Archiv für den Monat: Oktober 2015
Es ist wieder da
Nach dem irre komischen Hörbuch „Er ist wieder da“ war eigentlich ein anderer Film über den wiedererwachten Hitler zu erwarten. Aber es macht nichts, in diesem Fall überrascht zu werden. Es gibt viel zu lachen, am Anfang sowieso, am Ende auch. Aber dann macht es zunehmend keinen Spaß mehr. Zu sehr graben sich die dokumentarischen Szenen ins Gehirn. Sind die alle echt? Oder keine? Ist das egal?
Fest steht: Darsteller Oliver Masucci gibt einen Hitler, der so beklemmend wirkt, dass man immer häufiger rufen möchte: „Das kann nicht wahr sein.“ Aber wenn der Film am Ende genau in die Pegida-Bewegung mündet, entwickelt er seine bedrückende Aktualität: Mediensatire? Comedy? Dokumentar-Parodie? Für mich ist es alles, und dazu perfekt zusammengestellt. Denn der Film hört nicht bei der Mediensatire auf, die er locker meistert; er deckt offen, wie sehr wir spüren, dass ein Großteil des Fernsehprogramms vorsichtig gesagt, nahezu humor- und geistfrei ist.
Regisseur David Wnendt gibt dem Zuschauer das beklemmende Gefühl, dass es wieder mal eine Zeit ist, in der die Menschen nach klaren Lösungen für komplizierte Probleme suchen könnten. Fast glaubt man, die Zeit überholt diesen Film; also schnell reingehen.
Fehlerteufel 42
Leider ließ sich vor Druckschluss eine Panne nicht mehr korrigieren: In dem Artikel über das Flüchtlingsdorf ist natürlich das falsche Bild.
Hier das richtige Bild:

Die Gasse des Flüchtlingsdorfes mit Bereichsleiter Martin Gärtner
Außerdem: Franz Löhr ist Geschäftsführer des Hospizes Werden, Dorle Streffer ist weiterhin Vorsitzende des Fördervereins für die Ambulante Oekumenische Hospizgruppe Werden. Die Hospizarbeit in Werden steht bekanntlich auf zwei Säulen.
Die Werdener Nachrichten vom 16. Oktober
Die ersten Flüchtlinge sind da, und Werden hilft; die Diskussion über die Verkehrsplanung lebt auch wieder auf. Immer noch sind Ideen gefragt.
Kuchen wollen die Kitas nicht mehr haben. Mauern einreißen ist gut, aber aufbauen kann auch gut sein. Werden hat nun zwei Mauern zu bauen. Schuir hat eine neue Europameister-Mannschaftt. Die Awo Werden feiert ihr 40jähriges Bestehen.
Das alles und noch viel mehr in der Werdener.

Flüchtlinge im Winter — Nach Redaktionsschluss
Flüchtlinge werden in Essen auch im Winter in Flüchtlingsdörfern leben. Darauf weist der Krisenstab der Stadtverwaltung hin. Die mobilen Bauten sind auch für Winterwetter gerüstet, trotzdem wird, gerade bei Minusgraden, überprüft werden, ob die Wohnsituation zumutbar bleibt.
Verschiedene Situationen, die eine Evakuierung von Flüchtlingsdörfern auch abseits eines starken Winters notwendig machen könnten, werden von den Verantwortlichen geprüft. Es bestehen bereits unterschiedliche Notfallszenarien.
„Sollte eine Notsituation eintreten, müssen wir dafür kurzfristig eine Lösung finden“, so Christian Kromberg, Leiter des Krisenstabes. „Wenn Flüchtlingsdörfer evakuiert werden müssen, gibt es in Essen eine Vielzahl von Gebäuden, in denen Flüchtlinge kurzzeitig untergebracht werden können. Dazu gehört auch – aber nicht ausschließlich – die Messe Essen. Sollte es zum worst-case kommen, werden wir selbstverständlich versuchen Einvernehmen herzustellen. Ich werde dann auch die berechtigten Belange der Messe Essen entsprechend berücksichtigen. Bis jetzt gibt es keine Anhaltspunkte, die Rückschlüsse auf eine Gefährdung von Veranstaltungen zulassen.“