20 Mai

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 21/2021

Ein zaghafter Schritt in Richtung Normalität

Seit über einer Woche sind die Inzidenzzahlen in Essen unter der magischen 100-Marke. Das heißt: Auch Werden kann wieder einen Schritt in Richtung Normalität gehen. Wenn auch zaghaft: Denn zwar darf man ab heute erstmals seit November wieder gemütlich einen Cappuccino auf der Terrasse seines Lieblingscafés schlürfen oder sich ein kühles Blondes im Biergarten gönnen – aber nur in den Außenbereichen der Lokale. Und nicht jeder Gastronom will so schnell mitziehen. 


Gesamtkonzept und Ideen für den ehemaligen Sportplatz am Volkswald

Die Diskussion um die Nutzung der Fläche des ehemaligen Sportplatzes Am Volkswald nimmt weiter Fahrt auf. CDU und FDP preschen voran und wollen in der Sitzung der Bezirksvertretung IX (BV IX) am kommenden Mittwoch einen Antrag stellen, in dem sie die Verwaltung bitten, ein Gesamtkonzept für das Areal zu erstellen, das Waldkita, Sportangebot und die Schaffung einer Grünfläche miteinbeziehen soll. Die Grünen haben indes Kontakt mit den Betreibern des Waldkindergartens Essen aufgenommen: Die würden gerne mit ihrem Hobbit-Bauwagen von der Gruga auf dem Platz Am Volkswald ziehen. 


Kleine Bauwerke mit großer Geschichte

Das kleinste Haus in Werden ist nicht die Kemnate an der Grafenstraße, sondern derer gibt es gleich mehrere – die Heiligenhäuschen am Weg der Flurprozession. Es sind kleine Bauwerke mit einer großen Geschichte, die leider oft viel zu wenig beachtet worden ist. Umso wichtiger ist es, dass sie mit der „digitalen Flurprozession“ wieder zu einer neuen Beachtung gelangt sind. 


Pfingst Open Air pausiert auch 2021 – Die Werdener Nachrichten blicken zurück auf die Anfänge

Früher war mehr Konfetti: Wieder vergeht ein Jahr ohne das Pfingst Open Air im Werdener Löwental. Bis zur Pandemie versammelten sich jährlich tausende Menschen, um zwischen Rock, Folk und Elektro zu pendeln. Doch nun muss es zum zweiten Mal in Folge pausieren. Die Werdener Nachrichten schwelgen in Erinnerungen: Wie kam das Konzept des besonders bei jungen Menschen beliebten Musikfestivals zustande? Wie sah es Anfang der 1980er aus? Und wie hat es sich seitdem entwickelt? 


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: 
Die Biergärten öffnen – werden Sie hingehen? 

12 Mai

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 20/2021

Eine tierische Ausgabe: Sicherheitsrisikos durch Kuh und Hase

Eine ungewöhnliche Verfolgungsjagd lieferte sich die Polizei am Mittwochabend: Einer von einer Weide an der Preutenborbeckstraße entlaufenden Kuh folgten die Beamten bis in die Werdener Innenstadt. Das in Panik geratene Tier erschoss ein Jäger nach Absprache mit der Polizei und dem Bauern, dem das Tier gehörte: Laut Polizei stellte das Rind ein „erhebliches und unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“ dar. 
Und: Sorge bereitet den Jägern der Fall der Hasenpest, die in Heiligenhaus bei einem Tier nachgewiesen wurde: Denn die Hasenpest ist auf den Menschen übertragbar. Hunde könnten sie übertragen, ohne dass sie die Krankheit bekommen. Weder Haushunde noch -katzen scheinen dafür sehr empfänglich, Ausnahmen sind möglich. 


Vereinbarung von Uhuschutz und Klettersport im Steinbruch unmöglich

Der Ruhrverband hat den zunächst geplanten Verkauf des Werdener Steinbruchs an den Deutschen Alpenverein (DAV) eine Absage erteilt. Grund sei der dort brütende Uhu, so Unternehmenssprecher Markus Rüdel. Der Uhu-Schutz ließe sich nicht mit den vom DAV geplanten Kletteraktivitäten im Gelände an der Laupendahler Landstraße vereinbaren. Auch der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Essen hält ein Nebeneinander von Uhuschutz und Klettersport im Steinbruch für unmöglich. Das hat der Beirat nach einem Gespräch mit Vertretern von Naturschutzverbänden und DAV bekanntgegeben. 


Werdener FFF-Aktivist trifft Bundeskanzlerin

„Wir wollen nicht nur die ewig gleichen Formelantworten hören, die haben wir schon genug bekommen.“ Wenn Levi Camatta am Donnerstag kommender Woche in einer Diskussionsrunde auf Angela Merkel trifft, dann soll das keine nette Plauderei werden. Der Werdener „Fridays for Future“-Aktivist hat sich vorgenommen, die Kanzlerin auf konkrete Aussagen festzunageln. „Wir wollen auch was erreichen.“ Die Diskussionsrunde, an der der 15-jährige zusammen mit zwei anderen Jugendlichen teilnimmt, soll voraussichtlich den Abschluss des 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags bilden, der in Essen stattfindet. 


Abstimmen bei unserer Frage der Woche!
Nimmt die Politik den Klimaschutz wichtig genug? 

06 Mai

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 19/2021

Grundsteinlegung für das Zentrum für seltene Lungenerkrankungen

Es war ein stürmischer Empfang, der Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die übrigen Gäste bei der Grundsteinlegung für ein neues Zentrum für seltene Lungenerkrankungen bereitet. Unter die vom Wind wackelnde Pergola, die Redner und Grundstein vor Regen schützen sollte, traute sich dann doch niemand. Und so wich man für die Ansprachen in sicheres, betoniertes Gefilde aus, die das sich im Entstehen befindliche Gebäude bereits bietet. „Über uns wird die Isolierstation mit 16 Einzelbettzimmern gebaut“, berichtet Thorsten Kaatze, Geschäftsführer der Ruhrlandklinik. 


Skatepark auf dem Gelände des abgebrannten Vereinsheims?

Am Morgen des Karfreitags gab es keine Rettung mehr für das aufgegebene Vereinsheim am Volkswald. Brandstiftung? Unbedachter Umgang mit offenem Feuer? Die Polizei ermittelt. Die Feuerwehr löschte und zog mit einem Bagger die verkohlten Überreste vom Brandherd weg. Inzwischen transportierte eine Fachfirma die traurigen Überreste ab. In den sozialen Medien zeigten sich Anwohner empört über „die Tatenlosigkeit der Stadt“. Das abgebrannte Vereinsheim sei der finale Weckruf, den ehemaligen Sportplatz endlich wiederzubeleben. Dies könnte nun in Form eines Skateparks geschehen, geht es nach dem Willen einiger junger Menschen, die sich diesbezüglich bereits tatkräftig zeigen. 


Bocateria „Sandwich Coffee“ lädt zum kulinarischen Kurzurlaub

Die vielleicht erste Bocateria in Deutschland ist eröffnet. Wer die Lust verspürt, sich zu Corona Zeiten einen kleinen südlichen Kurzurlaub zu gönnen, und wenn er nur kulinarisch ist, könnte in der Heckstraße vorbeischauen. Dort haben der Betreiber David La Perna und sein Bruder Sandro am vorletzten Donnerstag die besagte Bocateria „Sandwich Coffee“ eröffnet. Dort bereiten sie fein belegte Panini, typisch italienische Brote. Wie das perfekte Panino letztendlich aussieht, haben die passionierten Hobby-Köche zu Hause gelernt: „Die Mama macht die besten Panini.“ 


Trainings für Eltern und Kinder

Achtsamkeits- und Entspannungstrainings sind für Kinder und Jugendliche derzeit besonders wichtig, weiß der Werdener Psychologe Simon Müller. „Während Corona sehen wir eine Zunahme von Drogenkonsum bei fehlender Selbstregulation“, warnt Simon Müller. „Das geschieht meist aus Langeweile, Frust oder zur Kontrolle von Ängsten.“ Das A und O sei, sich selbst Strukturen vorzugeben. Er möchte Eltern anregen, diesen Ausgleich für ihre Kinder aber nicht nur in Corona-Zeiten anzubieten. 
Link zur Homepage der Praxis Simon Müller


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: 
Sollten Menschen, die vollständig geimpft sind, Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen bekommen? 

29 Apr.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 18/2021

Bus-Fahrgäste verärgert: keine Info zur Umleitung des 192ers

Klaus Hackmann kam sich ein wenig vor wie in einem absurden Theaterstück, als er am vergangenen Dienstag auf den 192er Quartiersbus wartete. Denn wie Godot in Samuel Becketts Bühnenklassiker kam auch der Bus nicht. „Mal wieder Ärger mit dem Quartiersbus“, schüttelt er den Kopf. An der Haltestelle war keine Info zu finden, wer sich nicht mit dem Handy informieren konnte, konnte nicht wissen, ob sich der Bus nur verspätet und sich damit das Warten lohnen könnte – oder ob er den Fußweg antritt. Immerhin: Klaus Hackmann hat dank der Ruhrbahn-App Zäpp auf seinem Handy davon erfahren, dass der 192 umgeleitet wurde: Denn weil die Sprinter in die Werkstatt mussten, entfielen die Haltestellen zwischen An der Stadtmauer und An der Braut. 


Pandemie bremst die Selbstbestimmung in der Woge

Direkt im Herzen Fischlakens auf dem Kirchplatz der Jona-Gemeinde befindet sich die Jona Wohngemeinschaft, kurz „Woge“. Ein eigenständiges Leben für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung – das will die Woge ihren Bewohnern seit 2010 ermöglichen. Doch die Pandemie ist es momentan, die das Leben der Bewohner bestimmt. „Die Förderung der Selbstbestimmung und die Ermöglichung der Teilhabe am öffentlichen Leben sind die Eckpfeiler unserer Arbeit. Beides wurde sehr bis gänzlich eingeschränkt. Es ist in Teilen aktuell deutlich fremdbestimmt.” 


Zwei neue Azubis im Ludgeri Altenheim

Corona hat den Pflegenotstand nicht ausgelöst, jedoch sichtbarer gemacht. „Es wird vermehrt von Berufsausstiegen aus dem Pflegesektor berichtet“, so Laura Stietenroth, die neue Leiterin des Ludgeri Altenheims. „Wir vor Ort können die politischen Weichen dahingehend nicht stellen, zeigen aber unseren Mitarbeitenden, dass wir sie ernst nehmen und schätzen. Besonders unseren Nachwuchskräften zeigen wir dabei auf was gute Pflege ausmacht und wie sinnstiftend dieses Berufsbild sein kann.“ Über zwei neue Auszubildende seit Anfang des Monats freut sie sich deshalb besonders. Auch die Kliniken haben Bedarf für mehr Fachkräfte-Nachwuchs


Händler nehmen Notbremse gelassen

Die bundesweite sogenannte Corona-Notbremse hat auch den in den vergangenen Wochen zaghaft wieder in Gang gekommenen Einzelhandel erst einmal wieder ausgebremst. War es bislang noch immerhin möglich, mit einem negativen Schnelltest in den Läden einzukaufen, so müssen jetzt Kunden wieder gänzlich draußen bleiben. Die Händlerinnen und Händler vor Ort nehmen die neuerlichen Beschränkungen jedoch gelassen. 


Abstimmen bei unserer Frage der Woche!
Sind die Quartiersbusse in Ihren Augen eine sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs – oder sind Verbesserungen nötig?

22 Apr.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 17/2021

Die Boulebahn in der Heidhauser Mitte ist fertiggebaut

Auch wenn sie noch von einem Bauzaun umgeben ist Nur die Corona-Pandemie hat bislang eine Eröffnung verhindert. Mit ihrer Nachbarschaft zum Spielplatz soll die Bahn eine Begegnungsstätte für Jung und Alt werden. Finanziert wurde sie aus Mitteln der Bezirksvertretung IX und Grün und Gruga.  


Schulunterricht im Biergarten

Corona erschwert den regulären Schulunterricht weiterhin. 165 scheint jetzt die magische Zahl, auf der sich die Politik geeinigt hat: Ab dieser Inzidenz-Zahl sollen die Schultore wieder geschlossen werden und der Unterricht nur noch vor den heimischen Endgeräten stattfinden. Politiker haben daher die Idee ins Spiel gebracht, den Unterricht ins Freie zu verlagern, wo das Virus keine große Gefahr darstellt. Werdener-Wiesn-Wirt Mali Sirin findet, das ist eine gute Idee, für die er Tische und Bänke – und bei Bedarf seinen ganzen Biergarten – zur Verfügung stellen würde. Bierbank statt Schulbank drücken also. Bei den Schulen allerdings hält sich die Begeisterung in Grenzen.


Heimbrauen: Dennis Hasemann über die Faszination Bier selbst herzustellen

„Pils oder Alt, Weizen oder Lager, Lite- oder Starkbier – ich kann eigentlich alles brauen.“ In seinem Beruf bewegt sich Dennis Hasemann zwischen den Welten der Hegels und der Hobbits: In der Buchhandlung Schmitz empfiehlt er den Kunden die richtige Literatur. Doch in seiner Freizeit beschäftigte er sich mit Hellem und Hopfen – und zwar trinkt der charismatische Buchhändler nicht nur gerne Gerstensaft – er braut in seinen eigenen vier Wänden auch selbst Bier. Ein Hobby, das vor allem Arbeitsdisziplin erfordert, mahnt er. Den Werdener Nachrichten hat er von der Faszination des Heimbrauens berichtet. 


Route der Quartiersbusse sorgen für Beschwerde

Manfred Brodersen wohnt seit über 40 Jahren in einer Souterrain-Wohnung im Heidhauser Rathaus. Eine durchaus reizvolle Wohnlage im Herzen des Stadtteils und doch abgesetzt vom Hauptverkehr, in einer kleinen Nebenstraße am Heidhauser Platz. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, seitdem die Quartiersbusse durch Werden fahren. „Jetzt muss ich die Abgase einatmen – zu Hauptverkehrszeiten alle zehn Minuten“, klagt er. Dabei versteht er nicht, dass der Bus einfach nicht über die Heidhauser Straße fahren kann – so wie der 169er, wenn er wendet. Der Ruhrbahn wirft er vor, diese Streckenführung rechtswidrig und ohne notwendige Absprache mit der Politik vorgenommen zu haben. Nun hofft er auf Unterstützung aus der Bürgerschaft und Politik für sein Anliegen. 


Radeln entlang der B 224 – ein Selbstversuch

Entlang der B 224 soll ein Radweg entstehen zwischen Werden und Velbert – höchste Zeit, sagen die einen, überflüssig, meinen andere. WN-Mitarbeiterin Pippa Kolmer hat sich für uns auf den Drahtesel geschwungen und den Selbstversuch gemacht: Wie sicher ist gegenwärtig das Radeln entlang der B 224?


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: 
Wäre Schulunterricht im Freien eine gute Alternative in Corona-Zeiten?