30 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Heinz-Josef Bresser (Geschichts- und Kulturverein Werden)

Heinz-Josef Bresser

Wiederum stehen wir am Ende eines ereignisreichen Kulturjahres, und es ist an der Zeit Rückschau zu halten, ohne jedoch den Blick für das Kommende außer Acht zu lassen.

Leider mussten viele Aktivitäten und Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ausfallen, sie sollen jedoch im kommenden Jahr, wenn eben möglich, nachgeholt werden.

Das alles hat uns jedoch nicht daran gehindert, das Kulturleben in Werden weiter zu beleben.

So ist ein neuer Kräuter- und Heilpflanzenführer erschienen, der Auskunft über die geschichtlichen Hintergründe und Traditionen eines klösterlichen Kräutergartens gibt. Auch sind im nächsten Jahr sachkundige Führungen mit Kräuterkunde geplant.

Das Jahrbuch „Geschichten aus der Werdener Geschichte“ ist erschienen und enthält wiederum zahlreiche Aufsätze über Werden und seine Geschichte.

Die Kunst im öffentlichen Raum soll um ein Objekt reicher werden. Auf der Brehminsel ist eine Metallskulptur des Künstlers Peter Könitz geplant. Der ehemalige Folkwang Schüler hat heute sein Atelier in Wymer (Ostfriesland).

Allen sei gedankt, die durch aktive Mitarbeit und Interesse an Geschichte, Kunst und Kultur unsere Arbeit für das kulturelle Leben in Werden unterstützen.

Ich grüße Sie herzlich im Namen des Geschichts- und Kulturvereins Werden und wünsche Ihnen ein gesegnetes und friedvolles und vor allem gesundes Jahr 2021.

Heinz-Josef Bresser
Geschichts- und Kulturverein Werden

30 Dez.

Die Walcker-Orgel in der Evangelischen Kirche Werden pfeift bald wieder aus befreiten Löchern

Orgelbauer Matthias Wagner überlegte zunächst den Spieltisch zu Weihnachten provisorisch zusammen zu bauen. Nun herrscht keine Eile mehr.

Im Januar durfte sich die Walcker-Orgel in der Evangelischen Kirche Werden stolz das Kompliment „Orgel des Monats Januar“ anheften lassen – verliehen von der  Stiftung Orgelklang.  Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland  gegründete Stiftung Orgelklang erfreute damit die Gemeinde und den Förderverein der Kirche. Für die Gemeinde ist die Orgel ohnehin und immer die Schönste – und das seit 120 Jahren.

Allerdings hatte die alte Dame mit ihren 2492 Pfeifen reichlich Bedarf an einer Schönheitskur. Die Pfeifen wurden im Sommer ausgebaut und gereinigt.  Drei Orgelbauer mit Walcker-Erfahrung reisten eigens aus Spanien an, um die Fleißarbeit zu erledigen. Schließlich wurden die Pfeifen  mit Alkohol ausgepinselt. Sie waren stark verschmutzt und teilweise von Schimmel befallen. Viele der dünnen Lederbälgchen der Traktur, die aus hauchdünn geschabten Leder bestehen und gefaltet sind, hatten feine Risse in der Faltung.  Laute Spielgeräusche und Heuler machten den Organisten zu schaffen.. So mussten vor einem Konzert sehr kurzfristig mehrere Pfeifen ausgebaut werden, die ansonsten dauerhaft getönt hätten.
 
Um an die rund 500 kleinen Bälgchen im Spieltisch heranzukommen, mussten die Manuale und viele Hundert Bleirohre ausgebaut werden. Nach Diagnose durch den leitenden Orgelbauer Matthias Wagner müssen alle Bälgchen getauscht werden, damit die Orgel wieder für die nächsten Jahrzehnte sicher funktioniert. Baukirchmeister Bodo Besselmann hoffte, dass die wesentlichen Arbeiten bis Weihnachsten fertig würden. Da jedoch nur eine provisorische Lösung mit einer teilweise einsetzbaren Orgel möglich gewesen wäre, entschied sich die Gemeindeleitung dagegen.
Wetterfühlig ist diese Königin der Instrumente auf ihre alten Tage auch geworden, egal ob trocken, nass oder  kalt: Sie lässt wissen, dass nicht nur Klaviere es wohltemperiert lieben, sondern gerade auch sie insbesondere.
Rund 120.000 Euro, so die Berechnungen der Verantwortlichen, werden die Arbeiten kosten. Die Stiftung Orgelklang stellte — eine Projektspende des örtlichen Fördervereins inklusive — 28.000 Euro zur Verfügung. Bundesfördergelder in Höhe von 50.000 Euro wurden im Sommer zugesagt und werden derzeit abgerufen. Zusätzlich wurde der Sanierungsfonds mit privaten Spenden, Benefizkonzerten und Orgelführungen gefüllt. Auch ehrenamtliche Hilfe, die für die Bewirtung bei den Führungen  sorgte, war hilfreich. 

Mit 37 Registern und pneumatischer Traktur ist  Opus 885 der berühmten Ludwigsburger Orgelbaufirma Walcker ein beeindruckendes spätromantisches Werk, das bei vielen Organisten seinerseits romantische Gefühle hervorruft: Kann man sie doch wispern, jauchzen oder dröhnen lassen;  ob kontrastreich oder ineinandergreifend, die Klangfarben dieser Orgel sind in ihrer Kombination überdurchschnittlich. Die Rarität, die nahezu stufenlos pneumatisch aufdreht, nutzt heute Windtechnik aus den Siebzigern. Den romantischen Klang, der 1903 Mode war, teilte sich die Orgel mit 120 Orgeln jährlich. Die Walcker-Orgeln standen weltweit in großen Kirchen und Konzertsälen; und die meisten verschwanden auch wieder. Heute ist die Werdener Orgel denkmalgeschützt. Um Haaresbreite entkam sie einer „Modernisierung“, die schon geplant war. Die Währungsreform vereitelte die Pläne ganz pragmatisch. Es war plötzlich kein Geld mehr da.  Ihr  Kaufpreis von 17.000 Mark war seinerzeit vom Fabrikanten Geheimrat Friedrich A. Krupp finanziert worden.

30 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Prof. Dr. Andreas Jacob (Folkwang Universität der Künste)

Andreas Jacob. Veronika Kurnosova

Was hat Folkwang im Corona-Jahr an Erfahrungen gesammelt und was sind unsere Hoffnungen und Wünsche für das neue Jahr?

An einen Unterrichts- und Veranstaltungsbetrieb, wie er für das Leben an einer Kunst- und Musikhochschule nicht nur prägend, sondern notwendig ist, war dieses Jahr nicht zu denken. Anders als an wissenschaftlichen Hochschulen stellen Kontaktbeschränkungen bis hin zur Umstellung auf reine Online-Lehre ja nicht allein hinderliche und mühselige Auflagen dar, sondern betreffen den Kern des Studiums. Am Beispiel Tanz: Wie soll die künstlerische Bühnenreife erlangt werden, wenn Studierende gar keinen Trainingssaal, geschweige denn eine Bühne betreten dürfen? Das Wort „Herausforderung“ wäre also bezogen auf die pandemiebedingten Ereignisse für die Folkwang Universität der Künste deutlich zu niedrig gegriffen – und derzeit befinden wir uns wieder in der schon einmal durchlebten Situation, dass weder Üben noch Präsenz-Unterrichte möglich sind…

Gerade in dieser misslichen Lage durften wir uns allerdings auch für Unterstützung aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft bedanken: Durch großzügige Zuwendungen von Fördererinstitutionen war es immerhin bis jetzt möglich, unsere Studierende mit Notfallhilfen zu versorgen und ihnen damit ein Existenzminimum zu sichern, als sie durch wegfallende Auftritts- oder anderweitige Verdienstmöglichkeiten plötzlich vor dem Nichts standen. Die Verlängerung der Regelstudienzeit um ein Semester sowie zahlreiche Sonderregelungen der Politik halfen dabei, Studienverläufe situativ anzupassen.

Und schließlich waren es auch der Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger, die Erinnerung an den Stellenwert eines bislang als normal geltenden kulturellen Lebens, die unsere Angehörigen durch diese Monate getragen haben – bis hin zur erhöhten Toleranz gegenüber den notwendiger Weise in Privatwohnungen verlagerten Übeaktivitäten der Studierenden in sowieso schon nervenaufreibenden Zeiten. Statt des eigentlich gesetzten Favoriten „Beethoven“ wurde 2020 bekanntlich „Corona-Pandemie“ zum Wort des Jahres gewählt – das darf gerne wieder anders werden!

Prof. Dr. Andreas Jacob
Rektor der Folkwang Universität der Künste

29 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Ratsfrau Martina Schürmann (Werdener Bürger- und Heimatverein)

Martina Schürmann.

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen,

aufgrund der andauernden Corona-Pandemie liegt ein in vieler Hinsicht herausforderndes, mit vielen Beschränkungen verbundenes Jahr hinter uns und auch die kommenden Monate erfordern nochmals eine gemeinsame Anstrengung um zu unserem gewohnten Leben zurückkehren zu können.

Als besonders belastend habe ich die Beschränkungen der sozialen Kontakte empfunden aufgrund derer die Durchführung von vielen Veranstaltungen, die unser Leben in Werden und Umgebung bereichern, nicht möglich war.

Mein besonderer Dank gilt daher den vielen Mitbürgern und Mitbürgerinnen, die sich ehrenamtlich für die Menschen einsetzen, die von der Pandemie besonders bedroht sind. Ein schönes Beispiel dafür ist die in einer gemeinsamen Aktion des Werdener Werberings, den Kirchen und dem Werdener Bürger- und Heimatverein e.V. erstellte Internetplattform „Werden liefert“. Mein Dank gilt aber auch den Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege und den in den systemrelevanten Diensten der Daseinsfürsorge Beschäftigten.

Die von der Pandemie besonders betroffenen Wirtschaftsbereiche, wie den Gastronomie- und den Veranstaltungsbereich oder den örtlichen Einzelhandel müssen wir in dieser schwierigen Zeit unterstützen. Dies kann dadurch geschehen, dass wir Lebensmittel, soweit möglich, bei den örtlichen Anbietern kaufen, die verschiedenen Bring- und Holdienste unserer örtlichen Kaufleute in Anspruch nehmen und neue Formate ausprobieren, um die Kulturschaffenden zu unterstützen.

Für das nun beginnende Jahr wünsche ich uns, dass in einigen Monaten wieder Treffen im größeren Kreisen in Vereinen und Verbänden möglich sind, um gemeinsam an den wichtigen Umwelt- und Klimathemen, wie z.B. der Verkehrs- und Energiewende und der Müllvermeidung und den vielen anderen Themen, die uns in Werden, Heidhausen und Fischlaken bewegen, weiterzuarbeiten.

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien alles erdenklich Gute. Bleiben, bzw. werden Sie gesund und bleiben Sie zuversichtlich. Ich freue mich auf ein Wiedersehen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Martina Schürmann
Ratsfrau für Werden und Heidhausen
Vorsitzende des Werdener Bürger- und Heimatverein e.V

29 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Benjamin Neubert (Werdener WerbeRing)

Benjamin Neubert.

Liebe Leserinnen und Leser der Werdener Nachrichten,

für den Werdener WerbeRing fing das Jahr mit unserem sehr erfolgreichen Netzwerktreffen zunächst äußerst positiv an. Auch die Planungen für die Feierlichkeiten zu unserem 40-jährigen Jubiläum in diesem Jahr waren bereits auf vollen Touren. Die Vorgespräche mit unserem neuen Geschäftsführer Peter Allmang verliefen ebenfalls sehr vielversprechend und die Vorbereitungen der geplanten Veranstaltungen verbunden mit den Verkaufsoffenen Sonntagen waren im Zeitplan.

Dann allerdings traf uns die Corona-Pandemie mit voller Wucht und stellte alles auf den Kopf. Das Virus lähmt die gesamte Gesellschaft, das Privat- und das Geschäftsleben. Nach und nach mussten alle Veranstaltungen – je nachdem wann sie terminiert waren – abgesagt werden, Kontaktbeschränkungen und geschlossene Geschäfte folgten.

Die Belastungen für den Einzelhandel, die Gastronomie und die weiteren Gewerbetreibenden, die der zweifellos notwendige Lockdown verursacht, erreichen mittlerweile bedrohliche Grenzen. Erfreulich ist allerdings, wie Personen und Institutionen zueinander gefunden und sich gegenseitig unter-stützt haben, um gemeinsam Hilfe anbieten zu können, wie z. B. bei der Aktion „Werden liefert“.

Auch wenn uns das Virus noch eine Weile einschränken wird bin ich sicher, dass es im nächsten Jahr wieder „bergauf“ geht. Durch den in Aussicht gestellten Impfstoff können wir durchaus optimistisch und mit Zuversicht nach vorn schauen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesundes Jahr 2021.

Benjamin Neubert
Vorsitzender Werdener WerbeRing