31 Dez.

Sie half anderen mit ganzer Tatkraft

Völlig überraschend ist Annette-Henriette Dirkes gestorben

Völlig überraschend starb Annette-Henriette Dirkes einen Tag vor Heiligabend.
Foto: privat

Annette-Henriette Dirkes ist tot. Völlig überraschend starb die Vorsitzende vom Verein „Werden hilft“ einen Tag vor Heiligabend. Ehemann Detlef, Familie, Freunde und sich für Geflüchtete engagierende Menschen trauern um sie.

Annette-Henriette Dirkes setzte sich ehrenamtlich ein für Geflüchtete, damit diese sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen können. Mit ihrer sehr zielstrebigen, dabei aber immer freundlichen und ruhigen Art war sie für viele bei „Werden hilft“ ein Vorbild und wird es auch bleiben. Gemeinsam mit Freunden brachte das Gründungsmitglied Struktur in den Verein. Das war auch nötig, um zum Beispiel die Gemeinnützigkeit zu erhalten und somit Spendenbescheinigungen ausstellen zu können. Sie kümmerte sich um die Finanzen des Vereins.

Als die Vorsitzende Ulla Lötzer aus persönlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten war, sprach sich der Vorstand einstimmig für Annette-Henriette Dirkes als ihre Nachfolge aus. Die kaufmännische Angestellte war die ideale Besetzung für eine durchaus aufwendige Vereinsarbeit, ihre Berufung an die Spitze von „Werden hilft“ nur folgerichtig. Doch Annette-Henriette Dirkes wollte eines klarstellen: Um das Amt gerissen habe sie sich beileibe nicht und sehe sich auch nur als kommissarische Vorsitzende. Vereinsmeierei sei nämlich so gar nicht ihr Ding und Werden hilft auch der erste Verein, dem sie beigetreten sei.

Annette-Henriette Dirkes sah die Arbeit von „Werden hilft“ eher nüchtern. Auch sie musste ergreifende Einzelschicksale miterleben, bekräftigte aber sehr bestimmt, dass der Verein in der Realität stehe und beileibe nicht naiv zu Werke gehe. „Werden hilft“ entscheide nicht darüber, wer hier in Deutschland bleiben dürfe und wer nicht. Doch wer hier sei, dem wolle man gerne helfen.

Noch Ende Oktober hatte sie von Plänen berichtet, die nur wegen Corona auf Eis lägen. So sprach sie voller Begeisterung von einem Theaterprojekt für Geflüchtete, von einem Kochkurs, von Vorlesestunden, Bewerbungscoachings und vielem mehr. Die kommissarische Vorsitzende von „Werden hilft“ wollte eine Diskussionsrunde anregen über Bibel und Koran: „Was ist gleich, was ist anders?“ Sie sehe da Interesse und Neugierde auf beiden Seiten.

Doch nun wurde Annette-Henriette Dirkes aus einem sehr aktiven Leben gerissen und die über hundert Mitglieder des Hilfsvereins sind fassungslos: „Eine tolle Frau ist viel zu früh von uns gegangen. Wir sind dankbar für ihre Tatkraft und ihr Verantwortungsbewusstsein. Wir sind dankbar für ihr Engagement als Gründungsmitglied und Vorsitzende. Wir trauern mit der Familie, allen Freunden und Wegbegleitern.“

Annette-Henriette Dirkes entstammte einer alt eingesessenen Werdener Familie, das machte sie sensibel für Themen des Stadtteils. Wenn etwas schief lief, dann kämpfte sie. So war sie der festen Überzeugung, gegen das aus ihrer Sicht völlig falsche Verkehrskonzept vorgehen zu müssen. Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ fand in ihr eine zuverlässige Mitstreiterin. Schnell war der systematisch Denkenden klar, dass man ohne die Politik nicht voran kommen würde, so fand sie in die örtliche CDU und übernahm auch dort Verantwortung. Schnell gewann sie Freunde, die ihre direkte und zupackende Art zu schätzen wussten. Ende Oktober berichtete Annette-Henriette Dirkes auch von lokalpolitischen Ambitionen, sie war zum Beispiel Nachrücke-Kandidatin für die Bezirksvertretung.

Entscheidend war sie daran beteiligt, dass Werden einen städtischen Bücherschrank bekam. Ein Freundeskreis wollte sich um dieses Leseangebot kümmern, Annette-Henriette Dirkes warf sich voller Kraft in die notwendige Arbeit, schrieb Anträge und zeichnete Pläne. Umso stolzer war sie dann, als der Bücherschrank endlich aufgestellt werden konnte.

Sie hatte noch so viele Pläne, so viele Ideen.

Doch nun ist Annette-Henriette Dirkes tot.

Annette-Henriette Dirkes‘ Ehemann bittet statt Blumengrüßen um Spenden an „Werden hilft e. V.“ mit dem Stichwort „Annette“ auf das Konto DE45 3605 0105 0001 6118 05  bei der Sparkasse Essen-Werden. Die Spenden sollen für die Schulbildung eines armenischen Jungen genutzt werden. Annette -Henriette Dirkes hatte sich um seine an Krebs erkrankte Mutter gekümmert und den kleinen Jungen ins Herz geschlossen. Nachdem die Mutter ihrer Krankheit erlag, ist der Kleine mit der Oma nach Armenien zurückgekehrt.

31 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Christiane Schmidt (Mariengymnasium)

Christiane Schmidt.

Die letzten „Schultage“ unterstreichen es noch einmal: Das Jahr 2020 ist ein Jahr mit vielen Anführungszeichen, die für veränderte Situationen, Ungewissheit, Unsicherheit, Desinformation, Ängste, aber auch neue Erfahrungen, kreative Ideen, Veränderungen langer Traditionen und vieles mehr stehen. Dieses Jahr, das im gewohnten Schritt begann, lässt am Schluss ein in vielen Bereichen verändertes Mariengymnasium zurück.

Der erste große Einschnitt war sicher die für uns alle überstürzte Schulschließung am 13.03.2020, mit dem eine der prägenden Erfahrungen der Pandemie auch für uns schulische Realität wurde – die Distanz. „Distanzunterricht“ bestimmte die folgenden Wochen und Monate und führte zu einer völlig veränderten Umsetzung des Lernens und Lehrens.
Der für die Osterferien geplante Roll-out unserer neuen IT-Ausstattung sowie der Software für die jetzt notwendigen Unterrichtsformen war leider durch den Lockdown in China gestoppt. Daher bestimmten die Versendung und Abgabe der Aufgaben per Email, später per Padlet die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern.

Die Eltern leisteten neben dem Homeoffice oder der Berufstätigkeit außer Haus einen bewundernswerten Kraftaufwand bei der Betreuung und im Homeschooling. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass sie die Freunde und auch die Schule vermissten, und deshalb kehrten die meisten von ihnen ab Juni gerne in den Unterricht zurück.

„Social distance“ ließ gewohnte Termine wie den Kennenlernnachmittag der neuen 5. Klassen, die Präsenzkonzerte und große Feiern zur Abiturentlassung und zur Einschulung ausfallen, führte aber zu anderen, z. T. sehr individuellen Formaten. Alles dies wurde und wird getragen durch eines: die starke Verbundenheit untereinander und das große Engagement der einzelnen Mitglieder der Schulgemeinschaft, die das Motto des Kollegiums-Ostergrußes unter „#MGW-wir halten zusammen“ auf den Punkt bringt.

Jeder hat sich in dieser ungewöhnlichen Zeit mit seinen eigenen Talenten eingebracht, „angepackt“, die Ideen sprudeln lassen, Kritik geübt und daraufhin Veränderungen eingeleitet, immer im Bewusstsein, dass Perfektion nicht möglich ist und wir die Folgen des Lockdowns bei unseren Schülerinnen und Schülern noch lange spüren werden. Wir verlassen dieses Jahr erschöpft, aber auch mit großer Dankbarkeit für die geringe Anzahl der Covid-19-Erkrankungen und -Ansteckungen unter uns.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der Werdener Nachrichten, für das Jahr 2021 Gottes reichen Segen, vor allem Gesundheit, Frieden und ausreichend Ruhe und freuen uns auf Ihre interessierte Begleitung unserer Schule.

Christiane Schmidt, Rektorin Mariengymnasium

31 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Pfarrer Klaus Baltes (Jona-Gemeinde)

Pfarrer Klaus Baltes

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie blicken Sie in das neue Jahr – zurückhaltend, skeptisch, niedergeschlagen, zuversichtlich, hoffnungsvoll? – Ganz viele, mit denen ich in den vergangenen Wochen gesprochen habe (mit einigen persönlich, jeder hinter seiner Maske, mit den meisten am Telefon), würden das letzte Jahr am liebsten einfach streichen. Das wundert nicht: Jeder meiner Gesprächspartnerinnen und -partner hat große Unsicherheit erlebt, tiefe Sorge, Traurigkeit, Hilflosigkeit, oft auch Verzweiflung, manche sind an den Grenzen ihrer Kraft.

Andererseits – das mag vielleicht verwundern – blicken ganz viele trotzdem auch dankbar zurück auf manches, das sie im zu Ende gehenden Jahr erlebt haben – und sie schauen offenbar gerade wegen dieser besonderen Erfahrungen auch zuversichtlich nach vorn: Jede und jeder von ihnen weiß zu erzählen von noch etwas anderem, womit man so gar nicht gerechnet hätte: Von der schier unglaublichen Hilfsbereitschaft unter Nachbarinnen und Nachbarn, unter guten Freunden und in der engeren und weiteren Familie – das alles erfüllt noch immer mit Dankbarkeit. Und wie im Kollegenkreis Verständnis zu finden war, wenn nicht einmal mehr das Homeoffice funktionierte; wie die Lehrerin und die Kita alles unternommen haben was nur irgendwie ging, um den Kids und der ganzen Familie zu helfen. Wie die Mitglieder der eigenen Gemeindegruppe sich ganz regelmäßig per Telefon treffen, manche auch zum Spaziergang, damit keiner einsam zurückbleibt. Oft schließt sich noch eine Bemerkung an: „Ich danke Gott, dass er mich mit solchen Freunden segnet!“ – „Ich habe gemerkt, Gott bleibt an meiner Seite“, oder „Und wir sind ja nicht allein, Jesus geht doch immer mit uns mit!“

Eine alte Weisheit der Mystik sagt: „Nichts ist so groß, Gott ist noch größer. Nichts ist so klein, Gott ist noch kleiner. Nichts ist so verborgen, Gott ist schon da.“ Das gilt auch für das neue Jahr: Gott ist schon da, wo immer wir hinkommen. Manchmal ist uns das auch bewusst: Wo Menschen aufeinander achten; wo einer dem andern die Hand reicht; wo jemand zu vertrauen lernt mitten in allem Zweifel; wo wir die Dinge, die vor uns liegen, im Licht des Sterns von Bethlehem sehen können; wo wir dem Gott, der Mensch geworden ist, Raum geben in unserem Leben – da spüren wir manchmal: Gott ist schon da ist mit seinem Segen. Er geht mit, Tag für Tag. Dass Sie das so sagen können im neuen Jahr, und dass Sie Gott danken können für Menschen, mit denen er sie segnet, das wünscht Ihnen von Herzen

Ihr Klaus Baltes
Pfarrer der Evangelischen Jona-Gemeinde

31 Dez.

Neujahrs-Grußwort 2020/21

Pfarrer Oliver Ruoß (Ev. Kirche Werden)

Oliver Ruoß

Ein Spruch, den ich öfter gelesen und selbst jetzt in einer Weihnachtspredigt verwendet habe, lautet: „Kann mal jemand das Jahr 2020 löschen – es hat ein Virus.“ Viele Menschen sind froh, wenn dieses Jahr jetzt zu Ende geht. (Wobei das, was uns 2020 beschäftigt hat, uns ja auch im neuen Jahr noch eine ganze Zeit beschäftigen wird.)

2020 war ein in vielerlei Hinsicht besonders schwieriges, belastetes und belastendes Jahr. Wohl für jede und jeden von uns, auch für uns als Kirchengemeinde: Vieles konnte nicht bzw. musste anders als gewohnt stattfinden: Konfirmationen mussten verschoben werden – aber Gott sei Dank konnten wir sie dann im August zwar mit Einschränkungen, aber vielleicht auch deswegen besonders intensiv feiern.

Unsere Konfirmandenfahrt „Kontour“ in den Sommerferien mussten wir absagen – aber wir hatten stattdessen eine ganz schöne „Kontour vor Ort“ in und um unsere Kirche. Im Frühjahr und aktuell wieder ab dem 4. Advent keine Präsenzgottesdienste – auch nicht an Ostern, jetzt auch nicht an Weihnachten. Stattdessen Videogottesdienste aus unserer Kirche.

In Zeiten des Lockdowns konnten und können keine Gruppen und Kreise für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stattfinden. Aber zumindest gab und gibt es die Versuche, über Email und Onlineangebote in Kontakt zu bleiben.

Und es gab im vergangenen Jahr eben auch besondere Aktionen wie der Einkaufsservice von Jugendlichen aus unserer Gemeinde für Menschen aus der Risikogruppe. In diesem Jahr war vieles anders, vieles schwierig. Aber es gab – und das ist keine Beschönigung, sondern es gehört zu einer realistischen Wahrnehmung dazu – auch besonderes Engagement, Fürsorge, Anteilnahme, Solidarität.

Die Politikwissenschaftlerin Carolin Hillenbrand schreibt in der Auswertung einer Online-Umfrage aus dem Herbst, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Aussage «Mein Glaube gibt mir Trost, Hoffnung und Kraft in der Corona-Zeit» zugestimmt haben. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich in dieser Zeit stärker mit den Mitmenschen verbunden fühlen. Nun gibt es natürlich auch ganz andere Erfahrungen und Empfindungen. Ich wünsche uns aber, dass es bei uns so ist und im neuen Jahr so sein wird: Dass der Glaube Trost, Hoffnung und Kraft gibt und dass die Verbundenheit untereinander nicht weniger wird, sondern wächst.

Pfarrer Oliver Ruoß

31 Dez.

Ein Schutzkrieger für Werden

Werdens neuer Schutzkrieger. Foto: Bettina Rudert

Mit einer augenzwinkernden wie herzerwärmenden Mitteilung überrascht Dietmar Rudert, Geschäftsstellenleiter des Werdener Bürger und Heimatvereins zum Jahresende:

„Zu Weihnachten hat sich ein edler Schutzkrieger bei mir gemeldet.
Er hat sich so gefreut, dass der Werdener Bürger- und Heimatverein  im letzten Jahr so viel für Werden getan hat. Besonders die Internetplattform „Werden liefert“ hat ihm sehr imponiert. Dass wir zusammen mit den Kirchen und dem Werdener WerbeRing diese aufgestellt und so die Werdener Bürger mit den Restaurants und Geschäften zusammengebracht haben findet als hervorragende Leitung.

Er hat aber gehört, dass der Verein noch mehrere Wünsche für Werden hat:
– Verkehr:  Parkproblem, Fahrradtrasse Werden – Velbert, Fahrradknotenpunkt am S-Bahnhof
– Müll: Brehm, Löwental
– Hotel und Versammlungsräume
– Denkmalschutzordnung
– Toiletten, besonders da in der Corona-Zeit die Gaststätten geschlossen sind herrscht hier Notstand
– Reparatur Archäologischer Pfad

Er hat sich daher spontan entschlossen, für diese Sache mitzukämpfen. Er hat unsere Stadtteilflagge einziehen lassen und wird sie wieder als  Zeichen für die noch offenen Ziele hissen lassen.

Er hat noch keinen Namen und freut sich über Namensvorschläge.

Er und ich wünschen ein hoffnungsvolles Jahr 2021″

Die Werdener Nachrichten schließen sich den Wünschen an. Wir sind gespannt auf die Namensvorschläge für den Werdener Schutzkrieger.