15 Okt.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 42/2026: Sicherer Radverkehr, digitaler Hofladen und bewegender Abschied an der Heckerschule

Fuß- und Radverkehr an der Ruhr sicherer führen

Wegen der Konflikte auf dem nördlichen Gehweg der Gustav-Heinemann-Brücke regte die Bezirksvertretung mehr Kontrollen und eine frühzeitigere Wegweisung an. Am Ruhrufer soll die Verlängerung der Joseph-Breuer-Straße asphaltiert werden, damit Radfahrer auf der Fahrbahn bleiben. Der Weg am Hayerstrang bleibt Fußgängern vorbehalten.

Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern beschäftigen die Politik in Werden weiterhin. In ihrer vergangenen Sitzung befasste sich die Bezirksvertretung IX (Werden/Kettwig/Bredeney) sowohl mit der Situation auf der Gustav-Heinemann-Brücke als auch mit einer geplanten Änderung des Ruhrtal-Radwegs in Höhe der Brehminsel. Beide Fälle zeigen, wie schwierig es sein kann, die unterschiedlichen Verkehrsarten auf begrenztem Raum sicher zu führen.

In der Bezirksvertretung wurde die schwierige Situation gleichwohl anerkannt. Maxim Blaurock (CDU) erklärte, die vorhandenen Schilder und Markierungen müssten eigentlich eindeutig sein. Da der Konflikt dennoch fortbestehe, sei die Wirksamkeit weiterer Schilder, Markierungen oder Sperrpfosten fraglich. Zugleich schlug er vor, den Radverkehr bereits in der Grafenstraße stärker in Richtung der verlängerten Joseph-Breuer-Straße zu lenken.

Entsprechende Hinweise könnten nach seinen Vorstellungen auch auf der Joseph-Breuer-Straße und für Radfahrer aus Richtung Stauwehr angebracht werden. Zudem regte Blaurock verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt an. Die Vorschläge wurden zunächst als Anmerkungen zur Kenntnis genommen. Für eine weitergehende Beratung wäre ein eigener Antrag in einer der kommenden Sitzungen erforderlich.


In der Oefte können nun Landeier mit dem Smartphone gekauft werden

Der Mühlenbergshof in Oefte findet sich dort, wo das Essener Ruhrtal noch nach Landwirtschaft aussieht. Auf halbem Weg zwischen Kettwig und Werden findet sich dieser landwirtschaftliche Familienbetrieb in zweiter Generation, der unter anderem Kartoffeln, Gurken und Tomaten anbaut. Zudem werden hier „Landeier“ von rund freilaufenden 5000 Hühnern verkauft. Wer aber zum Beispiel abends nach der Schicht merkte, dass ihm zum Backen Eier fehlen, hatte bisher Pech.

Der Hofladen war zu. Also doch Supermarkt. Normalerweise verkaufen Direktvermarkter ihre Ware eben nicht dann, wenn sie fertig ist, wann sie benötigt wird, sondern dann, wenn jemand die Zeit findet, im Hofladen zu stehen. Die Hühner schert das nicht, sie legen weiter ihre „Oefter Landeier“. Ein Dilemma. Doch das sei nun überstanden, so Bauer Kaschinski. Seit kurzem lässt sich die Tür zum Hofladen auch dann öffnen, wenn niemand da ist.


Werdener Hausarzt veröffentlicht Ratgeber zu Asthma und COPD: Wissen hilft, besser mit der Krankheit zu leben

Der pensionierte Werdener Hausarzt Dr. Thomas Hausen hat einen Ratgeber über Asthma und COPD veröffentlicht. Darin erklärt er nicht nur die Erkrankungen, sondern zeigt Betroffenen und Angehörigen, was sie selbst tun können.

Der Titel formuliert das Ziel: „Besser leben mit Asthma und COPD“ heißt der neue Ratgeber des pensionierten Werdener Hausarztes Dr. Thomas Hausen. Erschienen ist das Buch bei ZS, einem Verlag der Edel Verlagsgruppe. Hausen möchte Betroffenen helfen, ihre Erkrankung zu verstehen und dadurch sicherer mit ihr umzugehen. Denn davon ist der Mediziner überzeugt: „Ein Patient, der Experte seiner Krankheit ist, lebt nicht nur besser, sondern auch länger besser.“


SC Werden-Heidhausen gehört zu Essens größten Fußballvereinen

Der SC Werden-Heidhausen zählt in Essen zu den drei größten Fußballvereinen. Mit
23 Kinder- und Jugendmannschaften, sechs Mädchen- und Frauenteams sowie vier Senioren- und einem Altherrenteam prägt der Verein das sportliche und gesellschaftliche Leben im Stadtteil. Es war kalt im Löwental, da war das Stadtoberhaupt umso froher, von den SC-Bossen Christoph Steinmetz und Sebastian Paas Fanschal und -mütze des SCWH überreicht zu bekommen.

Die F-Junioren der beiden Clubs hatten in einem beherzten Einlagespiel alles gegeben, durften dann mit den „Großen“ auflaufen und natürlich auch mit aufs Erinnerungsfoto.


Heckerschule verabschiedet Hausmeister Ingo Diehl nach 28 Jahren

Schulleiterin Susanne Heidersdorf hat die Kinder der Heckerschule auf dem Pausenhof versammelt: „Heute ist ein besonderer Tag.“ Der rote Teppich liegt ausgerollt da.

Wie jetzt? Ist etwa verspätete Einschulung, da liegt er auch immer für i-Dötzchen aus, oder sehr frühe Ausschulung, da kommt der rote Läufer zum Einsatz, um den Viertklässlern einen kräftigen Anlauf zur weiterführenden Schule zu ermöglichen? Weder noch, heute geht jemand einen Weg, den er noch nie ging. Den in den Ruhestand. Am 31. Oktober enden für Hausmeister Ingo Diehl sage und schreibe 28 Dienstjahre an der Heckerschule. Susanne Heidersdorf fiebert und freut sich mit für ihren geschätzten „Ingo“.

Sie habe selten so viel gelacht wie an dieser Schule, und selten so oft mit einem Hausmeister. Der nun eine Schärpe mit „Legende im Ruhestand“ verpasst bekommt, und die goldene Heckerschulen-Medaille, und sich viele lobende Worte anhören muss. Als dann „seine“ Kinder anfangen, ihm zu Ehren „Ich schenk dir einen Regenbogen“ zu singen, muss der „Hausmeister der Herzen“ doch ganz schön verdächtig blinzeln. Als sie ihm dann noch liebevoll selbst gebastelte Präsente überreichen, ist es fast um seine Fassung geschehen. Der stoische Gesichtsausdruck gelingt nur halb.


25 Juni

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 26/2026: RadEntscheid, Radplaner, junge Schwimmtalente und Festivalförderung

Gerd Haehnel stellt Radplaner für Werden vor

Wer in Essen-Werden mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht oft Geduld, Ortskenntnis und Kompromissbereitschaft. Genau hier setzt Gerd Haehnel mit seinem Projekt „Radplaner Essen Werden“ an. Der Autor und passionierte Radfahrer hat 20 Routen entwickelt, die möglichst abseits der Hauptstraßen verlaufen und über Komoot abrufbar sind. Sechs Jahre lang hat Haehnel an dem Projekt gearbeitet. Auch beim „First Friday“ am 3. Juli stellt er seinen Radplaner vor.


Widerstand gegen neue Leitlinie zum RadEntscheid

Ein gemeinsamer Antrag von CDU und SPD, dem auch AfD, Essener Bürgerbündnis und FDP zugestimmt haben, relativiert die ursprünglichen Ziele. Diese seien aktuell nicht haltbar, so die Antragsteller Fabian Schrumpf und Philipp Rosenau. Der RadEntscheid müsse einem „Realitätscheck“ unterzogen und an die tatsächlichen Mobilitätsbedürfnisse sowie die finanziellen und personellen Möglichkeiten der Stadt angepasst werden.

Die neue Leitlinie des Rats der Stadt Essen zum RadEntscheid stößt in Werden auf Widerstand. „Eine traurige Geschichte ist das. Die wollen jetzt alles zurückdrehen“, findet der Werdener Stadtplaner Michael Happe. Barbara Vlijt schließt sich der Kritik an. Beide unterstützen das erneute Unterschriftensammeln, mit dem der RadEntscheid so umgesetzt werden soll, wie es der Bürgerentscheid im August 2020 formuliert hatte.


Siebenjähriger Fritz Wattenberg erschwimmt Gold

Im Wasser ist Fritz Wattenberg in seinem Element – ob im Urlaub am Meer mit seinen Eltern in Spanien oder im Schwimmbad in Werden. Der Siebenjährige liebt das kühle Nass und schwimmt längst nicht mehr nur zum Spaß: Jüngst hat er sogar das Goldene Schwimmabzeichen abgelegt. „Damit ist er wohl einer der Jüngsten“, sagt Papa Christian stolz.


Diskussion über Social-Media-Verbot am Mariengymnasium

Der Pausengong ertönt, doch die rund 400 Schüler im Forum des Mariengymnasiums bleiben einfach sitzen. Schülersprecher Elias Jaudschus hatte darum gebeten, die Podiumsdiskussion mit Nathanael Liminski, NRW-Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten sowie Medien, und Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen nicht zu unterbrechen. Thema war die womöglich folgenreichste Debatte ihrer Generation: Sollen Instagram, TikTok und Co. für unter 16-Jährige verboten werden?


Pfingst Open Air soll weiter gefördert werden

Das Pfingst Open Air im Löwental soll auch in den kommenden Jahren stattfinden können. Der Kulturausschuss der Stadt Essen hat empfohlen, das Festival in den Jahren 2027 bis 2029 mit jeweils 350.000 Euro zu fördern. Insgesamt würde sich die Unterstützung damit auf 1,05 Millionen Euro belaufen.

07 Aug.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 32/2025: Radverkehr, Midsommar-Feier, Pilgerweg und ein Abschied

Einbahnstraße Grafenstraße für Radverkehr geöffnet

Verkehrt herum in die Einbahnstraße fahren: Dies ist neuerdings in immer mehr Einbahnstraßen erlaubt, zumindest wenn man auf einem Fahrrad unterwegs ist. Auch die untere Grafenstraße können seit Juni Radfahrende in Gegenrichtung benutzen. Unter den Werdenern wird diese neue Regelung kontrovers diskutiert: Während die Initiative Klimagerecht mobil Werden die Öffnung begrüßt, gibt es von vielen Werdenern auch Kritik. So mahnt zum Beispiel der Mediziner Thomas Hausen: Oberbürgermeister Thomas Kufen habe damit „wissentlich einen Gefahrenschwerpunkt geschaffen“.


Midsommar-Feier auf dem Pelikanplatz

Der Midsommar-Blick nach Schweden hatte an vergangenen „First Friday“, der am späten Nachmittag nach einem saftigen Gewitter immerhin mit einigen Sonnenstrahlen begann, seinen Reiz. Am Pelikanbrunnen wurden „Uppsala“-Würstchen gewendet. Händler und Gastronomen hatten Herzhaftes und Süßes nach Schwedenart parat. Das „Wikinger-Schach“ auf grünem Kunstrasen wurde werfend ausgetragen, zum Sieg musste der König in der Mitte fallen. Fürs finale Sieger-Team hatte der Werdener Werbering-Vorsitzende Andreas Miksch, der an einer Candy-Bar Lakritze anbot, sogar einen kleinen Pokal gravieren lassen.


Pilgerweg startet an der Jonakirche

Die Wettervorhersage ist gut. Georg Kamp freut sich schon: „Wir möchten Menschen zusammenbringen.“ Er halte es da mit dem Bibelwort: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Am Samstag, 9. August, wird es um 14 Uhr von der Ökumenischen Jonakirche Am Schwarzen aus losgehen. Das „Team Ökumene“ der Pfarrei St. Ludgerus lädt zum Wandern ein. Ziel soll es sein, die Christen im Essener Süden mehr miteinander bekannt zu machen. Der „Pilgerweg“ ist etwa 7,5 Kilometer lang, geht auch durch Felder und Wälder, ist daher an einigen Stellen etwas holprig und uneben. Festes Schuhwerk ist empfohlen. Auch muss die Ruhr überwunden werden. Vier, die sich mit auf den Weg machen, erklimmen die Treppen hoch zum Stauwehr. Sie wollen wandern, miteinander reden, auch über sich nachdenken, so Petra Nowak: „Zum Beispiel über meinen Platz in dieser Kirche.“


SC Werden-Heidhausen siegt bei Turnier

Die Herren Ü32 des SC Werden-Heidhausen siegten beim renommierten Turnier in Burgaltendorf. In der Windmühle standen schlagkräftige Gegner auf dem Programm, aber SC-Teamchef Björn Krüger hatte ebenfalls eine Mannschaft aufgestellt, die sich sehen lassen konnte: Alle Spiele konnten gewonnen werden.


Fußball-Weltmeister Frank Mill verstorben

Werden hat einen Weltmeister verloren: Frank Mill, der einstige Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Mitglied des Weltmeister-Teams von 1990 ist am vergangenen Dienstag an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Wenngleich er seine Karriere im Alter von sechs Jahren bei der BV Eintracht 1916 in Essen-Altenessen begann und mit 14 von Talentjägern für Rot-Weiss Essen entdeckt worden ist, ist er über seinen Sohn Kevin fußballerisch auch eng mit dem SC Werden-Heidhausen verbunden gewesen: In den 1990ern spielte der Filius zunächst für den SV Heidhausen, nach der Fusion dann für den SC Werden-Heidhausen.