29 Jan.

Waren Matschbrötchen jemals aus der Mode?

Manchmal ist man von der Resonanz ja doch erstaunt. Das Wort kam  in einem Artikel über die Ehemaliginnen (ist das jetzt zu politisch korrekt?) des Mariengymnasiums einmal vor, aber war dann in aller Munde vor der Theke des Bäckers. Da lagen sie auch schon bereit. Als ich eins haben wollte, teilte die Bäckerei-Fachverkäuferin mir ungefragt mit, warum das heute so gefragt sei: Es stände in einem Artikel der Waddischen. Ich versuchte, so unwissend wie möglich zu lächeln.

Mann! Schmeckte das gut, dabei habe ich das früher in dem dazu passenden Alter ganz selten gegessen; mochte eher den Kuss pur. Damals hieß er noch Negerkuss, manche nannten ihn Mohrenkopf, heute gilt: Schokokuss. Geht auch, keine Frage. Früher war der Kuss bisweilen alt und dann  zäh statt luftig. Das hatte er mit dem alten Brötchen gemeinsam. Heute ist die Chemie irgendwie weiter, für den Kuss natürlich.

War er eigentlich jemals aus der Mode? Keine Ahnung. Ich empfehle jedenfalls, uns  vernünftigen Erwachsenen noch einmal ins Früher zu beißen. Ein Genuss, so ein Hamburger-Kuss.

28 Jan.

Ein Hoch auf das Ruhrgebiet und die Fankultur

Ich liebe die Fankultur im Ruhrgebiet, kenne so viele nette Dortmund- und Schalke-Fans und ihre gepflegte Feindschaft. Gestern auf einer schönen Fete spotteten sie übereinander und schauten mitleidig auf den Verfasser dieser Zeilen, der sich einfach freut, wenn wenigstens einer der Ruhrgebietsvereine siegt und sich hinter den Bayern auf einem Championsleague-Platz festsetzt. Natürlich werde ich so nie ein echter, anerkannter Fan sein, immer als feige gelten. Ich kann nur sagen: Diese pragmatsiche Haltung erfordert – – nicht an diesem Abend — schon bisweilen Mut. Weil für echte Fans so einer eben noch hinter dem Anhänger des verfeindeten Vereins kommt. Dabei zeigen doch solche Abwerbungen, die beide Vereine derzeit erleben, dass es genügend gemeinsame Gegner gibt. Ich bleibe dabei: Bei aller Rivalität war 1997  doch ein wunderbares Jahr. Beide Fangruppen wissen, was ich meine.

27 Jan.

Werdener Hof – Weitersagen — – Erinnerungen gefragt

Was haben die alten Werdener erzählt vom Werdener Hof?

Es ist nicht verwunderlich, aber schon beeindruckend, wie viele Menschen dem Gebäude des Kaiser Friedrich nachtrauern. Das Lokal war auch in ganz Essen eine große Nummer.  Das Gebäude selbst prägt und trägt ohne Zweifel das Rondell. Wir würden uns über Erinnerungen freuen, die besten veröffentlichen wir.

Ebenso ist es mit dem Werdener Hof, wenn auch da nicht mehr so viele Lebende sich an dessen beste Zeiten erinnern.  Wer hat dort die Liebe seines Lebens kennengelernt. Denn dort soll es eine Tanz-Parkett gegeben haben, auf dem auch die Herren in Schwung kamen: Vielleicht gibt es noch Erinnerungen der Eltern? Wir sind sehr interessiert!

Aller guten Dinge sind Drei: Auf einmal sind Großlager im Gespräch für die Flüchtlinge, das Kutel  ist zwar kein Lager, hat aber das Potential, mit seinen 800 Plätzen. Man wird sehen. Aber Kutel-Erinnerungen würden uns auch interessieren.

24 Jan.

Tiefer gelegt

Vor ein paar Monaten kam ein sehr kluger Werdener Bürger ins Büro und behauptete das ganze Ruhrtal liege durch den Bergbau  inzwischen zehn Meter tiefer, das werde nur geheim gehalten. Da fehlt mir doch der Glaube. Aber wie heute wieder zu lesen ist, gibt es gerade im Ruhrtal noch etliche nicht gefüllte Schächte von Kleinzechen. Ein echter Fachmann des zuständigen Amtes erläuterte mir über einem riesigen Loch auf einem Schuirer Acker: Damals machte man einen Eichendeckel drauf und hoffte, das wäre für die Ewigkeit. Nun ist bekanntlich ein Loch unter den S6-Gleisen gefunden worden. Wir werden wohl noch manches erleben, nicht nur Entdeckungen vor dem Bau der Grünen Harfe,  oder die bekannte Schwäche des Bodens hinter der Jona-Kirche, oder das Loch an der Albermannstraße, dessen Füllmaterial aus den Gullis am Wesselswerth hoch kam. Das Ende des Bergbaus wird dieses Jahr gefeiert, hoffentlich auf Normalhöhe.

24 Jan.

Neue NRW-Besen kehren gut . . . unter den Teppich

Wachsam bleiben bei aller demokratischen Stärke dieses Landes.

In diesen Zeiten, zwischen den Koalitionen, in denen es manchmal so scheint, als gehe sowieso alles so weiter, hauptsache keine Rechten und kein  verirrter Trump, Erdogan, . .. macht ein Interview heute doch nachdenklich. Die neue CDU/FDP-Regierung hat also die besten Steuerfahnder des Landes vertrieben, vielleicht mit Absicht. Ein wenig aufpassen müssen wir offenbar doch.