02 Jan.

Der waddische Jahresrückblick 2020:

April

Folkwang-Professor Emile Cantor (l.) gibt mit Studenten ein Bratschen- und Flötenkonzert im Innenhof der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ in der Dückerstraße.

Zusammenleben in Zeiten der Corona-Krise: Die Bewohner der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ an der Dückerstraße gehen kreativ mit der Kontaktsperre wegen des Corona-Virus um. Zweimal die Woche musizieren sie gemeinsam – von ihren Balkonen aus.  Der erste Werdener Coronapatient wurde aus der Quarantäne entlassen.

Schüler, die kurz vorm Abi stehen und ausgelassen mit Mottowochen den letzten Schultag feiern, gut gelaunt, in schrägen Kostümen, zusammen lachend und trinkend – diesem gewohnten Bild macht Corona einen Strich durch die Rechnung. So kommt der letzte Schultag für viele unvermittelt und unfreiwillig und die Abitur-Vorbereitungen der Werdener Gymnasiasten sind von vielen Unsicherheiten geprägt.

Eine Folge des Lockdowns: Schulseelsorge kann nicht in der gewohnten Form durch persönliche Beratungsgespräche stattfinden. Wo bisher Kinder, Jugendliche oder Erwachsenen durch die Tür in den Raum kamen und im Sessel Platz nahmen, klingelt nun häufiger das Telefon oder es gehen Mails ein.   Die Themen dabei reichen von Liebeskummer und Freundschaftsstreitigkeiten bis hin zu Beziehungsdramen und Kindeswohlgefährdung.

Wichtiger denn je: Günther Bier, der durch Werden und Werden-Land fährt und gutgelaunt alle Zuhause-Bleiber mit Obst, Gemüse, Eiern und Nüssen versorgt.

Die Corona-Krise motiviert mehr Leute zum Selbstanpflanzen. Was bedeutet der milde Winter und die Corona-Krise für die Landwirte? Ein Besuch führt zu den Bauern Maas und Weber.

Corona bringt eine hohe Belastung für die ansässigen Ärzte, die ohne Schutzkleidung auf Handbreite Abstand mit ihren Patienten in Kontakt stehen. Desinfektionsmittel sind Mangelware. Masken sind nicht mal für viel Geld zu bekommen: „Ich will keinen Applaus, ich will Schutzkleidung“, sagte die Werdener Augenärztin Nicolette Gion erschöpft noch am Wochenende. Am Donnerstag durfte sie sich ein großes Paket mit viel Luft nach oben in Düsseldorf abholen: ein paar OP-Masken, ein Kittel, etwas Handdesinfektion, Handschuhe, eine etwas sicherere Maske. Ein Notnagel, über den sie lacht. Doch es klingt nicht fröhlich. „Ich erwarte einen Anstieg des Therapiebedarfs nach Corona, sagt Psychologin Diana Wolf-Neghina im Interview zu Verschwörungstheorien und dem aktuellen Ablauf bei seelischen Krankheiten.

Während der Corona-Krise zollen viele Menschen auf unterschiedliche Weise denen Dankbarkeit, die in diesen Zeiten besonders hart daran arbeiten, die Folgen der Virus-Pandemie möglichst gering zu halten. Am St. Josef Krankenhaus Werden zeugt ein Transparent von dieser Dankbarkeit: Offenbar haben dieses Patienten oder deren Angehörige an dem öffentlich zugänglichen Bereich angebracht, um den Mitarbeitern des Krankenhaus ihren Respekt für die Leistungen unter erschwerten Umständen zu zollen.

Endlich am Platz: Gerade in der Corona-Krise, während der man möglichst viel Zeit zuhause verbringen soll, ist Lesestoff gefragt. Gut, dass der Bücherschrank jetzt endlich in Werdens Altstadt steht. Wie zuletzt geplant wird er jetzt nahe des Pelikan-Brunnens gegenüber vom Haus Fuhr aufgestellt.

Politik in Zeiten der Pandemie: Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk trifft sich mit den Vorsitzenden der Fraktionen und der Einzelvertreterin der Linken in der Bezirksvertretung IX zu einer zweistündigen Videokonferenz. Auf dem Programm steht der Haushalt für den Bezirk. Das „bisschen Haushalt“ macht sich eben auch während einer Pandemie nicht von alleine. Der Bürgerfunksender „Welle Werden“ erhält zur Unterstützung der Vereinsarbeit 506 Euro. Für ein neues Spielgerät erhält die Fischlaker Schule 25 000 Euro, die Heckerschule bekommt für einen Niedrigseilgarten und ein Präventionsprojekt insgesamt 14 500 Euro. Für die Spielplätze im Bezirk sind 89 000 Euro vorgesehen. Für Arbeiten am Friedhof Werden II gibt es 10 000 Euro. Für die bezirkliche Kulturarbeit gibt die BV insgesamt knapp 7700 Euro aus.

Bereits zwei Sitzungen hat die Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) wegen des Virus absagen müssen. Am 26. Mai jedoch wollen die Vorort-Politiker wieder öffentlich tagen – um die Regeln zur Kontaktsperre und sozialen Distanz einhalten zu können, diesmal im Ratssaal des Essener Rathauses in der Stadtmitte. Doch nicht jedem Bezirksvertreter schmeckt das: Die CDU übt scharfe Kritik am angeblichen Alleingang des Bezirksbürgermeisters Benjamin Brenk.

Noch vor den Osterfeiertagen hat der Stadtkämmerer Gerhard Grabenkamp mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre verhängt: Damit zieht er die Konsequenzen aus den „gewaltigen coronabedingten Haushaltsrisiken“, wie es in einem Schreiben an die Ratsmitglieder heißt, das den Werdener Nachrichten vorliegt. Diese Haushaltssperre erlaubt es auch nicht mehr der Bezirksvertretung, Geld für Maßnahmen auszugeben.

Mit dem Highspeed-Video-Beweis gegen Maskenmuffeligkeit: Masken tragen hilft gegen die Verbreitung des Virus. Das beweist in einer Filmproduktion in nur zwei Tagen der Werdener Fimemacher Dirk Gion. Spektakuläre Highspeed-Bilder bezeugen die Wirksamkeit von Schal, Maske und Kaffeefiltern und auch von selbstgenähten Masken. Ärzte und das medizinische Personal brauchen die professionellen dringend. Weil es in Deutschland offenbar zu wenig Masken für alle gibt, sollte das kein Grund sein, die fragwürdige Empfehlung zu geben, keine Masken zu tragen. „Jede Maske hilft“ ist Dirk Gion überzeugt.

Die Nähfrauen von St. Kamillus nähen fleißig Mund-Nasen-Masken für die Patienten der Uni-Klinikum Essen, Maßschneiderin Burcu Ersoy näht Masken für zwei Velberter Seniorenheime.

Kein Grund zum Lachen in den Keller zu gehen: Lach-Yoga kann in diesen Zeiten glücklich machen – auch virtuell, vernetzt mit Computern.

Die Werdener halten sich an Kontaktsperre. Viel Disziplin herrscht am sonnigen Wochenende, das Ordnungsamt hat nur wenig zu monieren.

Entspannung kommt Mitte April: Als ein Riesenglück bezeichnet der Werdener Werbering die Erlaubnis, die Läden wieder zu öffnen zu dürfen.

Wenn die Menschen in Corona-Zeiten nicht in die Philharmonie gehen können, dann kommen die Philharmoniker zu den Menschen: Im Vorgarten der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ an der Huffmannstraße gibt ein Blechbläser-Quartett der Essener Philharmoniker für die Bewohner ein Hof-Konzert.

Den Brunnen zur Bühne machen Folkwang-Professor Emile Cantor und einige Musik-Studenten: Für die Bewohner der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ an der Heckstraße, Ecke Duden- und Dückerstraße geben die Musiker im Innenhof gemeinsam ein klassisches Konzert voller Klasse.

Das gemeinsame ökumenische Glockengeläut aus den katholischen und evangelischen Kirchen trägt eine Viertelstunde am Morgen des Ostersonntags die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu, die die Beklemmung durch die erfüllte Hoffnung ablöst, durchs Werdener Land.

NRW entscheidet sich bei der Wiedereröffnung von Schulen in der Corona-Krise für einen Sonderweg. Während die meisten Bundesländer den Schulbetrieb nicht vor dem 4. Mai wieder aufnehmen wollten, soll es hier für Schüler weiterführender Schulen, die vor Abschlussprüfungen stehen, schon Ende April losgehen. Die hiesigen Schulleitungen beklagen sich über eine schlechte Informationspolitik.

Nach gut fünf Wochen seit dem Start der Gemeinschaftsaktion  „Werden liefert“ ziehen Werdener Bürger- und Heimatverein, Werdener Werbering, Kirchengemeinden und das Gestaltungsbüro „Erste Liga“  ein erstes Fazit. Händler, Dienstleiter und Gastronomen das Angebot gut angenommen haben, bleibt die Akzeptanz des Einkauf-Services jedoch hinter den Erwartungen der Netzwerk-Macher zurück.

 „Nach rund 200 Jahren zumindest zeitweise wieder einen Benediktinerabt in Werden zu wissen, ist sicher ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit der Geschichte der Abtei und der Basilika“, begrüßt Propst Jürgen Schmidt den fünften Abt des Benediktinerklosters Gerleve, Laurentius Schlieker, in der Abteistadt.

Der Bergbaugeschichtliche Weg wurde ohne Feier eröffnet. Der  RVR brachte Info-Schilder auf der Route Pörtingssiepen an.

Anke Pan gibt ein Online-Konzert im Bürgermeisterhaus.

Leer ist der Saal im Bürgermeisterhaus – das Oster-Konzert von Anke Pan findet ohne anwesendes Publikum statt. Aber über ein Video-Stream bei Youtube haben sich innerhalb einer Woche 545 Musikfreunde die Darbietung der Pianistin angehört. Es ist ein Solokonzert der besonderen Art und gehört in die Reihe der Beispiele, dass der Schutz vor der Coronavirus-Pandemie in diesem Fall keine Kulturbremse ist.

Die Kirche-to-Go-Tüte von St. Kamillus (eine Osterkerze, ein Olivenzweig, ein Kartengruß) findet sehr regen Zuspruch: In langer Schlange steht man an, um eine solche Tüte abzuholen, und diejenigen, die zuhause bleiben müssen, bringen ehrenamtliche Mitarbeitende eine Tüte an die Haustür.

Der Hilfsfonds der Folkwang-Universität und der „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwang Universität der Künste“ (GFFF) wird von den Studenten dankbar aufgenommen, wie Christoph Dorsz aus der Abteilung Hochschulförderung mitteilt. Die Corona-Krise bringt auch für die Folkwang-Universität besondere Herausforderungen mit:  Bis zum 5. Mai gilt ein Betretungsverbot an den Standorten der Kunsthochschule, also auch auf dem Werdener Campus; Seminar, Vorlesungen und Prüfungen gibt es erst einmal nur digital.

Einen Regenbogen malen und ins Fenster hängen, um andere aufzumuntern: Offenbar vermissen auch viele Grundschüler ihre Schule. Hier an der Fischlaker Schule sind schon zur Osterzeit viele „Alles wird gut“-Hoffnungen aufgehängt zu sehen. Laut Schulministerin Yvonne Gebauer sollen Grundschüler frühestens ab dem 7. Mai wieder zur Schule, ebenso Schüler, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen wollen.

Normalerweise fotografiert Niklas Hlawatsch auf Glasplatten und reanimiert damit eine fast ausgestorbene Art der Fotografie. Nun arbeitet er an historischen Bildern, die der Werdener Albert Mittweg Ende des 19. Jahrhunderts auf eben diese Weise angefertigt hatte und setzt damit dessen Arbeit fort.

Corona bringt auch den Werdener Bürger- und Heimatverein dazu, neue Wege zu beschreiten: Der Vorstand hat seine Sitzung als Videokonferenz abgehalten. Dort wird Christian Helmer zum neuen ersten Schriftführer bestellt.

„Wunderschön, was die für unsere Kinder machen“: Lummerland-Eltern sind gerührt über das Engagement der Kita-Mitarbeiterinnen. „Ich möchte mich bedanken“, sagt Nicola Walker beim Gespräch mit der Heimatzeitung. Der Dank gilt dem Team der katholischen Kita Lummerland St. Ludgerus für ihr großes Engagement in den ersten sieben Corona-Wochen.

Das Jubb unterstützt Schüler, die sonst nur mit Handy lernen können. Jeder der vier Betreuer im Jugendzentrum (Jubb) kümmert sich um zwei bis drei Kinder, die ohne Hilfe kaum Möglichkeiten haben, auf ihren kleinen Handy-Displays ihre Hausaufgaben zu machen. Eine Firma spendete als Dauerleihgabe vier Laptops.

Die Zirkusfamilie vom Circus Altano ist am Flughafen notgelandet. Auch sie kann wegen der Corona-Krise nicht mehr auftreten. Jede Lebensmittel-Spende ist gerne gesehen.

02 Jan.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Kai Gehring

Kai Gehring

Liebe Essenerinnen und Essener,

selten hat sich unser Alltag so verändert wie 2020 durch die Corona-Pandemie. Auch das Weihnachtsfest mit seinen schönen Traditionen, die Familien und Freundeskreise auf ihre ganz eigene Art leben, bleibt davon nicht verschont. Es werden stille und achtsame Weihnachten werden, damit wir alle gesund bleiben.

2020 war ein anstrengendes und nervenaufreibendes Jahr, für viele geprägt von Unsicherheit oder gar dem Verlust nahestehender Menschen. Und auch 2021 wird herausfordernd bleiben. Ich will das in meiner Macht stehende tun, damit Bildung, Kultur, Handel, Gastronomie und alle, die für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und die Gesundheit anderer sorgen, gut durch die Krise kommen.

Wir werden die Pandemie umso rascher besiegen, je mehr wir die Wissenschaft und ihre Empfehlungen ernst nehmen. Und wir dürfen nicht die anderen Herausforderungen vergessen – allen voran die Klimakrise. „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ Diese Mahnung aus den frühen 1980er Jahren ist auch heute noch richtig: Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, anders zu wirtschaften, anders zu leben, um die globale Erderwärmung zu stoppen. Es liegt an uns, den Wandel anzunehmen und ihn aktiv zu gestalten.

Eine wichtige Weichenstellung im nächsten Jahr ist die Bundestagswahl. Mit möglichst starken Grünen kann Deutschland endlich wieder Vorreiter für Klimaschutz werden. Unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft sind dabei längst viel weiter als die Große Koalition in Berlin!

Bei uns in Essen stehen die Signale auf grün, den Wandel positiv zu gestalten. Nach langen Verhandlungen haben Grüne und CDU sich auf eine Kooperation geeinigt. Gemeinsam wollen wir dafür Sorge tragen, die Grundlagen für den Zusammenhalt zu sichern, das Wohlergehen und die Lebensqualität aller Menschen zu steigern, den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und des Klimas zu garantieren und die Quellen künftigen Wohlstands auszubauen. Wir wollen eine Stadt für alle. Ein Essen, in dem jede und jeder dazugehört und niemand zurückgelassen wird.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ruhige Festtage und für 2021 alles Gute! Bleiben Sie gesund!

Kai Gehring, MdB

02 Jan.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Peter Allmang (SPD Werden/Bredeney)

Peter Allmang

Liebe Leserinnen und Leser der Werdener Nachrichten,

wir blicken zurück auf ein ungewöhnliches Jahr 2020. Es war geprägt von besonderen Herausforderungen die unseren Alltag stark beeinflusst haben. Das Corona-Virus hat in einer nicht für möglich gehaltenen Art und Weise unser Leben verändert. Daher hoffe ich, dass bei Ihrer persönlichen Rückschau die Zufriedenheit über die Gesundheit überwiegt.

2020 war ein bewegtes, ungewohntes Jahr. Begegnungen und soziale Kontakte konnten nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden. Vereinsamung, Existenzsorgen und Zukunftsängste sind für viele zu Alltagssorgen geworden. Dennoch, die angeordneten Maßnahmen sind notwendig und in der Mehrzahl sinnvoll, sie tragen zur Eindämmung des Virus bei und retten damit Leben. Eine Evaluation muss allerdings erfolgen, wenn wir die Pandemie im Griff haben.

Massiv betroffen waren und sind auch die politischen Aktionen, Veranstaltungen, Kontakte und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern. Unter widrigen Bedingungen und schwierigen Voraussetzungen durch die Einhaltung der Hygieneregeln hat die Kommunalwahl im September stattgefunden. Der für die Sozialdemokratie bittere Ausgang der Wahl in unserer Stadt muss jetzt in der Opposition aufgearbeitet werden.

In jeder Krise steckt aber auch eine Chance und liegt der Anfang einer neuen positiven Entwicklung. Umfragen zeigen, dass Tendenzen zu einem Wertewandel in unserer Gesellschaft erkennbar sind. Etwas weniger Konsum und Verschwendung, hin zu mehr Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Klimaschutz und Lebensqualität. Die tollen Errungenschaften unserer Demokratie werden nicht mehr in dem Maße wie bisher als etwas Selbstverständliches empfunden. Ein Besinnen auf das Wesentliche tritt wieder mehr in den Vordergrund.

Auch wenn uns das kommende Jahr – zumindest in den ersten Monaten – noch fordern wird können wir, insbesondere durch die Entwicklung des Impfstoffes, optimistisch in die Zukunft blicken. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen, die Ihnen am Herzen liegen, Kraft, Mut und Zuversicht und für 2021 insbesondere Gesundheit.

Peter Allmang
Vorsitzender SPD Werden-Bredeney

02 Jan.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Yannick Lubisch (Ratsherr fürs Ruhrtal)

Yannick Lubisch.

Liebe Werdener, Heidhauser und Fischlaker!

Sie kennen Politiker. „Ich habe es Euch immer gesagt“, „Das war doch von vornherein klar“, „Hättet Ihr mal auf mich gehört“. Im Nachhinein hat es jeder immer besser gewusst.
Jetzt, wo ich Dank Ihrer Unterstützung unsere Heimat im Rat der Stadt Essen vertreten darf, nehme ich mir einfach mal galant die Frechheit und behaupte: „Ich habe es Euch gesagt!“
Denn vor genau einem Jahr an genau dieser Stelle habe ich prophezeit: „Das Jahr 2020 wird ein Jahr der Versachlichung, der Annäherung, des gegenseitigen Verständnisses und schließlich auch der Verbrüderung.“
Ja, wir sind in das Jahr gestartet mit erhitzten Debatten über den richtigen Umgang mit dem Klimawandel. Und ja, wir werden das Jahr beenden mit einem schlimmstenfalls ungeordneten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Hier kann in der Tat nur schwer von Annäherung die Rede sein.

Ganz anders die Situation bei uns im Städtchen: Überall Regenbögen an den Fenstern, die Kinder ihren Altersgenossen gemalt haben, damit diese ihren Mut und ihre Zuversicht in dieser schweren Zeit nicht verlieren. Auf den Straßen nichts als Rücksichtnahme und Abstandhalten, um sich selbst und das Gegenüber keinem Infektionsrisiko auszusetzen. Menschen gehen füreinander einkaufen, hüten wiederum für Andere die eigenen vier Wände, um der Pandemie keine Chance zu geben.

Nennen Sie mich ruhig einen Romantiker, aber mich berühren diese kleinen und großen Zeichen der Menschlichkeit.

Wir müssen alles dafür tun, diese grundsätzliche Haltung zu unseren Mitmenschen aufrechtzuerhalten. Für „uns Politiker“ soll das heißen: Für einen kurzen Augenblick mal den Gedanken zulassen, dass der Mitdiskutant vielleicht doch nicht in Gänze komplett Unrecht hat. Gerade in Werden, Heidhausen und Fischlaken sind wir nur dann richtig stark, wenn wir zusammenarbeiten. Das zumindest wünsche ich mir und uns allen für die Kommunalpolitik in der Stadt Essen.

Ich freue mich auf unser Wiedersehen in 2021, liebe Verwandte, Freunde, Bekannte, Mitbürger in Werden, Heidhausen und Fischlaken!

Ihr
Yannick Lubisch

02 Jan.

Neujahrs-Grußwort 2020

Gerd Kolbecher (stellv. Bezirksbürgermeister)

Gerd Kolbecher

Die Corona Pandemie hat uns voll im Griff. Auf all die schönen Dinge, auf die wir uns sonst vor den Feiertagen freuen, fallen in diesem Jahr leider aus. Selbst der heiß ersehnte Winterurlaub in den Weihnachtsferien oder das Weihnachtsfest im größeren Kreis der Angehörigen und Freunde muss ausfallen. Es bleibt lediglich der ganz enge Familienkreis. Die sonst üblichen Weihnachtsfeiern in den Firmen oder das traditionelle Martinsgansessen gehen nicht. Auch die wunderschönen Weihnachtsmärkte in unseren Stadtteilen finden nicht statt und der übliche Glühwein wird in die eigenen vier Wände verlegt. Das ist bitter.

Verschmerzen können wir sicherlich das Silvesterfeuerwerk. Das hilft sicherlich der Umwelt und den oft sehr erschreckten Haustieren.
Besonders hart triff es die Gastronomie und das Hotelgewerbe auch in unserem Bezirk. Deswegen haben wir jetzt schon geplant, uns die übliche Weihnachtsgans in der regionalen Gastronomie zu bestellen, damit wenigstens etwas Umsatz läuft.

Was passiert allerdings in unserer Gesellschaft?

Es gibt immer noch Bürger, die ihre Verantwortung für ihre Mitmenschen durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nicht wahrnehmen wollen und kein Bewusstsein für ihr Unrechttun entwickelt haben. Das enttäuscht, fordert aber jeden Einzelnen, mutig auf das offensichtliche Fehlverhalten hinzuweisen. Auch wenn es manchmal zu harten Dialogen kommt.
In der Bezirksvertretung IX wird es in den ersten Wochen des neuen Jahres darauf anko-men, mit Augenmaß die geeigneten Finanzentscheidungen für das Jahr 2021 zu treffen, damit es nicht zu einem Stillstand unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems kommt. Auf Bezirksebene muss im Rahmen der Entscheidungsmöglichkeiten weiter an der Fortentwicklung der zugehörenden Stadtteile gearbeitet werden und das natürlich ohne ideologische Scheuklappen, sondern immer hart an der Sache.
Hoffentlich wird die vorgesehene Impfaktion gut geplant und vorbereitet, so dass wir bald wieder zu unserem gewohnten, gesunden Leben zurückkehren können.

Für die kommenden Festtage wünschen wir ihnen, ihren Angehörigen, Freunden und Arbeitskollegen vor allem Gesundheit, ein Wunsch, der in diesen Zeiten in höchstem Maße im eigentlichen Sinne gemeint ist und keine leere Floskel darstellen soll.

Herzliche Grüße

Ihr stellvertretender Bezirksbürgermeister der FDP
Gerd Kolbecher