13 Jan.

Löwenjagd

Es entsteht in Werden so etwas wie eine engagierte Diskussion über Werdens Kneipenszene. Das ist gut, auch wenn es ja immer um privates Engagement geht, das jeder selbst verantworten muss. Aber beim Alt Werden hat sich ja mehrmals gezeigt, dass die Einigkeit „Das braucht Werden“ Rückendecken gegeben hat bei politischen Anträgen, das dort wegen Belästigung der Nachbarschaft zugemacht werden müsse.

Arnim Schmidt sucht derweil einen neuen Pächter. Womöglich werde es ein reines Restaurant, aber noch sei es zu früh, um Geaueres zu sagen.

13 Jan.

Nochmal Kanal

Es wird noch einmal eine sechswöchige Kanalbaustelle geben, aber nur im Bereich der Eiergasse; die Heckstraße bleibt doch offen, anders als es kurze Zeit am Montagmorgen aussah. Es muss noch etwas nachgebessert werden.

11 Jan.

LKW get’s a kick on Route 99

Latser hebenGestern war eher ein bunter Tag, mit leider etwas wenig Zeit in der Redaktion, morgens auf dem riesigen Gelände der Salzgitter (Mannesmann) in Mülheim. Mein Gott, so war es einst im Ruhrgebiet in jeder Stadt mit riesigen verbotenen Städten, die den Stahlgiganten gehörten. Hier werden unter anderem Rohre für die großen Pipelines von Russland zu uns hergestellt, die dicken Rohre sind die Spezialität der Mülheimer, aber gestern war es ein Lastwagen zu heben, sachgerecht, und nur mit der Kraft einer kaum 55 kg schweren WDR-Reporterin, die das mit sichtlicher Begeisterung tat. Die Lösung war ein Flaschenzug, der das Gewicht über den langen Weg verteilte. Das bedeutete für zehn Zentimeter Lastwagen heben, musste sie eine sehr dünnen Schnur gute 50 Meter ziehen. Das zog in die Hand, meinte sie, packte es aber souverän; und „Kopfball“ hat wieder einen neuen Beitrag. Dahinter stecken natürlich die Werdener Dirk Gion und Christoph Fleischer, die das Kunststück vorbereitet hatten. Physik unglaublich gut.

Unglaublich gut war auch die Musik im wieder eröffneten Route 99. Kieron und Gulia Wahn lieferten sich mitreißende Duette und brachten tolle Solopassagen, so vielseitige Stimmen an einem Ort (Bühne war ja nicht) hört man selten. Und beide meistern auch so eine nicht  alltägliche Situation super. Zum ersten Mal im Leben konnte ich als Musiker (wenn auch schweren Herzens) einen Halbplayback-Auftritt genießen, zumal der Percussionist noch etwas beisteuerte, nicht virtuos war, aber sehr groovy. Die Stimmung stieg, auch wenn die beiden sie immer wieder mit aller Kraft hochhalten mussten. Wolf Codera griff erst bei den Zugaben ein, erwies sich dann wieder als Meister des gefühlvollen Saxophons.

Die Hamburger habe ich noch nicht getestet, aber die Cola war kalt, perlig und im richtigen Glas. Das sollte in so einem Lokal Standard sein, aber ist es eben nicht. Dafür wirkte das Team von lieb-nervösen Chef bis hin zu allen Bedienungen ausgesprochen nett.

Vielleicht macht ja in unserem Löwental einmal jemand ein Route 33 auf, zur Not auch Route 69, oder was sonst noch so einfällt. Bis dahin hat das Route 99 vielleicht auch noch individuellere Dekorationsstücke. Wie wäre es mit einem Foto dieses attraktiven Gesangsduos?

Fotografen waren ja genug da.

Ich habe leider kein Bild gemacht; wie man hier sieht.

 

08 Jan.

Journalisten gestresster als Polizisten Au weiah

SchreibmaschineWhiskeyIch könnt ja eigentlich nicht klagen, aber jetzt fühle ich mich doch gestresst. Jetzt, wo der Informationsdienst Meedia mir sagt: Journalisten sind gestresster als Polizisten. Schlimmer noch: Sie verdienen sogar weniger. Auf dem achten Platz liegen sie hinter den Soldaten (klar!). Die sind aber auch die einzigen, die so wenig verdienen wie die Reporter. In den USA  mag das alles so sein.

Amerika ist nicht Deutschland, New York nicht Werden, aber an so einem unendlich langen Mittwochabend fühle ich doch mit mir mit. Also bitte nur noch nette Anrufe.

08 Jan.

Die Messe wird noch gelesen

Unversöhnlich stehen sich die Frinten gegenüber. Nein heißt Ja und Ja heißt Nein.

Unversöhnlich stehen sich die Fronten gegenüber. Nein heißt Ja und Ja heißt Nein.

Je mehr ich über die Messeerweiterung und die Abstimmung lese und höre, desto unentschlossener werde ich. Einer Essener Messe sei alles gegönnt. Diese Stadt verkauft sich viel zu oft unter Wert; und hat auch schon zu viele Messen verloren, auch wenn es nicht immer der Platzbedarf war, sondern vielleicht Management-Fehler. Aber Erweiterungen machen mich auch skeptisch. Ist der schreckliche Prozeß um den Bellini-Bau eigentlich schon beendet? Sollten die städtischen Gesellschaften nicht erst einmal reinen Tisch machen, bevor deren Arbeitsplätze und gegenseitige Rechnungsstellungen wieder reingerechnet werden.

Mich nervt langsam die Arbeitsplatzrechnungen. Da kann man eben das Bedienungspersonal in Rüttenscheid komplett reinrechnen, oder doch nicht.

Jedenfalls geben sich Befürworter (Nein-Sager) und Gegner der Erweiterung (Ja-Sager) in dieser Woche die Klinke in den Domstuben in die Hand.

Mich hat damals mehr gewundert, dass man keinen Meter der Gruga für die Messe abgeben wollte. Jeder Essener weiß sehr genau, dass das Gelände direkt an den Messehallen nicht zu den kostbarsten Stücken des Parkes gehört; ist eher so ein Nichtbesuchsland am Rande, normal eben.

Wir sollten unserer Messe so wenig Steine in den Weg legen, auch wenn sie im Fall des Immendorf-Werkes selber gerne elefantöse Steine im Porzellanladen wirft.

Wenn ein Leser tiefere neue Einblicke oder interessante Betrachtungswinkel zu der Wahrheit in diesem Messefall hat, wäre ich echt dankbar.