15 Okt

Die Werdener Nachrichten, Ausgabe 42/2020

Wilde Müllkippe führt zur Diskussion über Videoüberwachung

Eine wilde Müllkippe vor den Papiercontainern auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke wurde Anfang der Woche für viele Werdener zum Aufreger: Etliche Pappkartons, aber auch anderer Müll, landeten vor den Containern. Viele Bürger machten in der Redaktion der Werdener Nachrichten oder in den sozialen Netzwerken ihrem Ärger über das „asoziale Verhalten“ mancher Mitbürger Luft. Auch der Ruf, dass die Stadt Essen verstärkt gegen solch wilde Müllkippen vorgehe, wurde lauter – zum Beispiel mit Videokameras. Bei der Stadt selbst seien aber keine Beschwerden zu diesem Container-Standort eingegangen, so die städtische Pressereferentin Jaqueline Schröder, die zudem auf den Aktionsplan „Essen bleib(t) sauber!“ hinweist, in dessen Rahmen, die Mängelmelder-App zur Meldung von wilden Müllkippen eingerichtet, eine mobile Einsatzgruppe aufgebaut, sowie die Bußgelder für sogenannte „Müllsünder“ erhöht worden seien. Eine Videoüberwachung öffentlicher Wege und Plätze durch die Stadt sei unzulässig, „da man hiermit Personen, die den Container-Standort aufsuchen, unter Generalverdacht stellen würde. Möglicherweise sei der Streik am Montag Ursache der illegalen Müllablagerungen, da der Standort stets montags gereinigt wurde. Allerdings waren die Container tatsächlich leer. Immerhin: Donnerstagmorgen war der Müllberg bereits wieder verschwunden. 


Verunsicherung durch Corona-Verordnungen: Werdener Hotels und Pensionen leiden unter Stornierungen

Eigentlich könnten die Gastgebs froh sein – das viel diskutierte Beherbergungsverbot gilt nämlich nicht in Nordrhein-Westfalen. Das heißt, während andere Bundesländer es ihren Hotels und Pensionen verbieten, Gäste aus innerdeutschen Corona-Risiko-Gebieten aufzunehmen, gibt es hier keine solche Beschränkungen. Aber: „Die Leute wollen nicht kommen,“ seufzt Petra Gastgeb. Anstatt wie gewohnt Buchungen für das kleine, familiär geführte Hotel an der Hammer Straße oder für den Partyservice entgegenzunehmen, hagelt es Stornierungen. „Die Leute sind verunsichert“, sagt Petra Gastgeb mit verärgertem Blick auf sich ständig ändernde Corona-Verordnungen. Und auch in der Jugendherberge auf dem Pastoratsberg habe man „immense Einbrüche“ durch die Corona-Krise erleben müssen. 


Nichts Neues beim Standort des ehemaligen Kaiser-Friedrich-Hauses

Fast drei Jahre ist es nun her, dass die Bagger anrollten und die Fassade des Kaiser-Friedrich-Hauses an der Forstmannstraße 27 den Erdboden gleich machte und damit den Abriss des Gebäudes einleiteten, das viele Werdener als prägend fürs Stadtbild ansehen. Zu marode sei das Haus, um auch nur der Außenfassade den zunächst ausgesprochenen Denkmalschutz zu gewährleisten. Der Eigentümer will ein modernes Mehrfamilienhaus an der Stelle bauen, hieß es damals. Getan hat sich diesbezüglich dort bislang nichts. 


Pilotprojekt von Flügel e. V. für alleinerziehende Mütter

Vor zehn Jahren saß Nanna Singer an ihrem Jura-Examen – da erlitt sie plötzlich einen schweren Burnout. „Ich konnte nicht arbeiten, nicht einmal laufen“, erinnert sie sich heute, „nicht mal vom Bett zum Büro.“ Hilfe fand sie damals in Fischlaken – bei der Präsenz-Schule von Katrin Clemen: mit gezieltem Coaching – und Pferden als Co-Trainer – hat sie gelernt, „dass es immer einen Ausweg gibt, egal wie verfahren die Situation erscheint.“ Singer schöpfte neue Kraft und schaffte ihr Examen. Um auch anderen Frauen in extremen Notlagen zu helfen, hat Nanna Singer vor zwei Jahren in Werden den Verein „Flügel“ gegründet. In den Herbstferien startet nun ein Pilotprojekt, das sich gezielt an alleinerziehende Mütter richtet. 

Mehr Infos über Flügel e. V.


Abstimmen bei unserer Frage der Woche: 
Haben ihnen die Beherbergungsverbote ihre Urlaubspläne in den Herbstferien beeinflusst? 

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