05 Dez

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 49/2019


Neuwahlen nach Bonmanns Rücktritt

Nach dem überraschenden Rücktritt des Bezirksbürgermeisters Michael Bonmann steht die Bezirksvertretung (BV) vor einem kleinen Neuanfang: Laut Verwaltung der Stadt Essen sieht die Gemeindeverordnung des Landes NRW nämlich eine Neuwahl des Bezirksbürgermeisters vor. Die soll nun bei der nächsten Sitzung erfolgen – am 25. Februar 2020. Also hat das Vorort-Parlament noch guter zweieinhalb Monate Zeit, einen geeigneten Kandidaten zu finden. 


Ein Besuch bei den Werdener Julis

Wofür steht die FDP? Und was wollen die Jungen in dieser Partei? Wer zu den wenigen Interessierten gehörte, die am Montagabend der Einladung der Werdener FDP in die Domstuben gefolgt ist, um die Vorstellungen der Jungen Liberalen (Julis) zu aktuellen politischen Themen und gesellschaftlichen Konflikten zu erfahren, war nach dem rund zweistündigen Abend nur wenig schlauer als vorher. Der Essener Juli-Vorsitzende Christian Mertens brachte das Problem seiner Partei auf den Punkt: „Die FDP hat im Moment ein Positionierungsproblem.“ 


Wie geht es nach dem Aus der Domstuben weiter?

In den Domstuben trifft sich der Werdener Bürger- und Heimatverein und auch die Kinogruppe Forstmann. Die bisher ausgerichteten Weihnachtsfeiern kann Frank Hahn gar nicht mehr zählen. Der Gesangsverein-Stammtisch der Werdener Sangesfreunde kommt jeden Montag. Sportlich trifft sich der Rad-Sportverein Kettwig. Musikalisch gibt es viel zu nennen, auch die Konzerte der Folkwang-Uni Hans Steinmann Big Band. Dann kommen hier die Kleingartenvereine zusammen, lassen sich die Kanufreunde bewirten, feiern Narren ihren Karneval. Hier und da ein Motorradtreffen. Die allseits geliebte Awo-Versammlung und Weihnachtsfeier fand in den Räumen statt, nebst „Markt der schönen Dinge“, um nur einige zu nennen. Sie alle sind vom Aus der Domstuben betroffen. Wie sie ihre Zukunft sehen, haben sie den Werdener Nachrichten verraten.


Stimmen Sie ab bei unserer Frage der Woche: 
Für die Zeit von Ende Februar bis zur Kommunalwahl im September 2020 soll ein neuer Bezirksbürgermeister gewählt werden. Eine gute Idee? 

02 Dez

Auto in Heidhausen brennt vollständig aus

Am beinahe höchsten Punkt des Essener Stadtgebietes, an der Bergischen Landstraße, Höhe Preutenborbeckstraße in Heidhausen, ist heute früh ein 3er-BMW neueren Baujahres vollständig ausgebrannt. Als die ersten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Werden eintrafen, war das Fahrzeug bereits voll in Flammen aufgegangen.

Der Fahrer war mit seinem Auto aus Richtung Velbert kommend unterwegs, als er Rauch bemerkte. Er lenkte den BMW auf den Gehweg und kam direkt vor einem Doppelhaus zum Stillstand. Das auslaufende Benzin beschleunigte Feuer rasant. Die ausstrahlende Wärme des Feuers verschmorte die noch heruntergelassenen Rollläden an der einen Doppelhaus-Hälfte, an der zweiten wurde eine äußere Scheibe der Isolierverglasung zerstört.

Die Bewohner der beiden Doppelhaushälften hatten sich bereits ins Freie begeben, sie blieben unverletzt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften das Feuer erfolgreich zunächst mit Wasser, dann mit Schaum. Ein weiterer Trupp der Berufsfeuerwehr kontrollierte derweil mit einer Wärmebildkamera das Innere der beiden Häuser, das Feuer drang jedoch nicht ins Gebäude ein. Nach Beendigung des Einsatzes konnten die Bewohner wieder zurück in ihre Häuser.

Wegen der niedrigen Temperaturen bildete sich Glätte auf der Fahrbahn, ein Streufahrzeug der Entsorgungsbetriebe Essen (Ebe) streute den Bereich großflächig ab. Alle Beteiligten blieben unverletzt, die Brandursache ist ungeklärt.

28 Nov

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 48/2019

Weihnachtsmarkt & Adventsfenster

Wir berichten, was die Besucher des 40. Werdener Weihachtsmarkts erwartet und was hinter den ersten Werdener Adventsfenstern zu finden ist.


Bonmanns Rücktritt ist konsequent

Der Rücktritt von Michael Bonmann als Bezirksbürgermeister ist das Top-Thema der Werdener Nachrichten. In seinem Kommentar führt Redakteur Gordon K. Strahl aus, warum Bonmann sich hierbei konsequent verhalten hat. 


Portraitaufnehmen mit Retro-Charme

Es wirkt wie eine Szene aus einem alten Film: Der Fotograf verschwindet hinter einem Ungetüm von Kamera, verdeckt von einem schwarzen Tuch. Das Modell braucht eine Menge Geduld – und die Fähigkeit, lange still zu sitzen: Denn die Belichtungszeit beträgt locker fünf Minuten. Dafür wird der Wartende aber belohnt mit einem Porträt, wie man es nicht an jeder Ecke bekommt: schwarz-weiß, auf Metallplatte gebannt – mit Retro-Charme und voller Charakter. „Meine Fotos erzählen Geschichten“, betont Niklas Hlawatsch. Am Samstag eröffnet sein Fotostudio „Fuchs Teufel Bild“ an der Grafenstraße, Ecke Hufergasse. 


Werdener Geschichten und Geschichte

Angst und Schrecken in der und um die Werdener Haftanstalt. Ein frommer Abt wird von seinem Bruder, dem bösen Erzbischof hinterrücks überfallen. Eine Kindesentführung in Heidhausen. Der 17. Band der Reihe „Werdener Geschichten und Geschichte“, den der Geschichts- und Kulturverein Werden in Zusammenarbeit mit dem Werdener Bürger- und Heimatverein herausbringt, bietet Stoff, wie er gleich für mehrere historische Krimiromane taugen würde. Doch das ehrenamtliche Autorenteam hat natürlich wieder tatsächliche Begebenheiten aus der Historie von Werden Stadt und Land recherchiert. 


Stimmen Sie ab bei unserer Frage der Woche: 
War der Rücktritt von Michael Bonmann als Bezirksbürgermeister richtig? 

27 Nov

Michael Bonmann tritt als Bezirksbürgermeister zurück

Paukenschlag in der Bezirksvertretung: Am Ende der gestrigen Sitzung legte Michael Bonmann sein Amt als Bezirksbürgermeister mit sofortiger Wirkung nieder. Als Grund für diese Entscheidung nannte der CDU-Politiker fortlaufende Angriffe aus seiner eigenen Partei.

Eigentlich ist Michael Bonmann ein Politiker vom alten Schlag, resolut, erdig, mit Ecken und Kanten, keiner, der sich leicht von Widerstand beeindrucken lässt. Aber der Widerstand in den eigenen Reihen wurde dem hauptberuflichen Apotheker in den letzten Monaten dann offenbar doch zu viel. Daher habe er die Entscheidung getroffen, sein Amt niederzulegen, auch wenn es ihm schwer gefallen sei. „Aber ich habe mich schlussendlich gefragt, warum ich mir das eigentlich noch antue“, stellt Michael Bonmann im Gespräch mit den Werdener Nachrichten enttäuscht fest. „Mit Ausnahme vom Ortsverband Bredeney habe ich keinen Rückhalt mehr in meiner Partei.“

Auch von den Heidhausern fühle er sich „im Stich gelassen“. Denn der CDU-Ortsverband Heidhausen-Fischlaken unterstützte Bonmann nicht in seinem Vorhaben, bei der kommenden Kommunalwahl 2020 für den Rat zu kandidieren – stattdessen nominierte dieser das aktuelle Ratsmitglied Ulrich Beul.

In Kettwig habe Bonmann ebenfalls Gegenwind verspürt: So habe der Bürgerverein „Wir in Kettwig“ die Pläne der Bezirksvertretung zur Umgestaltung des Kettwiger Rathaus-Vorplatzes torpediert. „Im Vorstand sitzen drei CDU-Mitglieder“, so Bonmann.

Das Fass zum Überlaufen hätten aber Angriffe des Kreisvorsitzenden Matthias Hauer gebracht: „In einer internen Vorstandssitzung warf er mir vor, keinen Draht zu den Bürgern zu besitzen“, ärgert sich Bonmann. Auch seine Familie hätte Hauer angegriffen. „Es ist doch klar, dass die zu mir hält – es ist meine Familie!“

Die Vorgänge in der internen Sitzung will Matthias Hauer nicht kommentieren. Dass er Bonmanns Familie angegriffen hätte, weist der Chef der CDU Essen jedoch von sich. Nach der CDU-Kritik an Bonmanns Aussagen zur AfD sei dessen Frau auf Hauer zugegangen. “Sie ist mich heftig angegangen, das habe ich in der internen Sitzung kritisiert”, so Hauer, der selbst auch erst nach der Sitzung der Bezirksvertretung von Bonmanns Rücktritt erfahren hat. “Wir als CDU Essen nehmen das zur Kenntnis, zollen der Entscheidung Respekt und danken Herrn Bonmann für seine Arbeit im Bezirk”, so Hauer weiter. Viel Bedauern klingt nicht mit in seiner Stimme.

Nach Bonmanns Aussagen im Sommerinterview mit den Werdener Nachrichten im vergangenen August gingen immer mehr Parteifreunde spürbar auf Distanz. Besonders heftig wurde er für seine Antwort auf die Frage angegangen, ob er sich nach der Kommunalwahl 2020 eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußen-Partei AfD vorstellen kann. „Ausgrenzen ist der falscheste Weg, den man machen kann“, sagte er – und erntete damit heftigsten Widerspruch, auch innerhalb seiner eigenen Partei.

Aus der Kommunalpolitik will sich Bonmann aber nicht gänzlich zurückziehen: So will er wie angekündigt im kommenden Jahr für den Rat kandidieren. „Mein Bredeneyer Ortsverein hat mich schließlich nominiert.“ Auch in die Bezirksvertretung will er wieder einziehen, sollte er gewählt werden – dann wohl aber als normaler Bezirksvertreter.

Bis zur Kommunalwahl im September 2020 wird nun der bisherige Stellvertreter Benjamin Brenk (SPD) das Amt des Bezirksvertreters übernehmen. “Ein guter Nachfolger“, ist Bonmann überzeugt, „der kann das“.

21 Nov

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 47/2019

Die Arbeiten an der Brücke zur Brehminsel fangen an.


Neue Diskussion um Wohnbebauung?

Das Bürgerforum zur Wohnbebauung in der Stadt Essen hatte für den Essener Süden eigentlich ein erfreuliches Ergebnis gebracht. Der Bezirk IX (Werden/Kettwig/Bredeney) war der einzige in der ganzen Stadt, in denen keine Flächen als geeignet angesehen worden sind. Doch in den übrigen Bezirken regt sich Widerstand – und das scheint auch hier die Diskussion neu anzufachen: Wie der vergangene Stammtisch der CDU Werden zeigt, ist gerade im Werdener Land weiterhin die Angst groß, dass auch hier noch freie Flächen zugebaut werden könnten. 


Offener Brief an die St.-Ludgerus-Gemeinde

Mit einem offenen Brief wenden sich die Ortsverbände Werden und Heidhausen/Fischlaken der CDU an die St.-Ludgerus-Gemeine: Darin fordern Hanslothar Kranz, Vorsitzender der CDU Werden, seine Stellvertreterin Martina Schürmann und Yannick Lubisch, Vorsitzender der CDU Heidhausen-Fischlaken, Propst Jürgen Schmidt und den Gemeindevorstand auf, bei der Planung der Zukunft der Gaststätte auch die Bedürfnisse der Vereine und andere Gruppen nicht außer Acht zu lassen.  


Wirbel um Versetzung bei Kita

Viele Kinder, die die Kita Pusteblume besuchen, verstehen die Welt nicht mehr. Jeden Morgen gehen sie gern zur Kindertagesstätte an der Heckstraße. Eine der Gründe ist die Erzieherin Elena K. „Sie ist eine sehr gute Bezugsperson“, sagt auch Faruk Sari, Vater der zweijährigen Hüma, die die „Eichhörnchen“-Gruppe der Kita besucht – die Gruppe, die Elena K. bislang betreut. Umso überraschter waren er und andere Eltern, als sie erfahren haben, dass das Diakoniewerk als Träger die Erzieherin kurzfristig versetzen will: Bereits zum 1. Dezember soll sie an einer anderen Kita ihren Dienst antreten. Die Eltern sind verärgert.


Wandgemälde mit Haltung

Vorsichtig trägt Sarah mit dem Pinsel Farbe auf die Betonwand am Zugang zur Joseph-Breuer-Straße an der Ruhr auf. Zusammen mit einigen ihrer Mitschüler lässt sie ein eindrucksvolles Wandgemälde aus unterschiedlichen Motiven entstehen. Sarahs Motiv ist durchaus typisch für die Friday-for-Future-Generation: Die Schülerin malt an einer Erdkugel, die von unterschiedlichen Händen gehalten wird. Oben drauf machen sich qualmende Fabrikschlote breit, die jedoch von mächtigen Bäumen – und einem Windrad – überragt werden. „Die Industrie macht die Welt kaputt“, erklärt die 16-Jährige ihre Idee dahinter, „aber wenn wir alle zusammenhalten, kann man die Welt retten“.


Stimmen Sie ab bei unserer Frage der Woche: 
Wohnen im Essener Süden ist beliebt. Doch neue Wohnbebauung bedeutet auch zugleich weniger Grün. Fürchten Sie um die „Grüne Lunge“ Werdens?