27 Aug.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 35/2026: Appeltatenkirmes abgesagt, Abschied von Jochen Schmidt und Neuerungen in Werden

Appeltatenkirmes fällt in diesem Jahr aus

„Ich bin sehr, sehr traurig“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds und Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Schausteller Essen. Am ersten Septemberwochenende werden sich auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke keine Karussells drehen. Die Appeltatenkirmes musste abgesagt werden, weil sich zu wenige Schausteller angemeldet haben. Nach Angaben der Interessengemeinschaft könnten die verbliebenen Betriebe die Kosten der Traditionsveranstaltung nicht allein tragen. Albert Ritter hofft deshalb künftig auf stärkere Unterstützung durch die Stadt Essen.


Werden nimmt Abschied von Jochen Schmidt

Seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg machten ihn zu einem unermüdlichen Mahner für Frieden und Verständigung. Am 21. August feierte Kriegsveteran Jochen Schmidt noch seinen 104. Geburtstag im Bürgermeisterhaus Werden. Nur fünf Tage später verstarb er friedlich. Mit seinem Tod verliert Werden eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg als Zeitzeuge die Erinnerung an Krieg und Frieden wachgehalten hat.


„Seizoen home“ zieht in die Grafenstraße

Das Einrichtungsgeschäft „Seizoen home“ verlässt die Hufergasse und eröffnet künftig in der Grafenstraße. Inhaberin Alexandra Gayer setzt auf niederländisch inspiriertes Wohndesign zwischen Shabby Chic und skandinavischer Gemütlichkeit. Helle Farben, natürliche Materialien, bewusst gealterte Möbel und liebevoll ausgewählte Wohnaccessoires prägen das Sortiment. Die neuen Geschäftsräume mit ihren dunklen Holzbalken bieten dafür den passenden Rahmen.


Löwenflohmarkt lädt zum Trödeln ein

Am 29. August verwandelt sich der Sportplatz im Löwental erneut in einen großen Flohmarkt. Von 12 bis 17 Uhr bietet der Löwenflohmarkt entlang der Laufbahn gebrauchte Kleidung, Bücher, Spielzeug, Haushaltswaren und kleine Raritäten an. Ergänzt wird das Angebot durch Speisen, Getränke und Mitmachaktionen für Kinder. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung richtet sich besonders an Familien zum Abschluss der Sommerferien.


Neuer Kunstrasen feierlich eingeweiht

Auf dem Sportplatz im Löwental herrschte kurzzeitig „Beachfeeling“: Der frisch verlegte Kunstrasen wurde mit einer dicken Sandschicht versehen, die die Kunststofffasern schützt und ihre Lebensdauer verlängert. Am Freitagabend wurde das neue Spielfeld offiziell eingeweiht. Sportlich verlief der Abend jedoch enttäuschend: Der SC Werden-Heidhausen unterlag den DJK Sportfreunden Katernberg mit 1:2.


18 Juni

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 25/2026: Seniorentag, Abteistraßen-Stau, neue Gastronomie und Werdener Geschichte

Erster Seniorentag belebt den Werdener Markt

Mächtig Trubel herrschte am Mittwoch auf dem Werdener Markt vorm Rathaus: Der Runde Tisch Senioren im Bezirk hatte zusammen mit dem Zentrum 60plus den ersten Seniorentag in Werden organisiert. Zahlreiche Institutionen und Vereine informierten an eigenen Ständen, darunter Awo, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Bürger- und Heimatverein, Stiftung St. Ludgeri, Hirsch-Apotheke und die Stadtteilbibliothek. Mit Aktionen, Leckereien und Angeboten wie der Rollstuhl-Rikscha Rolfi wurde der Aktionstag zu einem lebendigen Treffpunkt für ältere Menschen im Stadtteil.


Staus auf der Abteistraße sorgen weiter für Ärger

Über die Abteistraße in Richtung Heidhausen und Velbert geht derzeit kaum etwas. Seit Anfang Juni legen die Stadtwerke Essen dort auf rund 120 Metern neue Versorgungsleitungen. In Stoßzeiten berichten Betroffene von Verzögerungen bis zu einer Stunde. Dass die Bauzeit nun von ursprünglich drei Monaten um zwei Wochen verkürzt werden soll, erscheint manchen nur als schwacher Trost. Der pensionierte Polizist Uwe Klein aus Fischlaken kritisiert fehlende verkehrsleitende Maßnahmen und fragt, warum Stadt und Polizei die Autofahrer aus seiner Sicht weitgehend sich selbst überlassen.


Fahrradständer an der Heckstraße sorgen für Kopfschütteln

Die neuen Fahrradständer vor der Boutique „Engel Werden“ an der Heckstraße 10 sorgen bei vielen Werdenern für Unverständnis. Einige halten sie für überflüssig, weil auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits Radständer vorhanden seien, die selten voll belegt wirkten. Zusätzlich kommt es offenbar immer wieder zu Problemen mit den rot-weißen Baken an den Stellplätzen: Lkw oder Lieferwagen fahren beim Wenden dagegen, wie ansässige Geschäftsleute beobachtet haben.


Sardisches Fine Dining in der Grafenstraße

In der Grafenstraße bietet Turhan Demirci nun Hummer und sardisch geprägte Küche an – genauer gesagt sein Sohn Luca, eigentlich Gianluca, der viele Gäste bereits aus Oberhausen mitgebracht hat. Der fehlende Name „La Maddalena“ auf der Scheibe ist Absicht: Gerade daran erkennen Stammgäste das Restaurant. Luca verbindet sardische Küche mit Fine Dining sowie modernen und asiatischen Einflüssen. Seine kulinarischen Wurzeln liegen in der Familie: Der Vater ist Koch mit türkischen Wurzeln, die Mutter Konditorin.


Werdener Grundschulen feiern ihre eigene Fußball-WM

Wer keine Lust hat, sich für die Fußball-WM in Amerika nachts den Wecker zu stellen, findet in Werden eine lautstarke Alternative: das zwölfte Fußballturnier der vier Werdener Grundschulen in der Sporthalle im Löwental. Diesmal ist die Ludgerusschule Ausrichterin.

Schulleiterin Kerstin Peiker musste am Mikrofon gegen einen enormen Lärmpegel ankommen, denn die jungen Fans sorgten mit Anfeuerungsrufen, Trommeln und Klangstäben für echte Turnieratmosphäre.


„Zeitfenster“ machen Werdener Geschichte sichtbar

Seit rund einem halben Jahr verwandeln großformatige historische Schwarz-Weiß-Fotos an Häuserwänden die Werdener Altstadt in eine Art Freilichtmuseum. Die Bilder stammen aus dem Archiv von Albert Mittweg. Nach dessen Tod entwickelte der pensionierte Lehrer Norbert Fabisch die Idee für das Projekt „Zeitfenster“.

Nun erweitert er es um Schaukästen gegenüber dem Werdener Gymnasium. Zum Auftakt zeigt er Motive zur Strafanstalt in der alten Abtei sowie zum Karneval der frühen Nachkriegszeit. Ein besonderes Bild erzählt von drei jungen Frauen, die in Bergleute auf der Zeche Pörtingsiepen verliebt waren und unbedingt einmal die Arbeitswelt unter Tage kennenlernen wollten.