25 Feb.

Thomas bei Bene

Thomas Plaßmann im Bene

Thomas Plaßmann im Bene

Noch sind sich die Katholiken noch nicht ganz einig, was Bene so gratis ins Haus bringt; das Magazin statt des eingetsellten wöchentlichen Ruhrwortes, das auch wieder belebt worden  ist. In der zweiten Ausgabe von Bene ist zumindest ein sehr beachtenswertes und gut gemachtes Interview mit Thomas Plaßmann, der bekanntlich einige Jahre auch für das Ruhrwort gezeichnet hatte (erst vorne zu sehen, dann nach hinten verfrachtet) und auch für den Herder-Verlag feine Bändchen zeichnete. Er dürfte Deutschlands bester Karikaturist bei katholischen Themen sein. Für uns ist er das ohnehin auf allen Gebieten. Aber Jutta Laege hakt bei dem Selbstverständnis des gläubigen Katholiken nach und bekommt gute Antworten. „Wie viel Spaß verträgt die Kirche, Herr Plaßmann“ wird er eindringlich gefragt; und antwortet seinem Charakter entsprechend ehrlich und höflich. Als Insider müsse er zwar etwas die Befangenheit umgehen, wisse aber eben auch, wie es läuft und warum nicht. Und vor allem eine Ansicht teile ich mit ihm: Gott hat mehr Humor, als viele Amtsträger sich vorstellen können.

16 Feb.

Hanno wartet

Hanno wartet

Foto: Odile Baumann

Hanno wartet – auf einen Termin oder auch nur eine Antwort. Deshalb war er sich nicht sicher, ob und wann er den Dank für seine guten Taten entgegen nehmen könnte in dieser Woche. Doch der Anruf kam nicht. Wohl kamen seine 150 Euro gut an. Die spendete er als Weihnachtsüberschuss gern an die zwanzig Kinder, die vom vkj getragene Gruppe im Wesselswerth, die sich „Budenzauber“ nennt und Kinder ab vier Monaten bis zur Schulpflicht aufnimmt.
Nach wie vor braucht Hanno Hilfe. Die bange erwartete Entscheidung aus der angefragten Heidhausener Entzugsklinik kommt nicht; an keinem Tag der letzten Woche. Da stimmte er dann doch zu: Die Kinder können kommen, obwohl er selbst nicht weiß, wie es weiter geht. Die gute Nachricht: Derzeit allerdings schon besser. Niemand weiß, warum. Vielleicht liegt es an der liebevollen Betreuung, die er erfährt. An der Duldung, auch wenn sie immer wieder angefeindet wird. Etwa von Vätern, die ihrer Tochter den „erschreckenden Anblick“ eines Obdachlosen lieber nicht zumuten wollen und die Polizei mit der Verschiebung des Problems beauftragen.
Unbestritten: Dass ein Obdachloser seinen (gefühlten) Überschuss an Spenden Kindern schenkt, ist sicherlich sehr beachtlich. Auch nicht stets zu finden: Dass diese sich liebevoll bedanken: mit kraftvollen Aquarellen und schönen Zitaten, Wunschkästchen, Herz, Pustefix-Blasen und Liedchen. Jeder der Kleinen hatte seine Aufgabe und war stolz darauf. Eigentlich eine kleine, intime Szene.
Es wirkte irgendwie seltsam: Der Tross von Tonabnehmern, Kameras von WDR, SAT 1 und Presse, der dieses herzbewegende Stelldichein auf kurzer Strecke begleitete. Die Werdener Nachrichten waren von den ersten Wochen dabei und wurden deshalb nicht vom Kita-Träger, sondern von Hanno selbst zur Feier auf dem Kantstein der Linde eingeladen. Gern wollte er sie dabei haben – auch wenn sich der Termin an diesem Tage drei Mal verschob.
Schnell hatten alle „alles im Kasten“. Doch das ist eben nur die halbe Wahrheit. Auch, wie Hanno sich mit von ihm bezahlten Pixi-Heften bei den Kleinen revanchierte und noch tagelang staunte und ein Loch in den Strumpf freut: „Da war echt was los!“. Zu Recht, denn sein gutes Tun hatte Respekt und Liebe zurück gebracht, wie man es sich wünscht.
Die Werdener allerdings werden dies gelassen nehmen, wie jeder, der schon lange den Wanderer mit den treublickenden braunen Augen in der Langzeit-Pause in Werden begleitet.
Die letzte Zeit zuvor war es um Hanno nicht gut bestellt; jeder, der ihn täglich sah, konnte das feststellen. Seit Weihnachten und dem Weihnachtsmarkt, der ihm den Geldsegen bescherte, den er weiter verschenkte, nahm sein Gesundheits- und Allgemeinzustand besorgniserregend ab. Keine Hilfe in Sicht: Der herbeigerufene Krankenwagen nahm ihn nicht mit (nicht betrunken genug), zwei Taxifahrer lehnten die Fahrt zum medizinischen Mobil in der Innenstadt rundweg ab. Selbstfahrdienst im Privat-Pkw war gefragt. Das Medizinische Mobil in der Maxstraße verordnete Bluthochdruck-Medikamente. Er sollte den Erfolg in einer Werdener Apotheke überprüfen lassen. Doch Hanno konnte die wenigen Meter dorthin seines Schwindels wegen nicht mehr zurücklegen.
Die Feuerwehr Essen nahm ihn erst mit, als er kurzzeitig bewusstlos war . Man wies ihn ein und die Kliniken Essen-Süd checkten ihn sorgfältig durch. Sie erkannten sein besonderes Problem, ließen ihn aber doch nach kurzer Zeit wieder raus, ohne den Mut zu einer Entgiftung ohne Krankenversicherung. Zehn Tage würde es dauern, ihn unter medizinischer Aufsicht „trocken“ zu bekommen.
Die Werdener Geschäfts- und Privatleute taten was sie konnten: Ein Wäscheladen in der Grafenstraße spendete nicht nur eine sondern gleich zwei Unterhosen und obendrauf den notwenigen Schlafanzug für‘s Krankenhaus. Andere schicken sogar ihre Kunden mit dem notwendigen Wurstbrot zu Hanno, der selbst nicht mehr gehen konnte. Passanten brachten Suppen, Getränke, halfen auf, sprachen zu. Die Reinigung wusch alles, kostenlos. Irgendwann war Hanno wieder gehfähig. Sein Problem bleibt: Eine Entgiftung steht an, damit er er weiterkann. Die Platte in seinem Fuß sollte längst entfernt werden, doch nie wird er dafür krankenversichert sein. Sein Rücken schmerzt nicht mehr, sagt er. Den Schwindel hat der in diesen Tagen im Griff. Täglich fragt er, ob es einen Anruf seitens der Klinik für ihn gab. Den gibt es nicht. Aber die Freude der Kinder trägt ihn. Ein gutes Stück und noch etwas weiter. (Text & Foto: Odile Baumann)

15 Feb.

Werden lebt, Live in den Kneipen

IMG_20140214_215318Das studentische Werdener Leben wächst stetig, und wir haben mal ein Bild vom Mexikaner an der Grafenstraße, es wurde immer lebhafter, bis dann irische ? Klänge richtig gut abgingen. Viele Jahre lebte Werden nur von den Legenden, was einst im Aulen Winkel und dem Kamin an Leben und Live-Musik und Tanz bestand; auch die Arche Noah gehörte noch lange zu den Livekneipen mit spontanen Konzerten. Versuche gab es immer wieder, teilweise scheiterten sie auch an den Nachbarn. Aber gestern unverstärkt und fröhlich machte es sehr viel Freude.

14 Feb.

Löwental und Jacobsallee

Jacobsalleweiese05Jetzt ist es amtlich, an die Jacobsallee kommt ein festes Gebäude für Flüchtlinge. Ich hatte hier schon am vergangenen Freitag über die Geschichte dieses Ortes etwas geschrieben. Denn es gab hier schon einmal eine Planung. Auch das Löwental wird erweitert. Wie das genau geschehen soll, (weitere Container, ein ähnlicher Bau?), das war auch in der Gruga-Sitzung nicht mitgeteilt worden. Es wird aber eine feste Betreuung geben, den ganzen Tag über.

12 Feb.

Schienen und Leitungen

BahnhofKariIn diesem Sommer wird die Bahn wieder einmal in den Ferien den Bahnverkehr S6 rund um Werden etwas ausbremsen, um diesmal die Weichen zu erneuern. Zurück zum Neurotischen NSA-Verdacht: Vielleicht müssen die so oft an die Schienen, um unter den Gleisen Kabeltunnel zu legen, oder andere, um die Erkenntnisse aus Deutschland abhörsicher in die USA zu leiten. Irgendwann müssen diese berühmten Riesen-Bunker ja mal unbemerkt gebaut werden. Und ich frage mich beispielsweise , warum es mit der einfachen Kamera-Anlage auf dem Gleis nach Essen so lange gebraucht hat, so lange musste immer da jemand stehen und winken, und nun gibt keine Anlage, aber es steht gar keiner mehr. Da wird als vom Satellit aus längst mit überwacht.
Wenn sie meinen, das ist Quatsch, dann haben Sie Recht; aber dann ist die DB doch ein noch unbegreiflicheres Wesen.