11 Jan

Sternsinger in Corona-Zeiten

An der Haustür konnten in diesem Jahr die Segenswünsche der Sternsinger wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen nicht überbracht werden. Auch Spenden für die Kinder in aller Welt konnten nicht auf gewohnter Weise gesammelt werden. Aber das Geld wird umso dringender für Bildungsprojekte und jegliche andere Hilfen benötigt.

Deshalb wurden die Jugendlichen der Kamillusgemeinde kreativ: In Christi Himmelfahrt in Fischlaken saßen am vergangenen Samstagvormittag Jugendliche unter dem Vordach der Kirche und am Sonntagvormittag im Vorraum von St. Kamillus in Heidhausen, um auf die Aktion hinzuweisen. Segensaufkleber und Handzettel lagen bereit und die Jugendlichen konnten reichlich Spenden entgegennehmen.

Da die Kamilluskirche täglich zwischen 8 und 18.30 Uhr geöffnet ist, liegen Segensbänder und Handzettel noch zwei Wochen im Vorraum zum Mitnehmen aus. Der Opferstock hinter der Glastür auf der rechten Seite steht genau so lange für die Sternsingeraktion zur Verfügung. Wer lieber eine Spende für die Aktion von zuhause aus überweisen möchte, kann dies auf folgendes Konto des BdKJ Diözesanverbands tun: IBAN: DE14 3706 0193 2001 4930 20BIC: GENODED1PAX .

10 Jan

Der waddische Jahresrückblick 2020:

Dezember

Mit festlich geschmückten Traktoren und weihnachtlicher Musik im Gepäck sind Landwirte aus ganz NRW am Wochenende auch durch Werden Stadt und Land gefahren, um weihnachtliche Stimmung zu verbreiten.

Der Ortsbus kommt: Mit dem Fahrplanwechsel zum 7. Januar 2021 rollt auch der lange diskutierte und angekündigte Kleinbus als Ringlinie im 20-Minuten-Takt durch Werden Land. Doch nicht alle stimmt das neue Angebot, das ursprünglich Teil des ansonsten gescheiterten Werdener Verkehrskonzeptes war, glücklich: Anwohner rund um die Ruhrlandklinik fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes abgehängt. Wenige Wochen später bringt CDU-Ratsherr Ulrich Beul gute Nachrichten: „Der neue 190- er wird zukünftig auch zum Heidhauser Platz und wieder zurück fahren“, verspricht der neue Aufsichtsratsvorsitzender der Ruhrbahn. Durch diesen zusätzlichen Ast werde der Heidhauser Platz eine Art Knotenpunkt mit guten Umsteigemöglichkeiten.

Vor manchen Läden bildeten sich noch einmal lange Schlangen: Für die letzten zwei Tage vor dem Lockdown brauchte man in der Werdener Innenstadt nicht nur wetterfeste Kleidung, sondern auch Geduld. Die Händler zeigen Verständnis für die Maßnahmen, haben aber Sorge um ihr tägliches Brot. Sie hoffen, dass die Werdener sich bestellfreudig zeigen und die lokalen Online-Angebote wahrnehmen.

Wenig vorweihnachtliche Stimmung herrscht in den frühen Morgenstunden des ersten Adventsonntags beim Werdener Bürger- und Heimatverein (WBHV): Denn der Werdener Wiesn-Wirt Mali Sirin berichtet, dass der von ihm gesponserte Tannenbaum, der vor seinem Biergarten aufgebaut war, in der Ruhr schwimmend gesichtet wurde.

Wegen der steigenden Infektionszahlen sagen nach und nach sämtliche Kirchen in Werden Stadt und Land ihre Weihnachtsgottesdienste ab. Stattdessen gibt es Alternativen online und am Telefon. Auch auf Radio-Gottesdienste verweisen die Gemeinden.

„Wir sind sehr erfreut – und auch ein bisschen stolz“, sagt Peter Bankmann. Grund der Freude für den Freundeskreis Gartenhaus Dingerkus, dem er vorsitzt, ist eine Auszeichnung der Stadt Essen: Erstmals in diesem Jahr hat sie den Heimat-Preis ausgelobt – und der Freundeskreis, der sich seit zehn Jahren um die Belebung des Kleinods am Rande der Werdener Altstadt kümmert, hat den ersten Platz gewonnen – und damit 7000 Euro. Ein schöner Lichtblick in einem Jahr, das ansonsten auch für die Dingerkus-Freunde rar an Höhepunkten war. Dabei sollte 2020 ein besonderes Jahr werden für die engagierte Runde: „Eigentlich wollten wir im August ausgiebig unser zehnjähriges Bestehen feiern mit offenem Garten und Musikprogramm“, so Peter Bankmann.

In seiner Jugend fuhr Max Stahr großen Erfolgen auf dem Rennrad entgegen. Nun setzt sich der einstige Leistungssportler in der Bezirksvertretung IX für ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ein: Als neuer Mobilitätsbeauftragter will der 29-Jährige den Spagat meistern, Rad- und öffentlichen Nahverkehr zu fördern, ohne die Autos in eine Sackgasse zu befördern. Die Werdener Nachrichten durften den Werdener Jungpolitiker in seiner Wohnung in Werden besuchen.

Die Restcent-Aktion hat bei den Mitarbeitern des St. Josef Krankenhaus Werden eine lange Tradition: Bei der Auszahlung des Monatsgehalts verzichtet ein Großteil von ihnen freiwillig auf die Cent-Beträge hinter dem Komma. Für den Einzelnen sind das nur kleine Beiträge im Monat, in der Summe können sie allerdings viel bewirken: 609,28 Euro kamen im Laufe des letzten Jahres auf diesem Weg zusammen. „Wir alle entscheiden gemeinsam über den Zweck der Gelder – in diesem Jahr möchten wir das Christliche Hospiz hier in Werden unterstützen“, sagt Betriebsratsvorsitzender Kasimir Schlimok bei der Scheckübergabe.

Die Erzieherin, Natur- und Waldpädagogin Henrike Galla und die Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Johanna Knaup engagieren sich seit vielen Jahren für Familien im Stadtteil. Glücklich lachende Kinder und ratsuchende Eltern sind ihr Metier. Nun tun sie sich mit „Gemeinsam Wachsen“ zusammen und bieten Kurse an für Familien, Eltern, Kinder. Am Frielingsdorfweg in Heidhausen war genau das richtige Raumangebot frei. Beide machen damit aus der Not eine Tugend, denn fast zeitgleich mussten ihre bisherigen Räume aufgegeben werden. Die Elternschule Werden schloss ihre Pforten.

Dirk Uhlenbrock ist niemand, der Dinge einfach als gegeben hinnehmen mag – auch nicht den Ort, in dem er lebt. Wenn er durch seine Heimat Werden streift und dabei die Begebenheiten der Landschaft und der Architektur, die ihm dabei begegnen, in Augenschein nimmt, dann fragt er sich zusehends, „warum die die Dinge so sind, wie sie sind“. „Dabei bin ich darauf gestoßen, dass vieles mit der Geschichte des Werdener Stifts zusammenhängt.“ Mit seiner so entfachten Leidenschaft für Heimatgeschichte will der Grafiker nun andere anstecken: Zusammen mit dem Buchhändler Thomas Schmitz bringt er die neue Heftreihe „Wadden Kladden – Werdener Heimathefte“ heraus.

Die Sicht auf den Schulalltag durch die Augen der Schüler des Kunst-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 am Gymnasium Werden fand die Kurslehrerin Alexandra Gollan beeindruckend. „Nach den Schulschließungen und der ungewissen Zeit in den Ferien zeigten die Schüler ihren subjektiven Blick auf den Schulalltag, der geprägt ist von vielen Regeln, Social Distancing und dem Versuch, ein bisschen Normalität einkehren zu lassen. In diesen Fotografien zeigten die jungen Künstler ihre Eindrücke und transportieren dies in künstlerische Fotoserien, die mehr zeigen sollen als nur die reine Dokumentation.“ Man glaube als Lehrer häufig, man wüsste, was die Schüler so denken, sagte die Alexandra Gollan im Interview. Diese Fotoserien allerdings hätten ihr gezeigt, dass man bisweilen doch nicht eine so klare Vorstellung davon habe.

Die Essener Kindertageseinrichtung St. Kamillus eröffnet Anfang 2021 eine neue Waldgruppe. Die Gruppe wird in einem Bauwagen auf dem Außengelände der Kita untergebracht, soll die meiste Zeit jedoch im nahe gelegenen Waldgebiet verbringen. Im Dezember bereits wurde der Bauwagen für die neue Naturgruppe geliefert.

Folkwang-Studenten beim “Kunstspaziergang” auf der Brehminsel.

Kultur in Zeiten von Corona: Proben können Studenten der Folkwang-Universität momentan nur sehr eingeschränkt – in Gruppen können sich die angehenden Künstler gar nicht treffen. Die Choreografie-Studenten Mateusz Bogdanowicz und Manuel Zeza haben eine Lösung gefunden: Mit Tanzstudenten treffen sie sich regelmäßig zu „Kunstspaziergängen“ auf der Brehminsel. Dort fotografieren und filmen sie Tänzer wie Lucas Lopes Pereira. Die Videos, die aus dieser Performance entstehen, kann man sich später im Internet anschauen.

Zu seinem 85. Geburtstag am 7. Mai hatte das Werdener CDU-Urgestein Hanslothar Kranz hinter der LudgerusBasilika, unweit des Kräutergartens, einen Baum, eine Amerikanische Felsenbirne gepflanzt. Dabei bat er statt persönlicher Geschenke um eine Spende für die soziale Einrichtung „Raum 58“. Diese hat er nun an die Sozialeinrichtung im Essener Nordviertel weitergegeben. Einen Gesamtbetrag von 3500 Euro hat Hanslothar Kranz mit seiner Spendenaktionen zusammenbekommen: „Dafür möchte ich mich bei allen Spenderinnen und Spendern herzlich bedanken.“

Mit festlich geschmückten Traktoren und weihnachtlicher Musik im Gepäck sind Landwirte aus ganz NRW auch durch Werden Stadt und Land gefahren, um weihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Denn auch wenn Corona allerorts die Stimmung trübt, wollen die im Verein „Land schafft Verbindung“ organisierten Bauern, Kinderaugen zum Leuchten bringen. Daher klapperten sie bei ihrer Tour viele Kinderkrankenstationen und Einrichtungen für kranke oder benachteiligte Kinder ab und verteilten dort kleine Geschenke. Zu den Organisatoren gehörte auch der Werdener Landwirt Thomas Leuchten.

Wenn irgendwo auf der Welt Menschen in kleinen Booten auf dem gewaltigen Ozean treiben, Naturkatastrophen Menschen entwurzeln, Mächtige Kriege entfesseln oder ein Virus wahllos Leben vernichtet, ziehen die meisten den Kopf ein. Einer, der seit 40 Jahren loszieht, um zu helfen, ist der Werdener Kinderarzt mit der kleinen, starken und umsichtigen Hilfsorganisation Cap Anamur. Dr. Strahl arbeitete zwölf Jahre ehrenamtlich im Vorstand, davon acht Jahre als dessen Vorsitzender. Mit nur fünf Mitarbeitern in der Kölner Verwaltung und 15 Vereinsmitgliedern ist Cap Anamur sorgfältig mit der Verwendung der gespendeten Gelder und dabei sehr effektiv. Damit das auch so bleibt, gab der 76- jährige dankbar und gern seine Aufgabe an einen jüngeren Nachfolger ab, will aber weiterhin aktiv mitmachen.

Bereits im Sommer hat die Ernst von Siemens Musikstiftung den während Corona-Pandemie aufgelegten Folkwang Hilfsfonds mit einer großzügigen Fördersumme unterstützt. Jetzt gibt die Stiftung weitere 65.800 Euro an finanziell in Not geratene Folkwang Studierende aus den Musikstudiengängen.

Ruhig ist es geworden um die Idee des Lichtkunstwerks „Brückenschlag“, mit der die Künstler Prof. Norbert Thomas und der Architekt Dieter Michael die Gustav-Heinemann-Brücke aufwerten wollen. Doch hinter den Kulissen arbeiten die Initiatoren immer noch daran, dass aus ihrer Idee Realität wird. So hoffen sie, dass ein wichtiger Schritt im Zuge der geplanten Brückensanierung umgesetzt werden kann.

Viel Zeit, seine Dinge zu ordnen, Klavier zu spielen und über das nachzudenken, was daheim bedeutet. Nicklas John spielte während des ersten Lockdowns im Bürgermeisterhaus. Sein Spiel ermunterte den Musiker Carsten Linck, dem 23-jährigen anzubieten, seine erste CD mit dem im Bürgermeisterhaus dafür ebenfalls vorhandenen Equipment aufzunehmen. Diese CD entfaltet durchaus Sog-Wirkung und endet, für einen Jazz-Pianisten ungewöhnlich, mit dem Steiger-Lied.

Im Rahmen der Caritas-Aktion „Freude schenken“ wurden in der Gemeinde St Kamillus 50 Pakete gepackt und in den beiden Kirchen in Heidhausen und Fischlaken abgestellt. Auch die beiden katholischen Kindergärten beteiligen sich seit einigen Jahren an der Paketaktion. Die Eltern haben mit ihren Kindern liebevoll 49 Pakete gepackt. Diese wurden für Frauen und Kinder im Essener Frauenhaus abgegeben. Schon seit Jahren erhalten die Frauen im „Café Schließfach“ diese Pakete, die in diesem Jahr wegen Corona auf mehreren kleinen Weihnachtsfeiern zur Mitnahme übergeben werden.

Die FUNKE Mediengruppe, zu der auch die Werdener Nachrichten gehören, ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Davon betroffen sind zahlreiche Computersysteme im gesamten Bundesgebiet – auch unsere Redaktion und unser Druckhaus. Die Weihnachtsausgabe der Werdener Nachrichten kann deshalb nicht erscheinen. Da der Angriff auf die Systeme weiter andauert und die IT-Technik Zeit braucht, um den Schaden zu beheben, müssen auch die Leser auch auf die beiden kommenden Ausgaben verzichten. Als Ersatz erscheinen die traditionellen Neujahrsgrußworte, der Jahresrückblick 2020 und weitere Geschichten online auf waddische.de.
Die Redaktion der Werdener Nachrichten hofft, ihre Leser bald wieder in gewohnter Form mit den Werdener Nachrichten versorgen zu können!

09 Jan

Der waddische Jahresrückblick 2020:

November

Zum unverbindlichen St. Martinsspaziergang machten sich die Werdener in die Altstadt auf.

„Katastrophe“, „absolutes Unverständnis“, „politische Willkür“: Gastronomie und Kultur sind besonders betroffen von dem zweiten Lockdown, den Bund und Länder unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochnachmittag per Telefonschalte zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen haben. Bei den Werdener Gastwirten und Kulturschaffenden herrscht entsprechendes Entsetzen darüber, dass sie gezwungen sind, ab Anfang November erneut ihre Arbeit im gewohnten Maße einzustellen.

Die erste Woche des „Lockdown Lights“, in dem coronabedingt Gaststätten ebenso geschlossen blieben müssen wie Kosmetikstudios und Kultureinrichtungen, geht zu Ende. Und wenn man das Ziel im Kopf hat, dass diese Maßnahme die Menschen dazu bringen soll, daheim zu bleiben, um so Kontakte zu reduzieren, dann reicht ein Blick zu den Mittagsstunden auf die Straßen in der Werdener Altstadt, um festzustellen: Der Plan könnte aufgehen.

Bereits seit der ersten Corona-Welle sind die Besuchsregelungen in den Werdener und Essener Krankenhäusern stark eingeschränkt. Seit Anfang November gibt es nun wieder ein generelles Besuchsverbot an allen Essener Krankenhäusern. Die Kliniken Essen Mitte, zu denen das Evangelische Krankenhaus Werden gehört, weichen von dem generellen Besuchsverbot ab und setzen individuelle streng Besuchsregelungen um.

Der Vorstand des Werdener Werberings lässt die Weihnachtsbeleuchtung erstrahlen.

„Wir wollen ein wenig Weihnachtsstimmung in die Altstadt bringen – trotz allem“. Zusammen mit seinem Vorgänger, dem immer noch umtriebigen Rolf Sachtleben, liefert Peter Allmang, Geschäftsführer des Werdener Werberings, rund 30 Tannenbäume aus, die vor den Geschäften der Fußgängerzonen stehen sollen: Die Geschäftsleute haben dafür Baum-Patenschaften übernommen, schmücken „ihren“ Baum, pflegen – und entsorgen ihn nach der Weihnachtssaison. Mit „trotz allem“ meint Allmang vor allem die Beschränkungen, die die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mitbringen. Diese haben schon viele Pläne durchkreuzt – so wird es nun am 5. Dezember doch keine Nikolaus-Aktion für Kinder geben. Und am verkaufslangen Samstag wird die Weihnachtsbeleuchtung um 18 Uhr zwar offiziell eingeschaltet – aber ohne das eigentlich vorgesehene Rahmenprogramm. Viele Geschäfte haben bis dahin schon längst geschlossen.

Gabriele Kipphardt ist die neue Bezirksbürgermeisterin: Damit steht erstmals eine Frau der Bezirksvertretung (BV) IX für Werden, Kettwig und Bredeney vor. Mit der großen Einigkeit scheint es aber vorbei zu sein in dem Gremium: Anders als noch vor sechs Jahren, als der Bezirksbürgermeister und seine Stellvertreter mit einer gemeinsamen Liste vom Stadtteilparlament einstimmig gewählt wurden, sind nun zwei konkurrierende Listen gegeneinander angetreten. Und erstmals gibt es ganze vier Stellvertreter – „zu einem hohen Preis“, wie die SPD glaubt. Die Sozialdemokraten kritisieren das „Postengeschacher“.

Für viele ist Werdener ist er ein Buh-Mann: Dem Eigentümer des Grundstücks an der Forstmannstraße, auf dem bis vor gut zwei Jahren das sogenannte Kaiser-Friedrich-Haus stand, wird zuweilen unterstellt, nur auf Rendite aus zu sein und dafür eine Verschandelung des Stadtbildes in Kauf zu nehmen. Thomas Schlipköther bricht nun jedoch eine Lanze für ihn: „Lange Zeit hat er alles gegeben, um das Gebäude zu erhalten“, stellt der diplomierte Bauingenieur fest. Hoffnungen, dass sich bald etwas tut in der Baugrube, kann jedoch auch er nicht wecken. Vor allem steigende Preise in der Baubranche macht er für den Stillstand verantwortlich.

Das Pferd Kalle hat in seiner langen Lebenszeit unzählige Martinszüge angeführt. So ganz auf die Tradition verzichten sollten die Heidhauser Kinder auch in diesem Jahr nicht darauf, trotz Martinszugsverbot. Hunderte warteten in kleinen Gruppen und mit bunten Laternen geduldig, bis sie Pferd und Reiter gemächlich kommen sahen.

Zum unverbindlichen St. Martinsspaziergang machten sich die Werdener in die Altstadt auf. Wer Glück hatte, kam durch die Bedastraße: Die Laternen im Baum, kleine Lichtergrüße – selbst ein Bus wurde mit Lichterkette in Szene gesetzt. Auch in der Ludwigstraße war es beschaulich. Die Kinder suchten ihre Bilder, die sie im Malwettbewerb eingereicht hatten, in den Schaufenstern. Über den Sieger informierte der Schaukasten von St. Ludgerus. Die Messdiener sammeln für das Spatzennest. Das Martinsspiel steht auf Youtube: „Martinsspiel der Messdiener St. Ludgerus Essen-Werden“.

Viele helfende Hände der örtlichen Vereine haben dafür gesorgt, dass auch im Corona-Jahr Weihnachtsbäume in Werden Stadt und Land wieder adventliche Stimmung verbreiten.

Mittags weht ein leckerer Küchenduft durch die Räume der Kita am Schwarzen. Wenn man hereinkommt, beginnt rechter Hand das Reich von Petra Arntz. Auch heute kocht sie wieder über 80 Mittagessen für Kinder und Personal. Gute und gesunde Ernährung ist auch im Jona-Familienzentrum wichtig. Seit 25 Jahren sorgt die passionierte Köchin dafür, dass jeden Mittag ein leckeres Essen frisch auf den Tisch kommt.

Aus Werden und Heidhausen-Fischlaken erhält der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer Rückenwind für seine erneute Kandidatur bei der Wahl im kommenden Jahr. Die meisten Ortsverbände aus Hauers Wahlkreis haben ihre Unterstützung bereits durch entsprechende Voten zum Ausdruck gebracht, ebenso auch Vereinigungen wie die örtliche Junge Union. Eine Ausnahme bildet ausgerechnet sein Heimat-Ortsverband Bredeney, der Hauer diese Unterstützung versagt hat.

Eigentlich sind sie ein schöner Anblick, die Kopfweiden, die den Leinpfad zwischen Werden und Kettwig umrahmen und ihm vom Am Staadt aus einen Allee-artigen Charakter verpassen. Doch wegen vernachlässigter Baumpflege könnten diese zu einem „erheblichen Risiko für Fußgänger und Radfahrer“ werden: Das jedenfalls befürchtet Ludger Hicking-Göbels, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung IX (Werden/ Kettwig/Bredeney).

Erfolg für Spürnase Teddy: Der Essener Polizeihund stellte in Fischlaken einen mutmaßlichen Autoknacker. Des Nachts durchwühlte ein Mann mit leuchtender Taschenlampe den Innenraum eines Nissan Micras. Die Polizisten erwischten den Eindringling noch auf frischer Tat. Mehreren Aufforderungen eines Diensthundeführers, sofort aus dem Auto auszusteigen, ignorierte er. Stattdessen hielt er es für klug, sich in dem Wagen zu verschanzen. Dabei hatte er die Rechnung ohne den Dienstrüden „Teddy“ gemacht. Der dreijährige dänische Schäferhund unterstützte seine Kollegen mit einem beherzten Biss, so dass die Einsatzkräfte den Mann gefahrlos aus dem Nissan ziehen konnten.

Im Gottesdienst am 8. November in der Evangelischen Kirche Werden wird Vikarin Hannah Metz zum Dienst einer Pfarrerin ordiniert. „Die Zeit meines Vikariats in der Kirchengemeinde Werden war für mich eine sehr bereichernde und spannende Zeit, gefüllt mit vielen wertvollen Begegnungen und berührenden Momenten. Dafür bin ich sehr dankbar“, zieht Hannah Metz ein positives Fazit der vergangenen Jahre. „„Nun freue ich mich auf neue Herausforderungen als Pfarrerin zur Anstellung in der Emmaus-Gemeinde.“

Für die ehrenamtliche Leitung katholischer Begräbnisfeiern hat das Bistum Essen jetzt acht weitere Männer und Frauen beauftragt. Sie haben den Qualifizierungskurs für dieses Ehrenamt absolviert und am Donnerstagabend bei einem Gottesdienst im Werdener Kardinal-Hengsbach-Haus ihre Urkunde und ihre liturgischen Gewänder erhalten.

„…Denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben“: Unter dieser adventlichen Zusage des Propheten Jeremias steht in diesem Jahr die Aktion „Offene Kirche im Advent“, durchgeführt als ökumenische Aktion für Interessierte aller christlichen Gemeinden. Die offene Kirche soll zu Momenten der Besinnung und Ruhe einladen oder bei Andacht, Meditation und Musik auf Weihnachten vorbereiten. Jeweils wöchentlich angeboten werden Andachten zu Themen des Advents und instrumentale Musik mit adventlichen Texten in der Kirche Christi Himmelfahrt, eine Schweigemeditation in der Kirche St. Kamillus und „Bibel teilen“ in Videoschaltung.

Das Presbyterium der evangelischen Kirche Werden und der Gemeinderat der katholischen St. Ludgerus Gemeinde Werden haben beschlossen, den „Klimaentscheid Essen“ zu unterstützen.

Der 18. Band der „Geschichten aus der Werdener Geschichte“ ist wieder ein Kessel Buntes aus der Vergangenheit. Zwölf interessante Beiträge versammelt der Band. Zum Beispiel widmet sich Edith Tekolf der ersten für Werden gefertigten Teschemacher-Orgel zu deren 250. Jahrestag und verfolgt die Reise der ersten Orgel, die niemand abkaufen wollte und die schließlich verschenkt wurde.

Die Werdener Krankenschwester Chiquita Mischke ist im Alter von 86 Jahren nach einer Covid-19-Infektion in ihrer Wahlheimat Rumänien in Dudestii-Noi bei Temeswar verstorben. Ihr Lebenswerk war der Aufbau und die Leitung des „Haus Lebensquell“ für schwerstbehinderte Kinder in Rumänien.

Die Fachklinik Kamillushaus ist am Aktionstag zur Erinnerung an die allgegenwärtige Gewalt an Frauen in oranges Licht getaucht.

Um auf die immer noch allgegenwärtige Gewalt an Frauen weltweit aufmerksam zu machen, hat die Zonta Initiative die Aktion „Orange your City“ (Mach deine Stadt orange) ins Leben gerufen. Auch die Fachklinik Kamillushaus hat sich der Initiative angeschlossen und am Aktionstag die gesamte Klinik in oranges Licht getaucht. Orangene Schirme schmückten sämtliche Fenster und Mitarbeiter zeigten vor dem Haus Flagge

Deniz Cakir und seine Frau Paula Archangelo haben reichlich Zeit für jeden Besucher an den Einweihungstagen in der neuen Physiotherapie-Praxis „Bewegungsfarben“. Die „Party“ findet zeitversetzt mit Terminen und auf Abstand statt. Paula Archangelo tanzte bis zum Juli 2019 im Aalto. Dann kam ihr drittes Kind mit Deniz Cakir, ein Mädchen nach zwei Jungs. Das lässt sich mit einem Job als Managerin in der Praxis wohl besser verbinden. Von seinem elften bis zu seinem 31. Lebensjahr tanzte Deniz Cakir in professionellen Compagnien. Im ehemaligen Reisebüro direkt gegenüber der Kirche von St. Kamillus haben sich die beiden mit viel Fingerspitzengefühl eingerichtet.

Über den ersten Platz des beim GFOS-Innovationsawards können sich zwei Werdener Schüler freuen: Sophie und Niklas Jäger haben den von dem Essener Softwareunternehmen gewonnen, der junge Talente im Bereich IT und Softwareentwicklung fördern soll. Unterstützt wurden sie vom Informatiklehrer Michael Albrecht.

Es hätte kaum ein besserer Zeitpunkt gefunden werden können, um den Imagefilm des Gymnasiums Werden fertig zu stellen: Nun, in Zeiten von ausgefallenen Tagen der offenen Tür, können die Interessierten virtuell spazieren gehen. Filmemacher Dirk Gion und sein Team haben das schwere Informationspaket leichtfüßig und abwechslungsreich in Szene gesetzt.

Joe Biden ist der 46.Präsident der USA. Und das mediale Hin und Her, das fast schon einem Krimi glich, ging natürlich auch an der Schule nicht vorbei: „Es war zwar nicht der von uns vermutete Erdrutschsieg Bidens, aber ich freue mich, dass meine Schülerinnen und Schüler richtig getippt haben“, erklärt Svenja Rusch, Englischlehrerin am Werdener Gymnasium. An der Schule hat ein Projekt zur US-Präsidentschaftswahl stattgefunden.

Die Werdener Nachrichten starten mit der Werdener Fortsetzungsgeschichte „Der Sommeridiot“: Im Zentrum steht Christian Schwarz, ein Junge, der in den Sechzigerjahren in Werden aufwuchs. Er hat hier, wie er es selbst empfindet, seine Kindheit durchlitten. Für ihn war sie viel zu katholisch. Er ist aber auch etwas bekloppt: Er glaubt, bei seiner Geburt im St. Josefs-Krankenhaus in Werden vertauscht worden zu sein. In Wirklichkeit sei er ein Spross der Krupp-Familie. Zum Glück ist Christian Schwarz nicht identisch mit seinem Autor Ludger Fischer, der sich diesen altklugen Knaben bloß ausgedacht hat.

Mit 50 Mal Platt durch das Jahr: Die Werdener Nachrichten feiern die 50. Waddisch-Platt-Kolumne der KommOmend-Gruppe mit einer Sonderseite – natürlich op Waddisch.

Zwei Tage vor Beginn des erneuten Lockdowns steht noch ein Pokalspiel an. Nach einem souveränen Erfolg konnten die Werdener Herren mit einem Lächeln in die Zwangspause gehen. Gegen SuS Niederbonsfeld gewinnt der SC Werden-Heidhausen I mit 7:2.

Dass momentan die Fitnessgeräte Pause haben in der Sporthalle des Essen-Werdener Ruder-Clubs von 1896 am Hardenbergufer, daran sind nicht nur die Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Schuld. Rudergeräte und Hantelbänke sind mit Folien bedeckt, die Vereinsmitglieder haben Klimmzugstangen und andere Geräte weggeräumt, um Platz zu schaffen für die Handwerker, die nun die längst fällige Sanierung vornehmen können: Heizungsanlage und Beleuchtung werden modernisiert. Das Geld für die Sanierung kommt aus dem Landesförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“: Von den insgesamt 300 Millionen Euro haben bislang 1000 Sportvereine in ganz NRW profitiert.

08 Jan

“Jazz im JuBB” geht als Livestream weiter

Am 14. Januar um 20 Uhr

Wolfgang Roggenkamp, Peter Baumgärtner und Jan Bierther (v. l.) spielen im Livestream.

Die Reihe „Jazz im JuBB“ um den Werdener Jazz-Gitarristen geht auch in diesem Jahr weiter: Und das bereits am Donnerstag, 14. Januar. Da die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie allerdings zurzeit keine Live-Konzerte erlauben, bleibt der Saal des Jugendzentrums am Wesselswerth leer, wenn um 20 Uhr Wolfgang Roggenkamp und Peter Baumgärtner zusammen mit Bierther loslegen. Dafür lässt sich das Konzert im Internet via Livestream verfolgen.

Wolfgang Roggenkamp ist ein Virtuose an der Hammondorgel. Er tourte durch die ganze Welt – Südamerika, Kuba, Indonesien, Afrika, USA und natürlich ganz Europa – und arbeitete dabei mit unzähligen Künstlern zusammen wie Stan Webb, Luther Allison, Nippy Noya, Helmut Hattler, Jan Akkermann, Pete York, Gregor Hilden oder auch Ben Becker und Nina Hoss.
Roggenkamp, der auch Stipendiat am Berklee College of Music in Boston war, ist zudem ein an der Folkwang-Hochschule ausgebildeter Schlagzeuger.

In Werden bleibt er aber an den Tasten und wird dort von Peter Baumgärtner am Schlagzeug unterstützt, einer der bekanntesten deutschen Jazzschlagzeuger, auf unzähligen Tonträgern zu hören und auch künstlerischer Leiter der Hildener Jazztage.

Das durchaus klassische Jazztrio wird natürlich durch Jan Bierther an der Gitarre komplettiert, dem künstlerischen Leiter von Jazz im JuBB.

Der Zugang ist frei; dies wird ermöglicht durch den Coranafond der Stadt Essen und die Unterstützung von Edeka Diekmann und Delikatessen Hüls. Um dabei zu sein, muss man sich am 14. Januar um 20 Uhr auf den Youtube-Kanal „Live im JuBB“ begeben.

08 Jan

Der waddische Jahresrückblick 2020:

Oktober

Herbert Knebel gratuliert den Deutschen Fairtrade-Meistern: Das Mariengymnasium wird beim Nachwuchspreis des Fairtrade Awards mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

„Ich bin keine Heuschrecke.“ Horst Giesen verteidigt sich gegen Kritik an seinen Plänen für das alte Postgebäude an der Hufergasse: Er will als Eigentümer das Haus abreißen und dort und auf dem benachbarten Parkplatz, den er dafür von der Stadt abkaufen will, einen Discounter sowie Studentenwohnungen errichten lassen – die Fassade zur Hufergasse soll dabei erhalten bleiben. Auf Gewinn sei er bei diesem Projekt nicht aus, beteuert der Werdener Unternehmer: Ihm gehe es vor allem um die Belebung der Altstadt.

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi auch den für den 4. Oktober geplanten verkaufsoffenen Sonntag in der Essener Innenstadt verhindert hat, hat der Rat der Stadt Essen die bereits erteilten Genehmigungen für die ursprünglich am 25. Oktober und 29. November geplanten verkaufsoffenen Sonntage in der Werdener Altstadt wieder einkassiert. Nun plant der Werbering am 21. November einen langen Samstag bis 18 Uhr, an dem die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet werden soll.

2020 ist kein gutes Jahr für die Hotelgastronomie – und bislang gibt es keine Aussicht auf Besserung. Corona und die aus der Pandemie resultierenden Bestimmungen machen der Branche schwer zu schaffen. Wie viele Branchen war auch das Hotelgewerbe vom Lockdown betroffen. „Von März bis Ende Juli hatten wir komplett geschlossen“, berichtet Petra Gastgeb, die mit ihrem Mann Helmut seit 1992 das nach ihnen benannte Hotel führt. Seitdem sie wieder die Pforten des Hotels öffnen dürfen, „plätschert es so langsam vor sich hin“, so Gastgeb. Viele Betten in den 15 Gästezimmern bleiben leer.

„Du standst auch hinter unpopulären Entscheidungen der BV und hast diese auch stets selbstbewusst in der Öffentlichkeit vertreten – dazu gehört Rückgrat.“ Mit diesen Worten hat Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk seinen Vorgänger Michael Bonmann während der Sitzung der Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) verabschiedet. Und damit zeigt der Sozialdemokrat Brenk, dass der Christdemokrat Bonmann in dem Stadtteilparlament den Respekt genießen konnte, den dieser in seiner eigenen Partei vermisst hatte. Es ist die letzte Sitzung der „alten“ BV, bevor sich im November die neue Bezirksvertretung IX konstituiert.

„Seit in irgendwelchen Hinterzimmern vor fünf bis sechs Jahren beschlossen wurde, dass eine Kita im Löwental gebaut werden soll, ist die Stimmung zwischen Jugendamt und Bezirksvertretung gereizt. Und hier setzt sich das jetzt fort.“ Michael Bonmann macht seinem Ärger in seiner letzten Sitzung als Bezirksvertreter im Kettwiger Rathaus Luft. Anlass ist die Vorstellung des Sachstandsberichts der Verwaltung zum geplanten Ausbau der Kinderbetreuungsangebote im laufenden Kindergartenjahr. Eigentlich sollte die Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig Bredeney) den Bericht nur zur Kenntnis nehmen. Doch das Stadtteil-Parlament verweigert diese Kenntnisnahme, die doch eigentlich nur Formsache sein sollte.

Fast drei Jahre ist es nun her, dass die Bagger anrollten und die Fassade des Kaiser-Friedrich-Hauses an der Forstmannstraße 27 den Erdboden gleich machte und damit den Abriss des Gebäudes einleiteten, das viele Werdener als prägend fürs Stadtbild ansehen. Zu marode sei das Haus gewesen, um auch nur der Außenfassade den zunächst ausgesprochenen Denkmalschutz zu gewährleisten. Der Eigentümer will ein modernes Mehrfamilienhaus an der Stelle bauen, hieß es damals. Getan hat sich diesbezüglich dort bislang nichts. Die Politik zeigt sich verwundert über den Jahrelangen Stillstand, der auf den hastigen Abriss gefolgt ist.

Junge und werdende Eltern finden in der Propsteistraße 10 bislang einen Ort, indem sie sich gründlich für den neuen, spannenden Lebensabschnitt rüsten können: von Kursen und Workshops zur Geburtsvorbereitung über Yoga-Übungen für Schwangere, Mütter und Kinder und Baby-Fit-Kurse bis hin zu Kursen, die helfen, spielerisch die wachsenden Fähigkeiten des Kleinkinds zu fördern. Für solcherlei Kurse werden Eltern aus Werden Stadt und Land künftig einen weiteren Weg auf sich nehmen müssen – zum 31. Oktober schließt die Elternschule Werden, die Leiterin Beate Jörges geht in den Ruhestand.

Vier Forderungen stehen im Raum für die Beschäftigten von Bund und Kommunen, auf die die Arbeitgeber bisher nicht reagiert haben, so Gewerkschaftssekretär Björn Jadziniski von der Gewerkschaft Verdi: 4,8 Prozent Erhöhung der Tabellenentgelte, mindestens 150 Euro monatlich mehr. Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen künftig 100 Euro mehr erhalten. Dem Aufruf, dafür von Beginn der frühesten Frühschicht bis zum Ende der spätesten Spätschicht zu streiken, kamen auch Beschäftigte der Ruhrlandklinik nach. Bei der Kundgebung versammelten sich 50 Menschen.

84 Kassetten aus dem Nachlass seines Großvaters Prof. Hubert Göbels hat Ludger Hicking-Göbels (r.) an Marc Real für den Werdener Bürger- und Heimatverein übergeben .

84 Kassetten aus dem Nachlass seines Großvaters Prof. Hubert Göbels hat Ludger Hicking-Göbels an Marc Real für den Werdener Bürger- und Heimatverein übergeben: Rappelvoll sind sie mit Aufnahmen der Kommomend-Treffen der 1980er bis Mitte 1990er Jahre. „Mein Großvater war einer der letzten, die Waddisch als Muttersprache gesprochen haben“, berichtet Hicking-Göbbels.

Zwischen den dunkelbraunen Fachwerk-Balken, die die Vergangenheit einer traditionellen deutschen Gastwirtschaft atmen, weht ein Duft von Räucherstäbchen umher, der den indisch anmutenden Wandteppich und passend mit riesigen Kissen ausgestatteten Sitzecken umspielt. Aus den Lautsprechern tönen lateinamerikanische Rhythmen – wer sich in die Rittergasse 25 begibt, der kann mitten in Werden eine kleine Weltreise unter einem Dach machen. Reiseführerin ist Siri Meder: Die 29-Jährige eröffnet hier am 1. Oktober ihr „Mondcafé“.

Eigentlich könnte Funda Malca jetzt Lehrerin an einem Gymnasium sein – denn studiert hat sie auf Lehramt für die Sekundarstunde II. Doch stattdessen steht sie nun hinter der Theke ihres eigenen Cafés. Denn vor zweieinhalb Jahren kam ihre Tochter zur Welt. Spätestens da hat sie erkannt: Auch beruflich wird sie nicht glücklich, wenn sie sich an junge Erwachsene wendet. Und so stehen nun Kinder für sie im Mittelpunkt. Sie hat ein neues Familiencafé in Werden eröffnet. „Kinder dürfen ihre Eltern gerne mitnehmen“, lächelt ihr Mann Ayhut Malca.

Wechsel beim Essen-Werdener Ruderclub (EWRC): Seit dem 3. Oktober kümmert sich eine neue Crew um die Gäste der öffentlichen Gastronomie des Vereins am Baldeneysee. Drinnen stehen ein gemütlicher Gastraum für lukullische Genüsse und ein zünftiges Sportlerbier bereit. Draußen lockt eine großzügige Terrasse mit herrlichem Ausblick auf den See.

Der Partnerschaftsgottesdiens, ins Leben gerufen vom Beirat für Ökumene und Partnerschaften im Kirchenkreis Essen, war sehr gut besucht. Die Sängerin Chioma Igwe und das Vokalensemble unter der Leitung von Sabine Juchem in der Evangelischen Kirche begeisterten und berührten

Immer noch wissen viele Menschen nicht, was Hospizarbeit und palliative Versorgung für schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen tun können. Jeder zweite Samstag im Oktober ist Welthospiztag, initiiert durch die „Worldwide Hospice and Palliative Care Alliance“ und unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein offenes Ohr und Zeit zum Zuhören gibt es bei der ungewöhnlichen Aktion der „Gesprächsbänke“. Am 10. Oktober sitzen von 10 bis 13 Uhr ehrenamtliche Hospizbegleiter auf Bänken und warten auf Gesprächspartner: In Werden warten die Zuhörer am Kräutergarten, auf dem Brehm, an Luciuskirche und Evangelischer Kirche sowie an der Ecke Grafenstraße / Hufergasse.

Graffiti sorgt stets für Diskussionsstoff: Für die einen sind die öffentlichen Wandmalereien ärgerliches Geschmiere, für die anderen ein wichtiger Teil von Jugendkultur. Auch bei den Werdener Nachrichten gingen in den vergangenen Tagen Beschwerden ein über die frischen Sprühereien, die jüngst nicht nur unter der Gustav-Heinemann-Brücke, sondern auch auf dem neben gelegenen Treppenaufgang vom Ruhrufer prangen. Der Werdener Künstler Ulf Lorenz verteidigt die Graffiti – nicht nur, dass sie an dieser Stelle legal seien, sie seien auch wichtig, findet er: „Jugend braucht Freiraum.“

St. Kamillus und Jona wollen in Zukunft „ökumenisch Kirche sein“. Im ökumenischen Gottesdienst in der Jonakirche unterzeichnen die Gemeinden festlich ihre ökumenische Partnerschaftsvereinbarung, die der Gemeinderat von St. Kamillus, der Pfarrgemeinderat von St. Ludgerus und das Presbyterium der Jona-Gemeinde nach intensiven Beratungen beschlossen haben.

Lange sah es so aus, als würde das Projekt Bücherschrank auf die lange Bank geschoben werden. Doch zwei Jahre, nachdem Herbert Schermuly von der CDU Werden die Initiative angestoßen hatte, wurde der Schrank im vergangenen Frühjahr endlich aufgestellt. Nun hat die Stadt auch auch eine Sitzbank neben dem Bücherschrank, den die Bücherfreunde Werden hegen und pflegen, aufgestellt. So kann man sich gleich vor Ort in neuen Lesestoff versinken.

Herbert Knebel gratuliert den Deutschen Fairtrade-Meistern: Das Mariengymnasium wird beim Nachwuchspreis des Fairtrade Awards mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Für das Mariengymnasium nahmen Lehrerin Katja Schneider (2. v. r.) und drei Schülerinnen ihres Fairtrade-Kurses aus der Hand von dem in Werden lebenden Kabarettist Uwe Lyko alias Herbert Knebel (r.) Urkunde, Siegerplakette und den Gewinnerscheck in Höhe von 1000 Euro in Empfang

„Ihr habt gelesen, bis der Arzt kommt“, formulierte es Stefanie Rhein, die mit dem Kinderpalliativ-Netzwerk zu den Beschenkten der Marienschüler gehörte. Das Charitylesen „Kinder helfen Kindern“ fand einen festlichen Abschluss. Tobias Schultz führte durch die Veranstaltung und machte auch „auf Abstand“ fröhliche Stimmung und Ellenbogengruß für die Sechst- bis Achtklässler. „Das ist auch beim vierten Mal ein voller Erfolg“, stellte er fest. Es motivierte auch in diesem Jahr wieder viele Schülerinnen und Schüler dazu, für den guten Zweck zu lesen und pro gelesener Seite einen gewissen Betrag zu spenden. Insgesamt lasen die Schüler 149 997 Seiten. Dadurch kamen Spenden in Höhe von 7896,50 Euro zusammen. Aufgerundet 8000 Euro wurden aufgeteilt auf: 4000 Euro an das Selbstlernzentrum und 4000 Euro an das Kinder-Palliativ-Netzwerk Essen.

Bei „Gefangen in der Welt der Würfel“ geht es um packende Geschichten, die in der Welt der Videospiel-Reihe „Minecraft“ spielen. „Zwei junge Gamer werden in das Spiel gezogen und versuchen alles, um wieder herauszukommen“, erklärte Fabian Lenk den 16 Schülern der Ludgerusschule, die ihn in der Stadtbibliothek bei einer Autorenlesung erleben durften.

Das Sommersemester verlief vollkommen anders als vorhergesehen, denn die Coronapandemie machte viele Neuplanungen erforderlich und zog große Veränderungen nach sich. Welche Erfahrungen Studierende der Folkwang-Universität der Künste mit den zunächst unbekannten Studienbedingungen gemacht haben und welche Vorstellungen sie daraus für die weitere Organisation des Studienablaufs haben, schildern drei von ihnen in einem Interview mit den Werdener Nachrichten. „Über digitale Projekte konnte ich mit Kommilitoninnen und Kommilitonen im Ausland in Kontakt sein, ich vermisse den persönlichen Uni-Alltag aber sehr“, berichtet etwa Mihajlo Milosev, der im ersten Semester des Masterstudiengangs Professional Performance studiert.

Auch mit dem Folkwang-Uni-Rektor Andreas Jacob, der jüngst für vier weitere Jahre im Amt bestätigt wurde, haben die Werdener Nachrichten über die Erfahrungen aus dem vergangenen Semester gesprochen – und über das was Studenten und Dozenten im kommenden Halbjahr bewältigen müssen. Seine Prognose: „Es wird sich hoffentlich langsam alles wieder zurechtrücken. Bis alles wieder normal läuft, wird es aber wohl noch zwei Jahre dauern.“

Der kleine Raum im „Jubb“ bietet den Jazzkonzertbesuchern so viel Platz wie sonst nicht, denn nach der Sommersaison sind die Konzerte von draußen wieder nach innen gezogen und die Saalenge hat Abstand Platz gemacht. „Wir haben wegen Corona statt der vorhandenen 60 Plätze 30 vergeben“, begrüßte Hausleiter Gerd Dubiel das Publikum. Die Jazzfreunde vernehmen begeistert die Musik, die vornehmlich in den 1960er Jahren komponiert war und von einer Band, die Jan Bierther für das Konzert zusammengestellt hat, mit viel Klangfreude gespielt wird.

In der Evangelischen Kirche Werden findet ein ganz besonderes Konzert statt: Ein Auftritt des Leipziger A-Cappella Vokalensembles „Sjaella“. Zum Konzert haben sich – natürlich unter den vorgeschriebenen Hygienebedingungen – zahlreiche Menschen erwartungsvoll eingefunden, und sie werden mehr als belohnt. Es sind bewegende und zeitlose Themen, die in diesem Konzert zum Ausdruck kommen: der Frieden, dieWunder der Natur und die Liebe.

„Fehler sind Schritte auf dem Weg zum besser werden“, erklärt Alexandra Völker im Jugend- und Bürgerzentrum Jubb einer jungen Zeichnerin, während sie ihr beim Korrigieren der Linienführung ihres Mangas hilft, um den Charme ihrer gezeichneten Figur deutlicher hervorzuheben. Und sich im nächsten Schritt allen Kindern zuzuwenden, um sie zu ermuntern: „Die meisten Zeichenanfänger haben anfangs Schwierigkeiten beim Zeichnen lernen. Das ist nicht schlimm – es ist normal.“ Im Jubb haben sich 15 Kinder zusammengefunden, um an diesem schönen Herbstsamstag Manga-Zeichnen zu lernen. Sie lauschen gebannt den Ausführungen ihrer Kursleiterin.

Mit einem Marathon an Lesungen kreuz und quer durch Deutschland stellt die französische Autorin Zelba ihr neuestes Werk vor. Übrigens ihr erstes, das auf Deutsch veröffentlicht wurde. Die frühere Spitzensportlerin hat die autobiografische Graphic Novel „Im selben Boot“ verfasst. In ihrer Wahlheimat ist Zelba eine bekannte Comic-Künstlerin sowie eine gefragte Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern. Nun steht sie im Clubhaus des Ruderclubs am Baldeneysee. Ihr Heimatverein. Hinter Zelba versteckt sich die Ruderweltmeisterin Wiebke Petersen: „Meine ersten Bücher wurden noch unter meinem richtigen Namen veröffentlicht. Doch die Franzosen konnten meinen Namen partout nicht aussprechen. Also musste ein Pseudonym her.“

Nun hat es die Löwentaler doch erwischt. Nach einem phänomenalen Auftakt von fünf Pflichtspielsiegen mit Toren fing sich der SC die erste Saisonniederlage. Gegen TSV Ronsdorf reicht es nur für ein 1:2.

Die in der Coronazeit später gestartete und reduzierte Medenspielsaison endet für den TC Am Volkswald äußerst erfolgreich. Von 15 Mannschaften gingen elf an den Start, für die es vom 13. Juni bis 25. September in 36 Spielen 19 Siege und acht Unentschieden gab, bei neun Niederlagen.

Nach drei Auswärtsspielen in Folge, ein Heimspiel wurde verlegt, trat die Werdener Tischtennis-Landesligamannschaft zum ersten Mal in dieser Saison in heimischer Umgebung an. Doch während in den Auswärtsspielen akzeptable Ergebnisse und Leistungen erreicht wurden, war die 3:9-Niederlage schon eine Enttäuschung, mit der eigentlich niemand gerechnet hatte.

Ohne vierstellige Läuferzahlen und ohne Zuschauer – aber zumindest mit einem starken Symbol: So soll der 58. Marathon „Rund um den Baldeneysee“ des Tusem Essen trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Eine Gruppe von circa fünf Marathon-Läufern geht um 10 Uhr an den Start, gefolgt von einer Handvoll Staffel-Läufern, einer Promi-Staffel, die Spenden für die Aktion Lichtblicke erläuft und circa fünf Seerunden-Läufern. Das alles auf einer corona-gerechten und neu vermessenen Strecke rund um den Baldeneysee, die ohne jegliche Straßensperrung auskommt.