08 Jan.

Der waddische Jahresrückblick 2020:

Oktober

Herbert Knebel gratuliert den Deutschen Fairtrade-Meistern: Das Mariengymnasium wird beim Nachwuchspreis des Fairtrade Awards mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

„Ich bin keine Heuschrecke.“ Horst Giesen verteidigt sich gegen Kritik an seinen Plänen für das alte Postgebäude an der Hufergasse: Er will als Eigentümer das Haus abreißen und dort und auf dem benachbarten Parkplatz, den er dafür von der Stadt abkaufen will, einen Discounter sowie Studentenwohnungen errichten lassen – die Fassade zur Hufergasse soll dabei erhalten bleiben. Auf Gewinn sei er bei diesem Projekt nicht aus, beteuert der Werdener Unternehmer: Ihm gehe es vor allem um die Belebung der Altstadt.

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi auch den für den 4. Oktober geplanten verkaufsoffenen Sonntag in der Essener Innenstadt verhindert hat, hat der Rat der Stadt Essen die bereits erteilten Genehmigungen für die ursprünglich am 25. Oktober und 29. November geplanten verkaufsoffenen Sonntage in der Werdener Altstadt wieder einkassiert. Nun plant der Werbering am 21. November einen langen Samstag bis 18 Uhr, an dem die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet werden soll.

2020 ist kein gutes Jahr für die Hotelgastronomie – und bislang gibt es keine Aussicht auf Besserung. Corona und die aus der Pandemie resultierenden Bestimmungen machen der Branche schwer zu schaffen. Wie viele Branchen war auch das Hotelgewerbe vom Lockdown betroffen. „Von März bis Ende Juli hatten wir komplett geschlossen“, berichtet Petra Gastgeb, die mit ihrem Mann Helmut seit 1992 das nach ihnen benannte Hotel führt. Seitdem sie wieder die Pforten des Hotels öffnen dürfen, „plätschert es so langsam vor sich hin“, so Gastgeb. Viele Betten in den 15 Gästezimmern bleiben leer.

„Du standst auch hinter unpopulären Entscheidungen der BV und hast diese auch stets selbstbewusst in der Öffentlichkeit vertreten – dazu gehört Rückgrat.“ Mit diesen Worten hat Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk seinen Vorgänger Michael Bonmann während der Sitzung der Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) verabschiedet. Und damit zeigt der Sozialdemokrat Brenk, dass der Christdemokrat Bonmann in dem Stadtteilparlament den Respekt genießen konnte, den dieser in seiner eigenen Partei vermisst hatte. Es ist die letzte Sitzung der „alten“ BV, bevor sich im November die neue Bezirksvertretung IX konstituiert.

„Seit in irgendwelchen Hinterzimmern vor fünf bis sechs Jahren beschlossen wurde, dass eine Kita im Löwental gebaut werden soll, ist die Stimmung zwischen Jugendamt und Bezirksvertretung gereizt. Und hier setzt sich das jetzt fort.“ Michael Bonmann macht seinem Ärger in seiner letzten Sitzung als Bezirksvertreter im Kettwiger Rathaus Luft. Anlass ist die Vorstellung des Sachstandsberichts der Verwaltung zum geplanten Ausbau der Kinderbetreuungsangebote im laufenden Kindergartenjahr. Eigentlich sollte die Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig Bredeney) den Bericht nur zur Kenntnis nehmen. Doch das Stadtteil-Parlament verweigert diese Kenntnisnahme, die doch eigentlich nur Formsache sein sollte.

Fast drei Jahre ist es nun her, dass die Bagger anrollten und die Fassade des Kaiser-Friedrich-Hauses an der Forstmannstraße 27 den Erdboden gleich machte und damit den Abriss des Gebäudes einleiteten, das viele Werdener als prägend fürs Stadtbild ansehen. Zu marode sei das Haus gewesen, um auch nur der Außenfassade den zunächst ausgesprochenen Denkmalschutz zu gewährleisten. Der Eigentümer will ein modernes Mehrfamilienhaus an der Stelle bauen, hieß es damals. Getan hat sich diesbezüglich dort bislang nichts. Die Politik zeigt sich verwundert über den Jahrelangen Stillstand, der auf den hastigen Abriss gefolgt ist.

Junge und werdende Eltern finden in der Propsteistraße 10 bislang einen Ort, indem sie sich gründlich für den neuen, spannenden Lebensabschnitt rüsten können: von Kursen und Workshops zur Geburtsvorbereitung über Yoga-Übungen für Schwangere, Mütter und Kinder und Baby-Fit-Kurse bis hin zu Kursen, die helfen, spielerisch die wachsenden Fähigkeiten des Kleinkinds zu fördern. Für solcherlei Kurse werden Eltern aus Werden Stadt und Land künftig einen weiteren Weg auf sich nehmen müssen – zum 31. Oktober schließt die Elternschule Werden, die Leiterin Beate Jörges geht in den Ruhestand.

Vier Forderungen stehen im Raum für die Beschäftigten von Bund und Kommunen, auf die die Arbeitgeber bisher nicht reagiert haben, so Gewerkschaftssekretär Björn Jadziniski von der Gewerkschaft Verdi: 4,8 Prozent Erhöhung der Tabellenentgelte, mindestens 150 Euro monatlich mehr. Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen künftig 100 Euro mehr erhalten. Dem Aufruf, dafür von Beginn der frühesten Frühschicht bis zum Ende der spätesten Spätschicht zu streiken, kamen auch Beschäftigte der Ruhrlandklinik nach. Bei der Kundgebung versammelten sich 50 Menschen.

84 Kassetten aus dem Nachlass seines Großvaters Prof. Hubert Göbels hat Ludger Hicking-Göbels (r.) an Marc Real für den Werdener Bürger- und Heimatverein übergeben .

84 Kassetten aus dem Nachlass seines Großvaters Prof. Hubert Göbels hat Ludger Hicking-Göbels an Marc Real für den Werdener Bürger- und Heimatverein übergeben: Rappelvoll sind sie mit Aufnahmen der Kommomend-Treffen der 1980er bis Mitte 1990er Jahre. „Mein Großvater war einer der letzten, die Waddisch als Muttersprache gesprochen haben“, berichtet Hicking-Göbbels.

Zwischen den dunkelbraunen Fachwerk-Balken, die die Vergangenheit einer traditionellen deutschen Gastwirtschaft atmen, weht ein Duft von Räucherstäbchen umher, der den indisch anmutenden Wandteppich und passend mit riesigen Kissen ausgestatteten Sitzecken umspielt. Aus den Lautsprechern tönen lateinamerikanische Rhythmen – wer sich in die Rittergasse 25 begibt, der kann mitten in Werden eine kleine Weltreise unter einem Dach machen. Reiseführerin ist Siri Meder: Die 29-Jährige eröffnet hier am 1. Oktober ihr „Mondcafé“.

Eigentlich könnte Funda Malca jetzt Lehrerin an einem Gymnasium sein – denn studiert hat sie auf Lehramt für die Sekundarstunde II. Doch stattdessen steht sie nun hinter der Theke ihres eigenen Cafés. Denn vor zweieinhalb Jahren kam ihre Tochter zur Welt. Spätestens da hat sie erkannt: Auch beruflich wird sie nicht glücklich, wenn sie sich an junge Erwachsene wendet. Und so stehen nun Kinder für sie im Mittelpunkt. Sie hat ein neues Familiencafé in Werden eröffnet. „Kinder dürfen ihre Eltern gerne mitnehmen“, lächelt ihr Mann Ayhut Malca.

Wechsel beim Essen-Werdener Ruderclub (EWRC): Seit dem 3. Oktober kümmert sich eine neue Crew um die Gäste der öffentlichen Gastronomie des Vereins am Baldeneysee. Drinnen stehen ein gemütlicher Gastraum für lukullische Genüsse und ein zünftiges Sportlerbier bereit. Draußen lockt eine großzügige Terrasse mit herrlichem Ausblick auf den See.

Der Partnerschaftsgottesdiens, ins Leben gerufen vom Beirat für Ökumene und Partnerschaften im Kirchenkreis Essen, war sehr gut besucht. Die Sängerin Chioma Igwe und das Vokalensemble unter der Leitung von Sabine Juchem in der Evangelischen Kirche begeisterten und berührten

Immer noch wissen viele Menschen nicht, was Hospizarbeit und palliative Versorgung für schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen tun können. Jeder zweite Samstag im Oktober ist Welthospiztag, initiiert durch die „Worldwide Hospice and Palliative Care Alliance“ und unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein offenes Ohr und Zeit zum Zuhören gibt es bei der ungewöhnlichen Aktion der „Gesprächsbänke“. Am 10. Oktober sitzen von 10 bis 13 Uhr ehrenamtliche Hospizbegleiter auf Bänken und warten auf Gesprächspartner: In Werden warten die Zuhörer am Kräutergarten, auf dem Brehm, an Luciuskirche und Evangelischer Kirche sowie an der Ecke Grafenstraße / Hufergasse.

Graffiti sorgt stets für Diskussionsstoff: Für die einen sind die öffentlichen Wandmalereien ärgerliches Geschmiere, für die anderen ein wichtiger Teil von Jugendkultur. Auch bei den Werdener Nachrichten gingen in den vergangenen Tagen Beschwerden ein über die frischen Sprühereien, die jüngst nicht nur unter der Gustav-Heinemann-Brücke, sondern auch auf dem neben gelegenen Treppenaufgang vom Ruhrufer prangen. Der Werdener Künstler Ulf Lorenz verteidigt die Graffiti – nicht nur, dass sie an dieser Stelle legal seien, sie seien auch wichtig, findet er: „Jugend braucht Freiraum.“

St. Kamillus und Jona wollen in Zukunft „ökumenisch Kirche sein“. Im ökumenischen Gottesdienst in der Jonakirche unterzeichnen die Gemeinden festlich ihre ökumenische Partnerschaftsvereinbarung, die der Gemeinderat von St. Kamillus, der Pfarrgemeinderat von St. Ludgerus und das Presbyterium der Jona-Gemeinde nach intensiven Beratungen beschlossen haben.

Lange sah es so aus, als würde das Projekt Bücherschrank auf die lange Bank geschoben werden. Doch zwei Jahre, nachdem Herbert Schermuly von der CDU Werden die Initiative angestoßen hatte, wurde der Schrank im vergangenen Frühjahr endlich aufgestellt. Nun hat die Stadt auch auch eine Sitzbank neben dem Bücherschrank, den die Bücherfreunde Werden hegen und pflegen, aufgestellt. So kann man sich gleich vor Ort in neuen Lesestoff versinken.

Herbert Knebel gratuliert den Deutschen Fairtrade-Meistern: Das Mariengymnasium wird beim Nachwuchspreis des Fairtrade Awards mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Für das Mariengymnasium nahmen Lehrerin Katja Schneider (2. v. r.) und drei Schülerinnen ihres Fairtrade-Kurses aus der Hand von dem in Werden lebenden Kabarettist Uwe Lyko alias Herbert Knebel (r.) Urkunde, Siegerplakette und den Gewinnerscheck in Höhe von 1000 Euro in Empfang

„Ihr habt gelesen, bis der Arzt kommt“, formulierte es Stefanie Rhein, die mit dem Kinderpalliativ-Netzwerk zu den Beschenkten der Marienschüler gehörte. Das Charitylesen „Kinder helfen Kindern“ fand einen festlichen Abschluss. Tobias Schultz führte durch die Veranstaltung und machte auch „auf Abstand“ fröhliche Stimmung und Ellenbogengruß für die Sechst- bis Achtklässler. „Das ist auch beim vierten Mal ein voller Erfolg“, stellte er fest. Es motivierte auch in diesem Jahr wieder viele Schülerinnen und Schüler dazu, für den guten Zweck zu lesen und pro gelesener Seite einen gewissen Betrag zu spenden. Insgesamt lasen die Schüler 149 997 Seiten. Dadurch kamen Spenden in Höhe von 7896,50 Euro zusammen. Aufgerundet 8000 Euro wurden aufgeteilt auf: 4000 Euro an das Selbstlernzentrum und 4000 Euro an das Kinder-Palliativ-Netzwerk Essen.

Bei „Gefangen in der Welt der Würfel“ geht es um packende Geschichten, die in der Welt der Videospiel-Reihe „Minecraft“ spielen. „Zwei junge Gamer werden in das Spiel gezogen und versuchen alles, um wieder herauszukommen“, erklärte Fabian Lenk den 16 Schülern der Ludgerusschule, die ihn in der Stadtbibliothek bei einer Autorenlesung erleben durften.

Das Sommersemester verlief vollkommen anders als vorhergesehen, denn die Coronapandemie machte viele Neuplanungen erforderlich und zog große Veränderungen nach sich. Welche Erfahrungen Studierende der Folkwang-Universität der Künste mit den zunächst unbekannten Studienbedingungen gemacht haben und welche Vorstellungen sie daraus für die weitere Organisation des Studienablaufs haben, schildern drei von ihnen in einem Interview mit den Werdener Nachrichten. „Über digitale Projekte konnte ich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen im Ausland in Kontakt sein, ich vermisse den persönlichen Uni-Alltag aber sehr“, berichtet etwa Mihajlo Milosev, der im ersten Semester des Masterstudiengangs Professional Performance studiert.

Auch mit dem Folkwang-Uni-Rektor Andreas Jacob, der jüngst für vier weitere Jahre im Amt bestätigt wurde, haben die Werdener Nachrichten über die Erfahrungen aus dem vergangenen Semester gesprochen – und über das was Studenten und Dozenten im kommenden Halbjahr bewältigen müssen. Seine Prognose: „Es wird sich hoffentlich langsam alles wieder zurechtrücken. Bis alles wieder normal läuft, wird es aber wohl noch zwei Jahre dauern.“

Der kleine Raum im „Jubb“ bietet den Jazzkonzertbesuchern so viel Platz wie sonst nicht, denn nach der Sommersaison sind die Konzerte von draußen wieder nach innen gezogen und die Saalenge hat Abstand Platz gemacht. „Wir haben wegen Corona statt der vorhandenen 60 Plätze 30 vergeben“, begrüßte Hausleiter Gerd Dubiel das Publikum. Die Jazzfreunde vernehmen begeistert die Musik, die vornehmlich in den 1960er Jahren komponiert war und von einer Band, die Jan Bierther für das Konzert zusammengestellt hat, mit viel Klangfreude gespielt wird.

In der Evangelischen Kirche Werden findet ein ganz besonderes Konzert statt: Ein Auftritt des Leipziger A-Cappella Vokalensembles „Sjaella“. Zum Konzert haben sich – natürlich unter den vorgeschriebenen Hygienebedingungen – zahlreiche Menschen erwartungsvoll eingefunden, und sie werden mehr als belohnt. Es sind bewegende und zeitlose Themen, die in diesem Konzert zum Ausdruck kommen: der Frieden, dieWunder der Natur und die Liebe.

„Fehler sind Schritte auf dem Weg zum besser werden“, erklärt Alexandra Völker im Jugend- und Bürgerzentrum Jubb einer jungen Zeichnerin, während sie ihr beim Korrigieren der Linienführung ihres Mangas hilft, um den Charme ihrer gezeichneten Figur deutlicher hervorzuheben. Und sich im nächsten Schritt allen Kindern zuzuwenden, um sie zu ermuntern: „Die meisten Zeichenanfänger haben anfangs Schwierigkeiten beim Zeichnen lernen. Das ist nicht schlimm – es ist normal.“ Im Jubb haben sich 15 Kinder zusammengefunden, um an diesem schönen Herbstsamstag Manga-Zeichnen zu lernen. Sie lauschen gebannt den Ausführungen ihrer Kursleiterin.

Mit einem Marathon an Lesungen kreuz und quer durch Deutschland stellt die französische Autorin Zelba ihr neuestes Werk vor. Übrigens ihr erstes, das auf Deutsch veröffentlicht wurde. Die frühere Spitzensportlerin hat die autobiografische Graphic Novel „Im selben Boot“ verfasst. In ihrer Wahlheimat ist Zelba eine bekannte Comic-Künstlerin sowie eine gefragte Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern. Nun steht sie im Clubhaus des Ruderclubs am Baldeneysee. Ihr Heimatverein. Hinter Zelba versteckt sich die Ruderweltmeisterin Wiebke Petersen: „Meine ersten Bücher wurden noch unter meinem richtigen Namen veröffentlicht. Doch die Franzosen konnten meinen Namen partout nicht aussprechen. Also musste ein Pseudonym her.“

Nun hat es die Löwentaler doch erwischt. Nach einem phänomenalen Auftakt von fünf Pflichtspielsiegen mit Toren fing sich der SC die erste Saisonniederlage. Gegen TSV Ronsdorf reicht es nur für ein 1:2.

Die in der Coronazeit später gestartete und reduzierte Medenspielsaison endet für den TC Am Volkswald äußerst erfolgreich. Von 15 Mannschaften gingen elf an den Start, für die es vom 13. Juni bis 25. September in 36 Spielen 19 Siege und acht Unentschieden gab, bei neun Niederlagen.

Nach drei Auswärtsspielen in Folge, ein Heimspiel wurde verlegt, trat die Werdener Tischtennis-Landesligamannschaft zum ersten Mal in dieser Saison in heimischer Umgebung an. Doch während in den Auswärtsspielen akzeptable Ergebnisse und Leistungen erreicht wurden, war die 3:9-Niederlage schon eine Enttäuschung, mit der eigentlich niemand gerechnet hatte.

Ohne vierstellige Läuferzahlen und ohne Zuschauer – aber zumindest mit einem starken Symbol: So soll der 58. Marathon „Rund um den Baldeneysee“ des Tusem Essen trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Eine Gruppe von circa fünf Marathon-Läufern geht um 10 Uhr an den Start, gefolgt von einer Handvoll Staffel-Läufern, einer Promi-Staffel, die Spenden für die Aktion Lichtblicke erläuft und circa fünf Seerunden-Läufern. Das alles auf einer corona-gerechten und neu vermessenen Strecke rund um den Baldeneysee, die ohne jegliche Straßensperrung auskommt.

07 Jan.

Mit den Grünen auf Testfahrt im neuen Quartiersbus

Seit heute rollen die neuen Kleinbus-Linien durch Werden Stadt und Land

Grüne auf Tour: Hildegard Demmer, Fabian Griechen, Ludger Hicking-Göbels, Udo Steinhauer, Hildeburg Hess-Steinhauer und Rolf Fliß vorm neuen Quartiersbus.

Klein und gelb winden sie sich auch durch enge Gassen des Werdener Landes: Seit heute morgen rollen die neuen Quartiersbusse durch Werden, Fischlaken und Heidhausen. Vertreter der örtlichen Grünen steigen gleich am Tag Eins ein zur Testfahrt – und zeigen sich nach einer halben Stunde Fahrt im neuen 192er begeistert: „Das könnte ein Vorläufer sein für die Verkehrswende in den Stadtteilen“, frohlockt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ludger Hicking-Göbels.

Kurz vor der Abfahrt um 11.45 Uhr steigt die kleine Delegation, bestehend aus den frisch gebackenen Bezirksvertretungs-Mitgliedern Fabian Griechen und Hildeburg Hess-Steinhauer, dem Fraktionssprecher Ludger Hicking-Göbels, dem Koordinator der grünen Stadtteilgruppe in der Bezirksvertretung IX Udo Steinhauer und dem stellvertretenden Bürgermeister Rolf Fliß, ein – eben zu einer Zeit, in der nicht zu viele Fahrgäste unterwegs sein dürften. Denn in dem Kleinbus mit seinen 14 festen und fünf Klappsitzen will man gerade in Corona-Zeiten nicht unnötig vielen Fahrgästen Platz wegnehmen. BV-Kollegin Hildegard Demmer nimmt zur gleichen Zeit den 182er, der dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung fährt.

Der Rest steigt in den 192er und verteilt sich auf die hinteren Sitzplätze. Noch sind die Grünen – neben den beiden mitfahrenden Journalisten – die einzigen Fahrgäste. Gerade der vordere Bereich des Busses wirkt recht geräumig, hier ist vor allem Abstellfläche für Kinderwagen und Rollstühle vorhanden. „Kann man hier auch Fahrräder mitnehmen?“, erfüllt Ludger Hicking-Göbels mit dieser Frage sofort das Klischee eines Grünen-Politikers. „Es gelten die normalen Beförderungsbedingungen“, entgegnet Rolf Fliß, der sich als Grüner natürlich ebenfalls gut mit Drahteseln auskennt und als Ruhrbahn-Aufsichtsratsmitglied auch noch Experte darin ist, was im hiesigen öffentlichen Nahverkehr geht und was nicht. „Wenn Platz ist, können Fahrräder mitgenommen werden, Kinderwagen haben Vorrang“, ergänzt er.

Grüne auf Testfahrt.

Doch bei dieser Fahrt steigen weder Rad- noch Rollstuhlfahrer ein, auch Kinderwagen brauchen keinen Platz. Stattdessen schreiten zwei Damen mit einem Kind am Werdener Markt durch die vordere Flügeltür, die sich an jeder Haltestelle, an der jemand ein- oder aussteigen will, langsam, aber dennoch schwungvoll öffnet. „Dann wollen wir uns mal den neuen Bus angucken“, sagt eine der Frauen. Etwas neues ist auch immer zunächst einmal eine Attraktion.

Der Bus rollt weiter über Klemensborn, vorbei an der Jugendherberge und an der Grünen Harfe – hier werden bei dem einstigen vordersten Kämpfer der Bürgerinitiative, die der umstrittenen Neubebauung Grenzen setzen wollte, sicher Erinnerungen wach. Die – nun ja – sehr individuelle Bauweise der Häuser löst immer noch Kopfschütteln beim heute ersten Grünen im Bezirk IX aus. „Wir wollten mit der Initiative ja eine Gestaltungssatzung durchsetzen“, so Hicking-Göbels. Hat augenscheinlich nicht geklappt.

Apropos nicht geklappt: „Unser ursprünglicher Wunsch war es, dass der Ortsbus durch die Spillheide fährt, direkt durch die Wohngebiete“, so Hicking-Göbels. Doch das habe nicht wegen der wechselseitigen Parkplätze funktioniert. Zu eng wäre dies auch für den wendigen Quartiersbus, wie der Ortsbus nun offiziell heißt, geworden. „Das kommt davon, wenn man bei Verkehrsplanungen nur an Autos denkt, aber nicht an den öffentlichen Nahverkehr.“

Und auch so wird es noch richtig eng für den kleinen gelben Flitzer. Wenn etwa in Richtung Hildegrimstraße links Wagen an Wagen im Halteverbot parkt und auf der rechten Seite an Paketdienst-Lieferwagen hält, dann muss der Ruhrbahn-Fahrer schon Geschick beweisen im Lenken. Ein normal großer Bus wäre hier wohl nicht durchgekommen. Dass der Quartiersbus 50 Zentimeter schmaler ist als herkömmliche Busse, zahlt sich hier aus. „Es ist ein Lernprozess“, so Hicking-Göbels mit Blick auf die Parker, die dem Bus das Durchkommen erschweren. Den Fahrplan hält der Bus trotz der kleinen Schwierigkeit gut ein.

Ganz schöne Steigungen hat der Bus zudem zu meistern. „Ein Elektromotor hätte auf dieser Strecke wohl seine Schwierigkeiten gehabt“, kommentiert Fabian Griechen eine im Vorfeld diskutierte umweltfreundliche Idee, die wieder zu den Akten gelegt wurde .Nun muss ein – immerhin moderner – Dieselmotor die Arbeit leisten. Umweltfreundlicher als die großen ist der gerade mal 8,5 Meterlange Bus aber allemal unterwegs.

Zwischenzeitlich füllt sich der Quartiersbus mit regulären Fahrgästen. Darunter ein Herr, der „Am Schwarzen“ dazusteigt und schnell mit den Fahrgästen im hinteren Teil ins Gespräch kommt. Auch er zeigt sich begeistert vom neuen Nahverkehrs-Angebot: „Super“ sei der Quartiersbus. „Viel praktischer als die alten Busse. Für die wird es in Richtung Pastorsacker richtig eng. Und dass er alle 20 Minuten kommt und nicht nur jede halbe Stunde wie der frühere Bus, ist schon eine starke Verbesserung.“

Die grünen Mitfahrer nicken. Der kürzere Takt, aber auch die flotte Fahrtzeit von den Wohnquartieren in Werden Land ins Stadtzentrum und zum Bahnhof machen das Angebot zu einer echten Alternative, sind sie überzeugt. „Ich denke, viele werden es sich genau überlegen, ob sie sich die Parkplatzsuche zumuten müssen, wenn sie auch in fünf Minuten mit dem Bus in die Altstadt fahren können“, sagt etwa Hildeburg Hess-Steinhauer. Zufrieden merkt sie an, dass auch einige Menschen mit Einkaufstrolleys eingestiegen sind. „Der Anschluss an die S-Bahn ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt“, ist sich Udo Steinhauer sicher. Der zugestiegene Herr ist indes an seiner Zielhaltestelle, der Hildegrimstraße, angekommen und verabschiedet sich, sichtlich zufrieden mit der kurzen wie bequemen Fahrt.

Nahe der Haltestelle Pastorsacker begegnet der 192er seinem Zwilling, dem 182er – auch er sieht gut gefüllt aus. „Vor allem am Werdener Markt wurde es voll“, berichtet Hildegard Demmer im Anschluss. „In den Wohnvierteln hat es sich dann nach und nach etwas ausgedünnt.“ Wichtig sei, wenn die Schule wieder starte, darauf zu achten, ob in Kernzeiten zusätzliche Angebote notwendig seien, vielleicht in Form von E-Fahrzeugen, regt sie an.

An der Werdener Brücke beenden die beiden Damen mit dem Kind ihre Rundfahrt. Draußen nehmen sie mit dem Handy noch ein Foto vom gelben Mercecdes-Kleinbus Typs Sprinter City 75 auf – die Jungfernfahrt will festgehalten werden.

Nach ziemlich genau einer halben Stunde beendet der Quartiersbus da, wo er seine Fahrt begonnen hat, die Runde. Die Grünen Testfahrer zeigen sich zufrieden: „Probefahrt gelungen“, merkt Rolf Fliß an, „man sitzt sehr angenehm.“ Er sieht in dem neuen Quartiersbus-Angebot einen „wichtigen Baustein zum Modal Split vier mal 25.“ Damit bezeichnet die Stadt Essen ihre zur Grünen Hauptstadt auferlegte Selbstverpflichtung, den Anteil der Verkehrsteilnehmer Auto, Radfahrer, Bus und Bahn sowie Fußgänger auf jeweils 25 Prozent zu verteilen. Seit Jahrzehnten hat da nämlich das Auto unangefochten die Frontstoßstange vorn.

Auch der 182 rollt neu durch die Quartiere.

Ludger Hicking-Göbels, der sich beim Aussteigen noch beim Fahrer mit einem kleinen Präsent bedankt, sieht in dem Quartiersbus ein Modell, das sich „toll in andere Ortsteile übertragen lässt, wenn die Werdener das Angebot annehmen“. Er nimmt sogleich weitere Bausteine der Werdener Verkehrswende ins Visier: „Als nächstes wünschen wir uns eine sukzessive Bewirtschaftung des Platzes der Werdener Feintuchwerke.“ Soll heißen: Das Parken dort soll nach dem Willen der Grünen künftig nicht mehr gratis sein. Dies soll aber freilich nicht geschehen, ohne weitere Angebote zum Umsteigen zu schaffen: „Wir sollten mit Arbeitgebern sprechen, um Dinge zu realisieren wie Firmentickets oder ein Fahrradparkhaus auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke“, so der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Zum Beispiel Mitarbeiter der Kliniken oder der Folkwang-Uni könnten dann in solch einem Fahrradparkhaus insgesamt 60 bis 80 Räder wettergeschützt unterstellen, beschreibt er seine Vorstellung.

Doch zunächst geht es darum, vielleicht noch an Details in Sachen Quartiersbus zu feilen, Die bessere Anbindung der Ruhrlandklinik ist so ein Detail, das ja inzwischen erreicht ist: Ab April soll der 190er-Quratiersbus auf einem neuen Linienweg auch eine Schleife zum Heidhauser Platz fahren, um dort Umsteigemöglichkeiten zu bieten und die ländlicheren Gefilde besser anzubinden.

Verbesserungsbedarf sieht Hildeburg Hess-Steinhauer noch in Sachen Barrierefreiheit. „Mit einem Einkaufstrolley ist gerade der Ausstieg nicht immer ganz einfach“, hat sie beobachtet. Der Abstand zwischen Ausstieg und Bordsteinkante ist zuweilen doch recht groß. Zwar lässt sich bei Bedarf für Rollstuhlfahrer eine Rampe ausfahren, aber „Absenken, um den Abstand schnell zu verringern lässt sich der kleine Bus nicht so leicht wie die großen“, so Rolf Fliß. Abhilfe könnte da schaffen, die Bordsteine an betreffende Haltestellen zu erhöhen. „Vielleicht kann die BV das finanzieren. Vier Grüne Bezirksvertreter, die diese Idee in eine der nächsten Sitzungen hineintragen könnten, haben da aufmerksam die Ohren gespitzt.

Seine Ohren spitzen muss man auch, wenn man seine Haltestelle nicht verpassen will, denn bei der Testfahrt hat der dafür vorgesehene Monitor noch nicht die Haltestellen angezeigt. Dafür sagt eine weibliche Computerstimme an, wo der Bus als nächstes hält. Vielleicht, regt ein Mitfahrer an, könnte man ja den ein oder anderen prominenten Bewohner aus Werden, Heidhausen oder Fischlaken dafür gewinnen, die Haltestellen einzusprechen. Manch ein Fan will dann aber eventuell gar nicht mehr aussteigen – boah, glaubse?

07 Jan.

Zwei Verletzte nach Unfall mit Fahrerflucht

Bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Heidhauser Straße/Hammer Straße wurden am Dienstagabend ein 12-Jähriger und eine 43-Jährige schwer verletzt. Die Fahrerin flüchtete vom Unfallort. Dank eines Zeugen konnte die Polizei sie jedoch ausfindig machen.

Als die 30-jährige Fahrerin eines braunen Hyundai von der Heidhauser Straße in Richtung Velbert an der Hammer Straße nach links abbiegen wollte, übersah sie vermutlich die Frau und den Jungen, die Hand in Hand die Hammer Straße bei Grünlicht überquerten. Der Wagen erfasste den 12-Jährigen – und möglicherweise auch die 43-Jährige -, woraufhin beide stürzten. Beide wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Fahrerin flüchtete, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Ein anderer Autofahrer, der den Unfall beobachtet hatte, merkte sich das Kennzeichen und half so den zu Hilfe gerufenen Polizisten, sofort die Halterin des Hyundai zu ermitteln. Die Polizei stellte ihren Führerschein sicher und ermittelt nun unter anderem wegen Fahrerflucht.

07 Jan.

Werdener Nachrichten können auch in dieser Woche nicht erscheinen

Liebe Leserinnen und Leser,

der Hackerangriff auf die FUNKE Mediengruppe, zu der auch die Werdener Nachrichten gehören, dauert an. Daher kann auch die nächste Ausgabe der Werdener Nachrichten, die am 8. Januar geplant war, nicht erscheinen.
Wir entschuldigen uns abermals für die Unannehmlichkeiten und bitten um Verständnis.


Betroffen vom Angriff sind zahlreiche Computersysteme im gesamten Bundesgebiet – auch unsere Redaktion und unser Druckhaus.

Die FUNKE Mediengruppe setzte nach dem Angriff sofort eine Taskforce aus Technik-Experten ein, die seitdem unter Hochdruck nach Lösungen sucht. Auch Staatsanwaltschaft und Datenschutz-Behörden sind eingeschaltet, das Landeskriminalamt leitet die Ermittlungen.

Um weitere Schäden an der Technik zu verhindern, wurden sämtliche IT-Systeme heruntergefahren. Damit sind alle Redaktionssysteme und die gesamte Technik für die Zeitungsproduktion ausgeschaltet, ein ansatzweise normales Arbeiten ist aktuell nicht möglich.

Auf waddische.de versorgen wir Sie weiter mit aktuellen Berichten aus Werden Stadt und Land.

Wir hoffen, Sie so schnell wie möglich in gewohnter Qualität mit den “Werdener Nachrichten” versorgen zu können.

Ihre Redaktion der Werdener Nachrichten.

07 Jan.

Der waddische Jahresrückblick 2020:

September

Im Chorraum vor den Altarstufen stand auch bei diesem Ludgerusfest der Schrein mit den Reliquien des Heiligen. Die Festmesse feierten mit den Gläubigen Propst Jürgen Schmidt, Altabt Laurentius Schlieker und Bischof Franz-Josef Overbeck (v.l. am Altar stehend).

Die Jugendlichen im Jubb hatten sich den Bezirksbürgermeister und seine Vertreter eingeladen. Von dem Ergebnis waren sie begeistert. Einer glaubte, seine Bitte nach mehr Bussen habe sofort gefruchtet: „Moni, schon am nächsten Tag war der zweite E-Bus da – den Mann werde ich wählen“, strahlte ein Jugendlicher nach der Sprechstunde, die im Jugend- und Bürgerbegegnungszentrum (Jubb) stattfand. Auf dem Podium: Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk (SPD), zu seiner rechten Seite Ludger Hicking-Göbels (Die Grünen) und zur linken Michael Nellessen (CDU).

Überraschungen gab es keine bei der Kommunalwahl in Essen. Wie von vielen Beobachtern erwartet konnte Thomas Kufen auf Anhieb sein Amt als Oberbürgermeister verteidigen: 54,27 Prozent reichten, um seine Herausforderer eindrucksvoll in die Schranken zu weisen. Auch im Rat kann Kufens CDU die Spitzenposition verteidigen: 34,45 Prozent, knapp 3 Prozent mehr als bei der letzten Kommunalwahl 2014, reichen für 30 Sitze. Drei davon nehmen Vertreter für Werden Stadt und Land ein. Die CDU gewinnt in Werden Stadt und Land alle Direktmandate, die SPD muss sich hinter den Grünen mit dritten Plätzen begnügen.

Große Gewinner bei der Wahl der Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) sind die Grünen: Sie konnten im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 satte 8,66 Prozent hinzugewinnen und kommen nun auf 21,58 Prozent. Die übrigen bislang in der BV vertretenen Parteien müssen Einbußen hinnehmen: Zwar hat die CDU mit 42,05 Prozent der Stimmen am meisten Wähler auf sich vereinigt, jedoch hat sie damit 3,25 Prozent ihrer Wähler verloren. Noch stärker sind die Verluste bei der SPD: Sie kommen nur auf 19,12 Prozent der Stimmen und damit auf 5,48 weniger als noch 2014. Die FDP kommt auf 4,71 Prozent der Stimmen, 1,79 weniger als 2014.

Offen ist noch die Frage nach dem neuen Bezirksbürgermeister. Einen Kandidaten will die CDU bislang noch nicht benennen. Nur eins ist klar: „Ich werde es nicht machen“, sagt Hanslothar Kranz – trotz seines Listenplatz 1, den er erhalten habe, weil er eines der bekanntesten Gesichter sei. Für die Grünen steht indes fest, dass einer der stellvertretenden Bürgermeister aus ihrer Mitte kommen sollte.

Das Ludgerusfest wird am Sonntag um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt gefeiert. Abt em. Laurentius Schlieker und Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck werden es halten. In der Zeit zwischen 12 und 17 Uhr kann der Schrein mit den Reliquien des heiligen Ludgerus im Chorraum der Basilika verehrt werden. Jeweils zur vollen Stunde sprechen die Mitglieder des Pastoralteams kurze Gebete und geistliche Texte. Um 18 Uhr findet eine feierliche Vesper statt. Für beide Feiern besteht in der Basilika eine begrenzte Platzkapazität, diese ist erschöpft. Um einem weiteren Kreis die Mitfeier des Pontifikalamtes zu ermöglichen, wird der Gottesdienst per Livestream über www.bistum-essen.de und www.domradio.de übertragen.

Wer sich am Sonntag auf einen gemütlichen Shopping-Spaziergang durch Werdens Altstadt gefreut hat, dem hat Verdi einen Strich durch die Rechnung gemacht: Erst am Freitag zuvor hatte die Dienstleistungs-Gewerkschaft eine Klage beim Oberverwaltungsgericht zum verkaufsoffenen Sonntag eingereicht – und bereits am Nachmittag desselben Tages wurde der Klage stattgegeben. Lange Gesichter bei den Kaufleuten und beim Werdener Werbering sind die Folge – und die zwei verkaufsoffenen Sonntage, die für dieses Jahr eigentlich noch geplant sind, stehen nun auf der Kippe.

„Genieß dein Leben!“ Diesen Ratschlag hat Kirstin Drichel von einer Freundin erhalten, die an Krebs erkrankt war. „Das Problem: Ich habe insbesondere im vergangenen Jahr festgestellt, dass der Werbering für mich immer mehr zum Stressfaktor wurde“, berichtet sie den Werdener Nachrichten. Darum ist sie am Sonntag mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt als zweite Vorsitzende des Werdener Werberings zurückgetreten.

Corona hat mit dem Werdener Bollerwagenumzug ein weiteres prominentes Opfer: Der Förderverein hat den Umzug fürs kommende Jahr nun abgesagt. Damit fällt der närrische Höhepunkt der Altstadt zum zweiten Mail in Folge aus: In diesem Jahr sorgte eine Sturmwarnung dafür, dass die Bollerwagen in den Schuppen blieben. „Die Sicherheitsauflagen zu Coronazeiten sind für uns nicht zu erfüllen“, so willi Hagemann, zweiter Vorsitzende des Fördervereins. Immerhin: Finanziell ist ist man noch gut aufgestellt: „Wir hatten in 2019 nur geringe Ausgaben, so dass die restlichen Spenden noch auf unserem Konto ruhen“, informiert er in einem Schreiben an die Mitglieder. „Wir freuen uns auf eine Zeit mit erfreulicheren Nachrichten, denn trotz und alledem – zum Trübsal blasen sehen wir keinen Grund, wir singen und lachen und bleiben gesund!“ Das Sessions-Motto gelte noch: „Essen – Wir halten zusammen“.

Bei der Diskussion um die Wiederkehr Aldis nach Werden dreht sich vieles um Parkplätze, um den Abriss eines schützenswertes Gebäudes – aber es geht auch um ein gutes Stück Kultur, das sich seit 15 Jahren in der Altstadt befindet. Denn sollte das alte Postgebäude an der Heckstraße abgerissen werden, verliert auch die Werdener Musikschule seine Heimat.

Der Bagger ist angerollt auf dem Areal im Löwental 19, auf dem die Stadt eine Kita errichten möchte. Das ehemalige Asylbewerberheim ist inzwischen verschwunden, das Baufeld wurde hergerichtet. Laut Stadt Essen haben die Bauarbeiten bereits letzte Woche begonnen. Auf dem Gelände wird nun eine Kindertagesstätte unter Trägerschaft des Diakoniewerks Essen für etwa 70 Kinder in vier Gruppen entstehen, berichtet die Stadt. Davon soll jeweils eine Gruppe für unter und über Dreijährige sowie zwei altersgemischte Gruppen entstehen. Für die drei Kastanien, die im Zuge der Bauarbeiten vorab weichen mussten, sind Ersatzpflanzungen geplant.

Horst Jürgen Lippold von der Frittenschmiede versteht die Welt nicht mehr: „Der Lockdown war das eine, dann war noch ein Mitarbeiter erkrankt, und wir schlossen bis zur Gewissheit, dass alle gesund sind.“ Aber dann wurde ihm die Baustelle samt Halteverbot vor die Türe gesetzt. Er sei darauf angewiesen, dass die Kunden sein Schild sehen und sich spontan entscheiden, eine Tüte Fritten mit auf den Weg zu nehmen. Die Verkehrsführung an der Baustelle, die seit dem 23. August mit Ampel einspurig an seinem Laden vorbei führt, lässt diese spontane Entscheidung nicht zu. Das Schild, das auf einen Parkplatz hinter dem Haus hinweist, ist schnell übersehen. Einen Tag später wird alles wieder abgebaut – nur die Halteverbotschilder bleiben stehen.

Manche Schüler dürften aufatmen: Die Maskenpflicht in den Klassenräumen gehört der Vergangenheit an. Dennoch wird die Mund-Nase-Bedeckung noch auf unbestimmte Zeit zum Schulalltag gehören – auch im Werdener Gymnasium. So findet es Rektorin Felicitas Schönau wichtig, dass die Maskenpflicht auf den Schulhöfen und in den Gängen bestehen bleibt – „schon als Zeichen dafür, dass wir uns in einer Pandemie befinden.“ Die Maske habe sich schnell etabliert, Lehrer und Schüler hätten sich mit der Situation gut arrangiert, lobt Schönau. „Und das trotz der Hitze.“ Wenngleich es einzelnen schon schwer gefallen sei und deshalb auch hin und wieder Klagen kamen: Die Disziplin sei groß gewesen. Am Montag veröffentlichte die Schulleiterin nach vielen Gesprächen eine Mahnung, den Mund-und-Nasen-Schutz freiwillig weiter zu tragen.

„Vorhang“ auf“ im Werdener Gymnasium gab es in diesem Jahr unter freiem Himmel.

Bereits wenige Wochen nach Schulbeginn heißt es am Werdener Gymnasium auch in diesem besonderen Schuljahr wieder „Vorhang auf – Bühne frei” am 24. September. Nach dem Motto „Tanz, Musik, Spiel und Spaß für kleine und große Leute” lädt die Traditionsschule zu einer Aufführung ein, bei der die verschiedenen Kunstrichtungen der Schule Ausschnitte ihrer Programme zeigen. Tänze, musikalische Darbietungen, Texte aus dem Unterricht sorgen für Kurzweil und Vergnügen. Den Vorhang muss man sich allerdings diesmal denken; denn die Veranstaltung findet im Freien statt, auf dem Schulhof A vor dem Hauptgebäude.

Eine spannende Entdeckung in Werden vermeldet die Essener Stadtarchäologie: Ein Kanal vermutlich aus dem 18. Jahrhundert ist bei Bauarbeiten am Boden im Hof zu den Domstuben aufgetaucht.

Seit 73 Jahren schon gibt es die Werdener Nachrichten in gewohnter Papierform, ab sofort kann man die „Waddische“ jedoch auch digital lesen: Als E-Paper kommt die vollständige Ausgabe der Werdener Nachrichten Woche für Woche aufs Laptop, Handy, Computer oder Tablet.

„Ich glaube an eine unvorstellbare Kraft“: Conrad Schlimm glaubte, den Krebs bekämpft zu haben. Nun tritt er für die Ehre des Hospiz Werden ein. Mit den Lesern der Werdener Nachrichten teilt er eine bewegende Innenansicht seiner Situation.

Auf der Suche nach einem Raum für ihre musikalische Praxis hatten die beiden Folkwangstudentinnen Mariana Hernandez und Itxaso Etxeberria im Bürgermeisterhaus in der Zeit der Coronaschließungen eine Heimat gefunden. Aus Dankbarkeit boten sie an: „Wir möchten ein Benefizkonzert fürs Bürgermeisterhaus geben.“ Das hatte Geschäftsführer Carsten Linck sich nicht zweimal sagen lassen.

„Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen“, sagt der Veranstalter Frank Brügma einleitend. So war beispielsweise eine Anmeldung per E-Mail erforderlich. Für das ausgebuchte Konzert von Pernilla Kannapinn im Garten des Vereins Kunstwerden ist an alles gedacht. Wie Campingparzellen sind Tische nebeneinander und Bänke hintereinander angeordnet und in Abschnitte eingeteilt. Auch für einen guten Sound ist gesorgt, wenn auch ein Flugzeug gleich zu Beginn die Ansage dämpft.

Die Musik Ludwigs van Beethoven (1770 – 1827) ist ein Erlebnis, denn der Meister wusste seine Empfindungen in Ausdrucksformen zu fassen, die überraschen. Was für seine Zeitgenossen wegen des Wagemuts der Notenverbindungen Staunen und auch Unverständnis auslöste, bekommt heute allgemeine Bewunderung. Beethoven ist nicht allein anlässlich des Jubiläums seines Geburtsjahres vor 250 Jahren wohl beliebter denn je. Das „Klavier-Festival Ruhr“ trägt hieran mit und bringt in Werden seine bekannten neun Sinfonien in fünf Konzerte. Es sind glänzende Aufführungen.

Am 19. und 20. September öffnen bei der „KunstspurEssen“ auch in Werden, Fischlaken und Heidhausen Künstler wieder ihre Ateliers und Atelierhäuser – bereits zum 22. Mal. 31 hiesige Künstlerinnen und Künstler bieten in der Regel von 15 Uhr bis 19 Uhr einen Einblick in ihre Arbeit.

Zu letzten Garten-Jazz-Konzert in diesem Jahr im Jubb gastier der in Münster lebende Christian Kappe. Der Hochkaräter-Trompeter lässt seine Zuhörer einfach nur träumen und in seinen JazzWelten versinken.

Eine Lösung für den Sportplatz im Löwental ist gefunden.

Einen Tag vor seiner Wiederwahl besucht Thomas Kufen zum ersten Mal in seinem Leben den Sportpark Löwental und staunt: „Was für eine schöne Anlage.“ Kufen hat eine frohe Botschaft im Gepäck: „Ich freue mich, dass wir eine gute Lösung bekommen haben und werde das weiter im Auge behalten. Vor allem freue ich mich für Herrn Weiß.“ Harald Weiß lächelt milde. Als neuer Platzwart hält er nun die Sportanlage in Schuss. Über das staatliche Förderprogramm „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ konnte er dem Verein vermittelt werden.

Bei seinem „Debüt“ in der Kreisliga B netzt Jason Munsch dreifach für den SC Werden-Heidhausen ein. Kupferdreh ist längst nicht so stark wie in vergangenen Jahren und die Werdener Reserve verpasst einen deutlich höheren Sieg. Der SC trittt mit vier aus der A-Jugend aufgerückten Spielern und weiteren Youngsters an. Schließlich gewinnt der SC gegen SG Kupferdreh II mit 4:0.

So langsam wächst die Löwentaler Dritte zu einem ernstzunehmenden Aufstiegskandidaten heran. Die Trainer Stefan Homberg und Felix Beckmannshagen sehen einen weiteren Erfolg ihrer immer besser harmonierenden Elf. Gegen gegen Fortuna Bredeney III obsiegt der SC Werden-Heidhaussen III mit. 4:2.

In der ersten Runde des Kreispokals müssen die Alten Herren des SC Werden-Heidhausen beim Heisinger SV antreten und verlieren. Gegen den Heisinger SV unterliegen sie mit 2:3.

Mit den verbandsoffenen Wettfahrten startet die 62. Essener Segelwoche auf dem Baldeneysee. Ausrichter ist in diesem Jahr der Etuf. Mit Blick auf die Coronapandemie verzichten die Veranstalter in diesem Jahr allerdings auf die Zeltstadt vor dem Regattahaus. Lediglich der sportliche Teil der traditionellen Segelveranstaltung findet statt.

Am ersten Wochenende im September fahren 16 Mitglieder der Leichtathletikabteilung des WTB mit ihren Partnern zum Wandern nach Altenahr.