11 Juni

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 24/2026: Werden feiert Klassenerhalt, erinnert an Familie Simon und blickt auf Glasfaser-Insolvenz

SC Werden-Heidhausen bleibt in der Landesliga

Der SC Werden-Heidhausen bleibt Landesligist. Vor 1000 Zuschauern im Löwental sorgten zwei späte Freistoßtreffer von Tom Roß für ekstatischen Jubel. Es gab noch mehr Anlass zur Freude: Die Reserve wurde Meister der Kreisliga B, die „Dreite“ und die „Bierte“ schnitten überragend ab, den Damen muss aufgrund der vielen blutjungen Spielerinnen wohl noch etwas Zeit gegeben werden.


Metrofibre-Insolvenz verunsichert Glasfaser-Kunden

Als im Oktober 2023 das Verlegen der Glasfaserkabel in Werden in der Hildegrimstraße begann, war man noch hoffnungsfroh. Dann häufte sich jedoch der Unmut über die damit verbundenen Unzulänglichkeiten, seien sie baulicher Natur oder im Bereich der Kommunikation. Nun hat das Düsseldorfer Glasfaser-Unternehmen Metrofibre GmbH beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Betroffen sind auch Schwesterfirmen wie die Ruhrfibre Essen GmbH und die Düsselfibre GmbH. Viele Kundinnen und Kunden fragen sich deshalb, welche Folgen das für laufende Verträge und geplante Anschlüsse hat. „Wichtig ist jetzt, Verträge und Zusagen genau zu prüfen und die Kommunikation zu dokumentieren“, sagt Charlotte Almus, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Essen. „Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden.“


Stolpersteine erinnern an Familie Simon

„Es ist ein unglaublicher Moment“, sagt Aron van Cleeff und schluckt. Vor ihm glänzen die golden schimmernden Steine, die soeben in den Asphalt vor der Ruhrtalstraße 1 eingelassen worden sind. Sie erinnern an Otto Simon, an seine Frau Celestine, geborene van den Bergh, und an ihren Sohn Hans. Die Familie lebte an dieser Adresse – und wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft Opfer des Nationalsozialismus. Aron van Cleeff ist der Urenkel von Otto und Celestine. Nach jüdischem Brauch legt er kleine Steine vor die Stolpersteine.

„Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, was hier in der Vergangenheit passiert ist – und jetzt bin ich hier“, sagt er. Dann platziert er Rosen an der Stelle, die künftig die Erinnerung an seine Vorfahren wachhalten soll.

„Es war ihr Zuhause, ihr Leben und ihr Ort in dieser Stadt“, sagt er sichtlich bewegt. „Die Familie Simon hat viel für die Stadt Werden bedeutet. Ihr Leben wurde durch das nationalsozialistische Regime vollständig zerstört.

Sie wurde in Konzentrationslager gebracht und ermordet.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Steven und seinem Sohn Julian ist Aron van Cleeff aus den Niederlanden angereist, um der Stolperstein-Verlegung beizuwohnen.


Seniorentag auf dem Werdener Markt

Am Mittwoch, 17. Juni, gehört der Werdener Markt ganz den älteren Menschen im Stadtteil. Von 10 bis 16 Uhr lädt der „Seniorentag Werden“ zu Information, Beratung und vielen Mitmach-Angeboten ein. Organisiert haben den Aktionstag der Runde Tisch Senioren Bezirk IX und das Zentrum 60plus Heckstraße.

„Es geht darum, sich für die Interessen der Senioren im Bezirk einzusetzen“, sagt Evelina Munterndorf, verantwortlich für Soziale Arbeit beim DRK Essen, dem Träger des Werdener Zentrums 60plus. „Dabei wollen wir die Bürgerinnen und Bürger nicht nur über die vielfältigen Angebote informieren, sondern auch die Akteure miteinander vernetzen.“


Aquarellkurs im Zentrum 60plus stellt erstmals aus

Farbpaletten, Papier, Pinsel und Stifte liegen auf den Tischen, dazwischen Kaffee und Kuchen. Rund ein Dutzend Damen sitzt rundherum: Einige malen vertieft, andere plaudern und lachen. Mittendrin lässt Ewa Raulin den Blick schweifen – kritisch und herzlich zugleich. Sie hebt ein Blatt hoch und sagt: „Schaut mal, welch schöne Komplementärfarben Hannelore da eingearbeitet hat – eine richtig tolle Komposition!“

Teilnehmerin Hannelore Möhring lächelt stolz. Sie ist fast seit den fünf Jahren dabei, in denen Ewa Raulin den Aquarellkurs im Zentrum 60plus an der Heckstraße leitet.

Nun nimmt sie an der ersten Ausstellung des Kurses teil. Vernissage ist am Samstag, 20. Juni, um 17 Uhr im Zentrum 60plus – ein Anlass, der bei den Künstlerinnen Vorfreude und Aufregung zugleich weckt.


DJK-Schwimmer erfolgreich beim Bundessportfest

„Sportsgeist trifft Kohlefeuer“ – unter diesem Motto fand erstmals das DJK-Bundessportfest in Essen statt. Mitten im Geschehen war auch eine kleine, aber äußerst erfolgreiche Mannschaft der Schwimmabteilung der DJK Grün-Weiß Werden/Heidhausen vertreten. Die Bilanz kann sich mehr als sehen lassen: Mehrere Medaillen, persönliche Bestleistungen und viele unvergessliche Erlebnisse sorgten für strahlende Gesichter bei Aktiven und Betreuern.

29 Apr.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 18/2026: Felshangsicherungsmaßnahme beschlossen, Pflanzenaktion am Start und ein gespendeter Steinway-Flügel

Sicherungsmaßnahme im Kellerwald beschlossen – Voraussichtliche Kosten 372.000 Euro werden durch Umschichtung gedeckt 

Der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz hat den Bau einer Felshangsicherungsmaßnahme im Kellerwald beschlossen. Die Bezirksvertretung hat in ihrer Sitzung am Dienstag den Beschluss zur Kenntnis genommen. Die veranschlagten Gesamtkosten belaufen sich auf 372.000 Euro. Zugleich empfehlen sowohl der Ausschuss selbst als auch der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss die außerplanmäßige Bereitstellung dieser Mittel. Die endgültige Entscheidung darüber trifft der Rat der Stadt, der die Finanzierung in gleicher Höhe beschließen soll.v


Wo Günsel und Pimpinelle genascht werden dürfen – Mit einer großen Pflanzaktion ist „Essbar Werde“ an den Start gegangen

Jede Menge Gießkannen, Schubkarren, Harken, Spaten, und wuselige Betriebsamkeit: Das Projekt „Essbar Werden“ startete jetzt durch. Christiane Gregor vom „Haus Wunderbar“ in der Rittergasse war der Gedanke eines ambitionierten Projektes gekommen: „Ich hatte die große Vision, dass Werden eines Tages essbar bepflanzt wird für Menschen und Insekten.“ Diese Vision wird nun greifbar, sogar essbar. 


Der Pianist Thomas Günther stellte mit einem Konzert im Haus Fuhr offiziell den Flügel vor, den die Evangelische Kirchengemeinde von einem Spender geschenkt bekommen hat.
Eingangsdatum
Der Pianist Thomas Günther stellte mit einem Konzert im Haus Fuhr offiziell den Flügel vor, den die Evangelische Kirchengemeinde von einem Spender geschenkt bekommen hat.

Arbeitsgerät zum Musikmachen – Konzert zur offiziellen Vorstellung des Flügels im Haus Fuhr vom Pianisten Thomas Günther

Im Haus Fuhr steht ein großer Konzertflügel. Er sei nicht ganz neu, sagte der Folkwang-Musikdozent Matthias Geuting: „Er ist im besten Sinne gebraucht. Er ist eingespielt und hat sich über Jahre bewährt.“ Dann bezog er sich auf die lateinische Sprache und erklärte, dass das Wort „Musikinstrument“ eben von „instrumentum“, was „Gerät“ und „Werkzeug“ bedeute, komme: „Der Konzerflügel ist ein Arbeitsgerät, um Musik zu machen.“

Nicht nur für einen Abend hat dieses Instrument seinen festen Platz im Haus Fuhr erhalten, nachdem es durch eine Spende eines Musikfreundes, der sich der Evangelischen Kirchengemeinde Werden verbunden fühle und offiziell anonym bleiben möchte, in deren Eigentum gelangt ist. Die „Einweihungskonzert“ genannte Vorstellung des Steinway-Flügels führte der mit dem Spender durch Auftritte bei dessen Hauskonzerten gut bekannte Thomas Günther auf, der an der Folkwang-Universität Professor für Klavier ist.


U17-Jungen-Mannschaft gewinnt Bezierksmeisterschaft

Die U17-Jungen-Mannschaft des Gymnasiums Werden hat nach dem Gewinn der Stadtmeisterschaft auch die Vorrunde der Bezirksmeisterschaft gewonnen. In dieser traf die Mannschaft auf die jeweiligen Stadtmeister anderer Bezirke. So konnten sensationell zwei Siege über das Steinbart-Gymnasium aus Duisburg (2:1) und Karl-Ziegler-Gymnasium aus Mülheim (5:2) sowie ein 2:2-Unentschieden gegen eine Oberhausener Schule eingefahren werden. Jetzt geht es am 12.05. in Mönchengladbach-Rheydt in die Finalrunde der Bezirksmeisterschaft. Die Leitung der Mannschaft hat Sportlehrer Sven Kucki.

Wieder Luft im Abstiegskampf – Der Landesligist SC Werden-Heidhausen holte sich wichtigen Auswärtssieg 

Der Landesligist hat eine Pflichtaufgabe höchst seriös erledigt und wieder ein wenig Luft im Abstiegskampf. Die Damen ärgerten sich über ausbleibendes Fairplay der Gäste. Zwote und „Dreite“ punkteten einfach und die „Bierte“ setzte ein kräftiges Ausrufezeichen. 


Essbare Pflanzen im öffentlichen Raum – Eine Idee macht Schule.

30 Mai

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 22/2025: Aufstieg, Baustellen, Rückkehr und Engagement

SC Werden-Heidhausen steigt in die Landesliga auf

Der SC Werden-Heidhausen ist aufgestiegen in die Landesliga. Mit einem souveränen 4:1 beim einstigen Zweitligisten 1. FC Mülheim nutzten die Löwentaler direkt den ersten Matchball und jubelten mit einer unglaublich großen Schar an Fans, die nach Styrum mitgekommen war. Mehrere hundert Werdener unterstützten ihre Helden, waren sogar mit einem Reisebus angereist. Danach ging es im Löwental feucht-fröhlich weiter.


Lange Bahn-Sperrung schneidet Werden ab

Fast die gesamte zweite Jahreshälfte wird Werden komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten sein: Von Samstag, 29. Juni bis Montag, 1. Dezember wird die Bahnstrecke zwischen Essen Hauptbahnhof und Düsseldorf-Unterrath in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Das heißt: In dieser Zeit rollt kein Zug mehr in den Werdener S-Bahnhof ein. Nutzer der S 6 sind in diesem Zeitraum auf Ersatzverkehr angewiesen.


Rückkehr der Ludgerus-Skulptur zum Brunnen

Der Heilige Ludgerus steht vor seiner Rückkehr: Während des vergangenen Weihnachtsfests wurde die Bronzeskulptur auf der Säule des Ludgerusbrunnens in einer aufwendigen Aktion abmontiert. Denn deren Standfestigkeit schien nicht mehr gegeben. Nun kündigt Plarent Kazani an: „Die Bronzeskulptur kehrt rechtzeitig zur traditionellen Ludgerusprozession zurück.“


Gymnasium Werden startet Partnerschaft mit ukrainischer Schule

Das Gymnasium Werden hat einen wichtigen Schritt in Richtung internationaler Zusammenarbeit unternommen: Der Essener Journalist Wolfgang Kintscher und sein Team von Helferinnen und Helfern, die der Initiative „Lemberg wir kommen“ entstammen, half dabei, eine Verbindung zur ukrainischen Schule „Lyzeum Nr. 7“ in Riwne herzustellen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, nicht nur ein Hilfsprojekt ins Leben zu rufen, sondern einen kulturellen und sprachlichen Austausch auf Augenhöhe zu schaffen.


Mit der Vespa für den guten Zweck: Spendentour nach Zell am See

Für Julia Schröder-Pröbe ist die rund 890 Kilometer lange Tour, zu der sie am morgigen Freitag mit ihrem Motorroller antritt, mehr als ein ganz privates Abenteuer, an dessen Zeil ein Treffen mit Gleichgesinnten bei den „Vespa Alpdays“ im österreichischen Zell am See ansteht: Es ist eine Mission – eine Mission, bei der sie Spenden sammeln will für die José Carreras Leukämie-Stiftung. Und damit dies auch gut klappt, rührt sie kräftig die Werbetrommel für die gute Sache – auch mit Hilfe von sozialen Medien: Mit Filmen und einem Tour-Tagebuch will sie tagtäglich live von ihrem Trip berichtigen. Dabei hat sie bisher kaum Erfahrungen mit Instagram und Co. gesammelt. „Ich habe zu meinem Mann gesagt: Ich werde auf keinen Fall Influencerin – das ist richtig viel Arbeit.“