Abstand halten, um zusammenzubleiben, war das Leitmotiv der Sitzordnung in der Basilika. St. Ludgerus für die Wort-Gottes-Feier.
Werdens Bürgermeister der Herzen: Das politische Urgestein
Hanslothar Kranz wird 85 Jahre alt und pflanzt einen Baum.
Im Mai kehrt in Werden das ein, was man durchaus als „neue
Normalität“ bezeichnen kann. Die Altstadt ist nun nicht mehr die Geisterstadt,
die sie noch im März im Zuge der Beschränkungen wegen des Corona-Virus war.
Nachdem die Läden schon seit einigen Wochen wieder Kunden begrüßen, dürfen auch
die Gastronomen nun wieder ihre Türen öffnen. Doch nicht jeder Gastwirt macht
mit Blick auf die strengen Auflagen von dieser Möglichkeit Gebrauch – und die
Snackbar-Café Better Break schließt schließlich ganz.
Auf den ersten Blick scheint es ein Lichtblick zu sein für
die Kultur- und Veranstaltungsbranche in der Corona-Zeit: Kleine
Freiluft-Konzerte und -Aufführungen dürfen in NRW nach zwei Monaten Stillstand
wieder stattfinden, Theater, Oper- und Konzerthäuser dürfen ab den 30. Mai
wieder ihren Betrieb aufnehmen. Doch die Euphorie der Veranstalter hält sich in
Grenzen, denn die der Corona-Pandemie geschuldeten strengen Auflagen machen der
Branche weiter das Leben schwer.
Die Kindertagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen wird
für Vorschulkinder mit einer Anspruchsberechtigung nach dem Bildungs- und
Teilhabepaket und für Kinder mit genehmigter Eingliederungshilfe geöffnet.
Mit Sicherheitsabstand werden in der Cafeteria des
Gymnasiums Werden die Eltern vorm Schulwechsel informiert, während die
Aufnahmeprüfungen für den Fachbereich Tanz ihrer Kinder in zwei Sälen im Alten
Bahnhof stattfinden.
Die Universitätsmedizin Essen hält trotz der angekündigten
Lockerung des Besuchsverbots durch die Landesregierung vom 6. Mai weiterhin an
seiner bisherigen Regelung fest.
Mit Abstand aufs Wasser: Die Wassersportler von Wanderfalke
und EWRC starten wieder ihren Trainingsbetrieb.
Anfang April hat die Folkwang-Universität der Künste den
Folkwang-Hilfsfonds aufgelegt, um Studenten, die durch die derzeitige
Ausnahmesituation der Corona-Pandemie ineine Notlage geraten sind, finanziell
zu unterstützen. Im Mai wird der Hilfsfonds mit einer weiteren Förderung
ausgestattet: Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung stellt eine
Summe von insgesamt 75 000 Euro bereit.
Hicham El Monjed öffnet bei schönem Wetter wieder die Tore
vom Tretboot-Verleih. In der Zeit von 11 bis 21 Uhr. Corona-Auflagen hat auch
er einzuhalten: Abstands- und Maskenpflicht auf der Steganlage und Datenerhebungen
sind auch bei ihm gefordert.
Barbara Vlijt sorgt in Werden für eine weite Verbreitung der
Unterschriftslisten für das Rad-Entscheids-Begehren.
Ein weiterer Erfolg für die Interessengemeinschaft B 224
Werden: Das Verkehrskonzept Werden, gegen das sich dort engagierte Bürger seit
Jahren einsetzen, ist nun aus dem Luftreinhalteplan für die Stadt Essen
gestrichen. Damit ist die Bezirksregierung Düsseldorf einer Stellungnahme der
Interessengemeinschaft gefolgt. Zudem seien die die Grenzwerte im Bereich
Werden an den Messstellen Brückstraße und Abteistraße in den vergangenen beiden
Jahren ohnehin eingehalten worden.
Alfred Kleinfeldt und Bernhard Kahmann engagierten sich für
das Kriegerdenkmal auf dem Heidhauser Platz. Der jahrelange Einsatz hat sich
gelohnt: Die Risse an der Säule, die an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs
erinnert, sind verschwunden.
Die neuen Fünftklässler am Mariengymnasium lernen sich
virtuell kennen, ein fröhliches Video stellt Hygiene-Regeln humorvoll vor.
Nach mehrwöchiger Wartezeit feiert die Gemeinde St. Ludgerus
wieder einen Gottesdienst. 42 Personen sind gekommen, bleiben in der Kirche in
räumlicher Distanz und sind dabei, wie Propst Jürgen Schmidt in seiner
Begrüßung sagt: „sich innerlich ganz nah“.
Vereidigungszeremonie in Corona-Zeiten.
Der Grüne Ludger Hicking-Göbels ist neuer 1.
stellvertretender Bezirksbürgermeister im Bezirk IX. Die Vereidigung schließt Bezirksbürgermeister
Benjamin Brenk wegen den Corona-Kontaktverboten mit einem „alternativen Handschlag“:
Ellbogen an Ellbogen.
Gute Nachrichten hatte die Verwaltungsbeauftragte Brigitte
Harti zu verkünden: Trotz der Haushaltssperre, die die Verwaltung zur Bewältigung
der Corona-Krise verhängt hatte, sei die Mittelvergabe durch die BV nicht in
Gefahr: Jede Ausgabe müsse die Verwaltungsbeauftragte gut begründen – eine
Vorgabe, die jedoch sowieso auch bislang gegolten habe, so Harti.
„Pfusch am Bau“ wähnt das Essener Bürger-Bündnis Freie
Wähler (EBB-FW) bei der Brehminsel: Nicht die viel gescholtenen
Aussichts-Plattformen geben diesmal den Anstoß für Kritik – es ist die neue
Brehmbrücke, die der bürgerlich-konservativen Wählergruppe sauer aufstößt. Sie
bemängelt erste Risse, die jedoch schnell nachgearbeitet werden.
St. Kamillus feiert Christ Himmelfahrt via Live-Stream im
Internet: So treffen sich am
Himmelfahrtstag etwa 60 Gemeindemitglieder mit Propst Schmidt zu einer
interaktiven digitalen Wort-Gottes-Feier.
Die Notbetreuung in den Kitas dauert nun schon über zwei
Monate. Klar, dass die Kinder ihre Freunde vermissen. Die Kinder aus dem
„Budenzauber“ im Wesselswerth haben deshalb ein „Grußfenster“ gemalt: „Wir
vermissen euch“, steht darauf.
Liebes 2020, was haben wir alles von Dir erwartet. Was hatten wir für Pläne, Wünsche, Hoffnungen – und nun blicken wir auf Dich zurück, und … Nein, ich blicke jetzt nicht auf Dich zurück. Das tun ja auch andere gerade zu Genüge.
Nur so viel: Du hast uns mit etwas konfrontiert, mit dem sicherlich niemand von uns gerechnet hat.
In der Literatur – auch darüber wurde in diesem besonderen Jahr plötzlich berichtet – werden Ereignisse, die sehr selten sind, aber große Auswirkungen haben, „Black Swan“ genannt. Das Besondere an einem solchen „schwarzen Schwan“ ist, dass ihn niemand kommen sieht, und dass er der menschlichen Gesellschaft große Veränderungen hinterlässt. Und, in diesem Fall, leider auch den traurigen Verlust von vielen Menschenleben.
Allein deshalb glaube ich – nein, ich hoffe, dass wir in Zukunft eher damit rechnen und in unsere Pläne mit einbeziehen, dass plötzlich ein neuer schwarzer Schwan angeschwommen kommt. Vielleicht können wir so ja sogar Leben retten. Und ich hoffe, dass wir als Gesellschaft die Herausforderungen annehmen, die uns der aktuelle ‚Schwan‘ hinterlassen hat: für unser Zusammenleben; für die Gastronomen und Einzelhändler um die Ecke, die wir sicherlich nicht auch durch Amazon und Co. ersetzen wollen; für die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.
Dafür müssen wir auch in der Essener Politik unsere Hausaufgaben machen, und wichtige Zukunftsthemen, die unsere Gesellschaft ja auch krisenfester machen, weiter und schneller vorantreiben, wie z.B. die Digitalisierung in unseren Schulen oder eine moderne Mobilität. Und wir werden auch das Geschehen in der Welt mehr im Blick haben müssen. Die vielen kleinen Zeichen des Zusammenhalts und der Menschlichkeit, mitten im Lockdown, machen jedenfalls Mut. Und bei einem bin ich mir bei aller Veränderung sicher: wir werden bald unser „ganz normales Leben“ hier zuhause im Essener Süden wieder wertschätzen können. Vielleicht haben wir ja schon im Laufe des neuen Jahres die Möglichkeit dazu.
Ich wünsche Ihnen ein gutes, gesundes und frohes 2021!
Ulrich Beul, Ratsherr für Bredeney, Fischlaken und Schuir.
2020 war ein besonderes Jahr – so manche Gewohnheit musste angepasst werden. Viele haben dieses Jahr Neues ausprobiert – z.B. Urlaub in der Heimat, und viele von uns sind aufs Fahrrad gestiegen. Und das nicht nur bei schönem Wetter, wie bei zunächst strömenden Regen bei der Tour mit den Heimatvereinen im Frühjahr. Ich freue mich sehr, dass der Radweg von Heidhausen nach Bredeney doch so schnell auch Unterstützung bei den anderen großen Parteien gefunden hat und hoffe auf eine schnelle Verwirklichung.
Für Essen wurde gerade eine Vereinbarung zwischen GRÜNEN und CDU zur Zusammenarbeit geschlossen. Ich finde dort viel Vielversprechendes. Von Ansätzen zur Mobilitätswende, über mehr Klimaschutz hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und vielen Investitionen in eine bessere Bildung. Um die vielen Zukunfts-Herausforderungen umsetzen zu können, wünsche ich mir, nicht nur zu Weihnachten, eine faire Unterstützung von Bund und Land.
Der Schutz der vulnerablen Gruppen – also der besonders verletzlichen – ist wirklich ein sehr hohes Gut. Hier braucht ein Höchstmaß an Schutz durch Testungen, FFP 2 – Masken und vieles mehr und eine möglichst baldige Impfung. Und je weniger Menschen sich insgesamt anstecken, wodurch wir eine Menge durch Kontaktvermeidung, Homeoffice, Abstand halten, lüften und Maske tragen sowie Hände waschen, beitragen können, desto unwahrscheinlicher wird eine Ansteckung aller.
Mit dem Fahrrad konnten und können wir diese Stadt noch einmal neu entdecken und es hat sich gezeigt, was die meisten von uns schon ahnten: Essen hat viel Schönes zu bieten und ist eine lebenswerte Stadt. Ich durfte als Oberbürgermeisterkandidat viele Menschen kennenlernen, die sich für diese Stadt und ihre Menschen ganz besonders einsetzen- in den Kirchen und Vereinen, in den Bürgerinitiativen und Nachbarschaften. Es gab und gibt ein hohes Maß an Solidarität- das macht mich stolz und dankbar, ein Teil dieser Stadtgesellschaft zu sein und lässt mich optimistisch in die Zukunft schauen- das gilt auch und ganz besonders für unsere Rot-Weissen 😉
Ihr Mehrdad Mostofizadeh, Landtagsabgeordneter. (Bündnis 90/Die Grünen).
Liebe Leserinnen und Leser der Werdener Nachrichten,
von Herzen wünsche ich Ihnen sowie Ihren Familien und Freunden ein gutes neues Jahr 2021 mit viel Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Das Jahr 2020 war für uns alle eine große Herausforderung. Die Pandemie hat unseren Alltag massiv verändert. Besonders viel Kraft wünsche ich zum Jahreswechsel denjenigen, die gesundheitlich angeschlagen sind, Angehörige pflegen oder im zurückliegenden Jahr einen Schicksalsschlag erlitten haben.
Die Pandemie hat viele Menschen beruflich schwer getroffen. Das Tragen von Masken, das Halten von Abständen und die Kontaktbeschränkungen sind zusätzlich belastend. Diese wichtigen Maßnahmen haben aber gezeigt, dass wir als Gesellschaft in schwierigen Zeiten zusammenhalten können. Im Bund haben wir neben hohen Investitionen in unseren Gesundheitsstandort mit milliardenschweren Hilfspaketen die wirtschaftlichen Corona-Folgen abgemildert – damit möglichst viele Menschen in Arbeit bleiben und die wirtschaftliche Grundlage unseres Gemeinwesens erhalten bleibt.
Mit Hochdruck engagiere ich mich seit Jahren dafür, dass der Bund unsere Stadt finanziell unterstützt. Auf Initiative der CDU ist dazu in 2020 ein riesiger Schritt gelungen: Essen erhält ab sofort ca. 60 Mio. Euro pro Jahr (!) zusätzlich vom Bund – das ist eine starke strukturelle Hilfe ohne zeitliche Befristung. Daneben ersetzen Bund und Land gemeinsam die durch die Pandemie geminderten Gewerbesteuereinnahmen. Auch für unsere Stadtteile konnten wir in 2020 viel erreichen – z.B. konnte durch meine Initiative eine Förderung in Höhe von 50.000 Euro für die Sanierung der historischen Walcker-Orgel in der Evang. Kirche erreicht werden. Sie wird dadurch vor dem sicheren Verfall bewahrt.
Bei vielen Zusammentreffen habe ich von Bürgerinnen und Bürgern in Werden, Heidhausen und Fischlaken Anregungen für meine politische Arbeit erhalten. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich. Kontaktieren Sie mich gerne weiterhin über matthias.hauer@bundestag.de, die sozialen Netzwerke oder telefonisch unter 54546100.
Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen und wünsche Ihnen für das neue Jahr Gesundheit sowie Zuversicht!
Ihr Matthias Hauer MdB Direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Essener Süden und Westen
Folkwang-Professor Emile Cantor (l.) gibt mit Studenten ein Bratschen- und Flötenkonzert im Innenhof der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ in der Dückerstraße.
Zusammenleben in Zeiten der Corona-Krise: Die Bewohner der
Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ an der Dückerstraße gehen kreativ mit
der Kontaktsperre wegen des Corona-Virus um. Zweimal die Woche musizieren sie
gemeinsam – von ihren Balkonen aus. Der
erste Werdener Coronapatient wurde aus der Quarantäne entlassen.
Schüler, die kurz vorm Abi stehen und ausgelassen mit
Mottowochen den letzten Schultag feiern, gut gelaunt, in schrägen Kostümen,
zusammen lachend und trinkend – diesem gewohnten Bild macht Corona einen Strich
durch die Rechnung. So kommt der letzte Schultag für viele unvermittelt und
unfreiwillig und die Abitur-Vorbereitungen der Werdener Gymnasiasten sind von
vielen Unsicherheiten geprägt.
Eine Folge des Lockdowns: Schulseelsorge kann nicht in der
gewohnten Form durch persönliche Beratungsgespräche stattfinden. Wo bisher Kinder,
Jugendliche oder Erwachsenen durch die Tür in den Raum kamen und im Sessel
Platz nahmen, klingelt nun häufiger das Telefon oder es gehen Mails ein. Die
Themen dabei reichen von Liebeskummer und Freundschaftsstreitigkeiten bis hin
zu Beziehungsdramen und Kindeswohlgefährdung.
Wichtiger denn je: Günther Bier, der durch Werden und
Werden-Land fährt und gutgelaunt alle Zuhause-Bleiber mit Obst, Gemüse, Eiern
und Nüssen versorgt.
Die Corona-Krise motiviert mehr Leute zum Selbstanpflanzen.
Was bedeutet der milde Winter und die Corona-Krise für die Landwirte? Ein
Besuch führt zu den Bauern Maas und Weber.
Corona bringt eine hohe Belastung für die ansässigen Ärzte,
die ohne Schutzkleidung auf Handbreite Abstand mit ihren Patienten in Kontakt
stehen. Desinfektionsmittel sind Mangelware. Masken sind nicht mal für viel
Geld zu bekommen: „Ich will keinen Applaus, ich will Schutzkleidung“, sagte die
Werdener Augenärztin Nicolette Gion erschöpft noch am Wochenende. Am Donnerstag
durfte sie sich ein großes Paket mit viel Luft nach oben in Düsseldorf abholen:
ein paar OP-Masken, ein Kittel, etwas Handdesinfektion, Handschuhe, eine etwas
sicherere Maske. Ein Notnagel, über den sie lacht. Doch es klingt nicht
fröhlich. „Ich erwarte einen Anstieg des Therapiebedarfs nach Corona, sagt
Psychologin Diana Wolf-Neghina im Interview zu Verschwörungstheorien und dem
aktuellen Ablauf bei seelischen Krankheiten.
Während der Corona-Krise zollen viele Menschen auf
unterschiedliche Weise denen Dankbarkeit, die in diesen Zeiten besonders hart
daran arbeiten, die Folgen der Virus-Pandemie möglichst gering zu halten. Am
St. Josef Krankenhaus Werden zeugt ein Transparent von dieser Dankbarkeit:
Offenbar haben dieses Patienten oder deren Angehörige an dem öffentlich
zugänglichen Bereich angebracht, um den Mitarbeitern des Krankenhaus ihren
Respekt für die Leistungen unter erschwerten Umständen zu zollen.
Endlich am Platz: Gerade in der Corona-Krise, während der
man möglichst viel Zeit zuhause verbringen soll, ist Lesestoff gefragt. Gut,
dass der Bücherschrank jetzt endlich in Werdens Altstadt steht. Wie zuletzt
geplant wird er jetzt nahe des Pelikan-Brunnens gegenüber vom Haus Fuhr
aufgestellt.
Politik in Zeiten der Pandemie: Bezirksbürgermeister
Benjamin Brenk trifft sich mit den Vorsitzenden der Fraktionen und der Einzelvertreterin
der Linken in der Bezirksvertretung IX zu einer zweistündigen Videokonferenz.
Auf dem Programm steht der Haushalt für den Bezirk. Das „bisschen Haushalt“
macht sich eben auch während einer Pandemie nicht von alleine. Der
Bürgerfunksender „Welle Werden“ erhält zur Unterstützung der Vereinsarbeit 506
Euro. Für ein neues Spielgerät erhält die Fischlaker Schule 25 000 Euro, die
Heckerschule bekommt für einen Niedrigseilgarten und ein Präventionsprojekt
insgesamt 14 500 Euro. Für die Spielplätze im Bezirk sind 89 000 Euro
vorgesehen. Für Arbeiten am Friedhof Werden II gibt es 10 000 Euro. Für die
bezirkliche Kulturarbeit gibt die BV insgesamt knapp 7700 Euro aus.
Bereits zwei Sitzungen hat die Bezirksvertretung IX
(Werden/Kettwig/Bredeney) wegen des Virus absagen müssen. Am 26. Mai jedoch
wollen die Vorort-Politiker wieder öffentlich tagen – um die Regeln zur
Kontaktsperre und sozialen Distanz einhalten zu können, diesmal im Ratssaal des
Essener Rathauses in der Stadtmitte. Doch nicht jedem Bezirksvertreter schmeckt
das: Die CDU übt scharfe Kritik am angeblichen Alleingang des
Bezirksbürgermeisters Benjamin Brenk.
Noch vor den Osterfeiertagen hat der Stadtkämmerer Gerhard
Grabenkamp mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre verhängt: Damit zieht er
die Konsequenzen aus den „gewaltigen coronabedingten Haushaltsrisiken“, wie es
in einem Schreiben an die Ratsmitglieder heißt, das den Werdener Nachrichten vorliegt.
Diese Haushaltssperre erlaubt es auch nicht mehr der Bezirksvertretung, Geld
für Maßnahmen auszugeben.
Mit dem Highspeed-Video-Beweis gegen Maskenmuffeligkeit:
Masken tragen hilft gegen die Verbreitung des Virus. Das beweist in einer
Filmproduktion in nur zwei Tagen der Werdener Fimemacher Dirk Gion.
Spektakuläre Highspeed-Bilder bezeugen die Wirksamkeit von Schal, Maske und
Kaffeefiltern und auch von selbstgenähten Masken. Ärzte und das medizinische Personal
brauchen die professionellen dringend. Weil es in Deutschland offenbar zu wenig
Masken für alle gibt, sollte das kein Grund sein, die fragwürdige Empfehlung zu
geben, keine Masken zu tragen. „Jede Maske hilft“ ist Dirk Gion überzeugt.
Die Nähfrauen von St. Kamillus nähen fleißig Mund-Nasen-Masken
für die Patienten der Uni-Klinikum Essen, Maßschneiderin Burcu Ersoy näht
Masken für zwei Velberter Seniorenheime.
Kein Grund zum Lachen in den Keller zu gehen: Lach-Yoga kann
in diesen Zeiten glücklich machen – auch virtuell, vernetzt mit Computern.
Die Werdener halten sich an Kontaktsperre. Viel Disziplin
herrscht am sonnigen Wochenende, das Ordnungsamt hat nur wenig zu monieren.
Entspannung kommt Mitte April: Als ein Riesenglück
bezeichnet der Werdener Werbering die Erlaubnis, die Läden wieder zu öffnen zu
dürfen.
Wenn die Menschen in Corona-Zeiten nicht in die Philharmonie
gehen können, dann kommen die Philharmoniker zu den Menschen: Im Vorgarten der
Seniorenwohnanlage „Wohnen mit Service“ an der Huffmannstraße gibt ein
Blechbläser-Quartett der Essener Philharmoniker für die Bewohner ein
Hof-Konzert.
Den Brunnen zur Bühne machen Folkwang-Professor Emile Cantor
und einige Musik-Studenten: Für die Bewohner der Seniorenwohnanlage „Wohnen mit
Service“ an der Heckstraße, Ecke Duden- und Dückerstraße geben die Musiker im Innenhof
gemeinsam ein klassisches Konzert voller Klasse.
Das gemeinsame ökumenische Glockengeläut aus den
katholischen und evangelischen Kirchen trägt eine Viertelstunde am Morgen des
Ostersonntags die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu, die die Beklemmung
durch die erfüllte Hoffnung ablöst, durchs Werdener Land.
NRW entscheidet sich bei der Wiedereröffnung von Schulen in
der Corona-Krise für einen Sonderweg. Während die meisten Bundesländer den
Schulbetrieb nicht vor dem 4. Mai wieder aufnehmen wollten, soll es hier für
Schüler weiterführender Schulen, die vor Abschlussprüfungen stehen, schon Ende
April losgehen. Die hiesigen Schulleitungen beklagen sich über eine schlechte
Informationspolitik.
Nach gut fünf Wochen seit dem Start der
Gemeinschaftsaktion „Werden liefert“
ziehen Werdener Bürger- und Heimatverein, Werdener Werbering, Kirchengemeinden
und das Gestaltungsbüro „Erste Liga“ ein
erstes Fazit. Händler, Dienstleiter und Gastronomen das Angebot gut angenommen
haben, bleibt die Akzeptanz des Einkauf-Services jedoch hinter den Erwartungen
der Netzwerk-Macher zurück.
„Nach rund 200 Jahren
zumindest zeitweise wieder einen Benediktinerabt in Werden zu wissen, ist
sicher ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit der Geschichte der Abtei und
der Basilika“, begrüßt Propst Jürgen Schmidt den fünften Abt des Benediktinerklosters
Gerleve, Laurentius Schlieker, in der Abteistadt.
Der Bergbaugeschichtliche Weg wurde ohne Feier eröffnet.
Der RVR brachte Info-Schilder auf der
Route Pörtingssiepen an.
Anke Pan gibt ein Online-Konzert im Bürgermeisterhaus.
Leer ist der Saal im Bürgermeisterhaus – das Oster-Konzert
von Anke Pan findet ohne anwesendes Publikum statt. Aber über ein Video-Stream
bei Youtube haben sich innerhalb einer Woche 545 Musikfreunde die Darbietung
der Pianistin angehört. Es ist ein Solokonzert der besonderen Art und gehört in
die Reihe der Beispiele, dass der Schutz vor der Coronavirus-Pandemie in diesem
Fall keine Kulturbremse ist.
Die Kirche-to-Go-Tüte von St. Kamillus (eine Osterkerze, ein
Olivenzweig, ein Kartengruß) findet sehr regen Zuspruch: In langer Schlange
steht man an, um eine solche Tüte abzuholen, und diejenigen, die zuhause
bleiben müssen, bringen ehrenamtliche Mitarbeitende eine Tüte an die Haustür.
Der Hilfsfonds der Folkwang-Universität und der
„Gesellschaft der Freunde und Förderer der Folkwang Universität der Künste“
(GFFF) wird von den Studenten dankbar aufgenommen, wie Christoph Dorsz aus der
Abteilung Hochschulförderung mitteilt. Die Corona-Krise bringt auch für die
Folkwang-Universität besondere Herausforderungen mit: Bis zum 5. Mai gilt ein Betretungsverbot an
den Standorten der Kunsthochschule, also auch auf dem Werdener Campus; Seminar,
Vorlesungen und Prüfungen gibt es erst einmal nur digital.
Einen Regenbogen malen und ins Fenster hängen, um andere
aufzumuntern: Offenbar vermissen auch viele Grundschüler ihre Schule. Hier an
der Fischlaker Schule sind schon zur Osterzeit viele „Alles wird
gut“-Hoffnungen aufgehängt zu sehen. Laut Schulministerin Yvonne Gebauer sollen
Grundschüler frühestens ab dem 7. Mai wieder zur Schule, ebenso Schüler, die im
kommenden Jahr ihren Abschluss machen wollen.
Normalerweise fotografiert Niklas Hlawatsch auf Glasplatten
und reanimiert damit eine fast ausgestorbene Art der Fotografie. Nun arbeitet
er an historischen Bildern, die der Werdener Albert Mittweg Ende des 19.
Jahrhunderts auf eben diese Weise angefertigt hatte und setzt damit dessen
Arbeit fort.
Corona bringt auch den Werdener Bürger- und Heimatverein
dazu, neue Wege zu beschreiten: Der Vorstand hat seine Sitzung als Videokonferenz
abgehalten. Dort wird Christian Helmer zum neuen ersten Schriftführer bestellt.
„Wunderschön, was die für unsere Kinder machen“:
Lummerland-Eltern sind gerührt über das Engagement der Kita-Mitarbeiterinnen.
„Ich möchte mich bedanken“, sagt Nicola Walker beim Gespräch mit der
Heimatzeitung. Der Dank gilt dem Team der katholischen Kita Lummerland St.
Ludgerus für ihr großes Engagement in den ersten sieben Corona-Wochen.
Das Jubb unterstützt Schüler, die sonst nur mit Handy lernen
können. Jeder der vier Betreuer im Jugendzentrum (Jubb) kümmert sich um zwei bis
drei Kinder, die ohne Hilfe kaum Möglichkeiten haben, auf ihren kleinen
Handy-Displays ihre Hausaufgaben zu machen. Eine Firma spendete als
Dauerleihgabe vier Laptops.
Die Zirkusfamilie vom Circus Altano ist am Flughafen
notgelandet. Auch sie kann wegen der Corona-Krise nicht mehr auftreten. Jede
Lebensmittel-Spende ist gerne gesehen.