17 Juni

Viel Asbest

Der 17. Juni erinnert mich immer daran, wie unterschiedlich mein Sohn Thorben (geboren 1993) und ich (1959) deutsche Geschichte erlebt haben. Auch für mich war der Aufstand am 17. Juni nur eine Geschichte, aber schon eine von ungeheurem Mut.
Ich habe Mauerbau nicht direkt erlebt, aber da schon gelebt, und dafür Kennedys Tod, Brandts Kniefall, und den Mauerfall hautnah erlebt; für ihn ist die gesamte DDR ein Mysterium.
Und ich muss an jene Tage beim Studium 1989 in Berlin denken, als uns ein DDR-Journalist mit einem Mann bekannt machte, der selber die Mauer gebaut hatte. Er war treuer Parteigenosse und knurrte zwischen den Zähnen: „Ich freu‘ mich“, als er die Mauerklopfer rechts vom Brandenburger Tor sah, und dann nach einer Pause: „Wir haben damals so viel Asbest verbaut.“ Ob er noch kaum hörbar sagte, „die werden alle sterben“, bin ich mir nicht mehr so sicher. Auch habe ich nie wieder gehört, ob das mit dem Asbest überhaupt stimmt, oder nur seiner Wut geschuldet war.
Aber solange Sie es nicht besser wissen, bewahren Sie Ihren Mauerstein vielleicht auf dem Balkon statt im Schlafzimmer auf.
Wir haben in jenen Tagen des Wechsel als Besucher aus dem Westen noch mehr erlebt, aber das sind andere Geschichten.

16 Juni

Saurier trifft Mammut

Ich könnte es . . .

. . . ja längst vergessen haben, aber die Saurier-Füße in Bochum gehen mir nicht aus dem Kopf. 315 Millionen Jahre ist es her, dass eines der ersten Landreptilien durch das stapfte, woraus Kohle wurde. Das hausschweinähnliche Tier könnte ein Vorläufer aller Wirbeltiere gewesen sein. Unser Werdener Mammut ist dagegen viel viel jünger; und wir Menschen schreiben erst so seit 3000 Jahren alles auf. Vor 110 000 Jahren sind die die ersten Menschen gelebt, deren Knochen wir bisher gefunden haben. Also lässt sich die Zeit der Menschen auf der Erde 3500 Mal darein stecken, unsere aufgeschriebene Geschichte 120.000 mal.

Ich bitte um Entschuldigung für diese Abschweifungen an einem Sonntagmorgen: Irgendwie gibt das der Bedeutung der Menschen auf der Erde aber eine Winzigkeit, die schon beeindruckend ist. Für das Ruhrtal und sein Leben hier sind wir ein Millisekündchen. Und das erinnert mich wieder an eine sehr wesentliche These: Für die Natur, die wir immer glauben, zerstören zu können, sind wir bisher ein sehr kurzer Test, den die Natur sicher überleben wird.

Bis Morgen und dann wieder konkreter

16 Juni

Das passte

Es gibt Momente, da passt alles: So war es gestern bei der Buchvorstellung im Dingerkushaus. Als aus dem Fenster des oeben Raumes Sopranistin Julia Husmann mit Gitarristin Petra Engelhardt an der mit Liedern einrahmten, was Peter Marx und Peter Bankmann zu der Zeit von Dingerkus erläuterten, da kam schnell Gedanke: So ideal kann es sich nicht einmal der damalige Kanzleidirektor vorgestellt haben.

Dass zu den stärksten Stellen mal ein vorbeifliegender Jet und dann der Wind in den Bäumen ihren grellen oder rauschenden Beiklang spendeten, war gar nicht mal schlecht. Um in diese romantische Gedankenwelt zu reisen: Es war wie der Wink der Gegenwart „es ist nur Illusion, weir leben im 21. Jahrhundert“ und dann wieder der Hinweis: „Wir müssen uns der Hektik nicht beugen.“

 

14 Juni

Antiwerbung ÖPNV

Ich könnte ja . . .
… den Kopf schütteln ob dieser Meldung, die eine Ohnmacht für den ÖPNV bedeutet. Er ist deutlich teurer als das Autofahren geworden. Aber man ahnt es ja:

Die Statistiker des Landesamtes: „teilen anlässlich des Aktionstags
„Mobil ohne Auto“ (16.06.2013) mit, dass zwischen Januar 2005 und Mai 2013  die Preise für Fahrkarten im öffentlichen Personenverkehr (einschl.  Verbundfahrkarten) um 40,5 Prozent gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum haben  sich die Preise für die Kraftfahrzeuganschaffung und -unterhaltung
(zusammengefasst im sog. Kraftfahrerpreisindex) um 22,0 Prozent erhöht. Am  günstigsten fahren jedoch Radfahrer: ..“ (Preissteigerung um 11 Prozent)

13 Juni

Schaulustige – Frage der Woche

Ab heute 20 Uhr: Wir bleiben am Wasser mit der Frage der Woche auf unserer Internet-Seite. Während im Osten die Überschwemmungen viel Schaden anrichten, blieb das Sauerland trocken und damit auch die Ruhr eher träge in ihrem Bett. Bisher waren die Überflutungen an der Ruhr ebenso regelmäßig einmal im Jahr, wie in den letzten Jahren einigermaßen begrenzt

Wieder einmal wurde an der Elbe über die Schaulustigen diskutiert. Was meinen Sie: Darf man gaffen, wenn andere gegen die Fluten kämpfen?  –

Wenn Sie mehr als ja oder nein sagen wollen, können sie sich auch hier im Blog dazu äußern.

Hier geht es direkt zur Abstimmung.