Wo stand dieses Bauwerk?

Wo ist, wo war das?

Wo ist, wo war das?
Heutemorgen ist es mir selbst passiert: Ich bin in den Irrgarten der Werdener Baustellen zwischen Propstei- und Hufmannstraße geraten. Zum Glück ignorierte vor mir ein Fahrer das Sackgassenschild in der Ludwigstraße; und so ging es wieder hinaus. Denn die Straße ist keine Sackgasse zur Huffmannstraße hin. Da scheint generell zu gelten: Lieber ein Sackgassenschild zu viel als eins zu wenig. Wie oben am Pastorsacker, eine aktuelle Ausschilderung wäre besser.

Klaus Nacke vor seinem Ofen.
Werden hat mit Nacke nun ein Bäckereimuseum; zumindest zunächst. Klaus Nacke hat auf einer seiner berühmten Signal-Pappen die Einladung geschrieben, täglich ab 9 Uhr, auch samstags und sonntags, im Hinterhof die kleine Treppe hinaufgehen. Auf die Frage nach dem „Wie-lange?“ meint der Bäcker trocken: „Wenn es nicht mehr hängt, mache ich es nicht mehr.“
Die Werdener Nachrichten treffen einen frustrierten Bäcker in seiner Backstube, die in der Tat nicht nach dem Hochglanz bekannter Backstuben-Betriebe aussieht. „Glanz“ sei alles für diese Prüfer, erklärt der 68-Jährige, zeigt auf einen von ihm weiß lackierten Tisch „leider keine lebensmittelechte Farbe“; daneben der frisch für 500 Euro professionell abgeschliffene Holztisch sei erlaubt, aber schon ein Fleck von einem Ständer sei wieder als Schimmel bezeichnet worden: „Alles wieder abschleifen“.
200 Euro Strafe, weil das Mehl in einer Ikea-Tasche gelagert war. Das Kühlhaus ist nicht mehr luftdicht, seinen Versuch, das selber zu reparieren, hätten die Prüfer einmal geduldet, aber dann beim zweiten Mal sei die Dichtung wieder losgegangen; und der Bäcker zeigt auf das Eis an der Kante: „Gefrorenes Kondenswasser, das könne auftauen und auf den Teig tropfen.“ Ein wenig scheint er zu verstehen, was die Prüfer meinen, gibt sich aber überzeugt, dass das eine absolut keimfreie Backstube auch wieder Zivilisationskrankheiten wie Allergien erzeuge.
Lebhaft berichtet der Bäcker von den Besuchen der Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Nach einer Prüfung habe er 5000 Euro investiert, weil er es noch einmal versuchen wollte, nur um beim nächsten Mal zu erfahren, dass noch etliche weitere Mängel zu beanstanden seien; und es alles sowieso quasi sinnlos sei. 30.000 Euro schätzt er die Mindestkosten für das Material und auch er müsse für die heutigen Ansprüche seine Gewohnheiten ändern, das fange schon mit dem Lappen zum Ofen reinigen an, der dann nicht auf den Tisch gelegt werden dürfe.
Seitdem er allein sei, müsse er eben bedienen und backen. Aber das gehe eben so nicht, hätten die Prüfer gesagt: „Doch wenn ich jemanden einstelle, und es versuche, dann bin ich im Nu in der Insolvenzverschleppung.“
Er müsse eben eigentlich noch arbeiten, um nicht ein Sozialfall zu werden.
Die alten Maschinen seien nicht mehr glatt, eben nicht wirklich keimfrei zu machen, wäre immer wieder beanstandet worden.
Ja, das mit den Bakterien! Klaus Nacke: „Wir haben tausende auf der Haut. Ohne könnten wir gar nicht leben.“ Aber es werde doch alles gebacken und damit eben die Keime abgetötet. „Wenn ich jetzt Bienenstich herstellen würde, dann gäbe es die Gefahr der Salmonellen. Das verstehe ich.“
Um 1980 hat er das Geschäft von seinem Vater übernommen. Wehmütig erinnert er sich an die Zeiten, als die Kunden Schlange standen. „Ich weiß nicht, warum so viele weggeblieben sind. Die Brötchen sind doch noch genauso geblieben.“
Klaus Nacke räumt ein: „Es war nicht mehr alles voll in den Regalen, die Auswahl ist nicht zu sehen, aber das alles-voll wollen die Kunden.“
Ein junger Mann kommt zu Besuch und meint: „Wir müssen es in Werden schaffen, dass es irgendwie weiter geht. Es ist doch wunderbar, dass Werden solche Typen hat.“
G.B.
Bei diesem Bild haben selbst die Aulen Waddischen mit dem Kopf geschüttelt: keine Ahnung. Weiß jemand, was und wo dort abgerissen wurde? Vielleicht gibt der Hang im Hintergrund mit den Gebäuden ja Hinweise.
Ein aktueller Hinweis von G.K: Könnte es sein, dass es sich um den Abriß der Gaststätte (mit Saal) gegenüber dem Porthofsplatz handelt? Hier war eine Weiche und Haltestelle der Straßenbahn. Könnte der Besitzer/Pächter Kimmeskamp geheißen haben? Das kleine Häuschen am Hang erinnert mich an einen solchen Bau am Weinberg.

Es kann bald losgehen, leider werden auch die letzten alten Gebäude abgerissen, aber es waren eh nur noch Ruinen.
Hier noch eine aktuelle Pressemitteilung des Landes: Heute haben der Regierungsvizepräsident der Bezirksregierung Düsseldorf,
Roland Schlapka, und Oberbürgermeister Reinhard Paß den Mietvertrag für
die Einrichtung einer Erstaufnahmeunterkunft von Flüchtlingen auf dem ehemaligen
Kutel-Gelände unterzeichnet.
„Ich bin froh, dass wir nun Planungssicherheit bekommen, um der steigenden
Zahl von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, hier eine menschenwürdige
Unterkunft bieten zu können. Mit der Vertragsunterschrift kann
eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Regierungsbezirk
Düsseldorf realisiert werden. Ich danke allen Beteiligten für die fairen Verhandlungen“,
so Schlapka heute in Essen.
Es ist geplant, dass auf dem ehemaligen Kutel-Betriebsgelände an der
Hammer Straße in Essen-Fischlaken bis Ende 2015 eine Erstaufnahmeeinrichtung
für bis zu 800 Asylbewerber entstehen soll. Den Bau übernimmt die
Stadt Essen, die Kosten hierfür werden über die Miete finanziert. Den Betrieb
der Einrichtung trägt das Land NRW.