18 Juni

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 25/2026: Seniorentag, Abteistraßen-Stau, neue Gastronomie und Werdener Geschichte

Erster Seniorentag belebt den Werdener Markt

Mächtig Trubel herrschte am Mittwoch auf dem Werdener Markt vorm Rathaus: Der Runde Tisch Senioren im Bezirk hatte zusammen mit dem Zentrum 60plus den ersten Seniorentag in Werden organisiert. Zahlreiche Institutionen und Vereine informierten an eigenen Ständen, darunter Awo, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Bürger- und Heimatverein, Stiftung St. Ludgeri, Hirsch-Apotheke und die Stadtteilbibliothek. Mit Aktionen, Leckereien und Angeboten wie der Rollstuhl-Rikscha Rolfi wurde der Aktionstag zu einem lebendigen Treffpunkt für ältere Menschen im Stadtteil.


Staus auf der Abteistraße sorgen weiter für Ärger

Über die Abteistraße in Richtung Heidhausen und Velbert geht derzeit kaum etwas. Seit Anfang Juni legen die Stadtwerke Essen dort auf rund 120 Metern neue Versorgungsleitungen. In Stoßzeiten berichten Betroffene von Verzögerungen bis zu einer Stunde. Dass die Bauzeit nun von ursprünglich drei Monaten um zwei Wochen verkürzt werden soll, erscheint manchen nur als schwacher Trost. Der pensionierte Polizist Uwe Klein aus Fischlaken kritisiert fehlende verkehrsleitende Maßnahmen und fragt, warum Stadt und Polizei die Autofahrer aus seiner Sicht weitgehend sich selbst überlassen.


Fahrradständer an der Heckstraße sorgen für Kopfschütteln

Die neuen Fahrradständer vor der Boutique „Engel Werden“ an der Heckstraße 10 sorgen bei vielen Werdenern für Unverständnis. Einige halten sie für überflüssig, weil auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits Radständer vorhanden seien, die selten voll belegt wirkten. Zusätzlich kommt es offenbar immer wieder zu Problemen mit den rot-weißen Baken an den Stellplätzen: Lkw oder Lieferwagen fahren beim Wenden dagegen, wie ansässige Geschäftsleute beobachtet haben.


Sardisches Fine Dining in der Grafenstraße

In der Grafenstraße bietet Turhan Demirci nun Hummer und sardisch geprägte Küche an – genauer gesagt sein Sohn Luca, eigentlich Gianluca, der viele Gäste bereits aus Oberhausen mitgebracht hat. Der fehlende Name „La Maddalena“ auf der Scheibe ist Absicht: Gerade daran erkennen Stammgäste das Restaurant. Luca verbindet sardische Küche mit Fine Dining sowie modernen und asiatischen Einflüssen. Seine kulinarischen Wurzeln liegen in der Familie: Der Vater ist Koch mit türkischen Wurzeln, die Mutter Konditorin.


Werdener Grundschulen feiern ihre eigene Fußball-WM

Wer keine Lust hat, sich für die Fußball-WM in Amerika nachts den Wecker zu stellen, findet in Werden eine lautstarke Alternative: das zwölfte Fußballturnier der vier Werdener Grundschulen in der Sporthalle im Löwental. Diesmal ist die Ludgerusschule Ausrichterin.

Schulleiterin Kerstin Peiker musste am Mikrofon gegen einen enormen Lärmpegel ankommen, denn die jungen Fans sorgten mit Anfeuerungsrufen, Trommeln und Klangstäben für echte Turnieratmosphäre.


„Zeitfenster“ machen Werdener Geschichte sichtbar

Seit rund einem halben Jahr verwandeln großformatige historische Schwarz-Weiß-Fotos an Häuserwänden die Werdener Altstadt in eine Art Freilichtmuseum. Die Bilder stammen aus dem Archiv von Albert Mittweg. Nach dessen Tod entwickelte der pensionierte Lehrer Norbert Fabisch die Idee für das Projekt „Zeitfenster“.

Nun erweitert er es um Schaukästen gegenüber dem Werdener Gymnasium. Zum Auftakt zeigt er Motive zur Strafanstalt in der alten Abtei sowie zum Karneval der frühen Nachkriegszeit. Ein besonderes Bild erzählt von drei jungen Frauen, die in Bergleute auf der Zeche Pörtingsiepen verliebt waren und unbedingt einmal die Arbeitswelt unter Tage kennenlernen wollten.


21 Okt.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 42/2025: Zeitfenster, Müll, Kastanien und Kulturgeschichte

Zeitfenster Werden: Albert Mittwegs Blick auf die Altstadt offiziell eröffnet

Mit einem herzlichen Willkommen eröffnete Karl-Heinz Lach, Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins Werden, am Sonntagnachmittag die neue Freiluft-Ausstellung „Zeitfenster Werden – Der Blick des Albert Mittweg“. Die Werdener Nachrichten berichteten schon über die Aufhängung der Bilder.

Alte Fotos aus Archiven und Bildbänden wurden großflächig auf Fassaden im Stadtkern gebracht. Spaziergängerinnen und Spaziergänger, die durch die Gassen an der Joseph-Breuer-, Grafen-, Körholzstraße und die DM-Passage eilen, bleiben nun stehen, verweilen und entdecken das Werden vergangener Jahrzehnte neu.


Von der Idee zum Erfolg

„Last but not least“, so Lach, „danke ich Norbert Fabisch, der die Idee zu diesem Projekt von einer Urlaubsreise mitbrachte und viele Hürden auf dem Weg zur Umsetzung überwunden hat.“ Das Ergebnis könne sich sehen lassen: „Eine Vision, ein wunderbares Werdener Team – ein Erfolg.“

Ein Blick zurück: Nach dem Tod von Albert Mittweg, dessen historische Aufnahmen die Grundlage der Ausstellung bilden, konnte der Geschichts- und Kulturverein den wertvollen Bestand sichern, nachdem Thomas Brinkmann auf den damaligen Vortrag „Spaziergang“ und seine Bilder aufmerksam gemacht hatte. „Dank Bernhard Brinkmann, Archivar der Feuerwehr Heidhausen, war er gut erhalten geblieben. Karl Mittweg stimmte einer neuen Veröffentlichung ausdrücklich zu“, betonte Lach. Damit war der eigentliche Startschuss für das Projekt gefallen.


Neue Müllcontainer am Ruhrufer sind zu klein für viele Pizzakartons

Manchmal arbeitet die Verwaltung schneller als die Politik beantragen kann: In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Ende September formulierten CDU und FDP den Antrag, zu prüfen, ob auf dem Gelände der Werdener Wiesn ein Abfallbehälter installiert werden kann, der speziell Pizzakartons und Getränkebecher aufnehmen kann.

Doch die Verwaltung war schneller – denn da standen bereits zwei längliche, blaue Behälter der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) am Ruhrufer. Allerdings scheint ihre Größe nicht optimal: Viele Pizzakartons passen schlicht nicht hinein.


Kastanienfest im Heissiwald: Schweine auf neuer Wiese

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“: Bevor die Kinder für irgendetwas anderes Augen hatten, leerten sie ihre mitgebrachten Behältnisse in die großen Anhänger für Kastanien und die Tonne für Eicheln auf der Rabenwiese im Heissiwald am Sonntagvormittag.

Ursula Tomasdottir, Vorsitzende des Fördervereins Wildgatter, zog eine positive Bilanz: Der Zaun rund um das Wildgatter wurde mit Hilfe der Stadt Essen erneuert, und pünktlich zum Kastanienfest durften die Wildschweine erstmals wieder auf die neu eingesäte Wiese. „Die wird jetzt eine Woche lang leergefressen“, schmunzelt Tomasdottir.