28 Mai

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 22/2026: Pfingst Open Air, Baldeneysee-Rundlauf und wenig Hoffnung bei der Alten Post

Pfingst Open Air lockt 18.000 Besucher ins Löwental

Über 18.000 Besucher feierten bei strahlendem Sonnenschein die 41. Ausgabe des Pfingst Open Airs im Werdener Löwental – erstmals mit drei Bühnen und damit doppelt so vielen Gästen wie im verregneten Vorjahr. „Das Lumpenpack“, Yassin und weitere Acts auf der großen Bühne begeisterten ebenso wie die DJs, die auf der E-Wiese Tanzfieber entfachten. Gut angenommen wurde zudem die dritte Bühne mit lokalen Künstlern, die Premiere gefeiert hat.


Werden verliert Hoffnung auf Nahversorger in der Alten Post

Der Traum von einem Supermarkt oder Discounter in der Alten Post ist geplatzt: „Die traurige Nachricht ist, dass der Lebensmittelmarkt nicht kommen wird“, bestätigt Horst Giesen von der Eigentümerfamilie der Immobilie.

Nicht nur für den 91-Jährigen bedeutet dies, dass er sich von einem persönlichen Herzensprojekt verabschieden muss: Auch viele Werdener dürften enttäuscht sein darüber, dass mit dem geplanten Auszug von Edeka an der Heckstraße die Altstadt nun auf absehbare Zeit ohne Nahversorger mit breitem Sortiment dastehen wird. Stattdessen sollen nun neue Wohnungen im bestehenden Postgebäude entstehen.


Katja Michalek macht den Baldeneysee-Rundlauf zum Kult

„Ich war überzeugte Nicht-Joggerin“, sagt Katja Michalek, deren Baldeneysee-Rundlauf in seiner siebten Auflage immer mehr zum Kult wird. Der Stock des Anstoßes waren Nordic-Walking-Stöcke, die sie zuhause vergessen hatte und nun doch schon mal am See war. Zurückfahren hätte nur drei Minuten gedauert, aber schneller war eine App heruntergeladen.

Eine Trainingsapp, die den Spaziergang aufpeppen sollte. „8 mal 2 Minuten und 2 Minuten gehen. Ich dachte nach den ersten 2 Minuten: Ich muss sterben.“ Dann sprang der Wille an. Mit Freunden, die Zeugen sein sollten und einem Laufpartner schaffte sie ihr Ziel unter der vorgegebenen Zeit: 30 Minuten laufen ohne Pause in sechs Wochen.


Bürgermeisterhaus hält finanziell die Waage

Manfred Schunk, Vorsitzender der Freude und Förderer des Bürgermeisterhauses, verriet, dass er die Schatzmeisterin „in sein Morgengebet“ miteinschließe, so dankbar sei er für den „Elan und das Feuer“, mit der sie die „wichtigste und schwierigste Aufgabe“ des Vereins betreue.

Bärbel Schröder, die später die Zahlen präsentierte, hatte gut Lächeln. Durch vereinte Anstrengungen war es wieder gelungen, finanziell die Waage zu halten. Keine leichte Aufgabe in Zeiten, in denen sich die Stadt Essen zwar das Schlachtschiff von Theater und Philharmonie sowie Museen leistet, jedoch bei den jährlichen Zuzahlungen bei den freien Kulturstätten zunächst zauderte.


Vortrag erinnert an Bombardierung am Klemensborn

Am 13. Januar 1943 erlebte die Stadt Essen, einschließlich Werden, einen schweren alliierten Luftangriff durch die britische Royal Air Force. Dies war der erste von insgesamt acht großen Nachtangriffen auf das Ruhrgebiet im Januar 1943, bei denen britische Bomber Tagesziele im Essener Raum angriffen.

Damals flogen 101 Flugzeuge der Royal Air Force nach Essen und warfen rund 326 Tonnen Bomben ab, was zu erheblichen Zerstörungen und Schäden in der Zivilbevölkerung und Infrastruktur führte. Die Luftangriffe zielten im Zweiten Weltkrieg darauf ab, die Rüstungsindustrie (vor allem die Krupp-Werke) zu schwächen und die Moral der Bevölkerung im Ruhrgebiet zu brechen.

Unter der Führung des Waddisch-Clubs Komm-Omend im Werdener Bürger- und Heimatverein hatte Herbert Soer zu einem Ausflug in die Geschichte im Zentrum 60plus eingeladen. Das Thema des Vortrags handelte von der Bombardierung von Wohnhäusern am oberen Klemensborn.

19 März

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 12/2026: Edeka schließt, Stoff- und Tuchmarkt öffnet, Mille Petrozza erzählt und Hans-Joachim Powilleit wird geehrt

Edeka Diekmann schließt zum Jahresende

Die letzten Stunden vom letzten Lebensmittelladen in der Werdener Altstadt sind gezählt: Zum Ende des Jahres wird Edeka Diekmann an der Heckstraße schließen. „Das kann ich nicht verneinen“, bestätigt Inhaber Andreas Diekmann die Befürchtung,

die seit vergangenem Wochenende bereits die Runde durch die Werdener Altstadt macht. Ende kommenden Oktober endet das Mietverhältnis. Bei vielen Werdenern regiert das blanke Entsetzen:

Damit verliert die Altstadt ihren letzten Nahversorger.


Stoff- und Tuchmarkt eröffnet die Saison

„Der Stoff- und Tuchmarkt läutet die Saison ein“, freut sich Andreas Miksch, Vorsitzender des Werdener Werberings: Wenn die deutsch-holländischen Händler wieder den Schulhof des Gymnasiums Werden an der Körholzstraße beziehen und von 11 bis 17 Uhr zig Kauffreudige anziehen, öffnen von 13 bis 18 Uhr auch die Läden der Altstadt.

Und während das Wetter frühlingshafte Temperaturen verspricht, fragt sich mancher, ob er nicht in der falschen Jahreszeit ist: Denn noch immer hängt die Weihnachtsbeleuchtung


Projekt „Essbar Werden“ will Altstadt gestalten

Fast ein wenig wie im Schlaraffenland sollen sich die Menschen, aber auch Bienen und andere Insekten künftig in Werden fühlen – Feigen, Johannisbeeren, Heckenkirschen, Schwarzer Holunder und andere leckere Pflanzen soll künftig in und um die Altstadt blühen – und zum Naschen und Lernen einladen:

„Essbar Werden“ heißt das Projekt, zu dem sich erstmals unterschiedlichste Werdener Vereine zusammengeschlossen haben, deren gemeinsames Ziel es ist, den Stadtteil zu gestalten.


Mille Petrozza erinnert sich an seine Zeit im Jugendarrest

Das Forum des Mariengymnasiums ist bis auf den letzten Platz besetzt: Miland „Mille“ Petrozza freut sich über sein Heimspiel in Werden. Für ihn schließt sich hier ein völlig schlüssiger Kreis.

Aufgrund einer „bescheuerten Achtzigerjahre-Schlägerei“ musste er dort im Alter von 15 Jahren ein Wochenende in der Jugendarrestanstalt als Einzelhaft verbüßen. „

Es waren die längsten zwei Tage meines Lebens. Nichts daran war lustig oder ehrenhaft; es war einfach nur uncool und beschissen. Immerhin konnte man lesen. Gleich zu Beginn kam ein Typ mit einem Bücherwagen vorbei und hat Lesestoff verteilt.

So habe ich im Jugendarrest zum ersten Mal in meinem Leben ein komplettes Buch gelesen – bis dahin kannte ich nur Comics. Die Zeit zog sich dort endlos wie Kaugummi, und ein Satz wurde zu meinem Mantra: ‚Niemals wieder mache ich so eine Scheiße mit‘“, erzählt Mille.


Erfolgreiches Fußball-Wochenende im Löwental

Der Landesligist holte einen wichtigen Zähler gegen den punktgleichen Oberliga-Absteiger. Die Damen setzten ihre Siegesserie fort, beide B-Ligisten siegten auswärts nach kuriosen Spielverläufen mit 5:3 Toren und liegen auf Aufstiegsplätzen. Die couragiert auftretende „Bierte“ hätte fast dem Spitzenreiter ein Beinchen gestellt. Am Sonntag gibt es Fußball satt im Löwental. Nicht nur drei Herrenteams, auch beide A-Junioren haben Heimspiele.


Ehrungen für Hans-Joachim Powilleit

Hans-Joachim Powilleit nahm es wie immer mit einem Lächeln. Gleich drei Urkunden mit den entsprechenden Ehrennadeln flatterten ihm ins Haus. Für „unermüdliche Arbeit um das Schützenwesen“ ehrten ihn Kreis-, Landes- und Bundesverband.

In der Tat ist der bald 74-Jährige am 1. Juni 1966 eingetreten in den Bürgerschützenverein Gut Ziel Essen-Werden-Heidhausen 1926: „Mein Vater und mein Großvater waren im Verein, wie mein Patenonkel auch. Damit bin ich groß geworden.“ Ein fester Blick: „Das Schützenwesen ist mein ein und alles.“