21 Juli

Nietzsche, Touristen und Wir Werden See(n) 7

Sie seien „Touristen“ meinten die beiden, die mich nach meinen Skates gefragt, haben, und dann bei der Seerunde auch nicht mehr los wurden. Das Paar kam aus Hagen, es verbindet Shopping am Limbecker Platz, ein Essen im Roadstop und eine Skaterunde um den See gerne miteinander. Am Kemnader See sei der Asphalt besser, meinten sie, wenn es auch noch dreckig wegen der Baustelle wäre, aber der Baldeneysee sei schon schöner, und Essen eine tolle Einkaufsstadt. Sie parken immer am „Grugaturm“, wie sie den Regattaturm nannten. Beide waren sehr sportlich und hatten ein nettes Tempo, aber zu einem Marathon zum Beispiel in Berlin konnte ich sie nicht überreden.

Danach traf ich am Wehr zwei junge Männer zu Fuß, die nach dem Werdener Bahnhof fragten. Höflich und gegen meine Überzeugung meinte ich, weil sie so erschöpft aussahen: „Näher ist der Bahnhof Hügel“, und es würden eh keine Züge fahren.“ Sie sagten, erstens wüssten sie das, zweitens kämen sie vom Hügel, und drittens seien sie auch von der Bahn.“ Mich ließen sie mit einem sehr fragenden Gesicht zurück.

Spontispruch 2 zum Sonntag, und einer meiner Lieblingssprüche: Steht auf einer Bahnhofstoilette mit einem schwarzen Edding geschrieben: „Gott ist tot — Nietzsche“ Darunter in Druckschrift: „Nietzsche ist tot — Gott“

((Nach den 68ern kamen die Sprüche, man wollte echt locker bleiben und vor allem musste im Ruhrgebiet vor alles ein echt oder besser noch ein ast, also hier noch einmal die astreinen Sprüche, die damals entstanden. Zu schade, ums sie zu vergessen. Mal passend, mal unpassend. In dem Sinne: Legalize Erdbeereis. Oder: Haste Haschisch in den Taschen, haste immer was zu naschen.))

20 Juli

Ist die Frage der Woche schon beantwortet?

Dieser Brief passt wunderbar zur Frage der Woche:

Wir leben schon mehr als 20 Jahre in der Schweiz und etwa genau so lange kennen wir unsere Freunde Cinzia und Martin. Sie mit italienischem Hintergrund, er ein waschechter Schweizer (wenn auch mit Nachnamen „Friedrich“ und somit mit dem berühmten Caspar David verwandt!).
Viele Wochenenden haben wir schon zusammen verbracht und wir wissen: die Beiden sind Musicalbegeistert. Nur „Starlight Express“ fehlt noch in ihrer Sammlung und so entstand vor fast einem Jahr die Idee, dieses zusammen in Bochum anzuschauen.
Wir sind sehr regelmässig in Werden und es war von Anfang an klar: Unseren Freunden werden wir nebenbei die schönste Seite des Ruhrgebiets zeigen!
Und das wurde vor zwei Wochen ein voller Erfolg:
Landung Freitagsabends in Düsseldorf – Der Wetterbericht sagt ein Traumwochenende voraus.
Zum Glück hat in der Arche Noah die Küche lange genug auf und es fliesst das erste Altbier.
Die Nacht in unserer „Ferienwohnung“ ist dank der Sperrung des Klemensborns wunderbar ruhig!
Knusprige Brötchen von Küpper auf dem Frühstückstisch und dann der erste Bummel durch Werdens Altstadt. Unsere Freunde sind begeistert, ein Bier in den Tuchmacher Stuben, ein Eis bei Kikas und dann die Fahrradtour um den Baldeneysee mit vielen Stopps und Curry-Wurst in Haus Scheppen. so hatten sie sich den Kohlenpott nicht vorgestellt und sind voll des Lobes.
Abends sitzen wir mit Tappas beim Spanier an der Ruhr und können unsere schweizer- und deutschen Freunde bei netten Gesprächen mischen.
Am Sonntag dann die Nachmittagsvorstellung von Starlight Express. auch nach 25 Jahren noch wunderbar! Dann reicht es leider nur noch für ein frühes Abendessen im Hügoloss mit dem schönsten Ausblick auf den See und schon müssen wir wieder Abschied nehmen. Aber dieses Wochenende bleibt noch lange in guter Erinnerung!
Danke Werden!!!!
Anja und Wolfgang Soer-Gremmelmaier aus Birmensdorf (CH)
20 Juli

Sit in auf der Parkpalette

Besuchen Sie die Parkpalette, solange es noch geht! Vielleicht einen Klappstuhl aufs Sonnendeck. Die Idee von Thomas Schmitz und Freddi Terfrüchte, dort einen grünen Garten anzulegen, ist ja nie umgesetzt worden. So spontimäßig oder auch stadtguerillabereit ist Werden doch nicht.Aber wenn gleich mal die Sonne rauskommt, wie wäre ein Meeting? Na gut, ich habe selber keine Zeit, aber da ich heute mehrfach vorbeikomme, mache ich gern ein Foto.

Spontispruch 1: Du redest dauernd von Urlaub, wir haben nicht einmal das Geld zum Daheimbleiben.PatchWoodpeckerFire
((Nach den 68ern kamen die Sprüche, man wollte echt locker bleiben und vor allem musste im Ruhrgebiet vor alles ein echt oder besser noch ein ast, also hier noch einmal die astreinen Sprüche, die damals entstanden. Zu schade, ums sie zu vergessen. Mal passend, mal unpassend. In dem Sinne: Legalize Erdbeereis. Oder: Haste Haschisch in den Taschen, haste immer was zu naschen.))

19 Juli

Unfassbar gut

BuikldAn einer guten Detektivgeschichte enttäuscht häufig der Schluss, meinte schon das Genie Truman Capote. Und auch etwas anderes gilt: Der Illusionsmaschine Kino gelingt es selten einen guten Film über Magier zu machen, weil schon das Medium selbst ja alles tricksen kann.

Wie auch immer. „Die Unfassbaren“ sind unfassbar gut. Der Schluss ist umwerfend, der Film behält die Magie von der ersten bis zur letzten Minute.

Ja zugegeben, die Figuren sind fast alle flach, selbst die Weltstars bleiben unter ihren Möglichkeiten, sind aber dennoch großartig als ambivalente Figuren, die dann auch wieder ihren Charakter wandeln; aber hier stehen ohnehin die Fragen im Mittelpunkt, die immer wieder sehr überraschend gelöst werden und sich in das Mehrfache neuer Fragen verwandeln.

Am Ende mag es einem doch wie ein billiger Zaubertrick vorkommen; meinen einige Kritiker, aber das ist selbst mit den größten Zaubertricks der Menschheitsgeschichte so., Und am Ende findet im Film alles eine logische Erklärung. Wer alles vorher durchschaut haben will, kommt mir eher neunmalklug vor.

Ich habe mich blendend unterhalten; durchweg. Es bleibt aber natürllich das Kernproblem, das die beiden Hauptdarsteller (die wunderbare Melanie Laurant aus den Inglorious Bastards von Tarantino) ansprechen: Ist Magie ein Taschenspielertrick oder eine Faszination der Täuschung und Ablenkung?

Der Film hat mich auf wunderbare Weise abgelenkt und war ein Genuss.

19 Juli

Tschüss Parkpalette

Ich könnte ja . . . wieder schimpfen über diesen Unsinn, aber erst einmal nur die Meldung. Der Automat an der Parkpalette ist weg! Wahrscheinlich frei Parken dort bis Montag, dann wird abgerissen. Beides ohne Gewähr.

WadgebTatsache ist. Seitlich vom Schwimmbad sind nun gebührenpflichtige Parkplätze gekommen. Das hätte man schon lange machen können, auch einen zweiten Parkautomaten bestellen, den man ohnehin braucht. Alles war schon vor einem Jahr von Andreas Göbel, Werbering, beantragt.

Das Schilda um die Parkpalette geht weiter, weil die Politiker den Verwantwortlichen wissen, aber nicht kontrollieren können. Machtlos! Und dann lassen sie sich bei Beschlüssen noch vorführen, treten ihrem eigenen Mann vor Ort mit Durchblick in den Hintern.

Wir werden sehen, ob die beiden Baumaßnahmen (Parkplatz Pavillon Gymnasium und Parkpalette) einigermaßen vernünftig und rechtzeitig über die Bühne gehen. Immerhin haben sie pünktlich begonnen. da kann man nicht meckern, und ich will das auch gar nicht mehr.

Wadunten