verpflichtet und der Wahrheit, die du aber nicht kennst; vielleicht habt ihr beiden auf dem Weg zum Lokal demselben Salmonellen-Werfer die Hand gegeben; oder das Übel wohnte in eurem Kühlschrank, aus dem ihr nicht gleichzeitig aber doch beide gegessen habt, oder es saß auf einem Salatblatt von einem Lebensmittelhändler in eurem Kühlschrank.“
„Wir putzen den Kühlschrank oft. Und waschen den Salat gründlich.“
„In dem Restaurant ist der Kühlschrank wahrscheinlich sogar neu. Vielleicht sollte das Gesundheitsamt einmal prüfen!“
„Bei uns oder bei dem Lokal!“
„(Lacht laut) im Lokal!“
„Ich bin Journalist und keine Petze!“
„Das ist es doch. Du hast es. Freut mich, dass ich dir wieder einmal helfen könnte. Schick mir mal eine verschlüsselte Mail, wo ich in Werden vorsichtshalber nicht essen sollte.“

 

 

 

15 Mrz

Apfelpfannkuchen

Ampütte ist sowieso eine Essener Institution, in der man nicht selten junge und alte Folkwängler trifft. Es ist nicht die Spezialität des Hauses, wie uns der urige, liebrauhe Kellner fast abriet: Aber den Apfelpfannkuchen können wir trotzdem sehr empfehlen.