Die Werdener Nachrichten vom 6. Februar
Lange haben wir nicht mehr so spät in den Abend hinein produziert wie heute. Es hat sich gelohnt, weil nicht nur das Kutel frisch aufgeschäumt ist, da sind wir bis in das unterste Stockwerk der Bibliothek über eine super lange Treppe hinabgestiegen, um mit den besten Vorleserinnen wieder an das Tageslicht zu kommen. Noch höher und tiefer ging es im Ruhrmuseum für Chargesheimer. Ganz unten im finsteren Bunker kam die Erleuchtung, die Frank Goosen schon früher hatte. Apropos Erleuchtung: Noch zwölf Tage, dann beginnt die Fastenzeit; und vorher am übernächsten Sonntag feiern die Werdener gemeinsam Karneval. Der Saalkarneval wirkt ohne Kruse nicht mehr ganz so prunkvoll wie einst, aber Völl Freud freut sich über Heisinger Gastfreundschaft; ob es erheitert zurück über den See geht, wie einst bei den Heisinger Pfarrkindern von Lucius? Wir werden sehen. Apropos sehen: Auf Seite 8 wartet ein schönes ganzseitiges Bild auf die Leser. Bei „Geblieben“ sind wir auf den Pastoratsberg gestiegen. Schauen Sie mal. Das und noch viel mehr in der Werdener.
Aber das ist schon das erste Problem: Darf man lächelnd aus einem Film gehen, der gefühlte 99 % brutale Szenen zeigt? Darf man einen Film loben, der eigentlich keine neue Idee hat? Der keine neuen Charaktere aufzeigt, und die vorhandenen so dünn ansiedelt, dass sie keine neuen werden können? Aber da ist noch der lakonische Humor, leider so sparsam, dass es für einen komischen Film keine zehn Sekunden ausreichen würde. Der Film ist eine große Choreographie, was auch die Antwort ist: Der Rhythmus stimmt durchweg. Hier bringt tatsächlich keine menschelnde Szene den Rhythmus durcheinander, der einen wahnsinnig harten Soundtrack hat, der ohne unnötige Längen die Rache schnellstmöglich durchzieht. John Wick findet sein Opfer, der seinen Hund getötet und das Auto geklaut hat. So ist das ein Film, der rund ist,alles zügig erledigt und nur eine Frage offen lässt: Wo verdammt ist der Mustang? Holt er sich den nicht zurück, auch wenn das Hotel ihm einen neuen Wagen schenkt.