21 Jan.

Keine Frage: Heyerstrang

BlogWinterschlittschuhe1Diesmal haben wir eigentlich keine Frage. Obwohl! Wenn sich jemand wieder erkennt, oder noch weiß, wann das war. . . wir würden uns über eine Rückmeldung sehr freuen. Das dürfte jedenfalls der Heyerstrang sein, im Winter. In diesen Minuten bildet sich wieder eine Eisschicht auf dem Schleusenkanal. Der Kleidung nach würden wir auf sechziger Jahre tippen, frühe sechziger Jahre.

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20 Jan.

Nicht wo sondern wann und warum?

Wer ist unter den Zylindern und zu welchem Anlass?

Wer ist unter den Zylindern und zu welchem Anlass?

Diesmal wollen wir nicht wissen, wo das war, das ist vor den Gebäuden, die auf dem Platz standen, an dem heute der Ludgerus-Brunnen zu finden ist, Werdens Piccadilly-Circus, er übrigens bei der Verkehrsplanung wie das Londoner Vorbild teilberuhigt werden soll. Wir wollen wissen: Wann und was war da? Welcher Anlass? Beerdigung? Hoher Besuch? So viele Zylinder? Welche Boygroup trat damals so und so geschlossen auf. Davor bei den Zuschauern tragen die Herren die typischen flachen Strohhüte, „und die ohne Hut hatten kein Geld“, erläutert ein Mittsiebziger, den wir schon gefragt haben.

19 Jan.

Im Irrgarten der Baustellen

Heutemorgen ist es mir selbst passiert: Ich bin in den Irrgarten der Werdener Baustellen zwischen Propstei- und Hufmannstraße geraten. Zum Glück ignorierte vor mir ein Fahrer das Sackgassenschild in der Ludwigstraße; und so ging es wieder hinaus. Denn die Straße ist keine Sackgasse zur Huffmannstraße hin. Da scheint generell zu gelten: Lieber ein Sackgassenschild zu viel als eins zu wenig. Wie oben am Pastorsacker, eine aktuelle Ausschilderung wäre besser.

17 Jan.

Nun noch ein Bäckereimuseum

Klaus Nacke vor seinem Ofen.

Klaus Nacke vor seinem Ofen.

Werden hat mit Nacke nun ein Bäckereimuseum; zumindest zunächst. Klaus Nacke hat auf einer seiner berühmten Signal-Pappen die Einladung geschrieben, täglich ab 9 Uhr, auch samstags und sonntags, im Hinterhof die kleine Treppe hinaufgehen. Auf die Frage nach dem „Wie-lange?“ meint der Bäcker trocken: „Wenn es nicht mehr hängt, mache ich es nicht mehr.“

Die Werdener Nachrichten treffen einen frustrierten Bäcker in seiner Backstube, die in der Tat nicht nach dem Hochglanz bekannter Backstuben-Betriebe aussieht. „Glanz“ sei alles für diese Prüfer, erklärt der 68-Jährige, zeigt auf einen von ihm weiß lackierten Tisch „leider keine lebensmittelechte Farbe“; daneben der frisch für 500 Euro professionell abgeschliffene Holztisch sei erlaubt, aber schon ein Fleck von einem Ständer sei wieder als Schimmel bezeichnet worden: „Alles wieder abschleifen“.

200 Euro Strafe, weil das Mehl in einer Ikea-Tasche gelagert war. Das Kühlhaus ist nicht mehr luftdicht, seinen Versuch, das selber zu reparieren, hätten die Prüfer einmal geduldet, aber dann beim zweiten Mal sei die Dichtung wieder losgegangen; und der Bäcker zeigt auf das Eis an der Kante: „Gefrorenes Kondenswasser, das könne auftauen und auf den Teig tropfen.“ Ein wenig scheint er zu verstehen, was die Prüfer meinen, gibt sich aber überzeugt, dass das eine absolut keimfreie Backstube auch wieder Zivilisationskrankheiten wie Allergien erzeuge.

Lebhaft berichtet der Bäcker von den Besuchen der Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Nach einer Prüfung habe er 5000 Euro investiert, weil er es noch einmal versuchen wollte, nur um beim nächsten Mal zu erfahren, dass noch etliche weitere Mängel zu beanstanden seien; und es alles sowieso quasi sinnlos sei. 30.000 Euro schätzt er die Mindestkosten für das Material und auch er müsse für die heutigen Ansprüche seine Gewohnheiten ändern, das fange schon mit dem Lappen zum Ofen reinigen an, der dann nicht auf den Tisch gelegt werden dürfe.

Seitdem er allein sei, müsse er eben bedienen und backen. Aber das gehe eben so nicht, hätten die Prüfer gesagt: „Doch wenn ich jemanden einstelle, und es versuche, dann bin ich im Nu in der Insolvenzverschleppung.“

Er müsse eben eigentlich noch arbeiten, um nicht ein Sozialfall zu werden.

Die alten Maschinen seien nicht mehr glatt, eben nicht wirklich keimfrei zu machen, wäre immer wieder beanstandet worden.

Ja, das mit den Bakterien! Klaus Nacke: „Wir haben tausende auf der Haut. Ohne könnten wir gar nicht leben.“ Aber es werde doch alles gebacken und damit eben die Keime abgetötet. „Wenn ich jetzt Bienenstich herstellen würde, dann gäbe es die Gefahr der Salmonellen. Das verstehe ich.“

Um 1980 hat er das Geschäft von seinem Vater übernommen. Wehmütig erinnert er sich an die Zeiten, als die Kunden Schlange standen. „Ich weiß nicht, warum so viele weggeblieben sind. Die Brötchen sind doch noch genauso geblieben.“

Klaus Nacke räumt ein: „Es war nicht mehr alles voll in den Regalen, die Auswahl ist nicht zu sehen, aber das alles-voll wollen die Kunden.“

Ein junger Mann kommt zu Besuch und meint: „Wir müssen es in Werden schaffen, dass es irgendwie weiter geht. Es ist doch wunderbar, dass Werden solche Typen hat.“

G.B.