Jesus liebt mich
„Jesus liebt mich“ ist ein Film, der Donnerstag im ZDF kommt, und den ich sehr empfehlen kann. Ich habe bei der Premiere in der Lichtburg so viel gelacht, wie selten in einem deutschen Film. David Fitz spielt den Sohn, und sogar die Szenen mit dem Vater am Ende sind echt klasse.
Aber Jesus hat mich auch ein wenig gern, denn Sonntag kam das Angebot eines netten Werdener Freundes, mit ihm von Hindeloopen in den Niederlanden nach Hamburg zu segeln. Es sind genau die einzigen zehn unverplanten Tage meines Urlaubes, sozusagen himmlisch genau eingepasst. Ich habe null Ahnung vom Segeln, mal sehen, wie ich ihm da helfen kann. Als ich gerade noch dringend eine Geschichte vor unserem Start schreiben musste, verpasste ich das Deckschrubben. Peinlich, aber auch irgendwie Glück.
Bald geht es los.
Manchmal sollte man einfach sich auf den 20-Jährigen Sohn verlassen, manchmal auch nicht. Nachts hat er mich in den Kinofilm „The Purge 2: Anarchy“ geschleppt, der mich an die guten alten Warriors von Walter Hill und Klapperschlange von John Carpenter erinnerte, nur alles noch abgefahrener, weil das Chaos von der Regierung für eine Nacht gewünscht wird und sogar noch mehr. Da passt Anarchy natürlich irgendwie. Sonst ist es ein klassischer Überlebensreißer, und als solcher gut gemacht. Eine Nacht im Jahr sind die Straßen für unbestrafte Straftaten freigegeben. Und mit Plünderungen hält sich dieser zweite Filrm zu diesem Grundgedanken nicht lange auf: Es geht nur noch um Morden, und eine Gruppe findet zusammen, um nicht zu morden, sondern zu überleben; wobei die Motive des Leaders dieser Gruppe bis zum Ende nicht klar werden. Dafür sind die Dekadenz und die Bosheit der Staatsmacht bald in sehr ekelerregender Form zu sehen. Während ich in der Vorstellung mehrmals gedacht habe: „Was ist das denn?!“ dachte ich nach dem Film um 1 Uhr nachts im noch lebendigen Halle an der Saale: „Nun ja, da macht die Realität doch Mut!“

