Anne Bude – Führerschein-Entzug
Es war keine Bude auf Werdener Boden, aber die Männer kannten sich aus, und die Frauen wahrscheinlich auch; sagten aber nichts. Heute, am Sonntagmorgen um 10 Uhr nahe dem Schloß Baldeney: Da wurde über die Heckstraße philosophiert, die einfach zu eng sei; und dass jetzt schon ein über den Bordstein herausragender Rückspiegel ausreiche, um ein Strafmandat zu bekommen. Auf der RÜ würde das schon praktiziert, und könne Werden auch nicht schaden. Überhaupt: Wer verkehrsbehindern parke, brauche einen Führerschein-Entzug. Aber auch wer die Huffmannstraße so lange gesperrt habe. Der neue Asphalt auf der Hammer Straße sei traumhaft; aber dass die Stadt das mache. Da half auch der Hinweis nicht, dass es das Landesstraßenbauamt sei. Unsinn sei gerade jetzt an der Laupendahler Landstraße die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf überall 50 und das Abkassieren genau dazu. Zusammen mit der A52-Sperrung sei das übelste Abzocke.
Nachher habe ich mich etwas gefragt, was die Experten außerhalb ihres Wohngebietes zusammengeführt habe (Mehr dazu in der Halben Stunde am 6. September.)
Gestern war langer Kinoabend; so was ist auch schon einiges her: Wolverine – Weg des Kriegers war das erwartete Action-Spektakel. Und es war schon mal kein schlechtes 3D, das auch während des Films ins Auge stach; sehr plastisch. Während des Films meinte ich manche Logiklöcher zu entdecken, aber das wirklich überraschende Ende klärt dann manches. Und nach dem Abspann gibt es noch einen Ausblick.

Vor 50 Jahren gab es den Höhepunkt der Vollbeschäftigung. Gewerkschaften waren stark, die Löhne sollten sich schneller an die steigenden Gewinne anpassen. Die Löhne von Frauen stiegen fast doppelt so schnell wie die der Männer, erreichten sie aber 1963 noch nicht. Offenbar bis heute nicht. Das Kalenderblatt zeigt eine Frau in einer Asbestfabrik, — nicht schlechter Biss. Damals war alles besser, aber man wusste noch nicht, was Asbest-Fasern anrichten; und PCB würde erst in den Siebzigern massiv in Schulgebäuden eingebaut.
Ganz Werden und der Bredeneyer Berg und das Löwental werden vor 50 Jahren neu geplant. Es wird nicht nur die Brücke geplant, auch die Abteistraße schon begonnen; und der Bredeneyer Berg ausgebaut. Der Alte Bahnhof aufgegeben. Das heutige Problem mit dem Verkehr wird zugleich gedämpft und geschaffen. Nur die Brückstraße für den gesamten Verkehr kann man sich heute gar nicht vorstellen, die Abteistraße in Zukunft allein will sich mancher nicht vorstellen. Dabei liegen damals auch Ideen für eine Umgehung in der Schublade: Viehauser Berg direkt in die Grafenstraße wäre die Ost-West Achse geworden. Ob uns das heute gefallen würde? Damals jedenfalls gab es mehr Mut, Probleme beherzt anzupacken.