10 Apr.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 15/2026: Bücherei, Abschiede, Gründung und Stadtteilporträt

KÖB St. Kamillus spendet 2700 Euro an die Kinderintensivstation

Die Regale sind weg, der Raum wirkt viel kleiner als zuvor. Noch ein paar Kartons mit Büchern stehen im Gang, in der ehemaligen Bücherei schlängelt sich noch eine kurze Reihe Bücher an der Wand entlang. „Welche sollen wir öffnen?“, fragt Petra Zentarra und deutet auf zwei Flaschen Sekt samt Knabbereien, mit denen sich die anderen Büchereien für die Spenden bedankten, die sie aus Heidhausen mitnehmen durften.

Etwa 200 Stunden lang wickelten Petra Zentarra und das Team die Katholische Öffentliche Bücherei St. Kamillus ab, schrieben etliche Emails, organsierten Besichtigungstermine. Auf einem Flohmarkt ist man viel losgeworden, aber nicht alles. Was übrig blieb, wurde telefonisch an weitere Abnehmer vermittelt.

Die Ehrenamtlichen der ehemaligen KÖB St. Kamillus unterstützen mit dem Verkaufserlös der Bücher die Kinderintensivstation der Universitätsmedizin Essen mit einer stattlichen Spende in Höhe von 2700 Euro. Im Rahmen einer symbolischen Übergabe wurde die Spende an die Stiftung Universitätsmedizin sowie an Vertreterinnen und Vertreter der Universitätsmedizin Essen überreicht.


Bettina Heubach schließt ihr Geschäft und blickt nach vorn

„Freu dich auf dein neues Leben“, wünscht eine Kundin, die soeben zum letzten Mal bei Bettina Heubach eingekauft hat. Die lächelt strahlend: „Ich werde Pippi Langstrumpf und mach, was mir gefällt.“ Aufhören wird sie nicht gänzlich: Bei Anne Wiesenberg wird sie für ihre Berger-Düfte ein Schaufenster dekorieren, diese Marke wird sie weiterverkaufen.

Doch einen Laden wird es nicht mehr geben. „Ich bin jetzt offen für alles“, skizziert sie ihre Pläne. Freunde in der ganzen Welt locken, aber Hündin Thilda setzt da den Rahmen doch etwas enger und die Gewissheit: „Ich habe ein schönes Zuhause.“ Und nun ist Zeit für ausgedehnte Ausflüge statt kurze, praktische Hunderunden.


Kunstwerden zieht positive Jahresbilanz

Der künstlerische Rückblick aufs vergangene Jahr, den Petra Steinhardt den Mitgliedern von Kunstwerden bei der Jahresversammlung ins Gedächtnis rief, fiel positiv aus. Beginnend mit Thomas Plaßmann war viel Sehenswertes am Start. Und wenn auch mal kontrovers diskutiert wurde, waren sich die Mitglieder einig, dass es stets spannend und konzeptionell sehr gut gelaufen ist und „viele interessierte Besucher“ erreichte, wie die Kuratorin erfreut feststellte.

Nun wird der Verein seine Mitglieder aufrufen, sich an einer Gemeinschaftsausstellung zu beteiligen, die am 10. Mai eröffnet werden soll. „Wenn sich viele melden, könnte ich mir auch zwei Chargen vorstellen“, so die Fachfrau, die im Museum Folkwang ihren Arbeitsplatz hat.


SC Werden-Heidhausen verliert zuhause 0:3 gegen den FC Kray

Am 10. Oktober 2025 war dem Landesliga-Aufsteiger SC Werden-Heidhausen in der Krayer Arena ein grandioser 4:1-Erfolg gelungen. Diesmal gab es betretene Gesichter. Nichts passte besser zur momentan prekären Situation, dass der gerade erst nach langer Verletzung genesene Tom Roß das Warmmachen abbrechen musste. Für ihn rutschte Moritz Stöber in die Startelf, auch er nach längerer Pause. Gegen den FC Kray verlor man zuhause 0:3.


Lars Höcker erfüllt sich mit Five Elements Massage einen Traum

Lars Höcker ist Sportler durch und durch. Schon lange kickt er beim SC Werden-Heidhausen, spielte einst in der ersten Mannschaft und ist mittlerweile bei den Alten Herren aktiv. Doch auch auf seinem Weg in die Selbstständigkeit wurde er zum regelrechten Hürdenläufer. „Sie glauben nicht, wie viele wie viele Stöcke uns in den Weg gelegt worden sind“, schüttelt der gebürtige Werdener den Kopf. „Da könnte man ein Buch drüber schreiben.“

Zusammen mit seinem Partner Tim Dambor hat er sich im Rüttenscheider Girardet-Haus mit dem Wellness-Studio „Five Elements Massage“ einen Traum erfüllt. Ein Projekt, das von einer tiefen Motivation und dem Kampf gegen zahlreiche bürokratische und finanzielle Hindernisse geprägt war.


Michael Foster arbeitet mit der Tanzabteilung des Gymnasiums Werden

Mit Michael Foster spricht ein Künstler, der die Tanzszene aus unterschiedlichsten Perspektiven kennt: als Tänzer, Choreograf, Regisseur und Pädagoge. Seine Laufbahn führte ihn von renommierten Compagnien wie dem Texas Ballet Theater und dem Ballett der Staatsoper Hannover bis zum Ballett am Rhein, wo er sein Repertoire stetig erweiterte und sich zugleich als kreativer Kopf profilierte.

Der gebürtige Amerikaner leitete das Tanzbildungsprogramm „Tanz mit!“ und verband dort schon künstlerische Praxis mit pädagogischem Engagement. Er folgte der Einladung des Gymnasiums Werden, in der Tanzabteilung nun nicht mehr mit Profitänzern zu arbeiten, sondern die Weichen zu ihnen zu stellen. Im Interview gibt er Einblicke in seinen vielseitigen Werdegang, seine künstlerische Handschrift und seine Arbeit mit der nächsten Generation von Tänzerinnen und Tänzern.


Fischlaken: Viel Platz, viel Geschichte, wenig Versorgung

Der erste Eindruck bei einem Spaziergang durchs Dorf: Hier ist viel Platz. Auf 9,28 Quadratkilometern leben nur knapp 4400 Menschen. Dünner besiedelt sind nur noch Schuir und Byfang. Der ländlich geprägte Stadtteil glänzt mit Wiesen, Wäldern, Feldern, dem Baldeneysee. Nicht nur das südliche Seeufer, sondern fast die ganze Wasserfläche des Sees gehört zu Fischlaken. Hier ziehen Leute hin, die „ihre Ruhe“ suchen.

Der Stadtteil ist laut einer Schenkungsurkunde stolze 1230 Jahre alt. Und damit wohl „das älteste Dorf an der Ruhr“. Früher gab es hier Lebensmittelgeschäfte, Metzgerei, etliche Kneipen. Inzwischen nicht mal mehr eine Postfiliale. Auch keine Apotheke. Sogar die Kirche ist geschlossen. Für immer. Übriggeblieben sind noch Gaststätten am Baldeneysee und „Am Schwarzen“ sowie einige Dienstleister.

21 Okt.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 42/2025: Zeitfenster, Müll, Kastanien und Kulturgeschichte

Zeitfenster Werden: Albert Mittwegs Blick auf die Altstadt offiziell eröffnet

Mit einem herzlichen Willkommen eröffnete Karl-Heinz Lach, Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins Werden, am Sonntagnachmittag die neue Freiluft-Ausstellung „Zeitfenster Werden – Der Blick des Albert Mittweg“. Die Werdener Nachrichten berichteten schon über die Aufhängung der Bilder.

Alte Fotos aus Archiven und Bildbänden wurden großflächig auf Fassaden im Stadtkern gebracht. Spaziergängerinnen und Spaziergänger, die durch die Gassen an der Joseph-Breuer-, Grafen-, Körholzstraße und die DM-Passage eilen, bleiben nun stehen, verweilen und entdecken das Werden vergangener Jahrzehnte neu.


Von der Idee zum Erfolg

„Last but not least“, so Lach, „danke ich Norbert Fabisch, der die Idee zu diesem Projekt von einer Urlaubsreise mitbrachte und viele Hürden auf dem Weg zur Umsetzung überwunden hat.“ Das Ergebnis könne sich sehen lassen: „Eine Vision, ein wunderbares Werdener Team – ein Erfolg.“

Ein Blick zurück: Nach dem Tod von Albert Mittweg, dessen historische Aufnahmen die Grundlage der Ausstellung bilden, konnte der Geschichts- und Kulturverein den wertvollen Bestand sichern, nachdem Thomas Brinkmann auf den damaligen Vortrag „Spaziergang“ und seine Bilder aufmerksam gemacht hatte. „Dank Bernhard Brinkmann, Archivar der Feuerwehr Heidhausen, war er gut erhalten geblieben. Karl Mittweg stimmte einer neuen Veröffentlichung ausdrücklich zu“, betonte Lach. Damit war der eigentliche Startschuss für das Projekt gefallen.


Neue Müllcontainer am Ruhrufer sind zu klein für viele Pizzakartons

Manchmal arbeitet die Verwaltung schneller als die Politik beantragen kann: In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Ende September formulierten CDU und FDP den Antrag, zu prüfen, ob auf dem Gelände der Werdener Wiesn ein Abfallbehälter installiert werden kann, der speziell Pizzakartons und Getränkebecher aufnehmen kann.

Doch die Verwaltung war schneller – denn da standen bereits zwei längliche, blaue Behälter der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) am Ruhrufer. Allerdings scheint ihre Größe nicht optimal: Viele Pizzakartons passen schlicht nicht hinein.


Kastanienfest im Heissiwald: Schweine auf neuer Wiese

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“: Bevor die Kinder für irgendetwas anderes Augen hatten, leerten sie ihre mitgebrachten Behältnisse in die großen Anhänger für Kastanien und die Tonne für Eicheln auf der Rabenwiese im Heissiwald am Sonntagvormittag.

Ursula Tomasdottir, Vorsitzende des Fördervereins Wildgatter, zog eine positive Bilanz: Der Zaun rund um das Wildgatter wurde mit Hilfe der Stadt Essen erneuert, und pünktlich zum Kastanienfest durften die Wildschweine erstmals wieder auf die neu eingesäte Wiese. „Die wird jetzt eine Woche lang leergefressen“, schmunzelt Tomasdottir.

10 Juli

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 28/2025: Ludgerussäule, Schützenfest und Festival

Sanierung der Ludgerussäule sorgt für Verkehrsbehinderungen

Mit dem Start der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an der Säule des Ludgerusbrunnens am Montag haben die Arbeiten an einem der markantesten Wahrzeichen Werdens begonnen. Zur Vorbereitung wurde der Brunnen auf dem Werdener Markt eingerüstet und weiträumig abgesperrt. Am Dienstagmorgen erfolgte die Demontage der Basaltsäule mithilfe eines Krans. Sie wurde anschließend in die Restaurierungswerkstatt von Roland Berns überführt, wo sie im Auftrag der Schmiede Duisburg instand gesetzt wird.


Sperrungen und Verkehrsführung rund um den Markt

Im Zuge der Demontage wurde der fußläufige Bereich rund um den Brunnen ab Montag gesperrt. Der Durchgang zwischen Abteistraße und Brückstraße blieb jedoch weiterhin möglich. Ab Dienstag kam es zu weiteren Einschränkungen im Straßenverkehr: Die linke der beiden Linksabbiegerspuren der Abteistraße in Richtung Brückstraße/Heckstraße sowie die linke Fahrspur der Brückstraße zwischen Hausnummer 75 und der Einmündung Heckstraße wurden gesperrt. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Sperrungen ab Mittwoch wieder aufgehoben. Mit einer erneuten Platzsperrung ist im Zuge der Wiederaufstellung der Brunnenanlage zu rechnen.


Schützenfest „Gut Schuss“ in Fischlaken startet

Am heutigen Freitag beginnt das Schützenfest um 17 Uhr mit dem Treffen befreundeter Vereine auf dem Vorplatz des Bergfriedhofs. Gemeinsam marschieren die Bürgerschützen von „Gut Schuss“  (BGS) mit musikalischer Begleitung zur Totenehrung auf den Bergfriedhof und später zum Vereinsheim hinter dem Saal Christi Himmelfahrt – der Marschweg beträgt etwa 950 Meter. Zwischen 18 und 18.30 Uhr treffen die Teilnehmenden dort ein. Im Anschluss sind alle Mitglieder des Bürgerschützenvereins laden zu einem gemütlichen Beisammensein ein.


„SMAG Sundance“-Festival bringt volle Straßen rund um den Baldeneysee

Am Samstag findet im Seaside Beach Baldeney das „SMAG Sundance“-Festival statt. Daher ist am See mit einem erhöhten Besucher- und damit auch Verkehrsaufkommen zu rechnen. Hierbei wird es zu Verkehrseinschränkungen kommen.

Am Samstag wird die Lerchenstraße in Fahrtrichtung Werden (bergab) vom Ende der Bebauung bis zur Kreuzung mit der Freiherr-vom-Stein-Straße zum „halbhüftigen Parken“ freigegeben. Durch diese Maßnahme können auf rund 1 500 Metern rund 250 weitere Parkplätze geschaffen werden.

Mehr in der aktuellen Ausgabe!


Die Bilder der Woche

First Friday Hawaii 2025
Gemeinsam enthüllten Barbara Schröder, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Michael Gaigalat und der Künstler Johannes Brus die Betonfigur des ruhenden Löwen.
Feuerwehrfest der Feuerwehr Werden
Die blühenden Baumscheiben am Rand der Heckstraße stießen bei den Teilnehmern des „Klimawandel“-Rundgangs auf große Begeisterung.
20 Feb.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 8/2025: Werden leuchtet, Wohnbauprojekte und 40 Jahre Kultur

Schriftzug am Ortseingang erneut installiert

„Werden“ leuchtet wieder: Das Team von Elektronik Walz hat am Dienstagabend den Schriftzug wieder an den Ortseingang, über die Abteistraße gehängt. Vier Monate lang mussten die Werdener auf das leuchtende Wahrzeichen verzichten, das in dieser Zeit aufwendig saniert worden ist. Wer nun also über die Gustav-Heinemann-Brücke in Richtung Velbert durch Werden fährt, wird nun wieder – wie seit 25 Jahren – durch die Buchstaben, die den Ortsnamen ergeben und abends sogar hell erstrahlen, begrüßt.

Nun ja – fast wie seit 25 Jahren: Denn die rund 560 Glühbirnen, die die Buchstaben des Schriftzugs bislang zum Leuchten gebracht haben, gehören der Vergangenheit an. Das Team von Elektronik Walz hat die störanfälligen Birnen durch wetterfeste Leuchtstreifen ersetzt. Am heutigen Freitag, 18 Uhr, nimmt Bezirksbürgermeisterin Gabriele Kipphardt den Schriftzug offiziell wieder in Betrieb.


Diskussion um Nachnutzung des Sportplatzes Am Volkswald

Wie geht es weiter mit der Fläche des einstigen Sportplatzes Am Volkswald? Die Diskussion um die Nachnutzung des Areals scheint kein Ende zu nehmen. Die von der Bezirksvertretung jüngst favorisierte Kombination aus Trendsport-Anlage und Waldkindergarten scheint jedenfalls wieder in die Ferne gerückt zu sein – das deutet eine Vorlage der Verwaltung an, über die die Bezirksvertretung am kommenden Dienstag in ihrer Sitzung diskutiert.

Auch der Waldkita-Träger bestätigt: In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr mit der Eröffnung. Den Dirt-Bike-Parcours sieht die an diesem Standort indes gar nicht für realisierbar.


Wohnbauprojekt an der Ruhrtalstraße geplant

Ernst Peter Altschaffel von der „Nawobau“ möchte an der Ruhrtalstraße bauen, um ein aus seiner Sicht attraktives Wohnangebot zu schaffen. Modernste Technik helfe mit, Energie zu sparen. So seien KFW 40 Effizienzstandards geplant. Hier sollen Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) zum Einsatz kommen. Das System entzieht der verbrauchten Raumluft Energie und nutzt diese zum Erwärmen der zugeführten kalten Außenluft. Unterstützt wird dies durch eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher. Das hilft mit, die Heizkosten zu senken.

Doch die Kritik lässt nicht auf sich warten: Beim aktuellen Bauvorhaben entstehe kein „bezahlbarer“ Wohnraum, so Estelle Fritz vom „Bündnis Grüne Lungen für Essen“. Außerdem liege laut Starkregenkarte der Stadt Essen dieser Abschnitt der Ruhrtalstraße in einem sehr starkregenbelasteten Gebiet.


SC Werden-Heidhausen siegt gegen Duisburger FV 08

Daheim an der Paul-Esch-Straße ist der Duisburger FV 08 eine Macht. Trainer Mustafa Öztürk gab sich deshalb zuversichtlich. Im Hinspiel sei man die bessere Elf gewesen und habe trotzdem mit 1:3 verloren: „Diesmal sind wir so weit, dass wir sie schlagen können.“

Es sah auch verdammt lange so aus, als ob die Löwentaler sich die zweite Saisonniederlage fangen könnten. Der SC Werden-Heidhausen erkämpfte sich trotz anfänglichem 0:1-Rückstand einen Arbeitssieg und thront weiter an der Tabellenspitze der Bezirksliga: Am Ende stand es in Duisburg 2:1 aus Sicht des SCWH.


Velvet Quartet im Bürgermeisterhaus.

40 Jahre Kultur im Bürgermeisterhaus

Seit 40 Jahren ist das Bürgermeisterhaus eine feste Größe im Werdener Kulturleben. Am 9. März 1985 begann das Programm mit einem klassischen Konzert. Und im gleichen Jahr wurde eine weitere Fährte gelegt: Der heutige Intendant und Geschäftsführer, Carsten Linck spielte dort ebenfalls mit Volker Niehusmann als „Folkwang Gitarrenduo“: „Es war das Beste in jungen Jahren und ich habe mich sofort zuhause gefühlt. Nun bin ich am schönsten Arbeitsplatz von Essen.“

Damals lud Agnes Wallek das Duo ein, das Francesco da Milano, Bach-Suiten, Anton Webern, Daniel Lesur, Eigenkompositionen und John Lennon/McCartneys „Yesterday“ – somit Musik aus vielen Jahrhunderten im Programm hatte. Das beschreibt auch so ziemlich die Bandbreite, die im Bürgermeisterhaus seit 40 Jahren ertönt.


Der Frühling bahnt sich auch in Werden an…

20 Okt.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 42/2022

Proteste gegen Abriss auf der Propsteistraße

Eigentümer und Mieter der Propsteistraße sind stolz auf die einheitliche Architektur des Straßenzugs. „Die Anwohner haben viel aus eigener Tasche investiert, damit das auch so bleibt“, so etwa Nicola Giesen, die sich am Montagnachmittag mit einigen Nachbarn versammelt hat, um gegen den geplanten Abriss des aus dem Jahr 1899 stammenden Haus mit der Nummer 39 zu protestieren. 


Renovierungsarbeiten verzögern sich wegen fehlender Genehmigung

Die Freude war groß noch vor gut einem Jahr beim Golfclub Essen-Heidhausen, als sie den Förderbescheid des Landes NRW bekamen: Mit Mitteln des Programms „Moderne Sportstätte 2022“ können sie ihre Teichanlage renovieren – oder besser gesagt, könnten. Denn am liebsten würden sie sofort mit den Bauarbeiten beginnen, versichert Clubmanager Jochem M. Schumacher, die Gelegenheit ist sei schließlich mehr als günstig, das Wetter spiele im Moment auch noch mit – allein: Es fehlt die Baugenehmigung der Stadt Essen. Bei den Golfern trübt das die Freude immens, denn die Zeit drängt. 


Insel der Ruhe in Halloween-Nacht geschlossen

Wie im vergangenen Jahr, so bleibt auch diesmal der Kirchpark der evangelischen Kirche in der Halloween-Nacht geschlossen, teilte das Presbyterium der Evangelische Kirche Werden mit: „Der Zustand des Eingangs am vergangenen Sonntag erinnerte uns an die Verunreinigungen vor zwei Jahren, die zu dem Entschluss geführt haben, den Kirchpark an Halloween über Nacht zu schließen“, so Barbara Vlijt. Schmierereien am Kirchenportal waren schon damals der Anlass. „Dass Menschen sich dort aufhalten möchten, ist eine Sache, aber sie sollten den überdachten Eingang der Kirche und den Park ohne Verunreinigungen oder gar Beschädigungen hinterlassen“, ist sich das Presbyterium einig. „Wir möchten den Kirchpark als öffentlichen Raum erhalten, ein Stückchen Natur im Herzen von Werden, das für viele eine Insel der Ruhe ist, ein Ort des Verweilens – das geht aber nur mit der gebotenen Rücksichtnahme.“ 


back2Live – Essener Kulturszene meldet in Lichtburg zurück

Mit der Kampagne „back2Live“ will sich die zuletzt krisengebeutelte freie Essener Kulturszene zurückmelden. Die Eröffnungsveranstaltung in der Lichtburg am vergangenen Montagabend machte deutlich, woran es momentan hakt, wenn es darum geht, das Publikum zurückzuerobern. 
Sich stark dem Besucherschwund entgegenstellen und auf die Vielfalt der örtlichen Kulturszene aufmerksam machen wollte die vereinte Freie Szene in Essens größtem Kinosaal, den die Leiterin des Filmpalast, Marianne Menze gerne zur Vergnügung gestellt hatte. Ein schönes Signal für die genreübergreifende Kooperationsbereitschaft der städtischen Kreativen, waren doch Musiker, Opernsängerin, Theatermacher oder Tänzer zugegen und stellten somit tatsächlich die abwechslungsreiche schöpferische Kraft der Stadt dar.
Jedoch bliebt die Szene auch weitestgehend unter sich: Der große Kinosaal der Lichtburg war mit knapp 200 Besuchern eher spärlich gefüllt – und auf die Frage des Moderators Stefan Keim, der als Kritiker die Kulturszene NRWs schon lange begleitet und als Autor auch bereichert –, wie viele im Saal sich denn als reines Publikum – also nicht irgendwie zur Kulturszene gehörig — sehen würden, meldete sich vielleicht ein Drittel. Es scheint, die Kampagne hat die Zuschauer bislang nicht erreicht. Aber gut, sie steht ja noch am Anfang.


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: 
Gehen Sie (wieder) auf Konzerte und ins Theater?