13 Dez.

Werdener Ratsfrau fällt auf Falschmeldung herein – und kritisiert die Lokalpresse dafür, dass sie nicht ebenfalls darauf hereingefallen ist

Auf der Facebook-Seite der Bürgerlich Alternativen Liste betitelt Elisabeth van Heesch-Orgaß einen Post: „Das Schweigen der Essener Lokalpresse: Sexuelle Belästigung in Kettwig“.

Dort gibt sie eine Falschmeldung wieder, die durch die soziale Medien geistert: Vor den Augen einer Frau habe sich ein Mann am Sonntagabend am Alten Bahnhof Kettwig entblößt und onaniert. Der im Auto wartende Freund, ein Heidhauser,  habe daraufhin die Polizei gerufen, welche die Personalien des Täters aufgenommen habe. Dabei beruft sie   sich auf einen angeblichen Augenzeugen.

Diesen Täter beschreibt Heesch-Orgaß in ihrem Ursprungs-Post so: Es solle sich „um einen Marokkaner handeln, der als Asylantragsteller in Kettwig in der neuen Unterkunft neben dem Alten Bahnhof untergebracht ist“. Weiteres ist bislang nicht bekannt.“
Sie kommentiert den Vorfall u. a. wie folgt: „Schlimm für die betroffene Frau, schlimm für alle Frauen, die sich wie gewohnt frei und ohne Bedenken in Kettwig und überall bewegen möchten.“
Schlimm ist dabei allerdings vor allem, dass Frau Heesch-Orgaß auf diese Weise Vorurteile gegenüber Asylbewerbern und Flüchtlingen schürt: Vor allem, weil an Heesch-Orgaß‘ Darstellung des Vorfalls wenig dran ist, wie auch „kettwig-intern“ aufzeigt.

So bestätigt die Polizei Essen zwar einen polizeilichen Einsatz am Sonntagabend. Jedoch habe es sich lediglich um einen Wildpinkler am Alten Bahnhof gehandelt. Von sexueller Belästigung ist keine Rede. Und vor allem habe der Vorfall nichts mit dem Flüchtlingsheim oder seinen Bewohnern zu tun, betont Polizeisprecher Peter Elke. „Frau Heesch-Orgaß wäre gut beraten, die Polizei nach dem Wahrheitsgehalt einer solchen Meldung zu fragen, bevor sie solcherlei Meldungen verbreitet“, so Elke zu den „Werdener Nachrichten“. Davon hielt Heesch-Orgaß offenbar jedoch nichts.

Stattdessen kritisierte sie:
„Was soll nun das Schweigen der Presse? Der ‚Vorfall‘ zieht ohnehin schon seine Kreise durch die sozialen Medien. Das Verschweigen bekommt so sogleich die Anrüchigkeit eines vorsätzlichen Vertuschens, eines ‚was nicht unserer Wahrheit entspricht, wird nicht berichtet‘. “

Unsere Wahrheit, Frau Heesch-Orgaß? Nein, es geht um die Wahrheit. Es gehört zum Grundhandwerk des Journalismus, zu recherchieren, bevor man etwas veröffentlicht. Der aktuelle Fall zeigt ziemlich gut auf, warum dies so ist. Manchen „Lügenpresse“-Rufern mag dieser Umstand tatsächlich nicht gefallen. Aber gerade in der heutigen Zeit, wo genügend Falschmeldungen gerade durch die sozialen Medien geistern, darf kein Journalist solcherlei Behauptungen ungeprüft weiterverbreiten. Und eine Ratsfrau sollte dies auch nicht tun.

Heesch-Orgaß sollte sich hüten, die Presse dafür zu kritisieren, ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nachgekommen zu sein.

Dass sie  später ihren Eintrag immer weiter relativierte und ihn schließlich  still, heimlich und ohne ein Wort der Entschuldigung oder Richtigstellung löschte, macht die Sache nicht viel besser: Der öffentlichen Empörung der „Danke Merkel!“-Rufer hat sie längst den Weg bereitet – ihr Ursprungspost wurde über 50 Mal geteilt.
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Edit: Inzwischen hat die BAL mit einem Post auf ihrer Seite, deren Status sie seit gestern von „öffentlich“ in „geschlossen“ geändert hat, reagiert, den wir hier — zunächst unkommentiert — wiedergeben:

„Liebe Freundinnen und Freunde,
inzwischen wird in der Presse vorgetragen, die Behauptung des Herrn sei falsch oder auf FB falsch dargestellt oder verbreitet worden, wir als BAL seien auf eine Fake-Meldung hereingefallen. Wir können dies i.M. nur zur Kenntnis nehmen, bleiben aber weiter an der Klärung des Sachverhaltes dran, dies sehen wir als Notwendigkeit an, da wir eine (vermeintliche) Zeugenaussage – wenn auch betonend, dass es nicht unsere Darstellung ist -, wenn auch betonend, dass die Darstellung ggf. nicht richtig sein kann, und die Presse dies aufklären solle – hier in der internen BAL-Gruppe thematisiert haben. Wir haben uns die Darstellung ausdrücklich nicht zu eigen gemacht, sondern berichtet und hinterfragt. Sonstige Postings unsererseits sind nirgendwo erfolgt. Auch haben wir nichts dazu auf unserer öffentlichen Seite BAL Werden gepostet. Es ging hier allein um die interne Diskussion. Soweit wir einer Fake-Meldung aufgesessen sind – trotz Hinterfragens und Prüfens -, bedauern wir dies ausserordentlich und ziehen unsere Konsequenzen für die Zukunft daraus. Danke.“

13 Dez.

Fassaden des Kaiser-Friedrich-Hauses gerettet

Der Protest hat etwas gebracht: Nachdem die Werdener Nachrichten erstmals über den drohenden Abriss des Kaiser-Friedrich-Hauses an der Forstmannstraße berichtet haben, haben sich viele Werdener zusammengeschlossen, um gegen den Abriss mobil zu machen.

Mit Erfolg! Gestern Abend gab Petra Beckers, Leiterin der Denkmalbehörde der Stadt, beim Arbeitskreis Essen 2030 bekannt: Immerhin die Jugendstil-Fassaden des Hauses sollen erhalten bleiben.

Details in der kommenden Ausgabe der Werdener Nachrichten!

12 Dez.

„Jugendstil Perdu“

Nachdem die Werdener Nachrichten über den drohenden Abriss des Kaiser-Friedrich-Hauses berichtet haben, schlägt das Thema weiter hohe Wellen.

Nicht nur WAZ hat das Thema aufgegriffen, inzwischen berichtet auch die renommierte Architekturzeitschrift „Baumeister“ kritisch über die Pläne für das Werdener Jugendstil-Gebäude.

Indes haben engagierte Bürger eine Unterschriftenlisten-Aktion gestartet: In Werdener Geschäften sollen sie auslegen. Über Tgroner@web.de können sie zudem bestellt werden.

11 Dez.

Die Bilder der Woche, Ausgabe 49/2016

08 Dez.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 49/2016

Nach Werden abbiegen zum Kultur-Seitensprung: Wenn der Baldeneysee seinen neuen Wanderweg bekommt, sollen Tagestouristen und Spaziergänger ins Städtchen gelockt werden. Auch einige Aussichtspunkte im Werdener Land sollen im Jahr der Grünen Hauptstadt 2017 aufgehübscht werden.

Der Werdener Marktplatz soll ebenfalls schöner werden – und nicht zuletzt, weil dies im Rahmen der Realisierung des Verkehrskonzepts geschehen soll, gibt es auch kritische Stimmen zu den Plänen. Zudem wurden etliche Fragen bei der Bürgerinformation in der Aula des Gymnasiums Werden gestellt – wir fassen die wichtigsten und natürlich auch die Antworten zusammen.


Zum Wandel in Werden unsere Frage der Woche:

Braucht der Baldeneysee einen neuen Wanderweg?


Einen Hoffnungsschimmer gibt es indes für das Bewegungsbad im St. Josef Krankenhaus, das eigentlich zum Jahresende hin geschlossen werden soll: Ein Gelsenkirchener Unternehmer hat Interesse, das Bad zu übernehmen. Was das Krankenhaus dazu sagt, erfahren Sie in den aktuellen „Werdener Nachrichten“.

Darüber hinaus: die weihnachtlichen Konzerte der Werdener Sangesfreunde, kreative Schüler der Gymnasien und und und…

Karikatur Thomas Plaßmann

Karikatur Thomas Plaßmann