14 Mai

Ganz große Nummer

GOP_Essen_MachineDeCirque_aSo abgerundet kann also Varieté sein. Wie aus einem Guss beschert „Machine de Cirque“ dem Zuschauer nichts weniger als reines Vergnügen, das keine Sekunde Pause zu machen scheint. Was da im GOP derzeit zu erleben ist, entlässt die Gäste erfüllt und erschöpft; und sie haben so gelacht, dass es Lachmuskeln und tränende Augen erschöpfte. Dafür sorgt vor allem eine Jonglage mit Handtüchern; so einfach , so simpel und doch grandios.

Wer bisher darüber nachdachte, welches Programm des Theaters am Nordende der Innenstadt dem runden Vergnügen am nächsten kam, der dürfte hier eine Antwort finden. Die Truppe lässt die Einzelkönner nicht alleine. Wenn Maxim Laurin scheinbar ausweglos am Trapez hängt, kommen die anderen hinzu und verwandeln das Geschehen in einen Marktplatz der Artistik.

Hier gibt es fast immer die zweite und dritte Ebene, wie in besonders guten Kinofilmen. Der Zuschauer fühlt sich zumeist wie auf einem Jahrmarkt, bei dem überall Artisten ihre Künste vorführen und doch ein Herausragender schnell die Aufmerksamkeit fesselt. Alles wirkt dabei immer so leicht, als würden die Artisten sich gerade mit einfachen Übungen warmmachen. Erst der eigene Verstand ruft plötzlich: Das ist doch unmöglich! Das geht doch gar nicht!

Selbstverständlich wird das einmal gebrochen: Wenn Raphael Dubé die Einradkunst auf höchste Höhen bringt, dann lassen alle zusammen mit den gespielt ängstlichen Gesichtern den Atem stocken.

Wenn allerdings Maude Arseneault und Marie-Maude Laflamme am Vertikaltuch anmutig verschmelzen, oder Miakael Xavier Bruyère L’Abbé mit Maude die senkrechte Stange benutzt, als hätten sie Saugnäpfe an den Händen, dann möchte der Zuschauer sofort auch mal probieren, so leicht wirkt das. Das gilt sogar für die Schleuderbrett-Nummer von Joren de Coorman und Maxim, bei der aber schnell erschreckend klar wird: Das ist eine ganz andere Nummer. Dass das versprochene Rhönrad nur als Fragment vorkommt, stört kaum.

Wie der Folkwang Uni entsprungen wirken dagegen die Drei vom „Théatre a Tempo“: Pantomime und Percussion mit Akrobatik und Tanz vermischt das Trio, als hätte es in Werden gelernt, wo der Geist der Uni ja auch bewusst die Genres voneinander lernen lässt: Ein Clown mit großen Augen, eine Schlangentänzerin im Schnepfen-Kostümierung und ein scheinbar stocksteifer Moritz machen ihre Körper zu Musikinstrumenten, lassen ihre Hände tanzen mit Beats, die jede Salsa-Truppe wie ein Taktell wirken lassen.

Zusammen ist „Machine de Cirque“ keine Nummern-Revue sondern eine ganz große Nummer.

13 Mai

Geht doch: Hör zu

Geht doch: Die Hör zu stelt sieben Welterbestätten in Deutschland vor. 44 gibt es, und Essens Zollverein hat es unter die glorreichen Sieben geschafft, die vorgestellt werden; und das durchaus mit warmen Worten. „Schönheit unter Tage“ macht zwar Hoffnungen, die nicht erfüllt werden. Aber vielleicht kommt das noch einmal. Das fehlt Zollverein echt.

13 Mai

Und am 13. ist noch wenig passiert

Ich könnte ja . . . stundenlang über diesen älteren Herrn, der . . . also wirklich. Das werde ich in „Wird schon Werden“ einmal berichten. Sonst ist der Freitag, der 13. aber ziemlich arm an Pannen bisher verlaufen. Ich klopfe jetzt einmal auf Papier mangels Holz. Nun gut, die Post ist wieder zu, obwohl auf dem Schild stand: Heute wäre offen. Hätte ich doch dem Pressesprecher der Postbank geglaubt statt dem Zettel! Aber sonst, nun gut, mein Auto musste ich heute in der Werkstatt abgeben. Auf meiner Rückrufliste haben sich acht Nummern gesammelt, die allesamt besetzt sind, aber sonst. Die Sonne scheint. Pfingsten liegt vor mir, das in Werden alljährlich ein Knaller ist. Also wünsche ich viel Vergnügen. Und nicht abergläubisch sein. Mal sehen, wann ich die acht Besetzten erreiche.

12 Mai

Die Werdener Nachrichten vom 13. Mai

Die Werdener Nachrichten blicken in dieser Ausgabe ein wenig über den Berg, eigentlich weit hinauf auf die Berge dieses Planeten: Wir reisen mit Werner Strahl nach Nepal, wo Cap Anamur eine Schule fertig gestellt hat. Wir schauen auf die Heilig-Blut-Prozession im Belgischen Bruegge, die einige Parallelen zu Werden hat, und stets auf Christi-Himmelfahrt stattfindet.

Aber auch zu Werden gibt es einiges zu berichten: Da ist die Post, die irgendwie personell nicht auf die Beine kommt; genau genommen die Postbank, die an der Hufergasse die Filiale betreibt: Werden ist alt, älter als selbst Experten denken. Archäologen schätzen die Alteburg nun inzwischen auf 300 vor Christus ein. Nicht übel, parallel zu Rom und Athen. Aber auch heute wird noch gebaut, verändert sich diese Stadt. Der Bus-Verkehr ist ein Thema; und anders als Hanslothar Kranz sieht Daniel Behmenburg keine Gefahr, das Einsparungen drohen. Man werde ganz sicher nicht vor Start des Ortsbusses sparen. Die ehemalige LVR Klinik wird bald in Betrieb gehen. Werden hilft ist gut in Schwung, wenn auch nicht alles klappt, ist doch so wunderbar viel schon erreicht.

Die Fußballer des SCWH aber müssen noch eine Schüppe zulegen, wollen sie in der Bezirksliga bleiben. Es ist knapp. Der Wasserspeicher an Essens und auch damit an Heidhausens höchster Stelle wurde saniert. Und natürlich gibt es alle Informationen zu diesem Wochenende mit Kirmes ohne Schützenfest, Gemeindefest Hippen-Hamm und dem großen Open Air im Löwental.

Werden brummt auch an diesem Pfuingstwochenende, falls das Wetter mitspielt. Kalt soll es werden, aber vielleicht doch trocken.

Kari_1916