07 Jan

Mit den Grünen auf Testfahrt im neuen Quartiersbus

Seit heute rollen die neuen Kleinbus-Linien durch Werden Stadt und Land

Grüne auf Tour: Hildegard Demmer, Fabian Griechen, Ludger Hicking-Göbels, Udo Steinhauer, Hildeburg Hess-Steinhauer und Rolf Fliß vorm neuen Quartiersbus.

Klein und gelb winden sie sich auch durch enge Gassen des Werdener Landes: Seit heute morgen rollen die neuen Quartiersbusse durch Werden, Fischlaken und Heidhausen. Vertreter der örtlichen Grünen steigen gleich am Tag Eins ein zur Testfahrt – und zeigen sich nach einer halben Stunde Fahrt im neuen 192er begeistert: „Das könnte ein Vorläufer sein für die Verkehrswende in den Stadtteilen“, frohlockt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ludger Hicking-Göbels.

Kurz vor der Abfahrt um 11.45 Uhr steigt die kleine Delegation, bestehend aus den frisch gebackenen Bezirksvertretungs-Mitgliedern Fabian Griechen und Hildeburg Hess-Steinhauer, dem Fraktionssprecher Ludger Hicking-Göbels, dem Koordinator der grünen Stadtteilgruppe in der Bezirksvertretung IX Udo Steinhauer und dem stellvertretenden Bürgermeister Rolf Fliß, ein – eben zu einer Zeit, in der nicht zu viele Fahrgäste unterwegs sein dürften. Denn in dem Kleinbus mit seinen 14 festen und fünf Klappsitzen will man gerade in Corona-Zeiten nicht unnötig vielen Fahrgästen Platz wegnehmen. BV-Kollegin Hildegard Demmer nimmt zur gleichen Zeit den 182er, der dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung fährt.

Der Rest steigt in den 192er und verteilt sich auf die hinteren Sitzplätze. Noch sind die Grünen – neben den beiden mitfahrenden Journalisten – die einzigen Fahrgäste. Gerade der vordere Bereich des Busses wirkt recht geräumig, hier ist vor allem Abstellfläche für Kinderwagen und Rollstühle vorhanden. „Kann man hier auch Fahrräder mitnehmen?“, erfüllt Ludger Hicking-Göbels mit dieser Frage sofort das Klischee eines Grünen-Politikers. „Es gelten die normalen Beförderungsbedingungen“, entgegnet Rolf Fliß, der sich als Grüner natürlich ebenfalls gut mit Drahteseln auskennt und als Ruhrbahn-Aufsichtsratsmitglied auch noch Experte darin ist, was im hiesigen öffentlichen Nahverkehr geht und was nicht. „Wenn Platz ist, können Fahrräder mitgenommen werden, Kinderwagen haben Vorrang“, ergänzt er.

Grüne auf Testfahrt.

Doch bei dieser Fahrt steigen weder Rad- noch Rollstuhlfahrer ein, auch Kinderwagen brauchen keinen Platz. Stattdessen schreiten zwei Damen mit einem Kind am Werdener Markt durch die vordere Flügeltür, die sich an jeder Haltestelle, an der jemand ein- oder aussteigen will, langsam, aber dennoch schwungvoll öffnet. „Dann wollen wir uns mal den neuen Bus angucken“, sagt eine der Frauen. Etwas neues ist auch immer zunächst einmal eine Attraktion.

Der Bus rollt weiter über Klemensborn, vorbei an der Jugendherberge und an der Grünen Harfe – hier werden bei dem einstigen vordersten Kämpfer der Bürgerinitiative, die der umstrittenen Neubebauung Grenzen setzen wollte, sicher Erinnerungen wach. Die – nun ja – sehr individuelle Bauweise der Häuser löst immer noch Kopfschütteln beim heute ersten Grünen im Bezirk IX aus. „Wir wollten mit der Initiative ja eine Gestaltungssatzung durchsetzen“, so Hicking-Göbels. Hat augenscheinlich nicht geklappt.

Apropos nicht geklappt: „Unser ursprünglicher Wunsch war es, dass der Ortsbus durch die Spillheide fährt, direkt durch die Wohngebiete“, so Hicking-Göbels. Doch das habe nicht wegen der wechselseitigen Parkplätze funktioniert. Zu eng wäre dies auch für den wendigen Quartiersbus, wie der Ortsbus nun offiziell heißt, geworden. „Das kommt davon, wenn man bei Verkehrsplanungen nur an Autos denkt, aber nicht an den öffentlichen Nahverkehr.“

Und auch so wird es noch richtig eng für den kleinen gelben Flitzer. Wenn etwa in Richtung Hildegrimstraße links Wagen an Wagen im Halteverbot parkt und auf der rechten Seite an Paketdienst-Lieferwagen hält, dann muss der Ruhrbahn-Fahrer schon Geschick beweisen im Lenken. Ein normal großer Bus wäre hier wohl nicht durchgekommen. Dass der Quartiersbus 50 Zentimeter schmaler ist als herkömmliche Busse, zahlt sich hier aus. „Es ist ein Lernprozess“, so Hicking-Göbels mit Blick auf die Parker, die dem Bus das Durchkommen erschweren. Den Fahrplan hält der Bus trotz der kleinen Schwierigkeit gut ein.

Ganz schöne Steigungen hat der Bus zudem zu meistern. „Ein Elektromotor hätte auf dieser Strecke wohl seine Schwierigkeiten gehabt“, kommentiert Fabian Griechen eine im Vorfeld diskutierte umweltfreundliche Idee, die wieder zu den Akten gelegt wurde .Nun muss ein – immerhin moderner – Dieselmotor die Arbeit leisten. Umweltfreundlicher als die großen ist der gerade mal 8,5 Meterlange Bus aber allemal unterwegs.

Zwischenzeitlich füllt sich der Quartiersbus mit regulären Fahrgästen. Darunter ein Herr, der „Am Schwarzen“ dazusteigt und schnell mit den Fahrgästen im hinteren Teil ins Gespräch kommt. Auch er zeigt sich begeistert vom neuen Nahverkehrs-Angebot: „Super“ sei der Quartiersbus. „Viel praktischer als die alten Busse. Für die wird es in Richtung Pastorsacker richtig eng. Und dass er alle 20 Minuten kommt und nicht nur jede halbe Stunde wie der frühere Bus, ist schon eine starke Verbesserung.“

Die grünen Mitfahrer nicken. Der kürzere Takt, aber auch die flotte Fahrtzeit von den Wohnquartieren in Werden Land ins Stadtzentrum und zum Bahnhof machen das Angebot zu einer echten Alternative, sind sie überzeugt. „Ich denke, viele werden es sich genau überlegen, ob sie sich die Parkplatzsuche zumuten müssen, wenn sie auch in fünf Minuten mit dem Bus in die Altstadt fahren können“, sagt etwa Hildeburg Hess-Steinhauer. Zufrieden merkt sie an, dass auch einige Menschen mit Einkaufstrolleys eingestiegen sind. „Der Anschluss an die S-Bahn ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt“, ist sich Udo Steinhauer sicher. Der zugestiegene Herr ist indes an seiner Zielhaltestelle, der Hildegrimstraße, angekommen und verabschiedet sich, sichtlich zufrieden mit der kurzen wie bequemen Fahrt.

Nahe der Haltestelle Pastorsacker begegnet der 192er seinem Zwilling, dem 182er – auch er sieht gut gefüllt aus. „Vor allem am Werdener Markt wurde es voll“, berichtet Hildegard Demmer im Anschluss. „In den Wohnvierteln hat es sich dann nach und nach etwas ausgedünnt.“ Wichtig sei, wenn die Schule wieder starte, darauf zu achten, ob in Kernzeiten zusätzliche Angebote notwendig seien, vielleicht in Form von E-Fahrzeugen, regt sie an.

An der Werdener Brücke beenden die beiden Damen mit dem Kind ihre Rundfahrt. Draußen nehmen sie mit dem Handy noch ein Foto vom gelben Mercecdes-Kleinbus Typs Sprinter City 75 auf – die Jungfernfahrt will festgehalten werden.

Nach ziemlich genau einer halben Stunde beendet der Quartiersbus da, wo er seine Fahrt begonnen hat, die Runde. Die Grünen Testfahrer zeigen sich zufrieden: „Probefahrt gelungen“, merkt Rolf Fliß an, „man sitzt sehr angenehm.“ Er sieht in dem neuen Quartiersbus-Angebot einen „wichtigen Baustein zum Modal Split vier mal 25.“ Damit bezeichnet die Stadt Essen ihre zur Grünen Hauptstadt auferlegte Selbstverpflichtung, den Anteil der Verkehrsteilnehmer Auto, Radfahrer, Bus und Bahn sowie Fußgänger auf jeweils 25 Prozent zu verteilen. Seit Jahrzehnten hat da nämlich das Auto unangefochten die Frontstoßstange vorn.

Auch der 182 rollt neu durch die Quartiere.

Ludger Hicking-Göbels, der sich beim Aussteigen noch beim Fahrer mit einem kleinen Präsent bedankt, sieht in dem Quartiersbus ein Modell, das sich „toll in andere Ortsteile übertragen lässt, wenn die Werdener das Angebot annehmen“. Er nimmt sogleich weitere Bausteine der Werdener Verkehrswende ins Visier: „Als nächstes wünschen wir uns eine sukzessive Bewirtschaftung des Platzes der Werdener Feintuchwerke.“ Soll heißen: Das Parken dort soll nach dem Willen der Grünen künftig nicht mehr gratis sein. Dies soll aber freilich nicht geschehen, ohne weitere Angebote zum Umsteigen zu schaffen: „Wir sollten mit Arbeitgebern sprechen, um Dinge zu realisieren wie Firmentickets oder ein Fahrradparkhaus auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke“, so der stellvertretende Bezirksbürgermeister. Zum Beispiel Mitarbeiter der Kliniken oder der Folkwang-Uni könnten dann in solch einem Fahrradparkhaus insgesamt 60 bis 80 Räder wettergeschützt unterstellen, beschreibt er seine Vorstellung.

Doch zunächst geht es darum, vielleicht noch an Details in Sachen Quartiersbus zu feilen, Die bessere Anbindung der Ruhrlandklinik ist so ein Detail, das ja inzwischen erreicht ist: Ab April soll der 190er-Quratiersbus auf einem neuen Linienweg auch eine Schleife zum Heidhauser Platz fahren, um dort Umsteigemöglichkeiten zu bieten und die ländlicheren Gefilde besser anzubinden.

Verbesserungsbedarf sieht Hildeburg Hess-Steinhauer noch in Sachen Barrierefreiheit. „Mit einem Einkaufstrolley ist gerade der Ausstieg nicht immer ganz einfach“, hat sie beobachtet. Der Abstand zwischen Ausstieg und Bordsteinkante ist zuweilen doch recht groß. Zwar lässt sich bei Bedarf für Rollstuhlfahrer eine Rampe ausfahren, aber „Absenken, um den Abstand schnell zu verringern lässt sich der kleine Bus nicht so leicht wie die großen“, so Rolf Fliß. Abhilfe könnte da schaffen, die Bordsteine an betreffende Haltestellen zu erhöhen. „Vielleicht kann die BV das finanzieren. Vier Grüne Bezirksvertreter, die diese Idee in eine der nächsten Sitzungen hineintragen könnten, haben da aufmerksam die Ohren gespitzt.

Seine Ohren spitzen muss man auch, wenn man seine Haltestelle nicht verpassen will, denn bei der Testfahrt hat der dafür vorgesehene Monitor noch nicht die Haltestellen angezeigt. Dafür sagt eine weibliche Computerstimme an, wo der Bus als nächstes hält. Vielleicht, regt ein Mitfahrer an, könnte man ja den ein oder anderen prominenten Bewohner aus Werden, Heidhausen oder Fischlaken dafür gewinnen, die Haltestellen einzusprechen. Manch ein Fan will dann aber eventuell gar nicht mehr aussteigen – boah, glaubse?

07 Jan

Zwei Verletzte nach Unfall mit Fahrerflucht

Bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Heidhauser Straße/Hammer Straße wurden am Dienstagabend ein 12-Jähriger und eine 43-Jährige schwer verletzt. Die Fahrerin flüchtete vom Unfallort. Dank eines Zeugen konnte die Polizei sie jedoch ausfindig machen.

Als die 30-jährige Fahrerin eines braunen Hyundai von der Heidhauser Straße in Richtung Velbert an der Hammer Straße nach links abbiegen wollte, übersah sie vermutlich die Frau und den Jungen, die Hand in Hand die Hammer Straße bei Grünlicht überquerten. Der Wagen erfasste den 12-Jährigen – und möglicherweise auch die 43-Jährige -, woraufhin beide stürzten. Beide wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Fahrerin flüchtete, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Ein anderer Autofahrer, der den Unfall beobachtet hatte, merkte sich das Kennzeichen und half so den zu Hilfe gerufenen Polizisten, sofort die Halterin des Hyundai zu ermitteln. Die Polizei stellte ihren Führerschein sicher und ermittelt nun unter anderem wegen Fahrerflucht.

07 Jan

Werdener Nachrichten können auch in dieser Woche nicht erscheinen

Liebe Leserinnen und Leser,

der Hackerangriff auf die FUNKE Mediengruppe, zu der auch die Werdener Nachrichten gehören, dauert an. Daher kann auch die nächste Ausgabe der Werdener Nachrichten, die am 8. Januar geplant war, nicht erscheinen.
Wir entschuldigen uns abermals für die Unannehmlichkeiten und bitten um Verständnis.


Betroffen vom Angriff sind zahlreiche Computersysteme im gesamten Bundesgebiet – auch unsere Redaktion und unser Druckhaus.

Die FUNKE Mediengruppe setzte nach dem Angriff sofort eine Taskforce aus Technik-Experten ein, die seitdem unter Hochdruck nach Lösungen sucht. Auch Staatsanwaltschaft und Datenschutz-Behörden sind eingeschaltet, das Landeskriminalamt leitet die Ermittlungen.

Um weitere Schäden an der Technik zu verhindern, wurden sämtliche IT-Systeme heruntergefahren. Damit sind alle Redaktionssysteme und die gesamte Technik für die Zeitungsproduktion ausgeschaltet, ein ansatzweise normales Arbeiten ist aktuell nicht möglich.

Auf waddische.de versorgen wir Sie weiter mit aktuellen Berichten aus Werden Stadt und Land.

Wir hoffen, Sie so schnell wie möglich in gewohnter Qualität mit den “Werdener Nachrichten” versorgen zu können.

Ihre Redaktion der Werdener Nachrichten.

07 Jan

Der waddische Jahresrückblick 2020:

September

Im Chorraum vor den Altarstufen stand auch bei diesem Ludgerusfest der Schrein mit den Reliquien des Heiligen. Die Festmesse feierten mit den Gläubigen Propst Jürgen Schmidt, Altabt Laurentius Schlieker und Bischof Franz-Josef Overbeck (v.l. am Altar stehend).

Die Jugendlichen im Jubb hatten sich den Bezirksbürgermeister und seine Vertreter eingeladen. Von dem Ergebnis waren sie begeistert. Einer glaubte, seine Bitte nach mehr Bussen habe sofort gefruchtet: „Moni, schon am nächsten Tag war der zweite E-Bus da – den Mann werde ich wählen“, strahlte ein Jugendlicher nach der Sprechstunde, die im Jugend- und Bürgerbegegnungszentrum (Jubb) stattfand. Auf dem Podium: Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk (SPD), zu seiner rechten Seite Ludger Hicking-Göbels (Die Grünen) und zur linken Michael Nellessen (CDU).

Überraschungen gab es keine bei der Kommunalwahl in Essen. Wie von vielen Beobachtern erwartet konnte Thomas Kufen auf Anhieb sein Amt als Oberbürgermeister verteidigen: 54,27 Prozent reichten, um seine Herausforderer eindrucksvoll in die Schranken zu weisen. Auch im Rat kann Kufens CDU die Spitzenposition verteidigen: 34,45 Prozent, knapp 3 Prozent mehr als bei der letzten Kommunalwahl 2014, reichen für 30 Sitze. Drei davon nehmen Vertreter für Werden Stadt und Land ein. Die CDU gewinnt in Werden Stadt und Land alle Direktmandate, die SPD muss sich hinter den Grünen mit dritten Plätzen begnügen.

Große Gewinner bei der Wahl der Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) sind die Grünen: Sie konnten im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 satte 8,66 Prozent hinzugewinnen und kommen nun auf 21,58 Prozent. Die übrigen bislang in der BV vertretenen Parteien müssen Einbußen hinnehmen: Zwar hat die CDU mit 42,05 Prozent der Stimmen am meisten Wähler auf sich vereinigt, jedoch hat sie damit 3,25 Prozent ihrer Wähler verloren. Noch stärker sind die Verluste bei der SPD: Sie kommen nur auf 19,12 Prozent der Stimmen und damit auf 5,48 weniger als noch 2014. Die FDP kommt auf 4,71 Prozent der Stimmen, 1,79 weniger als 2014.

Offen ist noch die Frage nach dem neuen Bezirksbürgermeister. Einen Kandidaten will die CDU bislang noch nicht benennen. Nur eins ist klar: „Ich werde es nicht machen“, sagt Hanslothar Kranz – trotz seines Listenplatz 1, den er erhalten habe, weil er eines der bekanntesten Gesichter sei. Für die Grünen steht indes fest, dass einer der stellvertretenden Bürgermeister aus ihrer Mitte kommen sollte.

Das Ludgerusfest wird am Sonntag um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt gefeiert. Abt em. Laurentius Schlieker und Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck werden es halten. In der Zeit zwischen 12 und 17 Uhr kann der Schrein mit den Reliquien des heiligen Ludgerus im Chorraum der Basilika verehrt werden. Jeweils zur vollen Stunde sprechen die Mitglieder des Pastoralteams kurze Gebete und geistliche Texte. Um 18 Uhr findet eine feierliche Vesper statt. Für beide Feiern besteht in der Basilika eine begrenzte Platzkapazität, diese ist erschöpft. Um einem weiteren Kreis die Mitfeier des Pontifikalamtes zu ermöglichen, wird der Gottesdienst per Livestream über www.bistum-essen.de und www.domradio.de übertragen.

Wer sich am Sonntag auf einen gemütlichen Shopping-Spaziergang durch Werdens Altstadt gefreut hat, dem hat Verdi einen Strich durch die Rechnung gemacht: Erst am Freitag zuvor hatte die Dienstleistungs-Gewerkschaft eine Klage beim Oberverwaltungsgericht zum verkaufsoffenen Sonntag eingereicht – und bereits am Nachmittag desselben Tages wurde der Klage stattgegeben. Lange Gesichter bei den Kaufleuten und beim Werdener Werbering sind die Folge – und die zwei verkaufsoffenen Sonntage, die für dieses Jahr eigentlich noch geplant sind, stehen nun auf der Kippe.

„Genieß dein Leben!“ Diesen Ratschlag hat Kirstin Drichel von einer Freundin erhalten, die an Krebs erkrankt war. „Das Problem: Ich habe insbesondere im vergangenen Jahr festgestellt, dass der Werbering für mich immer mehr zum Stressfaktor wurde“, berichtet sie den Werdener Nachrichten. Darum ist sie am Sonntag mit sofortiger Wirkung von ihrem Amt als zweite Vorsitzende des Werdener Werberings zurückgetreten.

Corona hat mit dem Werdener Bollerwagenumzug ein weiteres prominentes Opfer: Der Förderverein hat den Umzug fürs kommende Jahr nun abgesagt. Damit fällt der närrische Höhepunkt der Altstadt zum zweiten Mail in Folge aus: In diesem Jahr sorgte eine Sturmwarnung dafür, dass die Bollerwagen in den Schuppen blieben. „Die Sicherheitsauflagen zu Coronazeiten sind für uns nicht zu erfüllen“, so willi Hagemann, zweiter Vorsitzende des Fördervereins. Immerhin: Finanziell ist ist man noch gut aufgestellt: „Wir hatten in 2019 nur geringe Ausgaben, so dass die restlichen Spenden noch auf unserem Konto ruhen“, informiert er in einem Schreiben an die Mitglieder. „Wir freuen uns auf eine Zeit mit erfreulicheren Nachrichten, denn trotz und alledem – zum Trübsal blasen sehen wir keinen Grund, wir singen und lachen und bleiben gesund!“ Das Sessions-Motto gelte noch: „Essen – Wir halten zusammen“.

Bei der Diskussion um die Wiederkehr Aldis nach Werden dreht sich vieles um Parkplätze, um den Abriss eines schützenswertes Gebäudes – aber es geht auch um ein gutes Stück Kultur, das sich seit 15 Jahren in der Altstadt befindet. Denn sollte das alte Postgebäude an der Heckstraße abgerissen werden, verliert auch die Werdener Musikschule seine Heimat.

Der Bagger ist angerollt auf dem Areal im Löwental 19, auf dem die Stadt eine Kita errichten möchte. Das ehemalige Asylbewerberheim ist inzwischen verschwunden, das Baufeld wurde hergerichtet. Laut Stadt Essen haben die Bauarbeiten bereits letzte Woche begonnen. Auf dem Gelände wird nun eine Kindertagesstätte unter Trägerschaft des Diakoniewerks Essen für etwa 70 Kinder in vier Gruppen entstehen, berichtet die Stadt. Davon soll jeweils eine Gruppe für unter und über Dreijährige sowie zwei altersgemischte Gruppen entstehen. Für die drei Kastanien, die im Zuge der Bauarbeiten vorab weichen mussten, sind Ersatzpflanzungen geplant.

Horst Jürgen Lippold von der Frittenschmiede versteht die Welt nicht mehr: „Der Lockdown war das eine, dann war noch ein Mitarbeiter erkrankt, und wir schlossen bis zur Gewissheit, dass alle gesund sind.“ Aber dann wurde ihm die Baustelle samt Halteverbot vor die Türe gesetzt. Er sei darauf angewiesen, dass die Kunden sein Schild sehen und sich spontan entscheiden, eine Tüte Fritten mit auf den Weg zu nehmen. Die Verkehrsführung an der Baustelle, die seit dem 23. August mit Ampel einspurig an seinem Laden vorbei führt, lässt diese spontane Entscheidung nicht zu. Das Schild, das auf einen Parkplatz hinter dem Haus hinweist, ist schnell übersehen. Einen Tag später wird alles wieder abgebaut – nur die Halteverbotschilder bleiben stehen.

Manche Schüler dürften aufatmen: Die Maskenpflicht in den Klassenräumen gehört der Vergangenheit an. Dennoch wird die Mund-Nase-Bedeckung noch auf unbestimmte Zeit zum Schulalltag gehören – auch im Werdener Gymnasium. So findet es Rektorin Felicitas Schönau wichtig, dass die Maskenpflicht auf den Schulhöfen und in den Gängen bestehen bleibt – „schon als Zeichen dafür, dass wir uns in einer Pandemie befinden.“ Die Maske habe sich schnell etabliert, Lehrer und Schüler hätten sich mit der Situation gut arrangiert, lobt Schönau. „Und das trotz der Hitze.“ Wenngleich es einzelnen schon schwer gefallen sei und deshalb auch hin und wieder Klagen kamen: Die Disziplin sei groß gewesen. Am Montag veröffentlichte die Schulleiterin nach vielen Gesprächen eine Mahnung, den Mund-und-Nasen-Schutz freiwillig weiter zu tragen.

“Vorhang” auf” im Werdener Gymnasium gab es in diesem Jahr unter freiem Himmel.

Bereits wenige Wochen nach Schulbeginn heißt es am Werdener Gymnasium auch in diesem besonderen Schuljahr wieder „Vorhang auf – Bühne frei” am 24. September. Nach dem Motto „Tanz, Musik, Spiel und Spaß für kleine und große Leute” lädt die Traditionsschule zu einer Aufführung ein, bei der die verschiedenen Kunstrichtungen der Schule Ausschnitte ihrer Programme zeigen. Tänze, musikalische Darbietungen, Texte aus dem Unterricht sorgen für Kurzweil und Vergnügen. Den Vorhang muss man sich allerdings diesmal denken; denn die Veranstaltung findet im Freien statt, auf dem Schulhof A vor dem Hauptgebäude.

Eine spannende Entdeckung in Werden vermeldet die Essener Stadtarchäologie: Ein Kanal vermutlich aus dem 18. Jahrhundert ist bei Bauarbeiten am Boden im Hof zu den Domstuben aufgetaucht.

Seit 73 Jahren schon gibt es die Werdener Nachrichten in gewohnter Papierform, ab sofort kann man die „Waddische“ jedoch auch digital lesen: Als E-Paper kommt die vollständige Ausgabe der Werdener Nachrichten Woche für Woche aufs Laptop, Handy, Computer oder Tablet.

„Ich glaube an eine unvorstellbare Kraft“: Conrad Schlimm glaubte, den Krebs bekämpft zu haben. Nun tritt er für die Ehre des Hospiz Werden ein. Mit den Lesern der Werdener Nachrichten teilt er eine bewegende Innenansicht seiner Situation.

Auf der Suche nach einem Raum für ihre musikalische Praxis hatten die beiden Folkwangstudentinnen Mariana Hernandez und Itxaso Etxeberria im Bürgermeisterhaus in der Zeit der Coronaschließungen eine Heimat gefunden. Aus Dankbarkeit boten sie an: „Wir möchten ein Benefizkonzert fürs Bürgermeisterhaus geben.“ Das hatte Geschäftsführer Carsten Linck sich nicht zweimal sagen lassen.

„Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen“, sagt der Veranstalter Frank Brügma einleitend. So war beispielsweise eine Anmeldung per E-Mail erforderlich. Für das ausgebuchte Konzert von Pernilla Kannapinn im Garten des Vereins Kunstwerden ist an alles gedacht. Wie Campingparzellen sind Tische nebeneinander und Bänke hintereinander angeordnet und in Abschnitte eingeteilt. Auch für einen guten Sound ist gesorgt, wenn auch ein Flugzeug gleich zu Beginn die Ansage dämpft.

Die Musik Ludwigs van Beethoven (1770 – 1827) ist ein Erlebnis, denn der Meister wusste seine Empfindungen in Ausdrucksformen zu fassen, die überraschen. Was für seine Zeitgenossen wegen des Wagemuts der Notenverbindungen Staunen und auch Unverständnis auslöste, bekommt heute allgemeine Bewunderung. Beethoven ist nicht allein anlässlich des Jubiläums seines Geburtsjahres vor 250 Jahren wohl beliebter denn je. Das „Klavier-Festival Ruhr“ trägt hieran mit und bringt in Werden seine bekannten neun Sinfonien in fünf Konzerte. Es sind glänzende Aufführungen.

Am 19. und 20. September öffnen bei der „KunstspurEssen“ auch in Werden, Fischlaken und Heidhausen Künstler wieder ihre Ateliers und Atelierhäuser – bereits zum 22. Mal. 31 hiesige Künstlerinnen und Künstler bieten in der Regel von 15 Uhr bis 19 Uhr einen Einblick in ihre Arbeit.

Zu letzten Garten-Jazz-Konzert in diesem Jahr im Jubb gastier der in Münster lebende Christian Kappe. Der Hochkaräter-Trompeter lässt seine Zuhörer einfach nur träumen und in seinen JazzWelten versinken.

Eine Lösung für den Sportplatz im Löwental ist gefunden.

Einen Tag vor seiner Wiederwahl besucht Thomas Kufen zum ersten Mal in seinem Leben den Sportpark Löwental und staunt: „Was für eine schöne Anlage.“ Kufen hat eine frohe Botschaft im Gepäck: „Ich freue mich, dass wir eine gute Lösung bekommen haben und werde das weiter im Auge behalten. Vor allem freue ich mich für Herrn Weiß.“ Harald Weiß lächelt milde. Als neuer Platzwart hält er nun die Sportanlage in Schuss. Über das staatliche Förderprogramm „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ konnte er dem Verein vermittelt werden.

Bei seinem „Debüt“ in der Kreisliga B netzt Jason Munsch dreifach für den SC Werden-Heidhausen ein. Kupferdreh ist längst nicht so stark wie in vergangenen Jahren und die Werdener Reserve verpasst einen deutlich höheren Sieg. Der SC trittt mit vier aus der A-Jugend aufgerückten Spielern und weiteren Youngsters an. Schließlich gewinnt der SC gegen SG Kupferdreh II mit 4:0.

So langsam wächst die Löwentaler Dritte zu einem ernstzunehmenden Aufstiegskandidaten heran. Die Trainer Stefan Homberg und Felix Beckmannshagen sehen einen weiteren Erfolg ihrer immer besser harmonierenden Elf. Gegen gegen Fortuna Bredeney III obsiegt der SC Werden-Heidhaussen III mit. 4:2.

In der ersten Runde des Kreispokals müssen die Alten Herren des SC Werden-Heidhausen beim Heisinger SV antreten und verlieren. Gegen den Heisinger SV unterliegen sie mit 2:3.

Mit den verbandsoffenen Wettfahrten startet die 62. Essener Segelwoche auf dem Baldeneysee. Ausrichter ist in diesem Jahr der Etuf. Mit Blick auf die Coronapandemie verzichten die Veranstalter in diesem Jahr allerdings auf die Zeltstadt vor dem Regattahaus. Lediglich der sportliche Teil der traditionellen Segelveranstaltung findet statt.

Am ersten Wochenende im September fahren 16 Mitglieder der Leichtathletikabteilung des WTB mit ihren Partnern zum Wandern nach Altenahr.

06 Jan

Der waddische Jahresrückblick 2020:

August

Über viele Wahlplakate kann Grafikdesigner Dirk Uhlenbrock nur den Kopf schütteln

Wahlkampfzeit ist Plakate-Zeit: Pünktlich sechs Wochen vor dem Kommunalwahl-Termin am 13. September haben die Helfer der Parteien und Wählerbündnisse auch in Werden viele Laternen und Verkehrsschilder mit ihren Wahlplakaten vollgehängt. Die Werdener Nachrichten sind mit Dirk Uhlenbrock durch die Altstadt spaziert, um den waddischen Grafikdesigner ein kritisches Auge auf die Plakate werfen zu lassen. Welche Motive fallen ins Auge, welche Sprüche bleiben hängen – oder törnen eher ab? Über viele Plakate kann der Fachmann nur den Kopf schütteln.

Am 12. August beginnt in NRW das neue Schuljahr in Werden nun mit Präsenzunterricht. Galt die Maskenpflicht vor den Ferien nur im Gebäude und auf dem Schulhof und durfte sodann abgenommen werden, sobald die Schüler auf ihren Plätzen saßen, beschloss das Schulministerium, „einen an das Infektionsgeschehen angepassten Schulbetrieb“ nur beim durchgängigen Tragen von Masken zu erlauben – und dies an allen weiterführenden Schulen. Also auch an den beiden Werdenern Gymnasium gilt fortan: Masken tragen im Unterricht. Die Schulleiterinnen stehen hinter der Maskenpflicht. In der Elternschaft regt sich jedoch Empörung. „100 Prozent Regelbetrieb bei null Prozent Konzentrationsfähigkeit ist kein Gewinn“, zitieren die Werdener Nachrichten den Vorstand der Landeselternschaft.

Die Einschulung der Fünftklässler bei hochsommerlichen Temperaturen am Gymnasium Werden hat trotz Freiliuft einen festlichen Charakter. Vom Balkon aus wird musiziert und Schulleiterin Felicitas Schönau begrüßt die neuen Schüler – in diesem Jahr mit einigen Ermahnungen, die das Miteinander in Zeiten der Corona-Pandemie nötig machen. Die Klassen werden auf ein dafür errichtetes Podest auf dem Schulhof aufgerufen, um mit ihren Klassenlehrern die Schulräume aufzusuchen.

Werden soll wieder einen weiteren Lebensmittelhändler bekommen: Dies geht aus einer städtischen, nicht öffentlichen Verwaltungsvorlage hervor, die den Werdener Nachrichten vorliegt. Demnach will die Stadt das Gelände der einstigen Parkpalette an der Joseph-Breuer-Straße an einen Mülheimer Immobilieninvestor verkaufen. Dort und auf dem benachbarten Areal der alten Post an der Hufergasse in der Werdener Altstadt soll ein Neubau entstehen, der neben einem Supermarkt-Discounter auch Wohnungen enthalten soll.

Der Radweg zwischen Werden und Velbert soll kommen: Einem entsprechenden Antrag der CDU und SPD hat der Bau- und Verkehrsausschuss mit breiter Mehrheit zugestimmt, nachdem sich Grüne und Linke dem Antrag angeschlossen hatten. Auch die Werdener Radinitiative zeigt sich zufrieden. Schließlich stimmen auch Bezirksvertretung IX und Rat dem Vorhaben zu: Die Verwaltung soll nun Realisierungsmöglichkeiten prüfen.

Es gibt Tage, die können nicht besser sein für einen Politiker. Erst konnte der Oberbürgermeister stolz verkünden, dass nicht nur die von der Schließung bedrohte Karstadt-Filiale am Limbecker Platz gerettet ist, sondern dass auch die rund 1200 Mitarbeiter in der Zentrale am Theodor-Althoff-Platz in Schuir bleiben können. Und so war seine Freude unübersehbar, als Thomas Kufen dann nachmittags bei der Einweihung des neuen Polizeigebäudes sprach, das sich künftig mit dem Karstadt-Hauptsitz die Adresse teilt.

Gut gelaunt zeigt sich Oliver Kern auf dem Hof des Werdener Landwirts Thomas Leuchten. „Es ist eine besondere Situation“, sagt er. Und damit meint der Awo-Essen-Geschäftsführer nicht, dass die Landwirte ihn und die SPD-Ratskandidaten für den Essener Süden eingeladen haben, um darüber zu sprechen, welche Hoffnungen und Vorstellungen Landwirte an die Kommunalpolitik haben. Auch nicht, dass Wahlkampf unter Corona-Bedingungen ganz ungewohnte Herausforderungen bringt. „Ich meine, dass ich als Oberbürgermeister kandidiere.“ Denn der Schritt in die große Politik ist neu für den Sozialdemokraten.

Was kann E-Mobilität leisten, wo sind die Schwächen? Zu einem Erfahrungsaustausch mit den Freunden der Elektro- und Hybridautos traf sich der FDP-Werden-Chef und Kandidat für Rat und Bezirksvertretung Peter Barthel im Löwental.

Welchen Sinn hat ein Bodendenkmal, das niemand sieht? Diese Frage beschäftigt seit einigen Jahren Politik, Verwaltung sowie Spaziergänger und Wanderer entlang des Leinpfads: Denn im September 2017 beschloss Grün und Gruga, die Pflasterung auf Höhe der Papiermühle zu asphaltieren. Die Bezirksvertretung IX dagegen wollte die historische Pflasterung zumindest teilweise wieder aufdecken: Dies beschloss sie im April 2018. Getan hat sich an dieser Stelle bislang nichts, wie Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk und sein Vorgänger Michael Bonmann bei einer gemeinsamen Ortsbesichtigung feststellten.

Die Freude des Mediziners Claus-Adrian Schlegtendal ist groß, als er Roger Löcherbach in einem Meer von Spänen stehend vorfindet, die Arbeiten an Musica fast beendet. Der Holzbildhauer, der die Tonne Kunst vor der Folkwang Universität schuf und pflegt, war glücklicherweise zeitnah in der Lage, den Schaden an seiner Skulptur wieder zu reparieren. Eine Versicherung wird den Schaden von ca. 1200 Euro übernehmen. Löcherbach vermutet, dass es wegen eines schrumpfungsbedingten Risses möglich war, Muiscas Horn mit viel Kraftaufwand abzureißen. Er schloss einen Riss im Kopf, durch den Wasser rieselte.Nun ist nach dem Vandalismusschaden das Skulptur-Duo „Herold und Musica“ wieder instand gesetzt.

„Es stimmt, dass die Jugend in Werden bislang nicht gehört worden ist.“ Damit will sich Chris Helmer, der sich mit 31 Jahren durchaus noch selbst als Vertreter der jungen Generation ansehen kann, jedoch nicht abgeben. Im Bürger- und Heimatverein hat er als neuer Schriftführer bereits den Altersdurchschnitt beträchtlich herabgesetzt. Und der Jugend will er dort in Werden eine Stimme geben. Und auch an einem Ort für die Jugend in Werden arbeitet er bereits.

„Ist das dein erstes Amt?“ Neugierig befragt Irmin Schmuck, die ihren den Vorsitz der „KommOmend“-Gruppe abgegeben hat, ihren Nachfolger. „Mein erstes von Bedeutung“, antwortet Marc Real – und das verschmitzte Lächeln dabei ist mehr in der Stimme wahrnehmbar als auf den Lippen. Doch für den 22-Jährigen ist dieses „Amt“ tatsächlich besonders wichtig: Setzt sich doch kaum einer wie er für den Erhalt des Waddischen ein, dem Dialekt, der noch vor einigen Jahrzehnten hier der ganz gängige Zungenschlag war. Marc Real will KommOmend nun wieder mit dem Bürger- und Heimatverein vereinen.

Drehe „Deine Sommer-Video-Story“, luden Zinat Jalfari und Jülide Ayas zum Medien-Workshop ins Jubb die Zehn- bis 14-Jährigen Kinder und Jugendlichen ein.

Ob die „alte Dame“ wohl eine gebührende Geburtstagsfeier bekommen könne, fragte sich das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Werden lange, denn die Coronavirus-Pandemie schien es auszuschließen. Doch mit den gelockerten Schutzvorschriften und vielen Ideen konnte der Geburtstag „120 Jahre Evangelische Kirche“ anders, aber gebührend gefeiert werden – mit einem Open-Air-Gottesdienst auf der Wiese im Schatten des Kirchengebäudes.

Die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hat mit der Düsseldorfer Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie den Ruhverband-Vorständen Prof. Norbert Jardin und Dr. Antje Mohr den Fischlift am Werdener Wehr offiziell in Betrieb genommen.

Eine neue Stadtteilfahne für Werden.

Der Werdener Bürger- und Heimatverein hat auf Grundlage des Wappenentwurfs von Kurt Schweder eine neue Stadtteilfahne für Werden herstellen lassen. Diese wurde erstmals am Dienstag am Marktplatz vor der Basilika gehisst. Corona-bedingt sollte es keine große Feier geben, sondern nur eine kurze Ansprache der Vorsitzenden Martina Schürmann.

Ein Auslandsjahr in Mexiko durfte der Werdener Johannes von Drachenfels bereits verbringen und brachte damals tolle Erinnerungen mit nach Hause. Nun hat er das Abi in der Tasche. Eigentlich wollte der 19-Jährige erneut nach Amerika fliegen, diesmal sollte Ecuador das Ziel sein. Über den Auslandsfreiwilligendienst hatte er eine Stelle bekommen an einer Schule, sollte dort zuständig sein für das Sportprogramm und die Nachmittagsbetreuung. Doch Corona vereitelte seine Pläne. Stattdessen absolviert er bei der DJK Grün-Weiß Werden ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Die Fachschaft Kunst lud die Mariengymnasiasten ein, Fotoarbeiten einzureichen. Sie sollten aus der Ferne auf die Internetplattform Padlet zu einer gemeinsamen Collage hochgeladen werden. Die Schüler der Unter- und Mittelstufe nahmen das jahrgangsübergreifende Angebot gerne an, das bewusst nicht als Wettbewerb gestaltet war. Zu sehen: Ostern mit Mundschutz, und Aphrodite trug ebenfalls Maske. Ausflüge und Natur dominieren, Tierfotos, Fahrradtouren und Inlineskates. Und dazu ein klarer Satz: „Corona ist doof“.

Das Essener Gitarrenduo.

30 Jahre lang schon spielen Bernd Steinmann und Stefan Loos als „Essener Gitarrenduo“ zusammen und touren um die Welt. Diesen runden Geburtstag wollten die beiden Werdener Musiker mit einer Vielzahl von Konzerten feiern. Doch auch ihnen machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung: Von Mitte März an mussten etliche Konzerte des Duos ausfallen.Und auch wenn es nun langsam wieder losgeht, schauen die beiden eher mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft. „Wir freien Künstler sind die klaren Verlierer der Corona-Pandemie“, stellt Bernd Steinmann fest.

Darüber, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie und damit einhergehend die daraus folgenden Beschränkungen auf die Musik und die Musikausübung haben, äußert sich Professorin Barbara Maurer in einem Interview mit den Werdener Nachrichten: „Die gravierendste Folge ist, dass es eigentlich keine persönlichen Begegnungen gibt“, stellt die Dozentin für Instrumentalausbildung und Zeitgenössische Musik fest.

Das Trio Krisse spielt in der Besetzung Kontrabass, Saxophon, und Gitarre bei „Jazz im Garten“ hinterm Jubb. Das erste Set beinhaltetet auch Jan Bierthers netten Titel: „Big cat smile“ – ein ebensolches breites Lächeln seitens des Publikums. Nicht nach Lächeln zumute ist es Anwohnern, die schon im Vorfeld versuchten, das Konzert zu vereiteln. Das Ordnungsamt allerdings entschied, dass das Jugendzentrum durchaus ein solches Konzert veranstalten kann. Zur Sicherheit misst Jubb-Leiterin Monika Watermann auf der Straße die Dezibel: Die halten sich im Rahmen.

Nachdem in diesem Sommer lange unklar war, ob überhaupt Beachvolleyball-Turniere ausgetragen werden können, gibt es doch noch eine kleine, abgespeckte Turnierserie im Westdeutschen Volleyballverband. Das Highlight steht für das U17-Duo des Werdener Turnerbundes, Yara Brauner und Jamie Riotte, mit den WVJ Meisterschaften an. Nach zwei Wochen Vorbereitungszeit gibt es für das Topteam der letzten Saison diesmal ein frühes Turnierende.

Die Löwentalerinnen scheiden im Pokal-Wettbewerb aus: Die Damen des SC Werden-Heidhausen Damen unterliegen gegen SuS Niederbonsfeld mit 2:7. Das Aus kommt für die Werdener Damen nicht überraschend. Der Landesligist ist im Viertelfinale des Kreispokals noch eine Nummer zu groß für die jungen Löwentalerinnen.

Superstart nach langer Corona-Pause bei den Tennis-Mannschaften des WTB: Herren 40, Damen 40 II und die gemischte U12 sind erfolgreich.

Tolle Segelbedingungen hatten 79 Segler und Seglerinnen bei der „Auftaktregatta“ des Etuf. Der Wind bläst mit 4 bis 6 Stärken aus südwestlichen Richtungen.