08 Aug.

Die Werdener Nachrichten vom 8. August

In Werl wurde ein Muslim Schützenkönig – doch der Dachverband der Schützenbruderschaft wollte ihm die Krone wieder abjagen: Er habe den falschen Glauben. Ob ein solches Vorgehen auch bei den Werdener Schützen möglich wäre, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Heimatzeitung. Dass Kutel-Gelände ist wieder im Gespräch für eine Flüchtlingsunterkunft: Das Land will in essen ein überregionales Lager schaffen und die FDP sähe dieses gerne auf eben diesem Areal – die Grünen halten das für keine gute Idee.
Außerdem: Die Geschichte einer Freundschaft eines Werdener Arztes zu einer Weltumfahrerin, das Pfingst Open Air erlangt Filmreife, und Kinder werden am Haus am Turm zu Zirkusartisten.

Karikatur

07 Aug.

Vlieland ist voll

1407338059761Nun ja, dem Skipper reichen dann dann auch 7.15 Uhr. Dabei wäre 5 Uhr besser gewesen, denn morgen gibt es Ostwind, und dann werden wir die nächsten 60 Seemeilen kaum schaffen. Heute dagegen mit super Westwind ist es schon zu spät. Macht nichts.

Jedenfalls macht das Segeln echt Spaß. Irgendwie haben wir eine Rennjacht, denn wir ledern alle ab. Nur so eine rote Yacht hält mit und nutzt eiskalt unsere Entscheidung rechts von dem Tanker vorbei zu segeln aus, um links vorbei einen guten Vorsprung heraus zu fahren. Skippers Kommentar: Na ja, ich hatte die Segel zum Schluss auch nicht mehr optimal getrimmt.“ Nett von ihm, aber ich werde wohl nicht optimal gefahren sein.  Ich würde sagen, bei einem Steuermann mit drei Stunden Erfahrung macht es  bei so einem Duell nicht mer viel, wenn die anderen Bedingungen nicht ganz stimmen; zumal mein Gegner am anderen Ruder mit Bart und Mütze sehr erfahren aussah, und zuvor in unserem Windschatten stets viel zu zuversichtlich lächelte.

Immerhin sind wir zwischendurch lange 9,2 Knoten über Grund gefahren; über Wasser (oder was auch immer) sind das 7,2 Knoten.

Jetzt haben wir auf das Abenteuer verzichtet (Ankunft nach 60 Seemeilen bei möglichst 6 Knoten Durchschnitt im alleridealsten Fall erst eine Stunde nach Sonnenuntergang) und liegen vor dem Hafen in Vlieland, der absolut überfüllt ist. Die anderen Ankernden sind auf die Robben-Insel per Schlauchboot gefahren. Durch das Tele meiner Kamera sieht das lustig aus: 50 Meter von den Robben entfernt stehen Menschen und starren; die Robben machen das gleiche, nur in liegender Position.

Nun liegen wir in der Sonne.

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07 Aug.

Ein Holländer in Lederhosen

1407423232448Vlieland ist vom Hafen her wunderschön (total eng und abenteuerlich und wir durften erst nach drei Stunden hinein) , und der Ort ist noch netter, als man es beschreiben kann. Heute mit Musikfest. Die Hafenmeister haben unsere 15 Meter auf Millimeter eingepasst, mein Skipper war zu Recht gestresst: „Für so etwas musst du schneller werden!“ Wir sind quer eingeparkt vorbei an Kindern in Schlauchbooten, hat er toll gemacht, und ohne eine Berührung.

Im Ort beim Musikfestival habe ich etwas erlebt, was so etwas von daneben ist: Ein Holländer, der in Lederhosen  bayrische Lieder singt und holländische Lieder entfernt bayrisch klingen ließ; und wir Deutschen haben noch gelacht.

07 Aug.

Stromlos in

1407337697435Heute, Mittwoch, sind wir nach Haarlingen. Das ist nicht viel, aber immerhin raus aus dem Ijsselmeer. An der Schleuse die Bunker, wie man sie eigentlich von überall an der Nordseeküste kennt. Auch von uns gebaut?

Das Schleusen ging viel schneller, als mein Skipper mir das erklärt hatte, mein Festbinden und halten, während das Wasser sinkt, dauerte ein paar Sekunden. Ich war bereit, stundenlang bis an den Rand meiner Kräfte zu gehen.

Umso imponierender gestaltete sich dann die Einfahrt in den Hafen von Haarlingen, aus dem überraschend ein sehr großes Containerschiff stob und uns eine monsterschnelle monstergroße Fähre schob.1407342864646 Auch durften wir mit den 15 Metern nicht in den schönen Noordhaven, sondern in den sehr basalen Südhafen, bei dem der Mitarbeiter des Hafenmeisters uns zwar 30 Euro abnahm, aber eine vollkommen falsche Auskunft gab, was den Stromanschluss betraf. Ich bin eine Stunde durch die Stadt geirrt, weil es den angegebenen Automaten nur hinter einer verschlossenen Tür gab, und ich nicht glauben konnte, dass wir nie die Stromkarte bekommen würden, für die wir extra an der Seite eines anderen Schiffes angelegt hatten.

Ohne Stromnachladen fiel das Kochen mit dem Elektroherd auf dem Schiff aus. Es hätte Rigatoni (Gereon) mit selbstgemachter Hackfleisch-Sauce (Skipper) gegeben. Die Pizzeria in diesem Ort mit der Stromfalle war nicht schlecht; die Tortellini Carbonara drängten sich üppig im riesigen Suppenteller und bordeten auch im Geschmack über. Dafür durften wir bei aufkommendem Regen so lange auf die Rechnung warten, bis es schüttete; was wir erst nach dem Trinkgeld fest stellten. Egal. Nass von oben. Morgen geht es um 7 Uhr raus, meint mein Skipper.