17 Jan.

Zu rote Wangen

Drucken ist immer noch ein Handwerk, sieht man bisweilen bei der Farbmischung. Etliche Fehler meinerseits hat die Druckerei schon feinsinnig ausgeglichen, doch bei den Paketen, die wir bekommen haben, ist das Rot (nur) auf der Titelseite eindeutig zu stark. Ich möchte mich bei allen Abgebildeten entschuldigen. So rote Gesichter haben sie nicht, sogar unsere Waddische Internethand ist gerötet vor Scham. Bei dem Titelbild auf der Internetseite kann man es sehen: So rot war das Original nicht, aber man sieht auch, dass ich einige Ansätze übersehen habe, aus denen eine Druckmaschine so etwas machen kann, wenn sie gerade ihre rote Periode bekommt. Das hätte ich ahnen können. Ich werde in Zukunft mehr aufpassen, hoffe ich.

14 Jan.

Kleine Staus am Schwarzen

Die Baustelle ist schon fast fertig, aber heute ist mir aufgefallen, wie viel Umgehungsverkehr es doch gibt, ob die alte Route über den Klemensborn oder über Brosweg und Bellenbergsteig. Jedenfalls habe ich gezählt: MIttags waren es drei Ampelphasen, die man warten musste, in beide Richtungen. Bei einer so einschneidenden Sperrung hätte ich mehr erwartet. Umso besser, wenn sich Umfahrer und Durchfahrer auf Augenhöhe später begegnen können.

13 Jan.

Löwenjagd

Es entsteht in Werden so etwas wie eine engagierte Diskussion über Werdens Kneipenszene. Das ist gut, auch wenn es ja immer um privates Engagement geht, das jeder selbst verantworten muss. Aber beim Alt Werden hat sich ja mehrmals gezeigt, dass die Einigkeit „Das braucht Werden“ Rückendecken gegeben hat bei politischen Anträgen, das dort wegen Belästigung der Nachbarschaft zugemacht werden müsse.

Arnim Schmidt sucht derweil einen neuen Pächter. Womöglich werde es ein reines Restaurant, aber noch sei es zu früh, um Geaueres zu sagen.

13 Jan.

Nochmal Kanal

Es wird noch einmal eine sechswöchige Kanalbaustelle geben, aber nur im Bereich der Eiergasse; die Heckstraße bleibt doch offen, anders als es kurze Zeit am Montagmorgen aussah. Es muss noch etwas nachgebessert werden.

11 Jan.

LKW get’s a kick on Route 99

Latser hebenGestern war eher ein bunter Tag, mit leider etwas wenig Zeit in der Redaktion, morgens auf dem riesigen Gelände der Salzgitter (Mannesmann) in Mülheim. Mein Gott, so war es einst im Ruhrgebiet in jeder Stadt mit riesigen verbotenen Städten, die den Stahlgiganten gehörten. Hier werden unter anderem Rohre für die großen Pipelines von Russland zu uns hergestellt, die dicken Rohre sind die Spezialität der Mülheimer, aber gestern war es ein Lastwagen zu heben, sachgerecht, und nur mit der Kraft einer kaum 55 kg schweren WDR-Reporterin, die das mit sichtlicher Begeisterung tat. Die Lösung war ein Flaschenzug, der das Gewicht über den langen Weg verteilte. Das bedeutete für zehn Zentimeter Lastwagen heben, musste sie eine sehr dünnen Schnur gute 50 Meter ziehen. Das zog in die Hand, meinte sie, packte es aber souverän; und „Kopfball“ hat wieder einen neuen Beitrag. Dahinter stecken natürlich die Werdener Dirk Gion und Christoph Fleischer, die das Kunststück vorbereitet hatten. Physik unglaublich gut.

Unglaublich gut war auch die Musik im wieder eröffneten Route 99. Kieron und Gulia Wahn lieferten sich mitreißende Duette und brachten tolle Solopassagen, so vielseitige Stimmen an einem Ort (Bühne war ja nicht) hört man selten. Und beide meistern auch so eine nicht  alltägliche Situation super. Zum ersten Mal im Leben konnte ich als Musiker (wenn auch schweren Herzens) einen Halbplayback-Auftritt genießen, zumal der Percussionist noch etwas beisteuerte, nicht virtuos war, aber sehr groovy. Die Stimmung stieg, auch wenn die beiden sie immer wieder mit aller Kraft hochhalten mussten. Wolf Codera griff erst bei den Zugaben ein, erwies sich dann wieder als Meister des gefühlvollen Saxophons.

Die Hamburger habe ich noch nicht getestet, aber die Cola war kalt, perlig und im richtigen Glas. Das sollte in so einem Lokal Standard sein, aber ist es eben nicht. Dafür wirkte das Team von lieb-nervösen Chef bis hin zu allen Bedienungen ausgesprochen nett.

Vielleicht macht ja in unserem Löwental einmal jemand ein Route 33 auf, zur Not auch Route 69, oder was sonst noch so einfällt. Bis dahin hat das Route 99 vielleicht auch noch individuellere Dekorationsstücke. Wie wäre es mit einem Foto dieses attraktiven Gesangsduos?

Fotografen waren ja genug da.

Ich habe leider kein Bild gemacht; wie man hier sieht.