
Der Oldtimer aus USA. auch dort kannte man uns schon.
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Am Donnerstagabend hat der Skipper eine geniale Spaghetti-Sauce Bordolese gemacht; allerdings ist das bei der Menge an Sahne( drei Töpfchen) auch eine Energie-Sauce mit unendlichen Kalorien. Vom Hafenkontor Vlieland klingt eine hervorragende Live-Jazzrock-Band herüber. Musikfestival. Der Skipper geht früh schlafen; ich schreibe noch ein wenig.
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Samstag morgen: Gestern sind wir 72 Seemeilen gefahren, leider aber nur 2 km nach Norden gekommen. Ein wunderbarer Morgen bei der Hafenausfahrt um 6 Uhr. Raus aus dem Watt und draußen mit Motor Richtung Osten. Nordseetaufe gewissermaßen. Es peitscht uns entgegen. Zum Frühstück Brot mit Honig (Skipper) und Marmelade (Laie). Mittags gibt es Pfannkuchen. Nachdem wir um 12.30 Uhr nach sechseinhalb Stunden nur 26 Meilen gegen den Ostwind geschafft hatten und auch keinen Durchschnitt von 5 Knoten (unter 12 km/h) erreichten und eine Gewitterwarnung für 19 Uhr kam, brach der Skipper den Versuch der 60 Meilen nach Borkum ab.

Waffen von einer Schlacht der Holländer irgendwo in Afrika oder der Karibik?
Rückstoß nach Vlieland; und damit haben wir das Projekt aufgegeben: „Hamburg bis zum nächsten Wochenende“.
Beim Segel aufziehen splittete sich zudem die Leine, die das Hauptsegel hochzieht. Das können wir nicht reparieren, meinte mein Chef an Bord, zurück zum Heimathafen. Aber erst einmal bei nun Windstärke 6 und nett hohen Wellen an Terschelling vorbei wieder nach Westen nach Vlieland. Ich schlafe ständig ein, was ich bei diesem Seegang etwas wunderlich finde. Da bricht sich etwas Aufgestautes Bahn.
Doch es wird ernster: Regenkleidung, Rettungswesten, und wir haken uns an Bord mit einem Gurt fest. Der Bogen in die Durchfahrt wirkt für mich Laien schon sehr nett, allein das Vorsegel bringt uns auf 6,4 Knoten durch metertiefe Wellentäler.
Aber bald wirken die Wellen draußen auf der Nordsee gemütlich, denn im Wattenmeer geht der Regen und Wind erst los.
Der Hafen Vlieland ist voll. Nun wollen wir nach Terschelling, der Hafen ist innen. Der Riesenbogen in den Hafen wird zur Tortur, zumal Fähren eng an uns vorbei brettern. Bei Regen ist die nächste Tonne auch nicht unbedingt gut zu erkennen.
Bei der Hafeneinfahrt ist immer noch guter Wind, der bleibt auch, und macht es nicht leicht „als Päckchen“ an ein anderes Schiff anzulegen. Das mussten wir eigentlich bisher immer: Nicht am Steg sondern an einem anderen Schiff anlegen. Immer zu voll. Das geht nur mit Hilfe von Fendern. Das sind hier keine brettharten Gitarren, sondern weiche Stoffzylinder, die Schiffe davon abhalten, einander zu beschädigen. -Diesmal Drehung auf engstem Raum. Das Schiff gegen den Wind seitlich ansteuern. Alle helfen, die gerade an Bord sind, auch an dem Päckchen-Schiff und nebenan.
Nun liegen wir an und unsere Lydia ist hafenbekannt.
Im schönen Ort spricht man mich an, als ich einen US-Oldtimer anschaue: „Ihre Lydia ist doch viel schöner, jünger und sperriger.“ Witzbolde!
Der Hafenmeister ist nett, aber mit einem eigenen Humor ausgestattet: „Wir haben Wireless-Lan, gratis! Klappt manchmal, meistens nicht. Sonst hier im Kontor-Vorraum geht es immer, auch mit Kabel.“ Wireless? Er hat Recht, zumindest mit den Nicht-Klappen, das Klappen im Vorraum kann ich nicht probieren, weil ein Regen einsetzt, der mich (nun ohne Regenkleidung) gewaschen hat.
Freitagmittag: Und gerade um 6.30 Uhr morgens regnet es sehr stark und windet noch mehr. Es treibt die Schiffe zusammen, Fender verbessern, Leinen zum Festzurren verstärken, ziehen und schieben. Der Wind treibt die Boote trotzdem im Yachthafen zusammen wie Schafe.
Samstag Morgen: Regen, nervöse Holländer, ein Katamaran, der unser Boot rammt. So geht es bis 11.30 Uhr weiter, nun scheint die Sonne. Wetteraussichten: Wind 7 und Regen bis Montag. Terschelling wird wohl unsere Ferieninsel zunächst.

Man sieht es nicht, aber es ist rauhe See. Windstärke 6, aber ab jetzt macht er es nicht m,ehr unter 7.
Der Wind bleibt uns erhalten: Heute Abend um 19 Uhr ein Loch, aber der Skipper mag es nicht im Dunklen. Verständllich. Also morgen früh, sonst müssen wir hier bleiben.
Wenn Ihr das hier lest, habe ich es doch zum Kontor geschafft.