24 Sep.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 39/2026: Mediterraner Nahversorger, Baldeneysteig und Kulturverein

Hoffnung auf neuen Nahversorger an der Heckstraße

Wenn der Edeka-Markt an der Heckstraße schließt, wird Werden wohl nicht dauerhaft ohne Lebensmittelgeschäft an diesem Standort bleiben. „Wir sind in sehr fortgeschrittenen Gesprächen mit einem mediterranen Nahversorger“, sagt eine Sprecherin der Eigentümergemeinschaft, der der mittlere Teil des Gebäudekomplexes gehört.

Eine große Nachfolgelösung mit der bisherigen Verkaufsfläche des Edeka-Marktes zeichnet sich allerdings nicht ab.


Baldeneysteig bleibt dauerhaft auf neuer Strecke

Der frühere Zugang vom Heskämpchen zum Hardenbergufer bleibt weiterhin gesperrt. Ob der Fußweg nach Abschluss der geplanten Felshangsicherung wieder geöffnet werden kann, ist derzeit noch offen. Für den Baldeneysteig steht die Entscheidung dagegen bereits fest: Die verlegte Streckenführung soll dauerhaft bestehen bleiben – selbst dann, wenn der ursprüngliche Weg eines Tages wieder genutzt werden kann.


Ideen für die Zukunft des Volkswald-Geländes

Was soll künftig mit der Fläche am Volkswald geschehen? Seit der Fußballverein den Platz verlassen hat, liegt das Gelände weitgehend brach. Zwischenzeitlich diente es als Unterkunft für Geflüchtete und nach der Flut 2021 vorübergehend als Lagerfläche für Hochwassermüll.

Eine Anwohnerin schlägt nun vor, dort nach dem Vorbild der „Grünen Dicken Bank“ in Bochum einen naturnahen Treffpunkt zu schaffen. Die Stadt Essen verweist auf schwierige Rahmenbedingungen und kündigt einen Bürgerworkshop zur weiteren Entwicklung der Fläche an.


Ruhrverband beseitigt Hochwasserschäden am Stauwehr

Am Stauwehr des Baldeneysees laufen derzeit umfangreiche Arbeiten zur Beseitigung von Hochwasserschäden aus dem Jahr 2021. Mithilfe eines Baggers auf einer schwimmenden Plattform werden Geröll und Steine bewegt, um sogenannte Kolke – große Ausspülungen unter Wasser – wieder zu verfüllen. Nach Angaben des Ruhrverbands dient die Maßnahme der Betriebs- und Standsicherheit des Stauwehrs und soll langfristige Schäden verhindern.


Neuer Verein erinnert an Buchhändlerin Mechthild Römer

Aus einem Versprechen am Sterbebett ist ein neuer Kulturverein entstanden. Buchhändler Thomas Schmitz gründete den gemeinnützigen Verein „MR-Kultur“, um an seine langjährige Mitarbeiterin und Freundin Mechthild Römer zu erinnern.

Der Verein möchte die Leseförderung insbesondere an Grundschulen im Essener Norden stärken und zugleich Literatur- und Kulturveranstaltungen in Werden unterstützen.

Mechthild Römer prägte die Buchhandlung an der Grafenstraße über 35 Jahre lang als geschätzte Literaturvermittlerin und leidenschaftliche Förderin junger Leserinnen und Leser.


SC bleibt sieglos – Spielabbruch nach Zuschauer-Eklat

Der SC Werden-Heidhausen wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg in der Landesliga. Bei der jüngsten Niederlage erwies sich der Platzverweis gegen Kapitän Björn Homberg kurz nach der Halbzeit als spielentscheidend. Erfolgreicher verlief das Wochenende für die Damen, die ihren dritten Sieg im vierten Spiel feierten.

Überschattet wurde der Spieltag jedoch von einem Vorfall in Kray-Leithe: Nachdem ein Zuschauer einen Spieler angegriffen hatte, verließ die Werdener Mannschaft geschlossen das Spielfeld. Die dritte und vierte Mannschaft mussten ebenfalls Niederlagen hinnehmen.


Bilder aus Werden

17 Sep.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 38/2026: Altpapier-Ärger, Jubiläum im Zentrum 60plus und Seifenkistenrennen

Überfüllte Altpapiercontainer sorgen für Frust

Der Werdener Rainer Giesen wollte auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke sein Altpapier entsorgen – vergeblich. Die in den Boden eingelassenen Container waren durch Kartons blockiert oder wirkten überfüllt. Häufig sei lediglich der Einwurfschlitz verstopft, während im unterirdischen Behälter noch Platz vorhanden wäre.

Giesen dokumentierte den Zustand mit Fotos und informierte die Heimatzeitung. Viele Bürger hätten inzwischen aufgegeben und brächten ihr Altpapier direkt zum Recyclinghof, wo große Presscontainer das Entsorgen erleichtern.


Zentrum 60plus feiert fünfjähriges Bestehen

„Ein Paar, das sich hier vor anderthalb Jahren beim Speed Dating kennengelernt hat, ist immer noch glücklich zusammen“, berichtet Evelina Muntendorf mit einem Lächeln. Das Dating-Format ist nur eines von vielen Angeboten des Zentrums 60plus an der Heckstraße. Die Einrichtung, die sich in den vergangenen fünf Jahren als wichtiger Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren etabliert hat, feiert am 1. Oktober ihr fünfjähriges Bestehen.


Kunstspur führt durch den Essener Süden

Am 19. und 20. September lädt die Kunstspur erneut zu einer Entdeckungstour durch den Essener Süden ein. Mehr als 330 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten an rund 150 Standorten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Werden: Allein rund um die Ruhrtalstraße befinden sich 13 Stationen.

Weitere Ateliers und Ausstellungsorte verteilen sich über den historischen Ortskern, die Werdener Höhen, Fischlaken, Heidhausen und Schuir.


SC holt ersten Landesliga-Punkt

Der SC Werden-Heidhausen hat den ersten Punkt der neuen Landesligasaison eingefahren. Gegen den hoch gehandelten Titelanwärter Ditib Vatanspor Solingen erkämpften sich die Werdener ein 1:1 und boten eine engagierte Leistung. Auch die weiteren Mannschaften waren erfolgreich: Damen, Reserve und die „Bierte“ feierten Siege. Lediglich die dritte Mannschaft musste eine Niederlage hinnehmen.


Kreative Seifenkisten rasen durch Fischlaken

Alle zwei Jahre verwandelt sich die Kruselbeek in Fischlaken in eine Rennstrecke für fantasievoll gestaltete Seifenkisten. 13 Teams hatten ihre Fahrzeuge in wochenlanger Arbeit gebaut und gingen auf die rund 200 Meter lange Strecke. Unter den originellen Konstruktionen befanden sich unter anderem eine Karotte, eine Biene, ein Ententeich und eine Badewanne. Mehr als 100 Zuschauer verfolgten die Rennen und feuerten die Fahrer lautstark an, während Rennleiter Andreas Löbbert mit seinem Ruf „Runter von der Straße!“ die jeweiligen Läufe freigab.


10 Sep.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 37/2026, Pfarrei, Klimaanpassung, Jubiläumskonzert und Ludgerusfest

Ludgerusprozession verbindet Tradition und Gegenwart

Beim Ludgerusfest betonte der Hamburger Erzbischof Stefan Heße die Bedeutung der Prozession. Ludgerus gehöre nicht ins Museum, sondern zu den Menschen auf die Straße, erklärte er in seiner Predigt. Bestes Sommerwetter und die traditionsreiche Prozession boten den passenden Rahmen für den Besuch des Erzbischofs, dessen Erzbistum Hamburg durch die Insel Helgoland eng mit dem Wirken des heiligen Ludgerus verbunden ist.


Pfarrei hält an Entwicklungsplänen fest

Die Propsteipfarrei St. Ludgerus setzt ihren Pfarreientwicklungsprozess trotz schwieriger Rahmenbedingungen fort. An den Plänen, die ehemaligen Domstuben in ein neues Pfarrzentrum umzubauen, soll festgehalten werden – obwohl derzeit weder die Finanzierung gesichert noch der Bauantrag genehmigt ist. Auch die Zukunft der Werdener Schatzkammer bleibt ein wichtiges Anliegen der Pfarrei. Um ihren Fortbestand zu sichern, könnte die Trägerschaft künftig jedoch in andere Hände übergehen.


Neue Straßenbäume sollen Werden abkühlen

Die Hitzebelastung im historischen Stadtkern von Werden ist laut Klimaanalyse besonders hoch. Vor allem rund um den Werdener Markt sorgen versiegelte Flächen und dichte Bebauung für starke Aufheizung. Als Gegenmaßnahme sollen in besonders belasteten Bereichen neue, hitzeresistente Straßenbäume gepflanzt werden. Sie sollen das Mikroklima verbessern, Schatten spenden, die Umgebung kühlen und gleichzeitig Schadstoffe aus der Luft filtern.


Symphonisches Blasorchester feiert 20-jähriges Bestehen

Das Symphonische Blasorchester Essen (SBE) begeht sein 20-jähriges Jubiläum mit Konzerten, darunter auch einem Auftritt im Mariengymnasium Werden. Das Orchester wurde am 1. Mai gegründet und blickt auf zahlreiche musikalische Höhepunkte zurück. Geschäftsführerin und Gründungsmitglied Elisabeth Willems erinnert sich besonders an die frühen Filmmusik-Konzerte in der Lichtburg, die bis heute zu ihren schönsten Erlebnissen zählen.


Folkwang-Studentin überzeugt bei „The Voice of Germany“

Kurz vor ihrem Auftritt bei den Blind Auditions von The Voice of Germany stieg die Nervosität von Emma Josephine Stappenbeck deutlich an. Die Folkwang-Studentin begleitete sich bei „Empire State of Mind“ von Alicia Keys selbst am Klavier – ganz ohne Unterstützung der Band. Damit schuf sie trotz der großen Fernsehkulisse einen sehr persönlichen und intimen Auftritt.


Oktoberfest-Stimmung beim letzten First Friday

Der letzte First Friday des Jahres stand ganz im Zeichen des Oktoberfests. Blau-weiße Dekoration, Leberkäse, Musik und bayerische Atmosphäre sorgten in der Grafenstraße für gute Stimmung. Daniel Vito Eberling, Taras Mahno und Wolf Scheitza spielten bekannte Stimmungslieder wie „Bella Ciao“ und luden die Besucher zum Feiern ein. Nach rund 90 Minuten setzte jedoch starker Regen der Veranstaltung ein vorzeitiges Ende.

03 Sep.

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 36/2026

Edeka-Schließung in Werden: DRK plant ehrenamtlichen Fahrdienst für Senioren

Am 15. Oktober öffnet der kleine Edeka-Markt an der Heckstraße letztmalig seine Türen – für viele ältere Menschen im Stadtteil fällt damit eine wichtige Einkaufsmöglichkeit in fußläufiger Entfernung weg. Als Reaktion darauf will der DRK-Kreisverband Essen mit dem Zentrum 60plus Heckstraße einen ehrenamtlichen Fahrdienst ins Leben rufen, der mobilitätseingeschränkten Seniorinnen und Senioren weiterhin selbstständiges Einkaufen ermöglichen soll.


Großer Besucherandrang: 3. Löwenflohmarkt im Löwental voller Erfolg

Der Löwenflohmarkt vom SCWH und Werbering war auch in der dritten Auflage ein voller Erfolg: Von alten Büchern über Kinderschuhe, Klamotten und Schmuck bis hin zu Aufziehuhren, Porzellan und eine in die Jahre gekommene Waage war alles zu finden. „Werden in Bewegung, Spiel, Spaß und Freude ist das Motto“, sagte Andreas Miksch, Vorsitzender des Werdener Werberings, und freute sich über den Besucherandrang auf dem Sportplatz im Löwental.


Felswand-Silikonabdruck am Pastoratsberg: Ungewöhnliches Lehrprojekt der THGA

Ein wenig sah es zeitweise aus, als hätte sich grüner, glibberartiger Schleim über die Mintrop‘sche Spitzfalte am Pastoratsberg ergossen. Doch war es das Werk von Spezialisten der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum und des ebenfalls in dieser Stadt beheimateten Deutschen Bergbau-Museums, die hier die Grundlage geschaffen haben für ein ungewöhnliches Lehrprojekt.

Einen Abschnitt der Werdener Felswand haben sie mit Silikon abgeformt. Die dabei entstandenen Teile werden nun in Bochum zusammengesetzt und weiterbearbeitet. Voraussichtlich im Frühjahr 2027 soll die Nachbildung im Foyer der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) zu sehen sein.


SC Werden-Heidhausen: Gemischter Saisonauftakt von Herren und Damen

Der Landesligist SC Werden-Heidhausen legt bisher eine unglückliche Serie hin. Dreimal ging es um Punkte, dreimal unterlag der SC mit 1:2 Toren. Die Damen holten sich einen guttuenden Auftaktsieg über einen der Favoriten der Kreisliga. Die SC-Reserve spielte Katz und Maus mit ihren Gegnern. „Dreite“ und „Bierte“ teilten die Punkte.


Brandschutzerziehung im Zentrum 60plus: Wichtige Tipps für ältere Generationen

Oliver Lücke ist bei der Feuerwehr Essen für die Brandschutzerziehung und Aufklärung im vorbeugenden Brandschutz zuständig. Im Zentrum 60plus hielt er für die Besucher einen wichtigen Vortrag, bei dem nicht nur Senioren das eine oder andere Licht aufging. Die Zielgruppe ab 45 Jahren hat guten Grund, interessiert zuzuhören: Die Todesursachen-Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und der Zahl der Todesfälle durch Rauch, Feuer und Flammen.


Erzbischof Stefan Heße zu Gast beim Ludgerusfest in Werden

In diesem Jahr besucht der Erzbischof Stefan Heße aus Hamburg Essen-Werden und nimmt am kommenden Sonntag am Ludgerusfest teil. Bis in das Kerngebiet des heutigen Erzbistums Hamburg ist Ludgerus als Missionar nicht gekommen. Hier wirkte eher Ansgar (801-865) als Benediktienermönch, Bischof von Bremen und Hamburg und Missionsbischof für Skandinavien. Hier wird der Hl. Ansgar noch heute als „Apostel des Nordens“ verehrt.


Diskussion um Appeltatenkirmes: Debatte über städtische Kulturförderung

Die Absage der Appeltatenkirmes hat in Werden eine grundsätzliche Debatte ausgelöst: Warum unterstützt die Stadt Essen Theater, Konzerte und andere Kulturangebote mit öffentlichen Mitteln, während eine traditionsreiche Kirmes keine Förderung erhält? Die „Werdener Nachrichten“ haben bei der Stadt Essen nachgefragt.