14 Jan

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 1/2021

Endlich gibt es wieder die Werdener Nachrichten! Und das sind die Themen der ersten Ausgabe im neuen Jahr:

Einfallsreiche Sternsinger

In Corona-Zeiten können die Sternsinger nicht wie gewohnt von Tür zu Tür ziehen. Was sich Jugendliche in Heidhausen und Fischlaken einfallen ließen, um dennoch Spenden für Menschen in Not sammeln zu können, verraten die Werdener Nachrichten! 


Homeschooling in Werden

Der harte Lockdown verlängert sich – vorerst bis zum 31. Januar. Das heißt auch: In den Werdener Gymnasien bleiben die Stühle kalt, dafür flackern daheim die Bildschirme – Homeschooling, wie das Lernen daheim neudeutsch heißt, ist angesagt. Wie das klappt, steht in den Werdner Nachrichten! 


… und vieles mehr!

Alle Details zu den neuen Quartiers-Bussen, die traditionellen Neujahrs-Grußworte von waddischen Vertretern aus Politik und Gesellschaft und: die Gewinner des Weihnachts-Preisrätsels 2020


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: Werden Sie sich gegen Corona impfen lassen? 

31 Dez

Sie half anderen mit ganzer Tatkraft

Völlig überraschend ist Annette-Henriette Dirkes gestorben

Völlig überraschend starb Annette-Henriette Dirkes einen Tag vor Heiligabend.
Foto: privat

Annette-Henriette Dirkes ist tot. Völlig überraschend starb die Vorsitzende vom Verein „Werden hilft“ einen Tag vor Heiligabend. Ehemann Detlef, Familie, Freunde und sich für Geflüchtete engagierende Menschen trauern um sie.

Annette-Henriette Dirkes setzte sich ehrenamtlich ein für Geflüchtete, damit diese sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen können. Mit ihrer sehr zielstrebigen, dabei aber immer freundlichen und ruhigen Art war sie für viele bei „Werden hilft“ ein Vorbild und wird es auch bleiben. Gemeinsam mit Freunden brachte das Gründungsmitglied Struktur in den Verein. Das war auch nötig, um zum Beispiel die Gemeinnützigkeit zu erhalten und somit Spendenbescheinigungen ausstellen zu können. Sie kümmerte sich um die Finanzen des Vereins.

Als die Vorsitzende Ulla Lötzer aus persönlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten war, sprach sich der Vorstand einstimmig für Annette-Henriette Dirkes als ihre Nachfolge aus. Die kaufmännische Angestellte war die ideale Besetzung für eine durchaus aufwendige Vereinsarbeit, ihre Berufung an die Spitze von „Werden hilft“ nur folgerichtig. Doch Annette-Henriette Dirkes wollte eines klarstellen: Um das Amt gerissen habe sie sich beileibe nicht und sehe sich auch nur als kommissarische Vorsitzende. Vereinsmeierei sei nämlich so gar nicht ihr Ding und Werden hilft auch der erste Verein, dem sie beigetreten sei.

Annette-Henriette Dirkes sah die Arbeit von „Werden hilft“ eher nüchtern. Auch sie musste ergreifende Einzelschicksale miterleben, bekräftigte aber sehr bestimmt, dass der Verein in der Realität stehe und beileibe nicht naiv zu Werke gehe. „Werden hilft” entscheide nicht darüber, wer hier in Deutschland bleiben dürfe und wer nicht. Doch wer hier sei, dem wolle man gerne helfen.

Noch Ende Oktober hatte sie von Plänen berichtet, die nur wegen Corona auf Eis lägen. So sprach sie voller Begeisterung von einem Theaterprojekt für Geflüchtete, von einem Kochkurs, von Vorlesestunden, Bewerbungscoachings und vielem mehr. Die kommissarische Vorsitzende von „Werden hilft“ wollte eine Diskussionsrunde anregen über Bibel und Koran: „Was ist gleich, was ist anders?“ Sie sehe da Interesse und Neugierde auf beiden Seiten.

Doch nun wurde Annette-Henriette Dirkes aus einem sehr aktiven Leben gerissen und die über hundert Mitglieder des Hilfsvereins sind fassungslos: „Eine tolle Frau ist viel zu früh von uns gegangen. Wir sind dankbar für ihre Tatkraft und ihr Verantwortungsbewusstsein. Wir sind dankbar für ihr Engagement als Gründungsmitglied und Vorsitzende. Wir trauern mit der Familie, allen Freunden und Wegbegleitern.“

Annette-Henriette Dirkes entstammte einer alt eingesessenen Werdener Familie, das machte sie sensibel für Themen des Stadtteils. Wenn etwas schief lief, dann kämpfte sie. So war sie der festen Überzeugung, gegen das aus ihrer Sicht völlig falsche Verkehrskonzept vorgehen zu müssen. Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ fand in ihr eine zuverlässige Mitstreiterin. Schnell war der systematisch Denkenden klar, dass man ohne die Politik nicht voran kommen würde, so fand sie in die örtliche CDU und übernahm auch dort Verantwortung. Schnell gewann sie Freunde, die ihre direkte und zupackende Art zu schätzen wussten. Ende Oktober berichtete Annette-Henriette Dirkes auch von lokalpolitischen Ambitionen, sie war zum Beispiel Nachrücke-Kandidatin für die Bezirksvertretung.

Entscheidend war sie daran beteiligt, dass Werden einen städtischen Bücherschrank bekam. Ein Freundeskreis wollte sich um dieses Leseangebot kümmern, Annette-Henriette Dirkes warf sich voller Kraft in die notwendige Arbeit, schrieb Anträge und zeichnete Pläne. Umso stolzer war sie dann, als der Bücherschrank endlich aufgestellt werden konnte.

Sie hatte noch so viele Pläne, so viele Ideen.

Doch nun ist Annette-Henriette Dirkes tot.

Annette-Henriette Dirkes’ Ehemann bittet statt Blumengrüßen um Spenden an „Werden hilft e. V.“ mit dem Stichwort „Annette“ auf das Konto DE45 3605 0105 0001 6118 05  bei der Sparkasse Essen-Werden. Die Spenden sollen für die Schulbildung eines armenischen Jungen genutzt werden. Annette -Henriette Dirkes hatte sich um seine an Krebs erkrankte Mutter gekümmert und den kleinen Jungen ins Herz geschlossen. Nachdem die Mutter ihrer Krankheit erlag, ist der Kleine mit der Oma nach Armenien zurückgekehrt.