23 Juni

Pizza und Einfamilienhäuser

Eine Leserin lästerte Freitag beim Gespräch in der Grafenstraße: „Was bisher die Pizzerien in Werden waren, werden nun die Immobilienbüros.“ Sie sah darin eine Gefahr für die individuellen Geschäfte. Das glaube ich zwar weniger; aber die WAZ machte gerade bekannt: Der Essener Süden bleibt attraktiv; Heidhausen und Fischlaken teilen sich die Spitze mit Bredeney, Rüttenscheid und – man staune – Huttrop.

Immobilie mit wichtigem Mieter

Immobilie mit wichtigem Mieter

Der Bedarf und die Preise für Einfamilienhäuser steigen. Vor allem die besseren Lagen sind gefragt. Aber die Gefahr, dass bald nur noch Immobilienmakler Pizza essen gehen oder gar die Pizzerien verdrängen, sehe ich weniger. Aber was essen denn so Immobilienmakler eigentlich gerne? Eine Aufgabe für unausgelastete Statistiker.

Ein Gedanke zu „Pizza und Einfamilienhäuser

  1. Es kommt – wie so häufig – auf die richtige Dosierung an. Wenn Einzelhandelsflächen zunehmend von Unternehmen zur Büronutzung umgewandelt werden, kann es durchaus passieren , daß der „Standort “ leidet.
    Für einen Ort in der Größe Werdens ist es wichtig , daß der Branchenmix stimmt.
    In der letzten Zeit ist es wirklich zunehmend zu beobachten , daß ehemals als Ladenlokal genutzte Flächen umgewidmet werden. In einer Studie von 2008 wiesen die Experten von Brockhoff und Partner darauf hin, daß Schnellrestaurants und Dönerbuden zunehmend die Existenz von Stadtcafes gefährden. Dieses Phänomen tritt zum Glück in Werden nicht auf. Doch dauerhaft umgewidmete Einzelhandelsflächen sorgen auch hier nicht gerade für neue Kundenströme die durch Werdens Gassen flanieren. Man sollte sich daher fragen , warum Ladenlokale zu Büros werden . Hängt es vielleicht in manchen Fällen damit zusammen , daß Vermieter Preisvorstellungen haben, die sich Immobilienfirmen leisten können, Geschäftsleute aber passen müssen ? Werdens „Alleinstellungsmerkmal“ liegt in seinem historisch gewachsenen Stadtkern. Man sollte behutsam mit ihm umgehen, das gilt sowohl für das Angebot der Waren als auch für die Rahmenbedingungen für die hier zu erwartenden Gäste. Leider ist es jedoch momentan so, daß Werden auf Seiten der Politik nicht allzuviel Unterstützung erwarten darf. Wenn dann die Verweigerung der nötigen Infrastruktur ( hier der Abriß der Parkpalette ) mit einer Reduzierung von Verkaufsflächen einhergeht, dann können Prozesse entstehen , die eigentlich nicht gewollt sein können. Seien wir also immer wachsam , damit der Spruch : „Werden ist unser Zuhause “ auch morgen noch stimmt.

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