Bei den ersten Flocken dieses Winters musste man schnell sein: Kurz nach dieser Aufnahme am Sonntagmorgen begann der Regen, und graubraun wurde wieder zur vorherrschenden Farbe. Das Löwental ergab ein schönes Panorama vom Pastoratsberg aus, Werden im Hintergrund wurde vom nebligen Dunst fast verschluckt.
Wenn alte Häuser abgerissen werden, dann blutet das Herz
So sind aktuell auch viele Werdener alarmiert, weil die Häuser auf der Velberter Straße mit den Nummern 70 bis 74 leergeräumt sind. Darunter Dagmar Reimus und Brigitte Suckert, die ihre Galerie nebenan in der Velberter Straße 68 haben: „Auch hier in Werden wird der soziale Frieden wieder einmal auf die Probe gestellt. Ein Stück Werdener Geschichte wird hier dem Profit geopfert.“ Und wie es aussieht, teils auf Kosten langjähriger Mieter.
Kunstwerk für die Brehminsel
„In Kettwig gibt es viele wunderbare Skulpturen“, sagt Barbara Schröder über den Nachbars-Stadtteil. Diesbezüglich habe Werden noch Nachholbedarf. Zusammen mit dem Geschichts- und Kulturverein Werden setzt sie sich für mehr Kunst im öffentlichen Raum in ihrer Wahlheimat ein. Nun soll Werden ein weiteres Kunstwerk erhalten, das möglichst auf der Brehminsel Platz finden sollte. Diese könnte sich somit zu einem regelrechten Skulpturenpark entwickeln.
Gabriele Kipphardt im Interview
Gabriele Kipphardt ist seit November die erste Frau im Amt des Bezirksbürgermeisters im Bezirk 9. Für die Mutter zweier erwachsener Kinder spielt die Geschlechterverteilung für Ihr Amt aber keine Rolle, sagt die Christdemokratin im Interview mit den Werdener Nachrichten. Außerdem verriet die 66-Jährige, welche wichtige Aufgaben sie in ihrem neuen Amt anpacken will – und ob es am Frühstückstisch mit ihrem Mann, dem Kettwiger Ratsherr Guntmar Kipphardt noch andere Themen gibt als Lokalpolitik.
Abstimmen bei unserer Frage der Woche: Corona-Lockdwon verlängert: Was fehlt Ihnen am meisten?
Endlich gibt es wieder die Werdener Nachrichten! Und das sind die Themen der ersten Ausgabe im neuen Jahr:
Einfallsreiche Sternsinger
In Corona-Zeiten können die Sternsinger nicht wie gewohnt von Tür zu Tür ziehen. Was sich Jugendliche in Heidhausen und Fischlaken einfallen ließen, um dennoch Spenden für Menschen in Not sammeln zu können, verraten die Werdener Nachrichten!
Homeschooling in Werden
Der harte Lockdown verlängert sich – vorerst bis zum 31. Januar. Das heißt auch: In den Werdener Gymnasien bleiben die Stühle kalt, dafür flackern daheim die Bildschirme – Homeschooling, wie das Lernen daheim neudeutsch heißt, ist angesagt. Wie das klappt, steht in den Werdner Nachrichten!
… und vieles mehr!
Alle Details zu den neuen Quartiers-Bussen, die traditionellen Neujahrs-Grußworte von waddischen Vertretern aus Politik und Gesellschaft und: die Gewinner des Weihnachts-Preisrätsels 2020!
Abstimmen bei unserer Frage der Woche: Werden Sie sich gegen Corona impfen lassen?
Völlig überraschend ist Annette-Henriette Dirkes gestorben
Völlig überraschend starb Annette-Henriette Dirkes einen Tag vor Heiligabend. Foto: privat
Annette-Henriette Dirkes ist tot. Völlig überraschend starb die Vorsitzende vom Verein „Werden hilft“ einen Tag vor Heiligabend. Ehemann Detlef, Familie, Freunde und sich für Geflüchtete engagierende Menschen trauern um sie.
Annette-Henriette Dirkes setzte sich ehrenamtlich ein für Geflüchtete, damit diese sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen können. Mit ihrer sehr zielstrebigen, dabei aber immer freundlichen und ruhigen Art war sie für viele bei „Werden hilft“ ein Vorbild und wird es auch bleiben. Gemeinsam mit Freunden brachte das Gründungsmitglied Struktur in den Verein. Das war auch nötig, um zum Beispiel die Gemeinnützigkeit zu erhalten und somit Spendenbescheinigungen ausstellen zu können. Sie kümmerte sich um die Finanzen des Vereins.
Als die Vorsitzende Ulla Lötzer aus persönlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten war, sprach sich der Vorstand einstimmig für Annette-Henriette Dirkes als ihre Nachfolge aus. Die kaufmännische Angestellte war die ideale Besetzung für eine durchaus aufwendige Vereinsarbeit, ihre Berufung an die Spitze von „Werden hilft“ nur folgerichtig. Doch Annette-Henriette Dirkes wollte eines klarstellen: Um das Amt gerissen habe sie sich beileibe nicht und sehe sich auch nur als kommissarische Vorsitzende. Vereinsmeierei sei nämlich so gar nicht ihr Ding und Werden hilft auch der erste Verein, dem sie beigetreten sei.
Annette-Henriette Dirkes sah die Arbeit von „Werden hilft“ eher nüchtern. Auch sie musste ergreifende Einzelschicksale miterleben, bekräftigte aber sehr bestimmt, dass der Verein in der Realität stehe und beileibe nicht naiv zu Werke gehe. „Werden hilft“ entscheide nicht darüber, wer hier in Deutschland bleiben dürfe und wer nicht. Doch wer hier sei, dem wolle man gerne helfen.
Noch Ende Oktober hatte sie von Plänen berichtet, die nur wegen Corona auf Eis lägen. So sprach sie voller Begeisterung von einem Theaterprojekt für Geflüchtete, von einem Kochkurs, von Vorlesestunden, Bewerbungscoachings und vielem mehr. Die kommissarische Vorsitzende von „Werden hilft“ wollte eine Diskussionsrunde anregen über Bibel und Koran: „Was ist gleich, was ist anders?“ Sie sehe da Interesse und Neugierde auf beiden Seiten.
Doch
nun wurde Annette-Henriette Dirkes aus einem sehr aktiven Leben
gerissen und die über hundert Mitglieder des Hilfsvereins sind
fassungslos: „Eine tolle Frau ist viel zu früh von uns gegangen.
Wir sind dankbar für ihre Tatkraft und ihr
Verantwortungsbewusstsein. Wir sind dankbar für ihr Engagement als
Gründungsmitglied und Vorsitzende. Wir trauern mit der Familie,
allen Freunden und Wegbegleitern.“
Annette-Henriette
Dirkes entstammte einer alt eingesessenen Werdener Familie, das
machte sie sensibel für Themen des Stadtteils. Wenn etwas schief
lief, dann kämpfte sie. So war sie der festen Überzeugung, gegen
das aus ihrer Sicht völlig falsche Verkehrskonzept vorgehen zu
müssen. Die Bürgerinitiative „Fließend Werden“ fand in ihr
eine zuverlässige Mitstreiterin. Schnell war der systematisch
Denkenden klar, dass man ohne die Politik nicht voran kommen würde,
so fand sie in die örtliche CDU und übernahm auch dort
Verantwortung. Schnell gewann sie Freunde, die ihre direkte und
zupackende Art zu schätzen wussten. Ende Oktober berichtete
Annette-Henriette Dirkes auch von lokalpolitischen Ambitionen, sie
war zum Beispiel Nachrücke-Kandidatin für die Bezirksvertretung.
Entscheidend
war sie daran beteiligt, dass Werden einen städtischen Bücherschrank
bekam. Ein Freundeskreis wollte sich um dieses Leseangebot kümmern,
Annette-Henriette Dirkes warf sich voller Kraft in die notwendige
Arbeit, schrieb Anträge und zeichnete Pläne. Umso stolzer war sie
dann, als der Bücherschrank endlich aufgestellt werden konnte.
Sie
hatte noch so viele Pläne, so viele Ideen.
Doch nun ist Annette-Henriette Dirkes tot.
Annette-Henriette Dirkes‘ Ehemann bittet statt Blumengrüßen um Spenden an „Werden hilft e. V.“ mit dem Stichwort „Annette“ auf das Konto DE45 3605 0105 0001 6118 05 bei der Sparkasse Essen-Werden. Die Spenden sollen für die Schulbildung eines armenischen Jungen genutzt werden. Annette-Henriette Dirkes hatte sich um seine an Krebs erkrankte Mutter gekümmert und den kleinen Jungen ins Herz geschlossen. Nachdem die Mutter ihrer Krankheit erlag, ist der Kleine mit der Oma nach Armenien zurückgekehrt.