25 Dez.

Jugendliche im Jubb backen Weihnachtliches für Senioren

Jugendliche backen Weihnachtskekse für Senioren.

2020 neigt sich dem Ende entgegen. Ein Jahr, das die Welt, Länder, Städte, Kommunen, öffentliche Einrichtungen und nicht zuletzt jeden einzelnen herausfordert. Unregelmäßige Vorgaben, Kontaktbe- und Einschränkungen gemeinschaftlicher Unternehmungen haben auch das Jugend- und Bürgerzentrum (Jubb)Werden vor große Herausforderungen gestellt.
Besondere Gegebenheiten verlangen bekanntermaßen nach besonderen Maßnahmen. Vom Online-Nachhilfeunterricht im Frühjahr über das Sommerferienprogramm in Kleingruppen bis hin zu Freiluft-Konzerten im hauseigenen Garten, das Jubb Werden fand dabei aber fast immer eine Möglichkeit, Aktionen umzugestalten und so stattfinden zu lassen, alles stets unter den geltenden Hygieneauflagen. Und so suchten die Mitarbeiter des Jugend- und Bürgerzentrums in Werden auch in der weiterhin von Einschränkungen bestimmten und Normalbetrieb weit entfernten Vorweihnachtszeit nach Alternativen.

So wurde beispielsweise das Nudelholz geschwungen, der Backofen angeschmissen, Teig geknetet, ausgerollt und zu Plätzchen verarbeitet. Von Vanillekipferl über Bethmännchen bis Spritzgebäck, das vielfältige Sortiment an Weihnachtsgebäck wurde im Anschluss zu kleinen Paketen geschnürt und an all die für gewöhnlich regelmäßigen Besucher des Seniorencafés verteilt, deren Treffen unter den gegebenen Umständen seit Monaten nicht stattfinden können.

Um besagte Risikogruppen keiner Gefahr auszusetzen, zogen die Ehrenamtler vom Jubb aus durch die Werdener Straßen von einem Wohnhaus zum anderen und verteilten mit ausreichend Abstand die selbstgefertigten Backwaren an die erfreuten Senioren.

Doch nicht allein die älteren Werdener Besucher des Jubb Werden kamen in dieser Vorweihnachtszeit auf ihre Kosten. Unter strengen Hygieneauflagen, wie Maske und Abstandsregelungen konnte die bei den jüngeren Besuchern beliebte Weihnachtsfeier stattfinden. Neben verschiedener Spiele wie dem scharadeähnlichem ““Montagsmaler“ oder der Weihnachtsquizrunde stand auch in diesem Jahr wieder das Weihnachtswichteln auf dem Plan.

Außerdem ordneten die Kinder das vergangene Jahr nach ihren persönlichen Eindrücken ein. Positive Merkmale und Erkenntnisse kamen symbolisch in eine Schatztruhe, alles Negative wanderte in eine Mülltonne. Pluspunkte aus dem Jahr 2020 zogen viele der Teilnehmer aus der gewonnenen Zeit mit der Familie, ein verstärktes Bewusstsein für vermeintlich kleinere Dinge und Ausprobieren neuer Hobbys.

Die Distanz zu Freunden, weniger Kontakt zu Menschen allgemein und die zwischenzeitliche Schließung des Jubb Werden kamen auf die Zettel für den Müll. Uneinig war man sich hingegen bei der zwangsweisen Schließung der Schulen. Dem kritischen Rückblick auf das vergangene Jahr folgte der Blick nach vorne und auf all die Wünsche für 2021. Auf Zettel geschrieben ließen die Kinder und Jugendliche ihre Wünsche im Anschluss an mit Helium gefüllten Ballons nach oben steigen. Apropos: Ganz oben auf deren Wunschliste für das kommende Jahr stand dabei: Gesund bleiben!

Das wünscht das Jubb Werden auch allen Leserinnen und Lesern der Werdener Nachrichten. Halten Sie die Ohren steif und kommen Sie gut in das neue Jahr 2021. Auf dass es zügig besser wird als das vergangene und das Jubb Werden alle Neugierigen und Interessierten mit all den verschiedenen Aktionen so schnell es geht wieder Willkommen heißen kann. Bis zum 10. Januar hält das Jugend- und Bürgerzentrum Werden jedoch vorerst Winterschlaf und bleibt für den Publikumsverkehr geschlossen.

24 Dez.

Schüler des Mariengymnasiums basteln Weihnachtsgrüße für Bewohner des St-Ludgeri-Heims

Schülerin Emilia Sponsel (o. r.) und Schulseelsorger Gregor Lauenburger übergeben gebastelte Karten der Schüler für die Bewohner des Ludgeri-Seniorenheims an Rebecca Schlieper-von Oepen, Mitarbeiterin im Sozialen Dienst (u. l.) und Anna Direktor, Pflegedienstleistung (o. l.).

Marie trifft Ludger: Unter diesem Motto leben Schüler des Mariengymnasiums und Bewohner des St-Ludgeri-Seniorenheims seit Jahren eine lieb gewonnene Tradition. Mindestens einmal im Jahr besuchen Schüler dieser Arbeitsgemeinschaft die Senioren, um diese mit unterschiedlichsten Aktionen zu erfreuen: Gedichte, Konzerte, kleine Aufführungen oder andere kreative Ideen. Und manchmal kommt es auch zum Gegenbesuch: Dann besuchen Zeitzeugen den Geschichtsunterricht oder ein Bewohner-Chor des Seniorenheims überrascht den Musikunterricht mit einer Einlage. In diesem Jahr macht das Corona-Virus ein solches Treffen der Generationen unmöglich. Dennoch haben sich die Schüler etwas einfallen lassen, um den Ludgeri-Bewohnern eine weihnachtliche Freude zu machen.

Kontaktverbote, wie sie wegen der Pandemie herrschen, sind natürlich Gift für solch ein generationenübergreifendes Projekt – zumal die Bewohner des Ludgeri-Heims zur Risikogruppe gehören, für die eine Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders gefährlich ist. Doch es gibt auch andere Methoden, um zu zeigen, dass man gerade in solch schweren Zeiten füreinander da sein und den anderen eine Freude bereiten kann. „Wir haben für die Bewohner Grußkarten gebastelt und bemalt“, sagt Schülerin Emilia Sponsel. Sowohl im Unterricht als auch Zuhause haben die Zwölfjährige und ihre Mitschüler an den kleinen Geschenken gebastelt.
Doch das war noch nicht alles: Auch Videos haben manche Schüler gedreht. Manche trugen weihnachtliche Gedichte vor der Kamera vor, andere wiederum sangen Lieder oder spielten ein kleines Instrumental-Konzert. Am Dienstagmorgen übergaben Emilia Sponsel und Schulseelsorger Gregor Lauenburger die gebastelten Weihnachtsüberraschungen und einen Stick mit den Videos an Mitarbeiterinnen des St.-Ludgeri-Heimes. Diese sollen die Geschenke an die Bewohner weitergeben.

Ihren Ursprung hat diese adventliche Idee übrigens schon in den vergangenen Osterferien: Victoria Dohmen, eine Studentin für Soziale Arbeit, macht ihr begleitendes Praktikum im St.Ludgeri-Heim: Während des ersten Lockdowns kam der ehemaligen Schülerin des Mariengymasiums, die vor zwei Jahren ihr Abitur machte, die Idee, dass Schüler ihrer alten Schule die Bewohner mit Ostergrüßen eine Freude machen könnten. „Die Aktion kam super an“, so Rebecca Schlieper-von Oepen, Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes. „Viele Bewohner wollten den Schülern sogar eine Rückantwort zukommen lassen.“
Und so war, als es zum zweiten Lockdown kam, schnell die Idee geboren, die Ludgeri-Bewohner abermals zu überraschen – diesmal eben mit weihnachtlichen Grüßen. Auch mit Hilfe von Anika Brüggemann von „Caritas macht Schule“, die diese Idee bistumsweit unterstützt, nahm das Projekt Fahrt auf.

Nun muss nur noch überlegt werden, wie die Bewohner die Filmchen, die die Schüler für sie aufgenommen haben, sehen können. Am schönsten natürlich wäre eine Aufführung, die die Bewohner gemeinsam genießen können. Doch wenn dies auch unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht möglich sein sollte, bekommen die Bewohner auch „Einzelvorführungen“. „Wir werden auf jeden Fall Wege finden, damit unsere Bewohner die Videos der Schüler sehen und sich an den Darbietungen darauf erfreuen können“, verspricht Pflegedienstleiterin Anna Direktor.